Nicht auch noch unter Existenzangst leiden! Krankentagegeld und Krankenhaustagegeld helfen.



Die Belastung langdauernder Erkrankungen ist drückend genug. Psychologen wissen, dass chronische Krankheiten häufig ein Gefühl existenzieller Not auslösen. „Die Nachtseite des Lebens“, nannte es die krebskranke amerikanische Autorin Susan Sontag. Alle Kraft sollte der Gesundung gehören. Umso wichtiger, dass nicht auch noch finanzielle Engpässe entstehen. Selbstständige tragen ein hohes Risiko bei Krankheit, aber auch Arbeitnehmer sind nicht automatisch per Gesetz vor Verdienstausfall geschützt. Krankentagegeld und Krankenhaustagegeld wurden als sinnvolle Zusatzsicherungen geschaffen, um zusätzliches Leid zu vermeiden.

Es muss nicht immer eine lebensbedrohende Krankheit sein. Nur ein einziger unglücklicher Schritt bringt ein Leben aus dem Tritt: Die junge Modefotografin ist auf dem Sprung nach ganz oben, als ein vermeintlich simpler Kreuzbandriss sie für Wochen und Wochen lahm legt. Wie gut, dass sie noch angestellt ist. Der Arbeitgeber zahlt das Gehalt weiter, nach sechs Wochen fließt das Krankengeld – aber eben nicht in voller Höhe der gewohnten Bezüge. Ausgerechnet die 500 Euro fehlen, die monatlich die Eigentumswohnung mit Fotostudio tilgen. Zerbrechen jetzt die Zukunftspläne?

Diese Versorgungslücke ist für viele Haushalte und Familien kaum zu verkraften: Gerade weil Langzeit-Krankheiten zunehmen. Der Anteil von Erkrankungen mit mehr als sechs Wochen Dauer ist in den vergangenen zehn Jahren von 40,8 Prozent auf 46,1 Prozent gestiegen, meldet der Dachverband der Betriebskrankenkassen. Bei einem Drittel der Arbeitnehmer sind es Rückenleiden, die den langen Ausfall verursachen. Herzinfarkt, Schlaganfall oder Krebserkrankungen zwingen jedes Jahr viele Menschen in die unfreiwillige Auszeit. Vor allem aber steht der Anstieg psychischer Belastungen hinter langwierigen Erkrankungen: Jeder neunte leidet nach Schätzungen der Betriebskrankenkassen unter Burnout-Zuständen, etwa 60 Prozent der Betroffenen fallen für mindestens sechs Wochen aus.

Arbeitnehmer sind in der ersten Zeit einer Erkrankung gut abgesichert. Im europäischen Vergleich befindet sich Deutschland in der Komfortzone bei Lohnfortzahlung und Krankengeld.



Quelle: BKK Dachverband 2014


Sechs Wochen gut gesichert

„Der zur Dienstleistung Verpflichtete verliert seinen Anspruch auf die Vergütung dadurch nicht, dass er für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit durch einen in seiner Person liegenden Grund ohne sein Verschulden an der Dienstleistung verhindert wird.“  Diese umständliche Formulierung bedeutete eine der wichtigsten sozialen Errungenschaften der Bundesrepublik Deutschland: Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall war noch 1955 nicht selbstverständlich für alle Beschäftigten. Mit einem historischen sechzehnwöchigen Streik setzte sich die IG Metall im Winter 1956/57 für gleiche Rechte der Arbeiter im Krankheitsfall ein.

Die heutige Regelung ist seit 1994 im Entgeltfortzahlungsgesetz festgelegt:  Arbeitnehmer, Teilzeitkräfte und Auszubildende haben - unabhängig von der vereinbarten Arbeitszeit - im Krankheitsfall Anrecht auf eine Fortzahlung durch den Arbeitgeber in Höhe von 100 Prozent des ausgefallenen Arbeitsentgelts bis zu einer Dauer von sechs Wochen. Dieser Anspruch besteht allerdings nur, wenn das Arbeitsverhältnis vier Wochen ununterbrochen bestanden hat und die Arbeitsunfähigkeit unverschuldet eingetreten ist. Die Unschuldsfrage ist in der Praxis häufig strittig. Die Rechtsprechung geht in der Regel davon aus, dass ein Arbeitnehmer Schuld trägt, wenn er seine Gesundheit leichtfertig aufs Spiel gesetzt hat. Bei Trunkenheit am Steuer, Schlägereien oder auch bei besonders gefährlichen Sportarten können alle Ansprüche verloren gehen.


Selbstständige stehen alleine da

Das Risiko eines Unfalls oder einer schweren Krankheit empfinden Selbstständige als die größte Bedrohung für ihre betriebliche Existenz (Quelle: YouGov). Fast drei Viertel der Befragten fürchten, ernsthaft krank zu werden oder aufgrund eines Unfalls nicht mehr oder nur noch eingeschränkt arbeiten zu können. Das ist verständlich: Wenn Freiberufler und Unternehmer krank werden, zahlt erst einmal keiner. Gesetzlich versicherte Selbstständige können mit einer Wahlerklärung das gesetzlich geregelte Krankengeld in Anspruch nehmen. Sie erhalten mittels eines Wahltarifs auch bereits vor der siebten Woche Zahlungen. Aber: Das Krankengeld ist zwar eine wertvolle Hilfe, kann jedoch ein Einkommen nie und nimmer ersetzen!


