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Du fährst mit Deinen Freunden im Auto und das Fahrerassistenzsystem meldet sich, weil Du müde bist? Wir erklären Dir, wie Müdigkeitserkennung funktioniert und geben Tipps zum fit bleiben.

Müdigkeitserkennung im Auto: Wie Technik Leben retten kann

So funktioniert das System


Deine Freunde und Du fahren mit dem Auto für ein verlängertes Wochenende in den Urlaub. Seit Stunden sitzt Du am Steuer, willst Dir selbst aber nicht eingestehen, dass Du von der langen, monotonen Autofahrt längst übermüdet bist. Du möchtest möglichst schnell ans Ziel kommen, damit der Urlaub so richtig beginnen kann. Dein Auto verfügt über ein System zur Müdigkeitserkennung und erkennt, dass Du nicht mehr ganz fit bist und schlägt Alarm. Du solltest unbedingt eine Pause einlegen oder einen Fahrerwechsel vornehmen.
Aber wie funktioniert Müdigkeitserkennung eigentlich? Woher erkennt das Fahrerassistenzsystem, dass es Zeit für Pause ist? Im Anschluss geben wir Dir unsere besten Tipps, wie Du wach und aufmerksam bleibst, damit das System gar nicht erst aktiv werden muss.

Wie funktioniert Müdigkeitserkennung aus technischer Sicht?

Die Müdigkeitserkennung, auch Aufmerksamkeits-Assistent genannt, ist ein elektronisches System im Auto, das das Fahr- und Lenkverhalten des Fahrers überwacht und analysiert. So können Müdigkeitserscheinungen wie Unaufmerksamkeit oder gar Sekundenschlaf frühzeitig erkannt werden und Du kannst diesen gezielt vorbeugen – rechtzeitig, bevor ein Unfall passiert.

Das System schaltet sich automatisch ein – meist ab einer Geschwindigkeit von 65 km/h, je nach Hersteller und System.

  • Lenkverhalten
  • Fahrverhalten bzw. individuellem Fahrstil (inkl. Pedalbenutzung)
  • Spurwechsel durch Lenkbewegungen oder Querbeschleunigung.

Einige Systeme analysieren auch Daten wie die Fahrdauer, Uhrzeit, Kilometerleistung, den Straßenzustand und Fahrerwechsel. Zudem gibt es Müdigkeitsassistenten, die eine Kamera auf den Fahrer richten:

Dazu ist im Innenraum Deines Fahrzeugs eine Kamera für das System angebracht, welche die Kopfhaltung, den Gesichtsausdruck bzw. das Blickverhalten ständig analysiert. Mithilfe von Algorithmen für die Bild- und Signalverarbeitung kann der Assistent auf Symptome von Müdigkeit schließen.

Fährst Du zum Beispiel schon eine Weile auf der Autobahn und wirst müde, dann treten häufiger kleine Lenkfehler auf, welche Du abrupt korrigierst. Die verbauten Lenkwinkelsensoren nehmen die ruckartigen Lenkbewegungen als Folge nachlassender Konzentration bzw. Müdigkeit wahr. Daraufhin wirst Du durch ein optisches und/oder akustisches Signal gewarnt, eine Pause einzulegen.

Das Müdigkeitserkennungssystem ist übrigens auch zu unterscheiden vom Spurhalte-Assistenten, der Dir nur hilft, in der Fahrspur zu bleiben, ohne dabei Müdigkeitserscheinungen wahrzunehmen. Wenn Du mehr über Fahrerassistenzsysteme und die Zukunft der Mobilität wissen möchtest, erfährst Du mehr in unserem Artikel dazu.

Der Aufmerksamkeits-Assistent erkennt Anzeichen von Müdigkeit während der Fahrt durch die Auswertung Deines Fahr- und Lenkverhaltens.

Aufmerksamkeits-Assistent = autonomes Fahren?

Der Aufmerksamkeits-Assistent ist ein modernes Fahrerassistenzsystem, das Dich als Fahrer unterstützen und schützen soll, in dem es Dir hilft, Unfälle zu verhindern. Die Aufgabe des Autofahrens nimmt das System Dir aber nicht ab. Du bist weiterhin für das Fahren zuständig und verantwortlich.

Ein autonom fahrendes Auto hingegen fährt selbstständig. Die Fahrzeugführung wird dabei komplett an das System übergeben. Das heißt, Du könntest Dich während der Fahrt zurücklegen und „chauffieren“ lassen. Dies wird durch eine intelligente Verbindung von Technik und Software ermöglicht. Derzeit befinden sich selbstfahrende Fahrzeuge jedoch noch in der Entwicklung. Sprich sie sind noch nicht serienreif. Wie eingeschränkt bisher das autonome Fahren zum Einsatz kommt zeigt folgendes Beispiel: In Europa sind derzeit nur zehn selbstfahrende Busse im öffentlichen Nahverkehr anzutreffen. Diese fahren mit maximal 15 km/h eine programmierte Strecke ab und halten bei Hindernissen durch die vielen verbauten Sensoren automatisch an.

