Digitalisierung der Wirtschaft:

Geschäftswelt im Wandel


Computer, Smartphones und das Internet haben während der letzten Jahrzehnte unsere Art zu kommunizieren, zu konsumieren und zu lernen grundlegend verändert. Kaum noch jemand verschwendet einen Gedanken daran, wie es war, bevor wir via Internet Zugriff auf das Wissen der ganzen Welt bekamen, Produkte und Dienstleistungen online vergleichen und kaufen konnten, oder Nachrichten und Bilder binnen Sekunden übermittelten.

Inzwischen wälzt der digitale Wandel auch die Produktion um: Er stellt Arbeitsinhalte und -prozesse auf den Kopf, spart Ressourcen und ermöglicht neue Geschäftsmodelle. Aktuelle Bestandsaufnahmen zeigen: In großen Konzernen ist diese Transformation in vollem Gange, aber die meisten mittelständischen Unternehmen halten sich noch zurück.


Dass Wirtschaft, Wissenschaft und Politik der Digitalisierung in diesem Bereich immense Bedeutung beimessen, verdeutlicht der als Synonym für sie geprägte Begriff „vierte industrielle Revolution“. Die erste und zweite industrielle Revolution während des 18. und 19. Jahrhunderts machten die Massenproduktion von Industriegütern möglich. Seit der dritten industriellen Revolution ab den 1970er-Jahren ersetzt die Automation Stück für Stück viel Handarbeit und Computer denken für Menschen mit. Von der vierten industriellen Revolution verspricht man sich unter anderem eine Stärkung Deutschlands als führenden Produktionsstandort, bessere Arbeitsbedingungen und das Abmildern der Probleme des demographischen Wandels, sowie vielversprechende Impulse insbesondere auch für kleine und mittelständische Betriebe.


Industrie 4.0 und Internet der Dinge

Seit der Hannover Messe 2011 ist das Schlagwort „Industrie 4.0“ in aller Munde. Industrie 4.0 führt die Produktion mit moderner Informations- und Kommunikationstechnik zusammen – Menschen, Maschinen, Lager, Logistik und Produkte werden vernetzt, sie kommunizieren und kooperieren direkt miteinander. Dies geschieht innerhalb einzelner Produktionsstätten, über alle Standorte von Unternehmen hinweg, und auch im Zusammenspiel mit Zulieferern und Kunden.

Intelligente Wertschöpfungsketten umfassen alle Phasen des Lebenszyklus von Produkten, von der Entwicklung über die Fertigung, Nutzung und Wartung bis zum Recycling. So können Unternehmen leichter als bisher nach individuellen Kundenwünschen produzieren. Die Produktionskosten lassen sich senken und unternehmensübergreifend gesteuerte Prozesse sparen Ressourcen und Energie.

Eine Voraussetzung für das Funktionieren der Industrie 4.0 ist das “Internet der Dinge”: Rohstoffe, Werkzeuge, Maschinen und fertige Waren werden mit Prozessoren und SIM-Karten ausgestattet, um sie von Ihrer Entstehung bis zum Ausscheiden oder zum Recyclen steuern und überwachen zu können. Sogenannte “smarte”, also intelligente Produkte liefern während ihres Gebrauches kontinuierlich Daten, die ihren Zustand protokollieren, die Wartung erleichtern und Informationen darüber liefern, wann, wie und wozu man sie benutzt. Aus diesen wertvollen Daten lassen sich auch “smarte” nachgelagerte Geschäftsideen ableiten. Das Entwickeln von Business-to-Business-Lösungen für die Industrie 4.0 birgt besonders für KMU und Start-ups viel Potenzial.



Big Data und die Cloud

Während und nach der Produktion - nach dem Industrie 4.0-Prinzip - entstehen gewaltige Datenmengen, die zu komplex und zu groß sind, um sie mit firmeneigenen IT-Ressourcen zu beherrschen. Sie in Echtzeit zu sammeln, auszuwerten und zu verwalten, ist jedoch wichtig. Nur so können Wettbewerbsvorteile genutzt, Produkte bestmöglich vermarktet und Erkenntnisse über das Anwendungs- und Nutzungsverhalten der Kunden gewonnen werden.