Das gesetzlich geregelte Krankengeld kann nicht alles

Wenn die Arbeitsunfähigkeit nach sechs Wochen andauert, übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Versorgung ihrer Mitglieder: Das Krankengeld wird pro Kalendertag ausgezahlt. Es entspricht 70 Prozent des beitragspflichtigen Bruttogehalts und maximal 90 Prozent des Nettoentgelts bis zu einem festgelegten Höchstbetrag:
Im Jahr 2016 liegt die Obergrenze bei 98,88 Euro pro Tag, das sind im Monat 2.966,40 Euro brutto und nach Abzug der Sozialversicherungsabgaben 2.604,68 Euro netto (§ 47 Abs. 6 SGB V). Zwischen dem bisherigen Einkommen und dem Krankengeld klafft in der Regel eine Lücke von etwa 20 Prozent. Bei höheren Einkommen steigt der Fehlbetrag noch - und das in einer Zeit, in der durch die zusätzliche Belastung eher höhere als geringere Lebenskosten entstehen.


Und was tun nach 78 Wochen?

Das gesetzliche Krankengeld wird in einem Zeitraum von drei Jahren höchstens 78 Wochen lang, also eineinhalb Jahre, für die gleiche Erkrankung gezahlt. Gerechnet wird dieser Anspruch bereits ab dem ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit. Während der Arbeitgeber zahlt, „ruht“ das Krankengeld und wird abzüglich der sechs Wochen Lohnfortzahlung dann de facto nur noch maximal 72 Wochen lang ausgezahlt. Ein neuer Anspruch auf Entgeltfortzahlung und Krankengeld entsteht nur, wenn der Arbeitnehmer innerhalb von sechs Monaten vor Beginn der erneuten Arbeitsunfähigkeit nicht wegen derselben Erkrankung arbeitsunfähig war – hieran entzünden sich in der Praxis häufig komplizierte Diskussionen.  

Im Klartext: Dauert eine Krankheit länger als 78 Wochen, wird die finanzielle Lage noch einmal schwieriger. Das Krankengeld entfällt und die Betroffenen müssen Leistungen beim zuständigen Arbeitsamt oder der Rentenversicherung beantragen.

Vorteil AXA Das PLUS für Kunden von AXA

Mit einer Krankentagegeld-Versicherung von AXA bleiben Sie auch bei längerer Arbeitsunfähigkeit finaziell abgesichert

Denn das Krankentagegeld erhalten Sie ohne steuerlichen Abzug zu Ihrer freien Verfügung. AXA zahlt unbegrenzt bis zum Eintritt der Berufsunfähigkeit, dem Beginn der Rentenzahlung oder bis zur Aufgabe der Erwerbstätigkeit.

Wichtig ist es, die Höhe Ihres Krankentagegeldes regelmäßig zu aktualisieren. Denn es schützt Sie nur dann ausreichend vor finanziellen Engpässen, wenn es über die Jahre an Ihr Einkommen angepasst wird.    
Wie hoch Ihr Absicherungsbedarf ist und wie viel Ihres Einkommens abgesichert werden kann, hängt vom folgenden ab: Sie privat oder gesetzlich krankenversichert? Sie sind Arbeitnehmer oder Selbständiger?

Detaillierte Ratschläge und konkrete Rechenbeispiele gibt Ihnen der Online Begleiter von AXA.


Krankentagegeld springt ein.

Sinnvolle Zusatzsicherungen können die missliche finanzielle Lage bei einer langen Krankheit entschärfen. Ein Beitrag zum Existenzminimum ist das Krankentagegeld. Es übernimmt die Funktion des Einkommens für Privatversicherte oder kann bei gesetzlich Versicherten die Versorgungslücke zwischen Krankengeld und gewohntem Lebensaufwand schließen. Das Krankentagegeld wird gezielt nach dem monatlichen Bedarf versichert und fließt ohne zeitliche Befristung bis zum Ende der vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit.
Eine Grenze gilt allerdings: Das Krankentagegeld darf zusammen mit dem Krankengeld und anderen Lohnersatzleistungen das vorherige Nettoeinkommen nicht übersteigen. Selbstständige, Freiberufler, Gewerbetreibende sowie Land- und Forstwirte können 80 Prozent ihres Gewinns vor Steuer versichern.

Apropos Steuer: Das Krankentagegeld ist steuer- und abgabenfrei! Dagegen wirkt sich das gesetzliche  Krankengeld auf den anzulegenden Steuersatz aus und hat schon manche böse Überraschung in Form von Steuernachforderungen provoziert.


Krankentagegeld auf einen Blick

  • Für gesetzlich Versicherte: Es füllt die Lücke zwischen dem gewohnten Nettoeinkommen und dem tatsächlich gezahlten Krankentagegeld .
  • Für Privatversicherte: Grundsätzlich können  80 Prozent des Bruttoeinkommens bzw. des Gewinns vor Steuern versichert werden.
Noch ein Tipp: Denken Sie daran, Ihr Krankentagegeld zu aktualisieren. Das ist notwendig, denn es schützt Sie nur ausreichend, wenn es über die Jahre mit Ihrem Einkommen wächst.


Krankenhaustagegeld kommt für Extras auf

Speziell für einen längeren Aufenthalt im Krankenhaus wurde die Leistung des Krankenhaustagegelds entwickelt. Es deckt den Mehraufwand, der durch Fahrtkosten für Besuche, durch eine Haushaltshilfe, die Kosten für TV, Telefon und Internet im Zimmer, Zuzahlungen für Ein- oder Zweibettzimmer und andere besondere Belastungen entsteht. Die steuerfreie Auszahlung können Sie also nach Ihren Wünschen nutzen – und sei es, um sich zum Ausgleich für die Krankheit ein paar Annehmlichkeiten zu gönnen.

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