Kinder im Internet – aber sicher!



Wissen Sie eigentlich, auf welchen Seiten sich Ihr Sprössling im Internet vergnügt? Haben Sie mit Ihrem Kind schon einmal über die Verhaltensregeln im Netz der Netze gesprochen? Und wie steht es eigentlich um Ihr eigenes Wissen zu diesem Thema?

Mal ganz ehrlich: Wer hat heutzutage noch den großen Brockhaus im Bücherregal stehen, wo doch alles Wissenswerte bei Wikipedia in Sekundenbruchteilen verfügbar ist? Ein paar Klicks nur, und Sie wissen Ihren aktuellen Kontostand – kein Grund mehr, zur Bank zu gehen. Diese und andere Vorteile nutzen viele Erwachsene, ohne sich große Gedanken über die Sicherheit zu machen. Und wenn Erwachsene das schon nicht bedenken, wie sieht es dann bei Kindern aus?

Damit Sie in Zukunft Ihr Kind und sich selbst besser schützen können, haben wir mit einem Experten über die rechtlichen Hintergründe der Internetnutzung von Kindern gesprochen und konkrete Tipps für Sie zusammengestellt.


Informationslieferant Internetnutzer

Oft zahlt man für das Erhalten von Informationen im Gegenzug den Preis, eine große Anzahl an persönlichen Informationen im Internet offenzulegen. Dadurch bietet nicht nur das Internet Wissen und Hilfestellungen, sondern Sie sind ebenso Lieferant für persönliche Informationen, die für Marketing- oder Werbezwecke eingesetzt werden können. Geraten Ihre personenbezogenen Daten in falsche Hände, können Sie im schlimmsten Falle finanziellen oder persönlichen Schaden davontragen.

Seien Sie also immer vorsichtig, wenn Sie wichtige Daten preisgeben und überprüfen Sie die Seriosität der Website, wenn Ihr Kind sich irgendwo anmelden oder einloggen möchte. Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind, dass Sie solche Dinge nur gemeinsam ausführen.


Kinder als „Heavy User“

Wenn jemand mehr als zwei Stunden am Tag in sozialen Netzwerken verbringt, spricht man von einem „Heavy User“, darunter befinden sich zunehmend auch Kinder und Jugendliche, denn gerade Kinder und Jugendliche können sich ein Leben ohne Facebook, Twitter & Co gar nicht mehr vorstellen. Sie treffen sich mit Ihren Freunden online und tauschen sich aus.

Doch steckt hinter dem im Internet veröffentlichten Profil auch wirklich die Person, die sie vorgibt zu sein? Oft verbergen sich dahinter Menschen, die nicht nur auf lustiges Chatten aus sind, sondern ganz andere Hintergedanken haben. Seien Sie auf alle Fälle immer skeptisch, wenn sich Ihr Kind mit einer Bekanntschaft aus dem Internet treffen möchte.


Kinder im Internet – die rechtliche Seite

Eltern sollten ihre Kinder auf das Surfen im Internet gut vorbereiten. Beim gedankenlosen Klicken drohen vielfältige Gefahren: Sorglos werden Informationen preisgegeben, leichtfertig Vorgänge per Mausklick bestätigt oder unbedachte Kommentare in Foren und Chatrooms geäußert. Was Eltern wissen sollten und tun können, erläutert der Experte für Computer- und Internetrecht und ROLAND-Partneranwalt Manfred Zipper von der Schwetzinger Kanzlei Zipper & Collegen.


Tipp 1: Software zum Kinder- und Jugendschutz

Kinder und Jugendliche sind schwer vor Chatrooms, Online-Foren, pornografischen und gewaltverherrlichenden Seiten zu schützen. Denn: Betreiber von im Ausland beheimateten Internetseiten müssen im Gegensatz zu deutschen Betreibern nicht das Nutzeralter überprüfen. „Um zu gewährleisten, dass die Kinder nur sichere Seiten im World Wide Web besuchen, sollten Eltern eine Kinderschutz-Software auf ihrem Computer installieren, die den Zugang zu problematischen Seiten versperrt“, rät Manfred Zipper. Kinderschutz-Software kann im Handel gekauft oder bei einigen Serviceprovidern kostenfrei heruntergeladen werden.


