Gesund abnehmen!

Interview mit Geschäftsführer Christian Kleine, Weight Watchers Deutschland


In den letzten 15 Jahren ist das Bewusstsein der Verbraucher zu einem gesünderen Ernährungsverhalten und eine damit einhergehende Veränderung des Lebensmittelangebotes in Deutschland gestiegen. Dennoch gelten zwei Drittel der deutschen Männer und über die Hälfte der Frauen als übergewichtig. Rund 33 % der Energie wird immer noch in Form von Fetten aufgenommen. Vor mehr als zehn Jahren waren das zwar noch 40 %, aber der hohe Wert zeigt, dass es mit dem Ernährungsbewusstsein immer noch nicht zum Besten gestellt ist. 80 % der Deutschen erreichen nicht die empfohlene Menge an Folsäure und Vitamin D und über die Hälfte versorgt sich zu wenig mit Vitamin E. Diese Beispiele verdeutlichen die weite Verbreitung der Fehlernährung, die langfristig zu Gesundheitsrisiken wie Diabetes, Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen beiträgt. (Quelle: Ernährungssurvey des Robert-Koch-Instituts)

Vor diesem Hintergrund sprachen wir mit Christian Kleine, Geschäftsführer Weight Watchers (Deutschland) GmbH, über eine gesunde Ernährung, die Bedeutung des Themas Abnehmen in der Gesellschaft und den Schlüssel zu einem nachhaltig gesunden Körpergewicht.


Warum hat Abnehmen in Deutschland/Europa einen so hohen Stellenwert?

Christian Kleine: Die Bedeutung von Angeboten rund um das Thema Abnehmen hat sich in den vergangenen Jahren insgesamt stark weiterentwickelt – auch weil immer mehr Menschen bewusst in ihre Gesundheit investieren. Die Betroffenen benötigen alltagstaugliche und gleichzeitig qualitativ hochwertige Konzepte, die sie bei der Umstellung ihrer Ernährung nachhaltig unterstützen. Hinzu kommt, dass alle Gesundheitssysteme – das gilt für Deutschland, Europa und auch weltweit gleichermaßen – sich mit den Auswirkungen der Übergewichtsepidemie konfrontiert sehen. Wir bei Weight Watchers vertreten daher die Position, dass ein dringender Bedarf an effizienteren Lösungsansätzen besteht, welche die Gesundheitssysteme sowohl unmittelbar entlasten als auch langfristig dazu beitragen, dem steigenden Trend zu Adipositas, also starker Übergewichtigkeit, und den Folgeerkrankungen vorzubeugen. Wichtig ist dabei natürlich, dass diese Lösungsansätze gut in den Alltag integrierbar sind und dadurch auch von den Verbrauchern angenommen werden. Letztendlich geht es ja nicht um Verzicht. Im Gegenteil: Eine bewusstere Ernährung, die nebenbei bemerkt richtig gut schmecken kann, führt zu einem mehr an Gesundheit und damit zu einem gesteigerten Wohlbefinden.



Statistisch: Wie hoch ist der Anteil des Übergewichts bei Männern und Frauen und gibt es eine Entwicklung?

Christian Kleine: Laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland sind rund zwei Drittel der Männer (67 %) und die Hälfte der Frauen (53 %) übergewichtig, haben also einen Body-Maß-Index von über 25. Der Unterschied zwischen den Geschlechtern liegt unter anderem darin, dass Männer ihre Gesundheit im Vergleich zu Frauen häufiger als „sehr gut“ oder „gut“ einschätzen und seltener Präventions-Angebote wie zum Beispiel Gewichtsreduktions-Programme der Krankenkassen nutzen. Sie sind im Gegensatz zu Frauen häufig „Präventionsmuffel“. Das spiegelt sich entsprechend auch bei unseren Kunden wider, von denen die überwiegende Zahl immer noch weiblich ist, obwohl wir mit Tools wie Weight Watchers Online und der dazugehörigen App das Programm auch für Männer zunehmend interessanter gestalten.


