Schon Kleinkinder brauchen eine Erziehung zur Selbstständigkeit

Mit Checkliste!


Erziehen ist immer ein Balanceakt. Ein tägliches Abwägen zwischen Zulassen und Verhindern, zwischen Fördern und Fordern oder Fernhalten, zwischen Festhalten und Loslassen. Wer Kinder hat, kennt diese Zwickmühle nur zu gut. Einerseits möchte man sein Kind am liebsten vor allen erdenklichen Gefahren beschützen, andererseits zu einer selbstständigen, starken Persönlichkeit erziehen. Da fragt man sich: Was kann ich meinem Kind zutrauen, was nicht? Ist es für die Dinge, die es tun möchte, nicht noch viel zu früh - oder die es lassen sollte, sogar schon zu spät...? Sicher ist: Jedes Kind ist anders, Patentrezepte gibt es nicht. Oft aber können unsere Jüngsten bereits im Vorschulalter mehr, als viele Erwachsene glauben. „Schon ab dem frühen Kindergartenalter entwickeln Kinder ihren Willen, wollen Dinge allein erledigen und haben eigene Vorstellungen“, sagt Julia Spätling, Diplom-Heilpädagogin und Leiterin der Familienschule der Deutschen Familienstiftung in Fulda. „Darin sollte man sie in einem gesunden Rahmen auf jeden Fall unterstützen.“ Aber wie fördert man die kleinen Mädchen und Jungen dabei am besten? Was kann man seinem Nachwuchs ab wann zumuten - und wie findet man das heraus? Wir haben für Sie nachgeforscht.


Trotz, Geschrei, Wutanfälle – Das muss nicht sein

Selbstständig werden ist ein notwendiger Schritt in der psychischen Entwicklung des Kindes. Meist findet die Hochphase der ersten Selbstbehauptung zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr statt. Viele kennen diese Entwicklung als „Trotzphase“, doch diese Bezeichnung - und damit die Betrachtung und Bewertung der ganzen Situation - greift sicher zu kurz. Es scheint zwar die Nutzung des Wortes „NEIN!“ überhand zu nehmen und „Ich will nicht!“ mit einem Mal der häufigste Satz aus dem Kindermund zu sein. Doch vor allem ist es eine wichtige und wegweisende Zeit, in der die Kinder sich selbst und ihre Umwelt neu entdecken, in der sie ihre Fähigkeiten ausprobieren und groß sein wollen: Sie beginnen sich selbst anzuziehen, wollen im Haushalt helfen, mit einkaufen oder auch mal ans Telefon gehen.

„Je mehr ein Kleinkind im Alltag alleine machen darf, desto weniger wird der Widerstand und das Trotzen generell sein“, weiß die Heilpädagogin Julia Spätling aus jahrelanger Erfahrung. Denn jeder Schritt, den das Kind selbst schafft, verleiht ihm Selbstbewusstsein. Es spürt Freude, hat Erfolg und kann stolz auf sich sein. Eltern sollten sich als einfühlsame Begleiter ihres Kindes auf seinem Weg durch den Alltag sehen.

Gerade in dieser Zeit brauchen die Kinder die Sicherheit und das Gefühl, dass die Eltern das, was es tut, wahrnehmen und respektieren. Aber ihm auch ehrlich mitteilen, wenn es mal nicht so gut ist, was es da gerade treibt. Das bedeutet für die Eltern eine ständige Gratwanderung zwischen Grenzen setzen und Freiheit lassen: Zu viel Freiheit kann das Kind verunsichern, zu wenig fordert den Widerstand heraus. Dabei sind die Erwachsenen für den Heranwachsenden ein Korrektiv, eine Art Rückversicherung für sein Handeln. Bildlich kann man sich die Regeln und Aussagen der Großen als einen Rahmen vorstellen, in dem das Kind sich sicher bewegen, andere wahrnehmen und sich neuen Herausforderungen stellend frei weiterentwickeln kann. Wie Leitplanken am Straßenrand. Dafür braucht es Eltern, die ihnen geradlinig Werte und Klarheit vermitteln.

„Starke Kinder brauchen glückliche und zufriedene Eltern für ein unbeschwertes Aufwachsen!“ Dafür steht die Familienschule Fulda, eine Einrichtung der Deutschen Familienstiftung.

Die Familienschule Fulda ist ein Ort, wo Eltern Antworten auf ihre Fragen bekommen, Kontakte knüpfen und hilfreiche Kurse von Geburtsvorbereitung über Eltern-Kind-Gruppen bis hin zu Selbsthilfe-Gruppen finden können. Neben den genau auf die Bedürfnisse von werdenden und jungen Eltern abgestimmten Kursangeboten, können die Erziehenden Sicherheit und Klarheit im eigenen Vorgehen, sowie Familien- und Partnerschaftsstärkende Anteile wie Alltagsgestaltung, Selbstpflege, Stress- und Zeitmanagement und verlässliche Unterstützung bei Problemen erhalten. Hier geht es direkt zur Familienschule Fulda.


