Akut-Neurologie – gut begleitet, wenn jede Entscheidung zählt!



Ohne jegliche Vorwarnung treten die meisten neurologischen Notfälle ein. 270.000 Mal trifft ein Schlaganfall wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Etwa ebenso oft tritt ein Schädelhirntrauma ein - in rund 10 Prozent der Fälle schwer bis lebensbedrohlich. Eine Hirnblutung oder andere neurologische Ereignisse, erfordern ein optimales Handeln ohne Zeitverzögerung. Überleben und künftige Lebensqualität hängen von der Akutversorgung ab. Angehörige in ihrer Sorge fühlen sich mit Entscheidungen überfordert und allein gelassen. Man müsste jemand haben, der sich auskennt und auf ein Netzwerk von Therapeuten zugreifen kann. Case-Management heißt auf Deutsch: Jemand kümmert sich darum. Wie das funktioniert, erzählt ein erfahrener Patientenbegleiter von AXA.


Plötzlich und unerwartet

Ein Schlaganfall, eine Hirnblutung, ein hypoxischer Hirnschaden (nach Sauerstoffmangel im Gehirn) oder ein schweres Schädelhirntrauma treten plötzlich auf. Neurologische Notfälle können Menschen in jedem Alter treffen und führen zu einem schwerwiegenden Ausfall von Funktionen des Zentralnervensystems. In der Akut-Neurologie heißt es schnell Eingreifen; jede Zeitverzögerung bedeutet eine Verschlechterung der Prognose, der gesamte Therapieerfolg hängt ganz wesentlich von den ersten Maßnahmen ab. „Time is brain“, sagen die Mediziner, jede Minute zählt. Je schneller ein Patient richtig behandelt wird, umso größer die Wahrscheinlichkeit, dass keine bleibenden Behinderungen entstehen.

Im Idealfall übernimmt umgehend eine geeignete Fachklinik, am besten mit einer „Stroke Unit“ (Spezialstation für Schlaganfallpatienten), die alle technischen und personellen Voraussetzungen besitzt, Patienten mit den notwendigen medizinischen Maßnahmen zu versorgen. Ein erfahrenes Team unterschiedlicher Fachärzte arbeitet hier eng zusammen, um alle wichtigen lebensrettenden Maßnahmen sofort einzuleiten und die weitere Behandlung abzustimmen.


Die richtigen Entscheidungen treffen

Was für eine Belastung für Angehörige: neben der Sorge auch noch Verantwortung zu tragen. Hirnschädigungen sind im Vergleich zu anderen schweren Erkrankungen durch die veränderte Lebenssituation für die nahestehenden Menschen besonders schwer zu verkraften. Hilfreich ist jetzt eine objektive Beratung mit Abstand – wer nicht mit dem Gefühl eingebunden ist, kann leichter entscheiden. Planen, organisieren, koordinieren und kontrollieren - ein Manager für den Krisenfall ist eine Bereicherung im Sozial- und Gesundheitssystem. Die Idee des „Case Management“ entstand in den USA Anfang der 90er-Jahre, dort ursprünglich zur rechtlichen Absicherung. In Deutschland hat AXA als Vorreiter auf dem Gebiet des Gesundheitsservices bereits seit dem Jahr 2000 für zahlreiche Erkrankungen eine Patientenbegleitung aufgebaut.

„Gut, wenn jemand da ist, der die Situation versteht und bei allen Anliegen und Fragen helfen und vermitteln kann.“ Marco Cannas engagiert sich seit 2002 in der privaten Krankenversicherung  von AXA. Seit fünf Jahren leistet der 39-jährige Familienvater Patientenbegleitung in der Akut-Neurologie und gibt uns einen Einblick. 



Herr Cannas, warum wurde die Patientenbegleitung von AXA entwickelt? Was bringt die Betreuung für Patienten, Angehörige und womöglich auch für die behandelnden Ärzte?


Marco Cannas: Die Patientenbegleitung wurde geschaffen, um Betroffene intensiv und fachkundig zu unterstützen und zu betreuen. In der oft sehr schwierigen Situation ist es für die Betroffenen und Angehörigen sehr wichtig, einen persönlichen fachkundigen Ansprechpartner zu haben. Der Behandlungsweg soll optimal verlaufen und damit zu einer schnelleren Genesung führen. Die Folgen der Erkrankung sollen möglichst gering gehalten werden. Natürlich stehen wir auch für Anfragen von Ärzten selbst zur Verfügung und können somit hier Unterstützung leisten.


