Selbstmedikation – Möglichkeiten und Grenzen



Mal zwickt es hier – mal zwackt es da. Das ist doch kein Grund, sofort zum Arzt zu laufen – oder doch? Manchmal hilft schon eine kleine Pille oder Pulverchen, aber welches Arzneimittel ist das Richtige? Wie dosiert man das Medikament und was passiert, wenn das Präparat unsachgemäß angewendet wird? Eine ausführliche Beratung durch den Apotheker Ihres Vertrauens kann in diesem Fall durch nichts ersetzt werden – doch gibt es darüber hinaus noch ein paar Dinge, die Sie beachten sollten.


Nicht jede Erkrankung können Sie selbst behandeln

Klar, wegen einer kleinen Erkältung muss man nicht unbedingt zum Arzt. Da helfen oft ein paar Tage Ruhe und Aspirin. Doch selbst hier ist Vorsicht geboten: Wissen Sie zum Beispiel, ob Sie gegen Acetylsalicylsäure – dem Hauptbestandteil von Aspirin – allergisch sind?
Selbst bei einem so harmlos erscheinenden Mittel sollten Sie zumindest mit Ihrem Apotheker sprechen.

Eine wichtige Regel müssen Sie auf alle Fälle befolgen: Bringt das von Ihnen eingenommene Präparat binnen drei bis vier Tagen nicht die gewünschte Wirkung, verschlimmern sich die Krankheitsanzeichen oder treten neue Symptome auf, dann sollten Sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen!


Wie gehen Sie richtig und verantwortungsbewusst mit Arzneimitteln um?

Das genaue Studium des Beipackzettels sollte selbstverständlich sein. Ein ganz wichtiger Punkt hierbei ist die Dosierung, denn eine selbstverordnete Überdosierung zur vermeintlich schnelleren Heilung birgt große Gefahr in sich. Ebenso die Unterversorgung – wenn ein Medikament in einer bestimmten Dosierung verordnet wurde, muss diese eingehalten, und darf nicht eigenmächtig herabgesetzt werden.

Dieser Punkt ist vor allem bei chronisch Kranken ernst zu nehmen. Arzneimittel, die regelmäßig benötigt werden, darf man nicht als „Notfallmedikamente“ ansehen. Zu beachten ist, dass Sie Medikamente, die Ihnen verschrieben wurden, nicht anderen Personen oder gar Kindern verabreichen – denn was für Sie passend ist, muss für andere noch lange nicht richtig oder kann sogar schädlich sein.

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Auch die Einnahme von nicht verordneten Präparaten über einen langen Zeitraum kann kontraproduktiv sein und zu ernsthaften gesundheitlichen Schäden führen. Die entsprechende Lagerung (meist trocken und dunkel, manchmal auch im Kühlschrank) ist Grundvoraussetzung, ebenso das Entsorgen von Medikamenten, deren Haltbarkeitsdatum überschritten ist.


Welche Probleme können bei Selbstmedikation auftreten?

Laut einer Studie der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände kommt es bei fast jeder fünften Selbstmedikation zu Problemen mit dem Arzneimittel. Die Gründe dafür sind vielfältig: das gewählte Medikament ist nicht gegen das Symptom wirksam, es wird zu lange eingenommen, falsch dosiert oder die Gegenanzeigen werden nicht beachtet.

Richtig gefährlich kann es werden, wenn die Symptome nicht richtig eingeordnet werden – zum Beispiel kann bei Brustschmerzen oder Atembeschwerden ein Herzinfarkt oder eine Lungenentzündung dahinter stecken. Bei solchen Symptomen ist ein Gang zum Arzt unerlässlich, einfach ein Schmerzmittel oder Bronchitismedikament zu nehmen, wäre hier fehl am Platz.


Rat vom Apotheker

Bei OTC („over the counter“ – sozusagen über die Ladentheke verkauft) Arzneimitteln handelt es sich um Medikamente, die nicht verschreibungspflichtig sind. Auch wenn diese Medikamente als „harmlos“ eingestuft werden, ist eine Beratung in der Apotheke wichtig. Ihr Apotheker kann Ihnen das, in Bezug auf Ihr Alter, Ihre Lebenssituation, bestehende Erkrankungen, Wechsel- und Nebenwirkungen etc., passende Medikament empfehlen. Bestehen Sie in der Apotheke nicht auf ein Präparat, das Ihnen von Bekannten oder Freunden empfohlen wurde, wenn der Apotheker Ihnen zu einem anderen Arzneimittel rät, und lassen Sie sich die Dosierung und Anwendungsdauer genau erklären.


Wo liegen die Grenzen der Selbstmedikation?

Ein Arztbesuch anstelle von Selbstmedikation ist auf alle Fälle notwendig, wenn sich die Beschwerden über längere Zeit äußern, andere Schmerzen oder Symptome auftreten, oder die Ursache für die gesundheitliche Störung nicht mehr klar zuzuordnen ist. Selbstmedikation ist ein Hilfsmittel, das bei vorübergehenden, leichteren Schmerzen oder Unwohlsein geeignet ist, aber keinesfalls bei chronischen und ernsthaften Krankheiten angewendet werden sollte. Ebenso ist bei Schwangeren, Stillenden und Kindern Vorsicht geboten.

Ob Sie sich lieber selbst heilen, oder durch einen Arztbesuch auf Nummer sicher gehen, bleibt Ihnen überlassen. Eines sollte Ihnen klar sein: Selbstmedikation ist nur sinnvoll, wenn Sie Ihren Körper kennen, in ihn hinein hören und sich selbst gegenüber verantwortungsbewusst handeln.


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