Achtung Rheuma – Früh handeln, Chancen nutzen!

Mit Checkliste der wichtigsten Warnzeichen

Müdigkeit, leichtes Fieber und Gelenkschmerzen nimmt man auf die leichte Schulter, nichts weiter als ein kleiner Infekt? Die rheumatoide Arthritis tarnt sich besonders gut in ihren Anfangssymptomen. Bis zu 800.000 Deutsche leiden unter der entzündlichen Erkrankung mit teils schwerwiegenden Folgen. Rheuma hat viele Gesichter, die Therapie hat in den letzten zehn Jahren enorme Fortschritte gemacht. In jedem Fall ist es wichtig, die Erkrankung so früh wie möglich zu erkennen, um alle Chancen auf Linderung der Beschwerden und auf bestmögliche Lebensqualität zu nutzen.



13 Monate vergehen im Durchschnitt, bis ein Patient mit Symptomen zum Rheumatologen kommt. Die deutsche Rheuma-Liga beklagt, dass damit wertvolle Zeit verloren geht, in der die Gelenke irreparable Schäden erleiden können. Die Therapie rheumatischer Erkrankungen hat in den letzten zehn Jahren enorme Fortschritte gemacht – der Mehrzahl der Patienten kann heute geholfen werden. Gerade eben stellte wieder eine große Studie fest, dass Patienten mit rheumatoider Arthritis heutzutage weniger Schmerzen haben und sich körperlich wesentlich besser fühlen als noch Mitte der 1990er Jahre.

Der Maler Auguste Renior ließ sich um 1900 noch den Pinsel an die Hand binden, weil die Finger nichts mehr  halten konnten – heute sind sich Experten einig, dass deformierte Hände oder versteifte Gelenke bei effektiver Therapie nicht mehr sein müssen. Eine schnelle und eindeutige Diagnose und eine frühzeitige Behandlung möglichst innerhalb der ersten sechs Monate nach Auftreten der ersten Symptome beeinflusst den weiteren Krankheitsverlauf positiv.


Volkskrankheit mit vielen Gesichtern

Rund 20 Millionen Menschen leiden in Deutschland unter der Qual steifer, geschwollener Gelenke, schmerzender Knochen, Muskeln oder Sehnen. Darunter sind auch etwa 20.000 Kinder und Jugendliche. Jedes Jahr erkranken rund 1.500 junge und jüngste Rheuma-Patienten, kürzlich erzählte TV Moderator Jörg Pilawa von der Rheuma-Erkrankung seiner vierjährigen Tochter. Rheuma ist keine Frage des Alters, jeden kann es treffen. Über 100 verschiedene Erkrankungen stehen hinter dem Sammelbegriff Rheuma; dazu gehören auch Arthrose, chronisches Rückenleiden, Osteoporose, Fibromyalgie oder entzündliche Rheumaerkrankungen, die Gelenke oder Organe beeinträchtigen.
 
Vier Hauptgruppen werden unterschieden:

  • entzündlich-rheumatische Erkrankungen, z.B. Rheumatoide Arthritis (RA) oder Morbus Bechterew
  • degenerative Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen, z.B. Arthrose
  • Rheumatische Schmerzkrankheiten, „Weichteilrheumatismus“,  z.B. Fibromyalgie
  • Stoffwechselerkrankungen mit rheumatischen Beschwerden, z.B. Osteoporose oder Gicht

Hoffnung für die schmerzenden Gelenke

Die häufigste entzündlich-rheumatische Erkrankung ist die rheumatoide Arthritis, die auch noch unter dem veralteten Begriff „chronische Polyarthritis“ bekannt ist. Der frühere Name beschreibt die wesentlichen Eigenschaften: Arthritis bedeutet Gelenkentzündung und Poly- eine Vielzahl von betroffenen Gelenken. Die Entzündung der Innenhaut von Gelenken, Sehnenscheiden und Schleimbeuteln greift Gelenkknorpel und Knochen an. Ungebremst kann sie die Gelenkstrukturen nach und nach abbauen und die Gelenke zerstören. Bei schweren Verläufen – die zum Glück mit 2 -5 % recht selten vorkommen - sind auch andere Organe wie Augen, Herz und Herzbeutel, Lunge und Rippenfell, Nerven und Blutgefäße bedroht.

