Serie Lunge Teil 2: Aufatmen! Mit Asthma bronchiale leben

Interview mit Dr. Hartmut Timmermann


„Werden Sie Ihr eigener Asthma-Manager!“ ist eine der zehn goldenen Regeln, die anlässlich des Welt-Asthma-Tages 2013 publiziert wurden. Ein zuversichtlicher aktiver Lebensstil gilt als wesentlicher Teil der Therapie von Asthma bronchiale. Die wichtigsten Informationen dazu bekommen Sie hier im Expertengespräch.

„Asthma“ sagt man meistens verkürzt und meint damit „Asthma bronchiale“, das sich in den letzten 20 Jahren zur unterschätzten Volkskrankheit entwickelt hat. Weltweit hat Asthma bronchiale an Häufigkeit zugenommen, vor allem in den Industrieländern. Schätzungsweise sind mehr als 100 Millionen Menschen betroffen, davon in Deutschland etwa 8 Millionen Menschen (Quelle: www.welt-asthma-tag.de). Noch weiß man nicht genau, worauf die Zunahme der Atemwegserkrankungen zurückzuführen ist. Der westliche Lebensstil ist mit Sicherheit beteiligt – der aufgrund seiner Umstände im Einzelnen Asthma bronchiale begünstigt, kann noch nicht schlüssig erklärt werden.

Seit Jahren bemüht sich die Forschung mit zahlreichen Projekten, Asthma bronchiale besser zu verstehen. Die Fortschritte in der Therapie machen es heute schon möglich, dass bei aktiver Mitwirkung fast jeder Patient mit Asthma fast ebenso gut leben kann wie ein Gesunder. Mehr interessante Fakten dazu erfahren Sie aus erster Hand in dem Interview mit Dr. med. Hartmut Timmermann, der den Schwerpunkt seiner ärztlichen Tätigkeit seit Jahren auf die Behandlung von allergischem Asthma bronchiale legt.

„Jeder kann lernen, mit Asthma zu leben.“


Dr. Timmermann, wie erklärt der Arzt Asthma?

Bei Asthma bronchiale handelt es sich um eine chronische Entzündung der Atemwege, die durch eine dauernde Überempfindlichkeit der Bronchien gekennzeichnet ist. Anfallsweise kommt es zu einer Verengung der Atemwege, die Beschwerden auslöst. Wir unterscheiden allergisches und nicht allergisches Asthma. Bei uns in der westlichen Welt sind Allergien wesentliche Auslöser des Asthma bronchiale – rund drei Viertel aller Allergiker sind heute von Asthma betroffen.


Was sind die Ursachen?

“Die” Ursache des allergischen Asthma bronchiale gibt es nicht. Eine wesentliche Rolle spielt sicher die genetische Anlage. Studien belegen, dass eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, an Asthma bronchiale zu erkranken, wenn Vater und Mutter Allergiker sind. Beteiligt ist auf jeden Fall auch unser westlicher Lebensstil – nur wissen wir noch nicht genau, welche unserer Verhaltensweisen im Einzelnen problematisch sind.


Gibt es einen Zusammenhang zwischen Heuschnupfen und Asthma?

Ja, beide sind Bestandteile des atopischen Formenkreises, mit dem wir, vereinfacht gesagt, die Neigung zu Überempfindlichkeitsreaktionen zusammenfassen – hierzu gehört beispielsweise auch Neurodermitis. Der Zusammenhang ist unübersehbar: Fast die Hälfte aller von Heuschnupfen Betroffenen entwickeln auch Asthma bronchiale, wir haben es also mit einer deutlich erhöhten Wahrscheinlichkeit zu tun.


Was sind die Symptome von Asthma im Unterschied zum Heuschnupfen?

Bei Heuschnupfen sind Augen und Nasenschleimhäute betroffen, bei Asthma kommt es zu Atemnot – das kann spontan anfallsartig, auch nachts zum Beispiel, oder bei körperlicher Belastung sein. Auch pfeifende Atemgeräusche können auf eine chronische Bronchienverengung hinweisen. Die präzise Diagnose stellt der Arzt mit Hilfe der Lungenfunktionsdiagnostik, bei der die Enge und Weite der Atemwege gemessen werden können. Wichtig ist in jedem Fall eine umfassende Anamnese, bei der auch Allergien gründlich abgeklärt werden.


Wie wird Asthma bronchiale behandelt?

