Digitalisierung der Wirtschaft

Arbeiten 4.0: Jobkiller oder Jobmotor?


Schon jetzt haben digitalisierte Abläufe in vielen Bereichen den Menschen als Arbeitskraft abgelöst. Diese Entwicklung setzt sich fort, sie beschleunigt sich sogar. Recht alarmierend klingen internationale Studien, die für die Industrienationen den Verlust vieler Millionen Arbeitsplätzen vorhersagen. Beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos Anfang 2016 hieß es, Deutschland sei davon besonders betroffen. Die meisten Experten hier zu Lande sind da allerdings anderer Ansicht, sie geben Entwarnung.

So hat das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag der Bundesregierung analysiert, dass lediglich zwölf Prozent der Arbeitsplätze in Deutschland Tätigkeitsprofile mit einer hohen Automatisierungswahrscheinlichkeit aufweisen und deshalb innerhalb der nächsten zehn bis 20 Jahre gefährdet sein könnten. Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) zählt bis jetzt bereits 1,5 Millionen im Zuge der Digitalisierung neu entstandene Stellen.

Und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) prognostiziert infolgedessen bis zum Jahr 2030 zum Vorteil der Wirtschaft eine Halbierung des wegen des demographischen Wandels erwarteten Arbeitskräfte-Engpasses. Steigenden Bedarf nach gut qualifizierten Beschäftigten sagt PwC bis dahin in den Bereichen Telekommunikation, Gesundheit und Pharma sowie für den öffentlichen Sektor voraus. Sicher ist: Viele Berufe wandeln sich, andere Berufsbilder entstehen neu – speziell solche in der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.


Kopfarbeit statt Handarbeit

Neue Technologien führen dazu, dass Arbeitnehmer flexibler und unabhängig vom Aufenthaltsort arbeiten können – sie sind miteinander vernetzt und schnell erreichbar. Die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten, um Arbeit flexibel zu gestalten und Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren. Menschliche Arbeit wird sich künftig immer mehr auf Vorgänge konzentrieren, die Intelligenz und Kreativität erfordern. Handarbeit und monotone Tätigkeiten entfallen weitgehend. Stattdessen steuern und überwachen Menschen Produktionsprozesse über alle mit ihnen verbundenen Abläufe hinweg. Ihre Erfahrungen und ihr Wissen werden weiterhin überall benötigt, deshalb bleibt das Bild von menschenleeren Fabriken aller Voraussicht nach Science Fiction.


IT-Sicherheit in der Industrie 4.0

Cloud Computing gilt als Schlüsseltechnik für den digitalen Wandel der Wirtschaft, denn Cloud-Dienste machen Unternehmen effizienter, flexibler und mobiler. In Unternehmen ab 500 Mitarbeitern gehört Cloud Computing inzwischen zum Standard und die meisten Anwender machen damit positive Erfahrungen. Viele kleine und mittlere Betriebe hingegen zögern noch mit der Umstellung, meist weil sie Bedenken hinsichtlich der Sicherheit haben. Sie fürchten den Missbrauch, Verlust oder Diebstahl gespeicherter Daten und scheuen deshalb vor dem IT-Outsourcing zurück. Auch das Fehlen klarer gesetzlicher Regularien und ein technisches Gesamtkonzept zum Schutz der vernetzten Industrie werden kritisiert.

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Private Cloud und Public Cloud

Cloud Computing steht für das Nutzen von IT-Leistungen wie Speicherplatz oder Software über Datennetze. Unternehmensinterne Netze bezeichnet man als Private Cloud, Datennetze im frei zugänglichen Internet als Public Cloud. Mit der hybriden Cloud gibt es auch eine Mischform dieser beiden Lösungen. Zu den wichtigsten Cloud-Anwendungen gehört sogenannte Groupware mit Funktionen wie E-Mail, Messenger und Terminplaner. Viele Unternehmen setzen in der Cloud Software-Systeme zum Planen und Steuern betriebswirtschaftlicher Prozessen und für ihr Kundenmanagement ein. Weitere mögliche Anwendungen sind Telefonie-Systeme, Software für standortunabhängige Teamarbeit und Office-Programme. Ebenfalls weit verbreitet ist "Security as a Service" aus der Public Cloud. Dies sind Dienstleistungen, die Unternehmen vor Cyber-Angriffen und Hackern schützen sollen.


Industrie 4.0 sicher gestalten

Anlagen, Maschinen und Produktionsprozesse miteinander zu vernetzen birgt nicht nur zahlreiche Chancen, sondern auch neue Risiken. Nach Erkenntnissen des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) ist 2015 jedes zweite deutsche Unternehmen Opfer von Datendiebstahl, Sabotage oder Spionage geworden, und die Zahl solcher Vorfälle steigt. Zwar verfügten alle im Zuge einer Bitkom-Studie befragten Unternehmen über Virenscanner, Firewalls und Passwort-Schutz, aber dieser Basisschutz allein genügt nicht mehr.

Oft werden Cyber-Attacken und Datendiebstahl nicht erkannt und der Abfluss wertvollen Know-hows bleibt unbemerkt, deshalb sind zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen erforderlich. Informationen auf Datenträgern und die E-Mail-Kommunikation sollten verschlüsselt werden. Man kann Netzwerke gegen Datenabfluss von innen schützen und sie mit speziellen Angriffserkennungssysteme ausrüsten. Außerdem sollte man erweiterte Verfahren zur Benutzeridentifikation einsetzen, zum Beispiel mit Hilfe biometrischer Merkmale. Für mehr Sicherheit in der Industrie 4.0 empfiehlt Bitkom:


  • Security by Design für alle Schnittstellen und vernetzten Geräte. Das heißt: Es muss sichergestellt sein, dass die richtigen Geräte sinnvoll miteinander Daten austauschen.
  • Individuelle SIEM-Lösungen (Security Information Event Management): Intelligente Software muss zwischen vernetzten Geräten ausgetauschte Informationen überwachen und Anomalien in der Kommunikation erkennen.
  • Ein präventives und permanentes Risikomanagement muss Gefahren und deren mögliche Auswirkungen konkret benennen, Schwachstellen identifizieren und Sicherheitslücken rechtzeitig schließen.
  • Für das Vernetzen von Geräten müssen internationale Sicherheitsstandards formuliert werden.

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