Gewicht abnehmen: Was ist das Besondere an Weight Watchers?

Christian Kleine: Das Besondere an Weight Watchers ist nun, dass es – im Unterschied zu Diäten wie Trennkost, FDH oder Low-Carb – gar keine Diät ist. Wir betonen das immer wieder, denn Weight Watchers hat nichts mit Verzicht oder der Beschränkung auf zum Beispiel nur ein Lebensmittel oder einen Shake zu tun. Unsere Kunden dürfen und sollen alles essen und auch genießen können. So empfehlen wir unseren Teilnehmern eine ausgewogene und abwechslungsreiche Mischkost nach den geltenden Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), die sich ganz einfach in den individuellen Alltag integrieren lässt, richtig gut schmeckt und mit der man sich wieder fit und wohl fühlen kann. Weight Watchers ist seit mehr als 40 Jahren erfolgreich auf dem deutschen Markt vertreten und damit fest etablierter Anbieter eines nachweislich wirksamen und wissenschaftlich fundierten Gewichtsmanagementprogramms. Dies grenzt Weight Watchers klar von kurzfristigen Diäten ab.

Das PLUS - schon gewusst!

Bei der FDH-Diäten („Friss die Hälfte“), wird die Menge der Nahrung um 50% reduziert. Unerwünschte Stoffe werden nach wie vor konsumiert und es kann zu Mangelerscheinungen kommen. Denn: Wer vorher viele Süßigkeiten und Fette zu sich genommen hat, reduziert zwar die ungesunden Nahrungsmittel, vernachlässigt aber eben auch die nährstoffreichen Nahrungsmittel. Für eine wirklich langfristige Ernährungsumstellung ist FDH nicht geeignet. 

Bei der Trennkost-Diät dürfen lediglich eiweißhaltige und kohlenhydrathaltige Lebensmittel nicht gleichzeitig gegessen werden. Ansonsten darf fast alles unbegrenzt gegessen werden. Dieser Ansatz wurde allerdings bereits medizinisch widerlegt. Schließlich enthalten eine Vielzahl von Lebensmitteln sowohl Kohlenhydrate als auch Eiweiße und Fette. Laut der DGE (Deutschen Gesellschaft für Ernährung) entbehrt die Trennkost-Theorie jeder wissenschaftlichen Basis.

Die Eiweißdiät – Low-Carb oder nach Pierre Dukan auch Dukan-Diät genannt – setzt auf Proteinzufuhr durch viel Fleisch und Fisch, statt auf Kohlenhydrate. Die kalorien- und kohlenhydratarme aber eiweißlastige Kost zeigt in der Tat einige Erfolge: Die Proteine sättigen besser als Kohlenhydrate, tragen dazu bei, dass die Muskeln während der Diät erhalten bleiben und beugen auch dem berüchtigten Jojo-Effekt vor. Wie alle einseitigen Ernährungen hat aber auch dieser Ansatz gravierende Nachteile: Das viele rote Fleisch und Fett hat eine schädliche Wirkung auf den Darm und die Gefäße, das große Überangebot an Eiweiß belastet die Nieren.


Es heißt "Wenn man bei einer Diät Hunger hat, kann sie nicht erfolgreich sein" Wie sehen Sie das?

Christian Kleine: Auch wir denken: Hungern kann nicht der Schlüssel zu einem nachhaltig gesunden Körpergewicht sein. Entsprechend bieten wir mit Weight Watchers ein Konzept, mit dem unsere Teilnehmer essen können, bis sie angenehm satt sind und haben Tipps und Tricks, wie sie den kleinen Hunger zwischendurch oder auch die zahlreichen Verführungen in der so genannten Dickmacher-Umgebung geschickt meistern. Auslöser wie Kuchen, Nuss-Nougatcreme oder Chips zu Hause, die dem Gehirn den so genannten „Lust-Hunger“ signalisieren, sollten konsequent aus dem Blickfeld geräumt werden, d.h. den Kühl- und Vorratsschrank geschickt zu sortieren. Auch gilt: Wenn so genannte Sattmacher wie ein Apfel, Kohlrabi oder eine Möhre immer zur Hand sind, ist das eine gute Alternative, um den echten Hunger zwischendurch zu mildern. Auch ein Glas Wasser trägt dazu bei, den Magen zu füllen.

