Was sagt man Eltern in Trauer? Sie sind nicht allein!

Serie Trauer - Teil 3

Etwa 30.000 Eltern in Deutschland erleben jedes Jahr den schlimmsten Verlust. Der Tod eines Kindes ist ein besonders schweres Schicksal. Allein kann man es kaum ertragen. Der einzige Rat, der trauernden Eltern helfen kann, ist, Begleitung und Austausch zu suchen. Nehmen Sie Hilfe an, tragen Sie die Last nicht allein!



„Gegangen, gegangen so weit vor deiner Zeit ...“ Das Lied von Karin Grabenhorst ist mittlerweile fester Bestandteil von vielen Veranstaltungen zum Worldwide Candle Lighting. Am zweiten Sonntag im  Dezember entzünden Menschen auf der ganzen Welt um 19 Uhr Kerzen in den Fenstern, um an verstorbene Kinder zu denken, die ihnen nahe gewesen sind. Der Bundesverband verwaister Eltern e.V. erklärt diese berührende Initiative:

Jedes Licht im Fenster steht für das Wissen, dass diese Kinder das Leben erhellt haben und dass sie nie vergessen werden. Das Licht steht auch für die Hoffnung, dass die Trauer das Leben der Angehörigen nicht für immer dunkel bleiben lässt. Das Licht schlägt Brücken von einem betroffenen Menschen zum anderen, von einer Familie zur anderen, von einem Haus zum anderen, von einer Stadt zur anderen, von einem Land zum anderen. Es versichert Betroffene der Solidarität untereinander. Es wärmt ein wenig das kalt gewordene Leben und wird sich ausbreiten, wie es ein erster Sonnenstrahl am Morgen tut."


„Die Welt bleibt stehen“

So beschreibt eine Mutter den Moment, in dem sie erfährt, dass ihr Kind sterben wird. Jeder Verlust eines geliebten Menschen ist ein großer Schmerz. Doch wenn ein Kind stirbt, verdunkelt sich das Leben, kein Trost ist in Sicht. Die Diplom-Psychologin, Trauma-Therapeutin und Trauerbegleiterin Annette Meier-Braun erklärt aus eigener Erfahrung: „Wenn ein Kind stirbt, dann ist das Bild eines defekten Mobiles sehr zutreffend" - sie selbst hat ein Kind im Alter von 19 Monaten verloren (Ärztezeitung 4/2015). "Schneidet man ein Teil vom Mobile ab, so funktioniert es nicht mehr. Es hängt schief, und es dauert sehr lange, bis es wieder ein Gleichgewicht gefunden hat."

Trauernde Eltern brauchen Menschen, die sie unterstützen und begleiten; zu schwer ist die Last, als dass ein Paar sich gegenseitig aufrichten könnte. Es kann hilfreich sein, wenn die Begleiter in dieser Zeit nicht aus der Familie oder aus dem Freundeskreis kommen – Eltern tut es jetzt gut, wenn niemand Erwartungen an sie stellt.


Zeit ist kostbar

Ein erfahrener Trauerbegleiter rät Eltern, sich nach dem Tod eines Kindes vor allem Zeit zu nehmen und sich nicht unter Druck setzen zu lassen bei der Gestaltung des Abschieds. Das gilt selbstverständlich auch für ein Kind, das vor der Geburt gestorben ist. „Die Trauer über den Verlust eines Kindes steht in keinem Zusammenhang mit dessen Alter, Größe und Gewicht. Nur die Eltern wissen, wie groß ihr Verlust ist.“ Der Bestatter David Roth ermutigt Eltern, sich nicht zu schnellen Entscheidungen nötigen zu lassen.