Wie beurteilen Sie den Entwicklungsstand der Akut-Neurologie in Deutschland?


Marco Cannas: Aus meinem Blick befindet sich die neurologische Akut-Versorgung in Deutschland auf einem sehr hohen Niveau. Es stehen ca. 300 Stroke-Units mit spezialisierten Ärzten zur Verfügung, so dass im Ernstfall schnell und richtig gehandelt werden kann. Deutschland verfügt zudem über sehr viele neurologische Rehabilitationskliniken und über ein großes Netz ambulanter Einrichtungen. Die wichtige Reha-Phase - egal ob stationär oder ambulant - ist optimal abgedeckt. Dazu kommt ein großes Netz an geeigneten Therapeuten und Fachärzten, so dass auch die ambulante Nachsorge sichergestellt ist. Es wird viel in Forschung und Entwicklung investiert und die Medikamenten-Versorgung ist ebenfalls bestens. Was AXA speziell angeht, haben wir im Rahmen des gesundheitsservice360° deutschlandweit Partnernetzwerke aufgebaut, in die auch renommierte Nachsorgeeinrichtungen und Institutionen zur Anschlussheilbehandlung eingebunden sind.

Mit welchen Krankheitsbildern haben Sie es zu tun?

Marco Cannas: Überwiegend handelt es sich um Schlaganfälle bzw. Hirninfarkte, Hirnblutungen, hypoxische Hirnschädigungen infolge von Sauerstoffmangel im Gehirn, Wachkoma-Patienten, schwere Schädelhirntraumata und Patienten mit Critical-Illness-Polyneuropathie. Das ist eine Erkrankung des peripheren Nervensystems (als Folge anderer schweren intensivmedizischen Erkrankungen wie z.B. eine Sepsis mit Organversagen und Langzeitbeatmung). Für weitere Erkrankungen bieten wir auch die Organisation von Anschlussheilbehandlungen und Anschlussgesundheitsmaßnahmen an.

Wie sieht die Arbeit des Case-Managers in der Praxis aus? Was sind die besonderen Herausforderungen?

Marco Cannas: Die Arbeit eines Case-Managers ist sehr tiefgründig, vielseitig, abwechslungsreich und dadurch sehr spannend. Wir werden schon während der Akut-Phase informiert und bieten den Betroffenen unsere Unterstützung an. Wenn sich ein Versicherter für unser Angebot entscheidet, können wir bereits in der Zusammenarbeit mit den Sozialdiensten bei der Suche einer geeigneten Fachklinik unterstützen und zum Beispiel einen schnelleren Aufnahmetermin erwirken. Wir stehen in persönlichem Kontakt zu den Angehörigen und unterstützen in vielerlei Hinsicht – zum Beispiel bei Fragen zum Rehabilitationsverlauf und zum Versicherungsschutz, aber auch bei der Abklärung anderer Kostenträger.


Wir leisten Beistand bei der Planung und Vorbereitung der Entlassung aus der Klinik und helfen bei der Bereitstellung von Heil- und Hilfsmitteln. Bei Bedarf schalten wir auch andere Fachabteilungen von AXA - wie etwa die Pflegeversicherung - ein. Um uns für diese Anforderungen fit zu halten, bringen wir uns stets auf den aktuellen Wissensstand. Wir nehmen an medizinischen Schulungen, Kongressen und Messen teil und bleiben im Gespräch mit Kliniken oder anderen Anbietern auf dem Gesundheitsmarkt. Die besonderen Herausforderungen sind gleichzeitig auch die positiven Aspekte des Berufes. Wir müssen uns immer auf dem Laufenden halten und dies in sehr vielen Teilgebieten. Über allem steht für uns, einfühlsam zu sein und entsprechend zu handeln.


Vorteil AXA
In guter Begleitung zur bestmöglichen Versorgung


Im Rahmen des gesundheitsserive360° begleitet AXA seine Versicherten mit einer Krankheitskostenvollversicherung (auch Beihilfetarife mit prozentualer Abdeckung) im Falle einer akutneurologischen Erkrankung – wie z.B. einem Schlaganfall, einem Schädelhirntrauma, einer Hirnblutung etc. – vom Eintritt der Erkrankung an, bis hin zur ambulanten Weiterbehandlung. AXA steht den Versicherten und deren Angehörigen in dieser schwierigen Phase zur Seite und unterstützen sie in vielen Bereichen.