Grundlage der Therapie ist es, die Entzündung zu behandeln, damit die Beschwerden verschwinden. Das geschieht mit sehr niedrig dosiertem Cortison. Der große Vorteil dabei ist, dass die Medikamente inhaliert werden, so dass keine Nebenwirkungen im Körper auftreten, weil das Medikament nur am Ort des Geschehens eingesetzt wird. Die Anwendung als Inhalationsmedikament erfordert allerdings eine eingehende Schulung der Patienten und ihre aktive Beteiligung.


Was müssen Asthma-Patienten lernen?

Es ist eine bestimmte Technik nötig, um das Inhalat richtig einzuatmen. Patienten müssen lernen, im Alltag mit ihrem Inhalator richtig umzugehen und werden auch für den Fall einer Verschlechterung des Asthmas geschult: Wie erkenne ich die Vorzeichen? Was ist zu tun, wenn sich zusätzlich zum Asthma ein Infekt einstellt? Jeder Patient erhält einen individuellen Notfallplan, der in Zusammenarbeit mit dem Arzt erstellt wird.


Was kann man selbst tun, um die Therapie zu unterstützen?

Grundsätzlich ist es wichtig, Reizstoffen und Allergenen möglichst aus dem Weg zu gehen. Rauchen verbietet sich von selbst. Bei der Freizeit- und Urlaubsplanung sollte man Pollenflugzeiten einkalkulieren, unter dieser Voraussetzung kann sich der Aufenthalt in Höhen- oder Meeresklima günstig auswirken. Ein wesentliches Element des wünschenswerten Lebensstils ist Bewegung. Daher ist es das Ziel der modernen Asthma-Therapie, Patienten so zu behandeln, dass sie beschwerdefrei Sport treiben können.


Was kann passieren, wenn Asthma bronchiale nicht wirksam behandelt wird?

Wenn die Entzündung bestehen bleibt, verschlimmert sich natürlich der Schweregrad des Asthma. Aus der reversiblen, das heißt: rückbildbaren Einengung der Atemwege kann sich ein pathologischer Umbauprozess der Atemwege und des Lungengewebes entwickeln, den wir „Remodeling“ nennen. Das kann zu einer bleibenden Beeinträchtigung der Lungenfunktion führen. In Deutschland verlaufen allerdings nur wenige Krankheitsfälle lebensbedrohlich.


Wie groß ist die Chance, dass Asthma bronchiale wieder ganz verschwindet?

Es handelt sich um eine sehr variable Erkrankung, man kann hier keine generellen Aussagen machen. Es gibt Patienten, die nur einmal im Jahr zur „Heuschnupfenzeit“ leiden, andere sind ständig auf ihr Medikament angewiesen. Asthma bronchiale ist aber im Allgemeinen sehr gut zu behandeln und die optimale Therapie verbessert in jedem Fall die Prognose. Das Ziel ist es in jedem Fall, einen Asthma-Patienten so zu behandeln, dass er mit dem richtigen Selbstmanagement leben kann wie ein Mensch ohne Asthma. Bei 80 bis 90 Prozent aller Patienten gelingt das auch.

Dr. Timmermann, herzlichen Dank für das ermutigende Gespräch.

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Tipps zum Aufatmen

  • Allergien meiden: Die aktuelle Pollenflugvorhersage hilft beispielsweise unter www.pollenstiftung.de.
  • Ausgeglichen leben: Günstig ist ein strukturierter Tagesablauf ohne Hektik und Stress.
  • Reize verbannen: Ganz oben auf dem Index steht Nikotin. Rauchen schädigt die Schleimhaut der Bronchien und verschlimmert die Beschwerden.
  • Atmen trainieren: Es gibt spezielle Atem- und Entspannungstechniken, die man bei Atemtherapeuten lernen kann, Adressen finden Sie unter www.afa-atem.de. Hier unter dem Menüpunkt Mitglieder/ Mitgliederverzeichnis anwählen und dann über PLZ-Suche den Therapeuten in Ihrer Nähe finden.
  • Sport treiben: Besonders geeignet sind Ausdauersportarten wie Schwimmen, Radfahren, Dauerlaufen oder Wandern ohne Zeitdruck und über nicht zu lange Strecken. An vielen Orten gibt es spezielle Lungensportgruppen. Informationen hierzu gibt es unter www.lungensport.org.
  • Richtig essen: Es gibt keine speziellen Diäten für Asthmatiker. Es steht aber fest, dass eine ausgewogene vitaminreiche Ernährung günstig ist, die gleichzeitig Übergewicht vermeidet.
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