Es gibt inzwischen einige Bestattungshäuser wie Pütz-Roth, die sich in besonders einfühlsamer Weise und mit viel Ruhe auf den Schmerz von Eltern einstellen. Statt angeblich unumgänglicher Vorschriften  steht hier ein sehr persönlicher Abschied im Vordergrund. „Eltern können alles tun, was ihnen hilft, ihre Gefühle des Schmerzes, der Trauer und der Liebe auszudrücken“ (David Roth) und es gibt sehr viele individuelle Möglichkeiten abseits der konventionellen Regelungen. Wenn Eltern die Kraft haben, wählerisch zu sein, wird ihnen ein persönlicher Abschied mehr Trost spenden.


Die Leere füllen

In der Zeit danach klagen viele Eltern über das große Schweigen, das sie umgibt. Trauernde Mütter und Väter finden sich verlassen, aus Unsicherheit ziehen sich viele Menschen zurück. Aber Eltern dürfen jetzt nicht alleine bleiben! Die Gefahr ist groß, dass ein isoliertes Paar sich auch gegenseitig verliert. 80 Prozent der verwaisten Eltern steuern in die Scheidung, sagt die Statistik. Hilfe kommt im Austausch mit anderen Betroffenen. Jedes Schicksal ist anders, aber in ihrem Schmerz und in ihren Bedürfnissen sind sich trauernde Eltern sehr ähnlich. In Gruppen finden die Trauernden nach dem Tod ihres Kindes einen geschützten Raum, in dem ihr Leid zugelassen ist und ohne oberflächliche Vertröstung, ohne gut gemeinte Ratschläge ausgelebt werden darf.

Das ist jetzt das Wichtigste: „Hier darf erinnert werden – immer wieder, bis der Schmerz der Erinnerung sich wandelt in einen kostbaren Schatz, der das Fundament für das Experiment Zukunft wird.“ (VEID Bundesverband Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister e.V.)

Es gibt überall Selbsthilfegruppen, in denen Trauernde aufgenommen werden, alleine der Bundesverband Verwaiste Eltern bildet ein Netzwerk von mehr als 500 Gruppen in ganz Deutschland. Nach Bundesländern geordnet gibt die Internetseite des Verbands Auskunft.

Hilfe mit lokalen Selbsthilfegruppen, Trauerseminaren, Ferienangeboten und einem Internetforum mit Gedenkseiten bietet der Verein „Leben ohne Dich“.

Eine erste Orientierungshilfe für Eltern nach dem Tod eines Kindes gibt der engagierte Bestatter und Traueregleiter Pütz-Roth auf seiner Internetseite.

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Mit der Trauer leben

Das Buch der Amerikanerin Amy Hillyard Jensen hat seit 1980 Millionen von Trauernden begleitet, sie hat den legendären Ratgeber „Mit der Trauer leben“ aus ihrem eigenen Leben heraus geschrieben. Hier daraus einige praktische Anregungen, die helfen können, nach dem Verlust eines Kindes das Leben wieder aufzunehmen:

  • Akzeptieren Sie die Trauer, versuchen Sie nicht „gefasst" zu sein.
  • Reden Sie über Ihren Verlust.
  • Seien Sie gut zu sich selbst, denn Trauer kann Ihrer Gesundheit schaden.  
  • Ernähren Sie sich richtig und treiben Sie Sport.
  • Schließen Sie sich einer Gruppe von Trauernden an.
  • Behalten Sie Kontakt zu alten Freunden.
  • Führen Sie ein Tagebuch (wenn Sie gerne schreiben).
  • Verwandeln Sie Trauer in kreative Energie, schreiben, malen oder töpfern Sie.
„Und vergessen Sie nie: So tief Ihre Trauer auch sein mag, Sie sind nicht allein. Andere haben dasselbe auch erlebt und werden Ihnen helfen, Ihre Last zu tragen, wenn Sie ihnen dies nur erlauben. Verweigern Sie sich nicht. Lehnen Sie das Angebot nicht ab; es gehört immer Mut dazu, Hilfe anzunehmen: aber - es gibt Hilfe für Sie!“
 
Wir wünschen Ihnen Kraft und Liebe.



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