Serie Medikamenteneinnahme Teil 2: Vorsicht bei Wechselwirkungen von Medikamenten!

Das Risiko von gefährlichen Wechselwirkungen bei Medikamenten steigt beim Älterwerden. Je mehr Medikamente wir einnehmen müssen, desto größer wird die Gefahr, dass die verschiedenen Arzneistoffe unerwünschte Reaktionen miteinander eingehen. Von diesen Wechselwirkungen ist laut einer bayerischen Studie schon jeder sechste Apothekenkunde betroffen. Mit Aufmerksamkeit bei der Einnahme kann man sich ein Stück weit selber schützen.





Vitaminreicher Grapefruitsaft verbreitete kürzlich Panik, nachdem bekannt wurde, dass Bestandteile der Frucht mit Medikamenten teils schwerwiegende Wechselwirkungen erzielen. Das Problem ist kein Einzelfall. Ein einfacher Hustenstiller aus der Apotheke kann zusammen mit einem Antidepressivum zur Lebensgefahr werden. In Deutschland sind die Neben- und Wechselwirkungen die fünfhäufigste Todesursache. Mehr als 50.000 Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen von Wechselwirkungen ihrer Arzneimittel.

Bislang wissen Experten von etwa 15.000 Wirkstoffen, die miteinander reagieren. Theoretisch sind bei 1.300 Wirkstoff-Zulassungen in Deutschland laut Uniklinik Heidelberg rund 885.000 Wechselwirkungen möglich. Dazu kommen noch zahlreiche Lebensmittel, die Wirkweisen von Medikamenten beeinflussen. Gesunde Milchprodukte können die Wirkung von Antibiotika ausbremsen. Brausetabletten mit Mineralstoffkombinationen sind beliebt, aber sie können in aller Stille auch Medikamente gegen Osteoporose schwächen. Auch Jüngere sind gefährdet: Wer beispielsweise zur Anti-Baby-Pille Lakritze über die Maßen nascht, riskiert Bluthochdruck und einen Kaliummangel im Körper. Kopfschmerzmittel, ASS und Mineralstoffbrausen enthalten Risikopotential in Kombination mit verordneten Medikamenten.


Mit jedem Präparat steigt das Risiko

Jeder ist gefährdet. Schon ein unbedacht eingenommener Hustenstiller kann in Kombination mit einem anderen Medikament zu Komplikationen führen. Wer auf Blutdrucksenker angewiesen ist, darf zum Beispiel bei Kopfschmerzen nicht zu Ibuprofen greifen. Bei älteren Menschen ist die Situation besonders brisant: Fünf bis sechs verschiedene Arzneimittel nimmt ein Drittel der über 65-Jährigen heute täglich ein, nicht gerechnet vermeintlich harmlose Naturprodukte und andere frei verkäufliche Mittel zur Steigerung des Wohlbefindens.

Die Gefahr von Wechselwirkungen ist jederzeit vorhanden. Bei jedem 200. Patienten könne die Wechselwirkung sogar lebensgefährlich werden, stellt die Bayerische Landesapothekenkammer fest. Als zusätzliches Problem kommt hinzu, dass viele Medikamente nur an jüngeren Menschen getestet wurden und sich bei älteren Patienten in ihrer Wirkung verändern können.


Verantwortung für Arzt und Patienten

Für die Mediziner bedeutet das eine besondere Verantwortung bei der Verordnung, aber auch beim Kontakt mit den Patienten. Nur, wenn der behandelnde Arzt über sämtliche Medikamente und Wirkstoffe Bescheid weiß, kann das Risiko von Wechselwirkungen zwar nicht ausgeschlossen, aber doch gesenkt werden. Ärzte und Apotheker wünschen sich deshalb aufmerksame selbstverantwortliche Patienten, die lieber einmal mehr als einmal zu wenig nachfragen. Im Idealfall führen Sie eine Medikamentenliste aller Arzneimittel und weiterer Präparate. Damit können Arzt und Apotheker über mögliche Wechselwirkungen aufklären und Maßnahmen empfehlen, die unerwünschte Reaktionen verhindern.

Hier können Sie sich die Medikamentenliste herunterladen:


Die häufigsten Risiken selbst ausschalten:

Es gibt vier Hauptthemen bei denen bei der Medikamenteneinnahme Fehler gemacht werden können: Dosierung, Ernährung, Nährstoffe und Nebenwirkungen:


  • 1. Keine Experimente bei der Dosierung! Falls Sie die Einnahme einmal vergessen, bleiben Sie trotzdem bei der vorgeschriebenen Dosierung und nehmen beim nächsten Mal auf keinen Fall die doppelte Menge ein. Besondere Disziplin ist bei Antibiotika wichtig: Auch wenn sich die Symptome bessern, muss das Medikament unbedingt in der kompletten verordneten Menge eingenommen werden.
  • 2. Nachfragen vor dem Essen & Trinken! Zum Beispiel kann Grapefruitsaft die Wirkung verschiedener Medikamente verstärken oder mindern. Vitamin K in Blattsalaten, Broccoli und Eigelb kann den Blutgerinnungshemmer Marcumar schwächen, wenn große Mengen verzehrt werden.
  • 3. Aufpassen bei Nährstoffen! Eisen und Kalzium können die Wirkung von Antibiotika und Osteoporose-Medikamenten behindern. Vitamin C macht beispielsweise die Wirkung von Bärentraubenblättern gegen Blasenentzündungen zunichte.
  • 4. Besonderheiten bei der Einnahme beachten! Schmerzmittel können die Fahrtüchtigkeit gravierend beeinträchtigen, auch Antiallergika können zu starken Müdigkeitserscheinungen führen. Bei der Einnahme von Antibiotika reagiert die Haut empfindlicher auf Sonne und braucht verstärkten Schutz.
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Bester Service beim Hausarzt, Arzneimittel-Check inklusive.
Mit dem Arzneimittel-Check im Rahmen des gesundheitsservice360° bietet AXA Ihnen einen Service an, der Sie beim richtigen Umgang mit Medikamenten unterstützt. Unsere Kooperation mit der Hausärztlichen Vertragsgemeinschaft (HÄVG) soll die Rolle des Hausarztes als Bezugsperson Nr. 1 mit umfassendem Einblick in Krankheitsgeschichte und Lebenssituation stärken.

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Und im Notfall rund um die Uhr
Zusätzlich stellt unsere Medizinische Hotline krankenvollversicherten AXA-Kunden 24 Stunden am Tag speziell geschulte Ansprechpartner zur Verfügung, die Fragen zur sicheren Medikamenteneinnahme beantworten und zu Wechsel- und Nebenwirkungen umfassend beraten.
Die Medizinische Hotline erreichen Sie unter 0221 148-41 444.


Fragen hilft immer

Wie haben Sie in unserem Quiz abgeschnitten? Sicher waren einige Informationen neu für Sie. Im Umgang mit Medikamenten kann man nicht wissbegierig genug sein. Arzt, Apotheker und natürlich der Beipackzettel sind wichtige Ratgeber. Speziell für ältere Menschen gibt es außerdem eine interessante Publikation des Bundesministeriums für Bildung und Forschung: In der sogenannten „Priscus-Liste“ werden seit 2010 besonders kritische Wirkstoffe in Medikamenten zusammengestellt. Die Broschüre „Medikamente im Alter: Welche Wirkstoffe sind ungeeignet“ steht finden Sie hier.

Lesen Sie auch den ersten Teil zur Medikamenteneinnahme: „Serie Medikamenteneinnahme Teil 1: Helfen zu Helfen! Unterstützung beim Umgang mit Medikamenten ist gefragt“.

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