Fahrerassistenzsysteme unterscheiden sich von autonom fahrenden Autos: Die Müdigkeitserkennung unterstützt Dich beim Fahren, während beim autonomen Fahren das Auto eigenständig fährt.

Was, wenn Du vor Müdigkeit einen Unfall verursachst?

Der Müdigkeitswarner hat Dir signalisiert, eine Pause einzulegen. Dein Freund bietet an, mit ihm den Platz zu tauschen, damit Du ein wenig die Augen zumachen kannst. Du möchtest Dein Auto aber ungern in andere Hände geben und entscheidest Dich, trotzdem selbst weiterzufahren. Was passiert, wenn es nun zu einem Unfall kommt?

Sicher hast Du davon gehört, dass eine Kfz-Haftpflichtversicherung per Gesetz vorgeschrieben ist. Falls Du einem anderen Verkehrsteilnehmer Schaden zufügst, brauchst Du einen anderen Versicherungsschutz als die verpflichtende Kfz-Haftpflicht. Für diese Schadensfälle ist eine Teil- bzw. Vollkaskoversicherungen nötig. Informiere Dich auf jeden Fall vor dem Abschluss einer Kaskoversicherung, welche möglichen Schäden damit abgedeckt sind und vor allem, unter welchen Umständen sie gelten. So kann Übermüdung bei einem Unfall als grob fahrlässig eingestuft werden und dadurch nicht von der Versicherung abgedeckt sein.

Ganz egal, welche Versicherung Du abgeschlossen hast, die im Auto verbaute Müdigkeitserkennung kann dabei helfen, die Ursache des Unfalls aufzuklären. Also unter Umständen Daten liefern, die auf eine Übermüdung beim Fahrer hinweisen oder eben nicht.

Die Kfz-Versicherung von AXA bietet Dir maximalen Schutz – auch in Fällen grober Fahrlässigkeit wie dem Fahren trotz Übermüdung. Das bedeutet aber natürlich nicht, dass Du Dich übermüdet ans Steuer setzen solltest! Solche Manöver können im schlimmsten Fall lebensgefährlich sein.

Fahren trotz Übermüdung kann bei einem Unfall als grob fahrlässig bewertet werden. Umso wichtiger ist es, dass Du nicht müde Auto fährst und im Ernstfall ausreichend abgesichert bist.

Gefahrenquelle Sekundenschlaf: Autofahren im Blindflug

Die wahrscheinlich fatalste Folge von Müdigkeit im Straßenverkehr ist der Sekundenschlaf. Dabei fallen Dir als Fahrer vor Müdigkeit für einige Sekunden die Augen zu oder Du träumst mit offenen Augen vor Dich hin und nimmst die Umgebung nicht mehr wahr.

Wie gefährlich das werden kann, zeigt dieses kleine Rechenbeispiel: Wenn Du mit 50 km/h unterwegs bist und Dir die Augen „nur“ für drei Sekunden zufallen, fährst Du circa 42 Meter im kompletten Blindflug weiter. Auf der Autobahn bei 100 km/h sind es schon 80 Meter Blindflug. Schnell kann es so zu schweren Unfällen kommen, bei denen Du nicht nur Dich und Deine Freunde gefährdest, sondern auch alle anderen Verkehrsteilnehmer.

Daher solltest Du dringend auf die Warnhinweise hören, die Dir sowohl Dein Körper als auch das Müdigkeitserkennungssystem geben. Die folgenden Anzeichen sind gute Indikatoren dafür, dass es Zeit wird, eine Pause einzulegen und neue Energie zu tanken:

  • Zwinkernde, brennende oder rote Augen
  • Schwere Augenlider
  • Häufiges Gähnen
  • Dichtes Auffahren
  • Nachlassende Konzentration
  • Reizbarkeit
  • Langsameres Sprechen
  • Anhaltendes Kältegefühl

Wenn Du diese Symptome bei Dir bemerkst, solltest Du also dringend Gegenmaßnahmen treffen, um nicht in einen gefährlichen Sekundenschlaf zu verfallen.

Übrigens: Kennst Du schon den Unfallmeldedienst? Dieser setzt bei Auslösung der Crash-Sensoren automatisch einen Notruf ab und sorgt so für schnelle Hilfe am Unfallort.

Müdigkeit beim Autofahren kann zum gefährlichen Sekundenschlaf führen. Höre auf Deine Warnsignale und lege rechtzeitig eine Pause ein.

Wach bleiben: Was hilft gegen Müdigkeit am Steuer?

Wenn Du Warnsignale durch das Müdigkeitserkennungssystem erhältst, ist Deine Müdigkeit meist schon fortgeschritten. Damit Du aber gar nicht erst an den Punkt gelangst, völlig übermüdet zu sein, haben wir Dir hier ein paar Tipps zusammengestellt. Mit deren Hilfe kannst Du einer Übermüdung vorbeugen oder die ersten Anzeichen für eine gewisse Zeit bekämpfen – damit Du sicher an Dein Ziel gelangst.