Das Analysieren von Big Data Analyse eröffnet unter anderem die Möglichkeit, automatisch und aus dem System heraus Korrekturen laufender Prozesse vorzunehmen. So lassen sich fehlerhafte Produkte vermeiden oder Ausfälle von Maschinen vorhersagen. Anbieter wie Amazon, Microsoft und viele andere stellen Unternehmen kostengünstig beliebig viel virtuellen Speicherplatz zur Verfügung, auf den man von überall aus via Internet zugreifen kann. Dort in der Cloud können Analyse-Tools für Big Data vorgehalten werden. Außerdem lassen sich mit Cloud Computing, Software und IT-Infrastrukturen aller Art nutzen, die nicht auf lokalen Rechnern installiert sind.


Vorteil AXA Das PLUS für Kunden von AXA


Kennen Sie eigentlich das Risikopotenzial Ihres Unternehmens in Bezug auf die IT-Sicherheit? Mit unserem Risiko-Check IT erhalten Sie einen genauen Überblick, in welchen Bereichen bei Ihnen die Risiken liegen und wie Sie sich dagegen absichern können.


Industrie 4.0 – der Status quo

Im Auftrag der Bundesregierung hat der Arbeitskreis Industrie 4.0 wichtige mittel- und langfristigen Forschungs- und Handlungsbedarfe für die Digitalisierung der Wirtschaft identifiziert und im Oktober 2012 als Umsetzungsempfehlungen in einem Abschlussbericht präsentiert. Inzwischen ziehen Experten eine Zwischenbilanz über die Entwicklungen, die sich seither vollzogen haben. So auch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers, die für eine Industrie 4.0-Studie 235 deutsche Industrieunternehmen befragt hat – Automobilzulieferer, Firmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Elektrotechnik/Elektronik, der Prozessindustrie und der Informations- und Kommunikationsindustrie. Die Ergebnisse der Studie in Kürze zeigen:

  • Die deutsche Industrie will bis 2020 jährlich 40 Milliarden Euro in Industrie 4.0-Anwendungen investieren.
  • Bis 2020 werden über 80 Prozent der Industrieunternehmen ihre Wertschöpfungskette digitalisiert haben.
  • Die befragten Unternehmen gehen davon aus, dass sie ihre Effizienz bis 2020 durch die Digitalisierung ihrer Wertschöpfungskette um durchschnittlich 3,3 Prozent pro Jahr steigern können. Gleichzeitig versprechen sie sich 2,6 Prozent Kosteneinsparungen pro Jahr.
  • Neben diesem quantitativen Nutzen, erwartet die Industrie durch die Digitalisierung der Prozesse auch qualitative Vorteile. Die Produktion soll sich so besser planen und steuern lassen, Flexibilität und Kundenzufriedenheit sollen steigen, Ressourcen werden effizienter und umweltschonender eingesetzt.
  • Durch eine stärkere Digitalisierung und Vernetzung ihres Produkt- und Serviceportfolios werden Unternehmen ihre Umsätze im Schnitt um 2,5 Prozent pro Jahr steigern können. Auf die Gesamtheit aller Industrieunternehmen in Deutschland bezogen entspricht das einem jährlichen Umsatzpotenzial von über 30 Milliarden Euro.
  • Durch die Vernetzung der Wertschöpfungsketten und Produkte entstehen riesige Datenmengen, die viele Unternehmen bisher noch nicht strukturiert verwenden. Neun von zehn Industrieunternehmen sind jedoch der Ansicht, dass die Fähigkeit zur Datenanalyse in fünf Jahren für ihr Geschäftsmodell entscheidend sein wird.
  • Mittelständische Unternehmen müssen komplexe und kostenintensive Industrie 4.0-Lösungen nicht in einem Schritt umsetzen, um von den Vorteilen der Digitalisierung zu profitieren. Eine individuelle Kennzeichnung aller Materialien, Input-Ressourcen und Produkte z.B. durch Barcodes sowie der Einsatz von Scannern in allen Schritten der Wertschöpfungskette reichen schon aus, um Daten über den Fertigungsablauf für erste Kosten- und Qualitätsverbesserungen zu verwenden. In einem weiteren Schritt können dann Fertigungs- und Montageschritte digital erfasst werden, um Effizienzsteigerungen zu ermöglichen.
Weiterführende Empfehlungen:

Nutzen Sie auch Ihren Vorteil im PLUS:

Rechtliche Hinweise
Die Artikelinhalte werden Ihnen von AXA als unverbindliche Serviceinformationen zur Verfügung gestellt. Diese Informationen erheben kein Recht auf Vollständigkeit oder Gültigkeit. Bitte beachten Sie dazu unsere Nutzungsbedingungen.