Das PLUS - schon gewusst!

Für die Entstehung des Hungergefühls ist die Füllung des Magens allein nicht ausschlaggebend. Der Hunger entsteht vielmehr im Gehirn durch eine Vielzahl innerer und äußerer Einflüsse, darunter das Glucoseniveau im Blut, der Insulinspiegel und die Konzentration der Hormone Leptin und Ghrelin. Aber auch äußere Einflüsse wie Geruch, Geschmack oder Aussehen der Lebensmittel lösen Hunger aus.


Welche Rolle spielt Bewegung beim Abnehmen?

Christian Kleine: Natürlich raten auch wir unseren Teilnehmern zu einem aktiven Lebensstil. Für eine erfolgreiche Gewichtsreduktion muss schließlich mehr Energie verbraucht werden als man durch Essen und Trinken zu sich nimmt. Durch eine extra Portion Sport oder Bewegung hat man dann auch die Wahl, ob man sich lieber ein leckeres Extra mehr gönnen will oder durch den aktiven Einsatz lieber doch noch schneller zu dem eigenen Wunschgewicht finden möchte.

So basiert auch der Erfolg beim Abnehmen mit dem Ernährungskonzept  im so genannten Weight Watchers ProPoints® Plan auf dem Prinzip der negativen Energiebilanz. Im ProPoints® Plan hat jeder Teilnehmer ein persönliches Budget, jedes Lebensmittel einen ProPoints® Wert. Ein grünes Symbol steht dabei für eine besonders gesunde Wahl. Auf diese „grüne“ Auswahl unserer so genannten „Sattmacher-Lebensmittel“ – wie zum Beispiel Putenschnitzel, Garnelen, Joghurt, Spätzle und diverse Obst- und Gemüsesorten – können sich Teilnehmer auch ausschließlich konzentrieren, dann entfällt sogar das Zählen. So entdecken sie automatisch gesunde und ebenso leckere Lebensmittel und finden mit Genuss zu einem insgesamt bewussteren Lebensstil.

Zudem geben wir auch Tipps, wie Bewegung ganz einfach in den Alltag integriert werden kann, zum Beispiel indem man stets bequeme Schuhe oder auch einen Schrittzähler dabei hat und die Mittagspause für einen kleinen Spaziergang nutzt. Und ganz nebenbei macht mit dem Abnehmen und einem ganz neuen Körpergefühl auch die Bewegung immer mehr Freude.

Welche Rolle spielt Belohnung beim Abnehmen?

Christian Kleine: Eine große. Aber wer sich gesund und bewusst ernährt, bekommt die größte Belohnung ganz automatisch: eine schlankere Figur verbunden mit einem ganz neuen Körper- und Lebensgefühl sowie auch möglichen, positiven Auswirkungen auf die Gesundheit. Die Erfolge unserer Teilnehmer in Form einer 5- und 10-prozentigen Abnahme sind wichtiger Bestandteil unseres Konzepts, da in diesen Bereichen nach Ansicht von Experten bereits gesundheitliche Verbesserungen zu erwarten sind.

Wie finde ich mein richtiges Wohlfühlgewicht und welchen Einfluss hat das Gewicht auf die Gesundheit des Körpers?