Das Leiden beginnt häufig ganz plötzlich mit Schmerzen und Schwellungen an Finger- und Zehengelenken. Im Verlauf von Wochen und Monaten erkranken weitere Gelenke und zusätzliche Symptome wie Müdigkeit, Leistungsschwäche, Fieber und nächtliche Schweißausbrüche zeigen, dass der ganze Körper in die Erkrankung verwickelt ist. Da die Symptomatik gerade zu Beginn recht unspezifisch ist, wird oft nicht an eine rheumatoide Arthritis gedacht. Die Ursachen sind trotz intensiver Forschung nicht endgültig geklärt. Aktuell ist eine Fehlsteuerung des Immunsystems im Gespräch: Die Zellen der Immunabwehr verwechseln körpereigene Substanzen wie Gelenkknorpel mit Feinden und greifen sie an.

Als Auslöser spielt sicher auch die erbliche Veranlagung eine Rolle, zunehmend geraten aber auch „Lebensstilgifte“ in Verdacht – aktuelle Untersuchungen zeigen, dass bei vielen Patienten Rauchen zum Auftreten der Erkrankung beitragen kann bzw. einen schwereren Verlauf begünstigt oder die Therapie behindert.

Die rheumatoide Arthritis ist eine chronische Erkrankung, die mit Schmerzen und Funktionseinschränkungen das tägliche Leben verändert. Auch wenn die Erkrankung nicht heilbar ist, so ist sie effektiv behandelbar. Je früher die Therapie beginnt, umso besser gelingt es, die Entzündungen in den Griff zu bekommen und somit die Lebensqualität aufrecht zu erhalten.

Nutzen Sie daher dieses therapeutische Fenster zu Beginn der Erkrankung und lassen Sie die Symptome so zeitnah wie möglich durch einen Rheumatologen abklären. 

Checkliste "Ist es Rheuma?" (PDF, 275 KB)
Handeln Sie bei den ersten Symptomen! Hier die wichtigsten Hinweise auf eine rheumatoide Arthritis in einer Checkliste für Sie zusammengefasst.

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Rheuma in den Griff bekommen. Gemeinsam geht es leichter.

Der gesundheitsservice360° ist ein innovatives kostenfreies Gesundheitsprogramm, das die private Krankenversicherung von AXA in allen wichtigen Bereichen ergänzt. Die Mitarbeiter der Patientenbegleitung aus dem Kompetenzteam Rheuma sind medizinisch geschulte Mitarbeiter, die sich ausschließlich mit dieser herausfordernden chronischen Erkrankung beschäftigen. Einer von ihnen ist Ihr persönlicher An­sprechpartner. Er hat stets ein offenes Ohr für Ihre Fragen und Anliegen und hilft Ihnen gerne bei all diesen Themen und mehr:
  • Suche nach einem Rheumatologen, falls Sie bisher nur einen Hausarzt haben
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Das Kompetenz-Team  Rheuma  ist bestens informiert und bietet Ihnen professionelle Beratung aus einer Hand. Ohne Wartezeiten ist Ihr Ansprechpartner immer für Sie erreichbar. Zudem sind die Mitarbeiter direkt mit teilnehmenden Haus- und Fachärzten vernetzt – für Fälle, in denen es zu klärende Fragen mit den behandelnden Ärzten gibt.

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Nach langem Leiden triumphiert die Forschung. 

Im 16. Jahrhundert betrachtete man Rheuma als körperfremdes Phänomen, das mit Abführ- und Brechmitteln, mit Aderlass oder glühenden Zangen auszutreiben war, aber auch Bäder, Salben und Diäten spielten schon eine Rolle. Später behandelten die Ärzte mit Opium oder Metallen wie Silber, Blei, Quecksilber und Gold, ohne jedoch wirkliche Erfolge zu erzielen. Lange war Rheumatismus ein Stiefkind der Medizin und wurde mit allerlei Laientherapien und Hausmittelchen behandelt.