Die AXA/DBV Krankenversicherung bietet im Rahmen des gesundheitsservice360° eine Patientenbegleitung für akut neurologisch erkrankte Versicherte an. AXA begleitet und unterstützt die Betroffenen und deren Angehörigen. Der Service beginnt bereits mit dem Eintritt der Erkrankung, also schon während der stationären Maßnahmen, bis hin zur ambulanten Weiterbehandlung.

Folgende Erkrankungen werden im Rahmen der Patientenbegleitung betreut:
  • Schlaganfall
  • Hirnblutungen
  • Hypoxischer Hirnschaden
  • Wachkoma-Patienten
  • Schädelhirntrauma
  • Critical-Illness-Polyneuropathie
Unsere Unterstützung erfolgt durch:
  • Intensive Betreuung
  • Unterstützung bei der Suche nach einer geeigneten Therapie-/Fachklinik
  • Abklärung der Kostenträger (ggf. Einschaltung des Rentenversicherungsträgers)
  • Planung bzw. Vorbereitung für die Entlassung aus der Therapieklinik
  • Abstimmung der ambulanten Weiterbehandlung (Therapiemaßnahmen)
  • Unterstützung bei der Therapeutensuche (z.B. Physiotherapeuten, Ergotherapeuten)
  • Abstimmung und Organisation von Hilfsmitteln
  • fachliches und medizinisches Know-how der Mitarbeiter
  • Qualifizierte Ansprechpartner zu Fragen hinsichtlich gewünschter Therapiemöglichkeiten
Informieren Sie sich hier über den gesundheitsservice360° und die Patientenbegleitung für akut neurologische Patienten.


Wie nehmen die Betroffenen die Patientenbegleitung an? Wie sehen Ihre Erfolgserlebnisse aus?

Marco Cannas: Die Betroffenen und die Angehörigen sind sehr dankbar. Oft geht die Patientenbegleitung in schweren Fällen über mehrere Jahre. Die Menschen sind sehr froh darüber, dass jemand da ist, der die Situation versteht und bei Anliegen und Fragen helfen und vermitteln kann.

Ihr persönliches Resümee nach fünf Jahren und Ausblick?


Marco Cannas: Meine Aufgabe ist sehr abwechsungsreich. Ich konnte in vielen Situationen helfen und habe in dieser Zeit auch viel Positives von den Versicherten zurückbekommen. Jede Mühe hat sich gelohnt. Mein Ausblick: Die Welt wird digitaler, dadurch können wir künftig noch schneller und effizienter helfen. Das Angebot der Therapieformen wird zum Beispiel durch Telemedizin und weitere Vernetzung künftig noch bereichert werden. 


Können Sie uns noch einige Ratschläge mitgeben, was im Akutfall am wichtigsten ist – jeder kann einmal betroffen sein...


Marco Cannas: 112 wählen! Schnell Hilfe zu holen ist das Wichtigste. Das Problem ist häufig, dass ein Schlaganfall nicht erkannt wird. Der FAST-Schnell-Test kann dabei helfen:


F steht für FACE also Gesicht: Fordern Sie die Person auf zu lächeln. Wenn das Gesicht dabei einseitig verzogen ist, könnte dies auf eine Halbseitenlähmung und damit auf einen Schlaganfall hindeuten.          

A steht für Arms also Arme: Bitten Sie die Person, die Arme nach vorne zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu drehen. Bei einer Lähmung können nicht beide Arme gehoben werden.

S steht für Speech also Sprache: Lassen Sie die Person einen einfachen Satz nachsprechen. Ist sie dazu nicht in der Lage oder klingt die Stimme verwaschen, liegt vermutlich eine Sprachstörung vor.

T steht für Time also Zeit: Sofort den Notruf 112 wählen!


Danach kann ich jedem nur empfehlen, unsere Hilfe- bzw. Begleitungsangebote zu nutzen – das liegt mir am Herzen.

Danke, Herr Cannas, für Ihr Engagement und die interessanten Informationen.

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