Migräne mit dem eigenen Kopf besiegen



Um die 50 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Kopfschmerzen, 18 Millionen davon an Migräne. Trotzdem gehört der Terror im Kopf immer noch zu den missverstandenen Erkrankungen. Experten sagen, dass allgemein verständliche Informationen und Motivation zur Eigeninitiative ebenso wichtig wie Schmerzmittel sind. In der Pflegewelt von AXA erfahren Sie alles, was Sie über Migräne wissen sollten.



Was haben Julius Cäsar und Hildegard von Bingen, Beethoven und Freud, Queen Elizabeth II und Harry Potter-Darsteller Daniel Radcliffe gemeinsam? Schlimme Kopfschmerzen! Schon vor 6.000 Jahren kämpften Menschen gegen die bösen Geister im Kopf - damals bohrte man den Leidenden sogar den Schädel auf, um ihnen Erleichterung zu verschaffen.
 
Heute darf man Kopfschmerzen als Volksleiden bezeichnen: „Verbreitet, aber vernachlässigt“, beklagt die Weltgesundheitsorganisation. Immer noch gelten Kopfschmerzen nicht als Erkrankung, sondern als triviales Alltagswehwehchen, das man mit ein paar Schmerztabletten behandelt. Dabei sind die Zahlen dramatisch: Der „Weltatlas der Kopfschmerzsyndrome und möglicher Gegenmittel“ verzeichnet, dass 80 Prozent der Erwachsenen von 18-65 Jahren in der Europäischen Region während eines Jahres unter Kopfschmerzen leiden. Zwei von drei erwachsenen Deutschen kennen Kopfschmerzen, 4-5 Prozent leiden täglich, und auch immer mehr Kinder sind betroffen: In der Altersgruppe der 12- bis 15-Jährigen berichten fast 40 Prozent über das Auftreten von Kopfschmerzen mindestens einmal pro Woche (Quelle Ärzteblatt 2013).



900.000 zerstörte Tage

Rund 250 verschiedene Arten von Kopfschmerzen hat die Forschung ausgemacht. Verzweifelte Leidensgeschichten gibt es auch heute noch. Am zweithäufigsten ist Migräne daran beteiligt. 350.000 Migräneanfälle treten nach Auskunft der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft täglich in Deutschland auf. Die Spezialisten der Schmerzklinik Kiel berichten sogar von 900.000 zerstörten Tagen - sieben von zehn Betroffenen wissen gar nicht, dass es sich bei ihren Schmerzattacken um Migräne handelt.
 
Menschen in jedem Alter leiden an Migräne, am häufigsten sind es 35 – 45-Jährige, sechs bis acht Prozent der Männer und zwölf bis 14 Prozent der Frauen. Aber auch vier bis fünf Prozent Kinder sind betroffen. Im Alter wird die Migräne seltener, kann aber auch atypisch verlaufen und daher unerkannt bleiben.



Die unglaubliche Krankheit

„Nach dem Mittagessen kriegte Frau Direktor Pogge Migräne. Migräne sind Kopfschmerzen, auch wenn man keine hat.“ So steht es bei Erich Kästner in „Pünktchen und Anton“, stellvertretend für eine Sicht auf Migräne, die heute immer noch verbreitet ist. Ein psychisches, psychosomatisches oder gar eingebildetes Leiden. Vor allem bei Frauen deutete man Migräne als Ausdruck einer komplizierten Psyche. Nichts davon trifft zu. Migräne ist eine neurologische Erkrankung, eine anfallsartige Funktionsstörung des Gehirns, die Forscher seit 100 Jahren beschäftigt. 
 
Wer nicht an Migräne leidet, kann den vernichtenden Zustand nicht nachvollziehen. Die Schilderung einer Attacke klingt in der Tat unglaublich: „Hämmern im Kopf, das nicht aufhört. Das Leben ist finsterer Abgrund, das Dasein vollkommene Qual, Übelkeit und Schmerz. Wenn man Glück hat, ist es nach einigen Stunden vorbei, wenn man Pech hat, hält es noch drei Tage an. Aber es bleibt die Angst. Denn bald, vielleicht schon morgen, melden sie sich wieder, die Pressluftmeißel im Kopf, die das Leben zur Hölle machen.“ (Quelle: www.migraeneschule.de)



Mut zum Widerstand

Der Kopfschmerz- und Migräne-Spezialist Prof. Dr. med. Dipl. Psych. Hartmut Göbel, Schmerzklinik Kiel, wurde für sein Engagement in der Versorgung von Kopfschmerz- und Migränepatienten mit dem Deutschen Schmerzpreis 2014 ausgezeichnet. Sein Hauptanliegen ist es, Mut zu machen: „Migräne muss und darf nicht hingenommen werden.“ Die Wissenschaft hat große Fortschritte im Verständnis der Erkrankung gemacht. Man hat wirksame Schmerzmittel an der Hand und vor allem weiß man auch, wie wichtig Eigeninitiative im Umgang mit Migräne ist: „Der Satz „mach mich gesund“ gilt bei Migräne nicht. Zur Behandlung der Migräne muss man selbst den Hauptteil beitragen“, sagt Prof. Göbel.


Vorteil AXA Das PLUS für Kunden von AXA

Wege und Begleitung finden in der Pflegewelt von AXA
 
Wir unterstützen Sie jederzeit beim Überblick über die vielen Möglichkeiten, die es heute gibt, die tägliche Lebensqualität zu verbessern. Unsere Beiträge greifen Themen und Sorgen auf, die viele Menschen betreffen. Verständlich und übersichtlich erklären wir Krankheitsbilder. Wir zeigen Wege zu Besserung und Heilung und geben praktische Tipps, die den Alltag leichter machen können.
 
Rund um die Uhr ist die Pflegewelt von AXA für alle Fragen geöffnet. Lesen Sie jetzt alles über Ursachen, Diagnose und Therapie von Migräne, damit Sie den Attacken auf die Lebensqualität künftig besser gewappnet gegenüberstehen. Hier geht es zum Fachartikel über Migräne.


Zehn Schritte aus der Hölle im Kopf


  • 1. einen Arzt des Vertrauens finden und gemeinsam ein partnerschaftliches Verhältnis aufbauen
  • 2. die Auslöser der Migräne anhand eines Kopfschmerztagebuchs erkennen und vermeiden
  • 3. einen möglichst geregelten Tagesablauf mit regelmäßigen kohlenhydratreichen Mahlzeiten aufbauen und einhalten
  • 4. mindestens 15 Minuten Entspannungstraining in jeden Tag einbauen
  • 5. täglich moderaten Ausdauersport betreiben, wie z.B. Walken, Joggen, Radfahren oder Schwimmen nach Absprache mit dem Arzt, um einen optimalen Trainingspuls zu ermitteln
  • 6. Stress im Alltag erkennen und möglichst vermeiden
  • 7. soziale Kompetenzen üben, wie z.B die Fähigkeit „nein“ zu sagen, andere um einen Gefallen zu bitten oder positive und negative Gefühle präzise auszudrücken.
  • 8. Gelassenheit trainieren und nicht aufgeben, auch wenn es anfangs schwer fällt
  • 9. Medikamente genau nach den Empfehlungen einnehmen
  • 10. keine Medikamente verwenden, die nicht zuverlässig wirken – sie können die Häufigkeit der Attacken erhöhen

Drei goldene Regeln: Wissen, Austausch, Information

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