Eine bahnbrechende Veränderung brachte erst 1948 das entzündungshemmende Medikament Cortison, das bis heute seinen Platz in der Therapie behalten hat. Durch sogenannte Basistherapeutika wie z. B. Methotrexat ist es möglich geworden, die Entzündungen und somit das Voranschreiten der Krankheit zu unterdrücken. Gelingt dies nicht, steht seit einigen Jahren eine weitere Medikamentengruppe zur Verfügung: Die Biologika/ Biosimilars. Hierbei handelt es sich um Arzneistoffe, die mit Mitteln der Biotechnologie und gentechnisch veränderten Organismen hergestellt werden. Diese hergestellten Antikörper können zielgerichtet wirken.

Viele Patienten erreichen eine gute Lebensqualität, wenn die Krankheit früh erkannt und behandelt wird. In ganz Deutschland bieten Rheumazentren und Kliniken sogenannte Frühdiagnose-Sprechstunden an, mit denen Betroffene  auch kurzfristig einen Termin erhalten können.


Therapieziel Lebensqualität

Die Behandlung der rheumatoiden Arthritis hat das Ziel, die entzündlichen Prozesse bestmöglich zu hemmen, Schmerzen zu lindern und Funktion sowie Kraft der Gelenke möglichst weitgehend zu erhalten. Die Therapie setzt sich daher aus verschiedenen Maßnahmen zusammen: Im Mittelpunkt steht die medikamentöse Therapie, ergänzend kommen – je nach Ausprägung der Erkrankung - Injektionen, Physiotherapie, Ergotherapie und physikalische Therapien zum Einsatz. In manchen Fällen kann eine Operation (Gelenkersatz, Gelenkversteifung etc.) sinnvoll sein. Psychotherapie und Entspannungstechniken helfen bei der Bewältigung der Schmerzen.
 
Eine sinnvolle Ernährung ergänzt jegliche Therapie und Patientenschulungen motivieren zum aktiven Umgang mit der Erkrankung.


„Bleiben Sie aktiv und stärken Sie Ihr Selbstwertgefühl...“

„und gehen Sie auf andere zu. Gemeinsam lässt sich vieles besser verkraften,“ rät die Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga. Hier einige Tipps für einen positiven Lebensstil:

  • Bewegung nicht scheuen, gelenkschonende Sportarten sind z.B. Schwimmen Radfahren, Nordic Walking, Wandern, Skilanglauf
  • Auf Rauchen verzichten; bei Rheumatikern, die nicht rauchen, wirken Medikamente erwiesenermaßen besser
  • In der Partnerschaft und der Familie Aufgaben verteilen und Hilfe annehmen
  • Am Arbeitsplatz offen über die Erkrankung sprechen, viele Umstände können rücksichtsvoll gestaltet werden.
  • Haushaltshelfer einsetzen, elektrische Geräte nutzen
  • Gelenkschutz tragen – Orthesen können auch gut aussehen! 
  • Stress bewältigen; sogenannte kognitive Copingstrategien wie Relaxationstechnik, oder Biofeedbacktherapie werden positiv bewertet 
  • Übergewicht im Schach halten, denn Fettzellen heizen Entzündungen an
  • Auf Impfschutz achten, denn Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen haben ein erhöhtes Risiko für schwere Infekte
  • Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Seefisch, aber wenig Wurst und Fleisch sowie besondere Zurückhaltung bei Arachidonsäure (z.B. in Schweineleber, Thunfisch, und Eigelb)
Unterstützung im Internet:
Zum Leben und Arbeiten mit Rheuma gibt die Deutsche Rheuma-Liga immer wieder neue Tipps unter https://www.rheuma-liga.de

Nützliche Informationen zu Frühdiagnose-Sprechstunden gibt die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie unter http://dgrh.de/fruehsprechstunden.html

Ein Forum zum Erfahrungsaustausch stellt die Informationsplattform rheuma-online zur Verfügung: https://www.rheuma-online.de/


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