Tipp 2: Bei Mobbing in sozialen Netzwerken einschreiten

Eltern sollten darauf achten, dass ihre Kinder nicht selbst mobben, aber auch nicht gemobbt werden. Äußerungen, die über die Meinungsfreiheit hinausgehen, sind strafbar. Betroffene Kinder und ihre Eltern können vom Betreiber eines Forums fordern, rufschädigende Beiträge zu löschen. „Auch Fotos, auf denen man klar zu erkennen ist und die gegen den eigenen Willen veröffentlicht wurden, müssen wieder gelöscht werden. Betroffene haben einen Rechtsanspruch darauf“, erklärt der ROLAND-Partneranwalt.


Tipp 3: „Kostenlose“ Musik-Tauschbörsen – Vorsicht bei Up- und Downloads

Musik herunterzuladen, insbesondere aber sie zu verbreiten, kann rechtswidrig sein. Stellt man Dateien zum Download zur Verfügung, ist das Urheberrecht zu beachten. Nur bei einer gekauften Datei, die als physischer Datenträger vorliegt, ist der Upload rechtens. Ist dies nicht der Fall, haftet der Besitzer des Internetanschlusses im Ernstfall für den Verstoß – vorausgesetzt, der Urheber der Datei weist den Upload zum bestimmten Termin von diesem Anschluss nach. Folgt auf einen vermeintlich kostenlosen Download eine Rechnung, rät der Experte für Computer- und Internetrecht, die Rechnung nicht zu bezahlen und rechtlichen Rat einzuholen.


Tipp 4: Aufgepasst beim Online-Shopping der Kinder

Laut Absatzrecht darf ein Online-Kauf innerhalb von 14 Tagen widerrufen und der Artikel zurückgegeben werden. Nach dieser Frist geht das nicht mehr. „Zu beachten ist, dass geschäftsfähige Kinder zwischen sieben und 18 Jahren in Höhe eines üblichen, altersgerechten Taschengelds eigenständig Anschaffungen tätigen dürfen. Daher können nicht sämtliche Käufe durch die Eltern rückgängig gemacht werden“, so Manfred Zipper.

Insgesamt sollten Eltern ihre Kinder für den sorgfältigen Umgang mit dem Medium Internet und den zugehörigen Kommunikationswegen sensibilisieren und sich mit möglichen Gefahren auseinandersetzen. Denn: „Die Aufsichtspflicht liegt letztendlich bei den Eltern!“, mahnt der ROLAND-Partneranwalt.

Datenschutz und Sicherheit im Internet.
Nutzen Sie die Tipps von AXA für mehr Online-Sicherheit!
  • Das erste Handy und Smartphone
  • Machen Sie Ihren Internet-Zugang kindersicher
  • Wenn im Netz beleidigt und geschimpft wird
  • Was tun als Mobbing-Opfer?
  • Das Internet vergisst nicht!
Hier geht´s zu den Tipps Online-Sicherheit


AXA Kindersicherheitsreport

71 Prozent der befragten Pädagogen im AXA Kindersicherheitsreport schätzen den Medienkonsum als eine der wahrscheinlichsten Gefährdungen für Kinder ein. Die Studienergebnisse finden Sie hier.


Aber nicht alles ist schlecht oder gefährlich

Sie haben jetzt einiges über die Gefahren des Internet für Kinder erfahren – aber es gibt natürlich auch viele positive Dinge, die das Internet Ihrem Kind bietet. Es gibt zum Beispiel viele Seiten, die Ihr Kind beim Lernen und in der Entwicklung unterstützen können.

Hier finden Sie eine Auswahl der besten Internetseiten für Kinder und Eltern – schauen Sie einfach mal rein …

Die Tipps zur Internetnutzung wurden Ihnen in Zusammenarbeit mit der ROLAND Rechtsschutz-Versicherungs-AG präsentiert.

Von nun an sicher im Internet bewegen: „Mein Leben Online“ ist eine neue kostenlose Informations- und Ratgeberseite, die wir im Rahmen unseres Präventions-Projektes „Born to Protect“ entwickelt haben. Umfangreiche Informationen und konkrete Tipps helfen Ihnen, Gefahren im Internet besser zu erkennen und Risiken zu vermeiden. Viele praktische Informationen tragen auch in anderen Lebensbereichen zum bestmöglichen Schutz im Alltag bei, jederzeit abzurufen unter www.meinlebenonline.de.


Rechtliche Hinweise
Die Artikelinhalte werden Ihnen von AXA als unverbindliche Serviceinformationen zur Verfügung gestellt. Diese Informationen erheben kein Recht auf Vollständigkeit oder Gültigkeit. Bitte beachten Sie dazu unsere Nutzungsbedingungen.