Viele Aufgaben können auch Kleinkinder schon übernehmen

Kinder sind hilfsbereit und lieben es, kleine Aufgaben zu übernehmen. Schon Kleinkinder können meist mehr als Erwachsene glauben. Am besten sind dabei Dinge, die sie im Ganzen selbstständig erledigen können: nach dem Einkauf die WC-Papierrollen tragen, im Topf rühren, mit einem eigenen Lappen den Boden schrubben, jemandem etwas bringen oder holen, sich allein an- und ausziehen oder eincremen, selber essen, Pflanzen gießen oder das Besteck aus der Spülmaschine einsortieren. Je nach Interesse und Alter sollten die Tätigkeiten verschieden sein und zusammen mit dem Nachwuchs wachsen. Bevor dieser aber selbst loslegt, sollte jedem Kind von einem Erwachsenen langsam und ausführlich gezeigt werden, wie der Arbeitsablauf funktioniert und worauf es achten soll. Dann kann das Kind es alleine versuchen.

Vorteil AXA Das PLUS für Kunden von AXA

Gut abgesichert – falls doch mal etwas passiert

Mit dem Großwerden und Loslassen steigen auch die Risiken. Unfälle können wir leider nicht vermeiden, aber AXA kann Ihnen helfen, auf Unfallsituationen gut vorbereitet und abgesichert zu sein. Die Risiko-Unfallversicherung von AXA unterstützt Sie, wenn sich Ihr Kind zum Beispiel beim Spielen schwer verletzt, und auch, wenn es auf weitere Hilfe angewiesen ist. Neben finanziellen Leistungen bietet Ihnen die Risiko-Unfallversicherung von AXA auch eine Fülle von weiteren Hilfeleistungen. Dazu gehören:
  • lebenslange monatliche Rente ab 50 % Invalidität
  • bis zum 6-Fachen der Versicherungssumme bei Vollinvalidität
  • ein professionelles Reha-Management für die schulische und berufliche Wiedereingliederung des Kindes     
  • Informationen über die Möglichkeiten ärztlicher Versorgung
  • Beratungsleistungen bei schweren Invaliditätsfällen nach einem Unfall    
  • Zahlung eines Nachhilfegeldes bei unfallbedingtem Ausfall des Schulunterrichts
  • Rooming-in - Möglichkeit als Eltern im Krankenhaus mit seinem Kind im selben Zimmer aufgenommen zu werden
Hier geht es zur Risiko-Unfallversicherung.

Lesen Sie mehr zum Thema Kindersicherheit sowie über die unterschiedliche Wahrnehmung von Gefahren und deren Verhütung aus der Sicht deutscher Eltern und Pädagogen im ersten AXA Kindersicherheitsreport 2013.


Die besten Helfer: Zuspruch, Geduld und genügend Zeit

Nun kommt Geduld in Spiel. Wenn man es schafft, sich bei Kleinkindern für manche Alltagssituationen, zum Beispiel das Anziehen des Kindes am Morgen oder den Einkauf im Supermarkt, am Wochenende oder an freien Tagen von vorne herein etwas mehr Zeit einzuräumen, fällt schon mal der Stressfaktor Zeitdruck weg. Kind und Eltern können Ruhe und Gelassenheit beim Selbermachen walten lassen. Etwas abnehmen sollte man dem Kind nur, wenn es etwas wirklich nicht schaffen kann. Denn wer sein Kind oft bedient oder gar regelmäßig durch ungeduldiges Dazwischengehen und abwertende Bemerkungen entmutigt, braucht sich nicht zu wundern, wenn es nicht gern aktiv ist oder ungern lernt.

„Die beste Motivation bei allem ist das Lob. Kinder genießen und lieben Anerkennung über alles“, sagt Julia Spätling. Sie rät: „Und wenn mal was daneben geht, kann man die Kleinen damit ermutigen, dass es beim nächsten Mal bestimmt besser gehen wird und es einfach noch einmal versuchen soll.“ Jeder – ob groß oder klein – muss und darf Erfahrungen sammeln, und dabei braucht ja nicht alles gleich perfekt zu sein!


Checkliste zum Download: Die besten Tipps auf einen Blick

Zur leichten und schnellen Orientierung haben wir Ihnen in Zusammenarbeit mit der Familienschule Fulda die wichtigsten Tipps zusammengestellt, wie Sie die Selbstständigkeit bei Kleinkindern am besten fördern:

Checkliste „Selbstständigkeit Kleinkind" (PDF, 139,2 KB)
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