Christian Kleine: Um festzustellen, ob das Gewicht einer Person innerhalb einer medizinisch gesunden Spanne liegt, verwenden Ärzte den BMI (Body-Mass-Index). Ein BMI über 25 gilt laut der Weltgesundheitsorganisation WHO als übergewichtig, entsprechend sollte das Wohlfühlgewicht darunter liegen, wobei jeder Kunde sein persönliches Wunschgewicht selbst bestimmen kann. Ein Gewicht, das deutlich über diesem Bereich liegt, kann erhöhte Risiken in Bezug auf die Gesundheit bergen. So können beispielsweise Diabetes oder Herz-Kreislauf-Probleme mit Übergewicht und Adipositas assoziierte Erkrankungen sein.

Das PLUS - schon gewusst!

Allerdings sind die Fettpolster in der Bauchgegend weitaus gefährlicher für die Gesundheit als beispielsweise die an den Beinen oder dem Po. Hier bietet sich eine weitere Messgröße an: Nehmen Sie Ihren Bauchumfang in Taillenhöhe und teilen Sie die Zahl durch Ihre Körpergröße (z.B. einen Bauchumfang von 75 cm geteilt durch eine Größe von 170 cm). Liegt das Ergebnis unter 0,5, müssen Sie sich keine Sorgen machen – bei über 50-Jährigen steigt der Wert sogar auf bis zu 0,6.


Was ist das Besondere am "Neuen Weight Watchers ohne Punkte"?

Christian Kleine: Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Weight Watchers konnte beobachten, dass ein guter und gelungener Start ist die wesentliche Bedingung für eine langfristig erfolgreiche und somit nachhaltige Abnahme ist. Mit dem neuen Starter Plan „Mein einfacher Start“ ermöglichen wir daher jetzt einen besonders einfachen Einstieg: Aus einer gesunden Auswahl an frischen, naturbelassenen Lebensmitteln kann man sich frei bedienen, bis man angenehm satt ist. Über das Onlineprogramm, die Weight Watchers App und ein kleines Buch, können die Teilnehmer darüber hinaus aus insgesamt 56 Rezepten wählen – je vier für jeden Tag in den ersten zwei Wochen. Da ist auch für Vegetarier natürlich etwas dabei. Und sogar tägliche kleine Extras wie ein Stück Schokolade oder ein Glas Bier sind erlaubt. Teilnehmer erfahren so ganz einfach und unkompliziert, wie lecker Grundnahrungsmittel zubereitet werden können und entwickeln Spaß am gesunden Einkaufen sowie am vielseitigen Kochen. Für noch mehr Flexibilität und damit die Wahl aus allen Lebensmitteln empfiehlt es sich, im Rahmen des ProPoints® Plans Punkte zu zählen. Das erleichtert zum Beispiel einen Restaurantbesuch.

Mit Weight Watchers At Work haben Sie auch ein Programm für Unternehmen. Was hat es damit auf sich?

Christian Kleine: Gesunde und zufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die unverzichtbare Basis für den Erfolg eines Unternehmens. Da ist natürlich auch die Ernährung am Arbeitsplatz ein überaus wichtiger Aspekt in Hinblick auf die Leistungsfähigkeit. Die Frage ist nur, wie sich dies in den oft hektischen Arbeitsalltag der Mitarbeiter integrieren lässt. Unsere Lösung heißt Weight Watchers At Work. Im Rahmen eines 13-Wochen-Programms vermitteln wir Mitarbeitern direkt im Unternehmen Informationen zum Thema Gewichtsmanagement und geben wichtige Impulse zur Erreichung des individuellen Zielgewichts sowie einer gesunden, aktiven Lebensweise. So lernen die Teilnehmer, eine gesunde Auswahl in der Kantine zu treffen, erhalten Tipps für Meetings, Einladungen oder wenn sie auswärts essen gehen, und erlernen Strategien, wie sie den Büroalltag mit einer bewussten Ernährung noch besser meistern können.   

Herr Kleine, vielen Dank für das interessante Gespräch.

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