1. Ausreichend Schlaf

Das beste Mittel gegen Müdigkeit ist und bleibt immer noch genug Schlaf. Bleibe den Tag vor der Reise abends nicht zu lange wach, sodass Dein Körper ausreichend erholsamen Schlaf erhält und am nächsten Tag ausgeruht ist. Wichtig ist, dass Du feste Schlafzeiten hast, dann reichen 6 bis 8 Stunden täglich. Schläfst Du mehr, kann es sogar dazu führen, dass Du Dich nicht ausgeruhter, sondern ebenso ständig müde fühlst.

Wenn Du am nächsten Tag eine lange Reise planst, dann lege Dich am Tag vor der Reise früh schlafen, um für die Fahrt ausgeruht zu sein.

2. Fahren bei Tageslicht

Fahre nach Möglichkeit los, solange es hell ist. In der Dunkelheit sowie durch das blendende Licht eines entgegenkommenden Fahrzeugs müssen sich Deine Augen mehr anstrengen und können schneller ermüden.

Beim Fahren in der Dunkelheit wirst Du schneller müde, da Deine Augen sich mehr anstrengen müssen. Fahre deshalb bei Tageslicht los.

3. Zeit für eine Pause

Lege während der Reise alle zwei Stunden eine Pause ein. Bewegung an der frischen Luft machen den Körper wach, da Kreislauf und Durchblutung angekurbelt werden.

Lege während langen Autofahrten ausreichend Pausen ein und bringe Deinen Kreislauf mit frischer Luft in Schwung.

4. Genügend trinken

Trinke ausreichend Wasser. Dehydration kann sich negativ auf Deine Konzentration und die Reaktionsfähigkeit auswirken. Im Idealfall trinkst Du den ganzen Tag über verteilt Wasser. Übrigens macht Dich kaltes Wasser etwas wacher als lauwarmes. Hilft das alleine nicht, trinke eine Tasse starken Kaffee, grünen Tee, einen Energy-Drink oder ein anderes Erfrischungsgetränk mit Koffein. Bei starker Übermüdung hilft jedoch auch kein Kaffee mehr, sondern nur noch Tipp 6 oder 7.

Steigere Deine Konzentration mit ausreichend Wasser, welches Du über den Tag verteilt trinkst.

5. Weniger ist mehr: leichte Mahlzeiten

Iss keine deftigen Mahlzeiten. Diese liegen schwer im Magen, welcher dann die für das Fahren benötigte Energie zum Verdauen verbraucht. Für einen kleinen Muntermacher-Snack bieten sich Nüsse, Äpfel, Möhren, Sellerie oder Joghurt an. Generell ist eine vitaminreiche und fettarme Ernährung zu empfehlen, wenn Du länger wach bleiben möchtest.

Esse vor langen Autofahrten keine deftigen Mahlzeiten, die Dir schwer im Magen liegen. Bevorzuge lieber Snacks mit einem extra Energie-Kick.

6. Fahrerwechsel: sharing is caring

Wenn es um lange Strecken geht, solltest Du wirklich die Option nutzen, Dir die Fahrtzeit mit einem Freund zu teilen. So kann der eine sich ausruhen, während der andere fährt und umgekehrt. Stelle aber vor Beginn der Fahrt sicher, dass Deine Versicherung einen anderen Fahrer erlaubt.

Teile Dir bei langen Strecken die Fahrzeit mit Freunden, um Dich zwischenzeitlich ausruhen zu können.

7. Ein kurzes Nickerchen kann Wunder bewirken

Wenn Du drohst einzuschlafen und alleine unterwegs bist oder Deine Freunde Dein Auto versicherungstechnisch nicht fahren dürfen, bleibt nichts anderes übrig, als die Fahrt zu unterbrechen. Fahre auf einen Rastplatz und lege für 10–20 Minuten einen Powernap ein. In dieser kurzen Zeit befindet sich Dein Körper in einem leichten Schlaf und kann sich etwas ausruhen. Schläfst Du allerdings länger als 30 Minuten, fällt Dein Körper in den Tiefschlaf. Aus diesem kann er nur schwer erwachen und Du fühlst Dich danach meist müder als vorher. Damit dies nicht passiert, stelle Dir einen Alarm auf Deinem Handy ein.

Darüber hinaus gibt es noch allgemeine hilfreiche Angewohnheiten, die Dich länger wach und ausgeruht halten, und das nicht nur während der Autofahrt. Denn eine gesunde Lebensführung trägt dazu bei, Dich im Alltag fit zu halten. So kannst Du Müdigkeit durch regelmäßigen Sport und Anti-Stress-Übungen wie Yoga und autogenes Training bekämpfen. Dagegen sind Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum eine eindeutige Ursache für Müdigkeit. Mehr zur Müdigkeit im Allgemeinen findest Du zum Beispiel auf Gesundheit.de.

Wir wünschen Dir allzeit eine gute und vor allem sichere Fahrt!

Lege bei langen Fahrten ein kurzes Nickerchen ein, um Dich auszuruhen.

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