Winterspaß in Schnee und Eis – Worauf Sie achten sollten!


Eine weißverschneite Landschaft ist für viele der Inbegriff eines richtigen Winters. Dann werden die dicken Handschuhe, Schlitten und Schlittschuhe herausgekramt und auf geht’s nach draußen zur Schneeballschlacht und zum Winterspaziergang im Winterwunderwald. Aber auch beim Freizeitspaß im Schnee muss jeder achtsam sein und Vorschriften beachten. Sonst drohen nicht zuletzt rechtliche Konsequenzen. Andreas Politycki von der Frankfurter Kanzlei PWR, Politycki, Walther, Reitzmann ist Partneranwalt von ROLAND Rechtsschutz und weiß, worauf Kinder und Erwachsene achten müssen, damit Rodeln und Co. auch wirklich eine vergnügliche Angelegenheiten bleibt.




Wer haftet wenn der Schneeball ins Auge geht?

Beim ersten Schnee auf Autodächern und Fensterbänken juckt es viele in den Fingern und der Wettbewerb um den „perfekten Wurf“ ist eröffnet. Denn Schneeballschlachten sind beliebt bei Groß und Klein – doch leider auch riskant. Vor allem wenn die weißen Geschosse vom Weg abkommen und auch mal im Gesicht eines Unbeteiligten landen. Versteckt sich dann noch ein Ast oder Steinchen im Schneeball, ist das Verletzungsrisiko hoch. „Wird eine andere Person ungünstig getroffen, kann das leider auch rechtliche Folgen haben – bis hin zu einem Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung“, erklärt Rechtsanwalt Andreas Politycki. Vor allem Kinder und Jugendliche unterschätzen diese Risiken oft.

„Eltern sollten ihre Kinder deshalb auf die Gefahren hinweisen“, so der Experte. Passiert dennoch etwas, muss von Fall zu Fall entschieden werden, ob die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Grundsätzlich gilt: Je jünger das Kind, desto intensiver die Aufsichts- und Aufklärungspflicht der Eltern. Das Gesetz sieht vor, dass Kinder schon ab einem Alter von sieben Jahren selbst haften können. „Das bedeutet, dass sie dann bereits Schadenersatz oder Schmerzensgeld leisten müssten, wenn sie zum Beispiel einen Unfall verursachen. In der Regel werden dann wohl die Eltern die Kosten übernehmen. Guten Schutz bietet hier eine Haftpflicht-Versicherung.“


Wo und wann ist Schlittschuhlaufen auf Seen erlaubt?

Sinkt das Thermometer unter den Gefrierpunkt, kramt so mancher die Schlittschuhe aus dem Keller. Als preiswertere Wahl im Vergleich zu Eishallen und Eisbahnen bieten sich zugefrorene Seen und Flüsse an. „Hier sollte man nach Hinweisschildern Ausschau halten, die das Betreten der Eisfläche verbieten oder erlauben“, betont Rechtsanwalt Andreas Politycki. Mit gutem Grund: Immer wieder kommen Menschen ums Leben, weil sie die Gefahr unterschätzen und auf zu dünnen Eisflächen einbrechen. Und auch rechtlich kann der Ausflug auf den zugefrorenen See Folgen haben.

„Ignoriert man Warn- oder Verbotshinweise, werden mitunter Geldbußen fällig.“ Ist ein solches Schild jedoch nicht aufgestellt, darf man sich zumindest rein rechtlich auf die Eisfläche wagen – sofern sich diese nicht auf einem Privatgrundstück befindet. Da man jedoch oft nicht erkennen kann, ob das Eis trägt, sollte der Hobby-Sportler in jedem Fall warten, bis der See offiziell freigegeben ist. „Ansonsten betreten die Schlittschuhläufer die Eisfläche auf eigene Gefahr.“ Schlittschuhläufer können sich zum Beispiel bei der Gemeinde oder der Feuerwehr informieren, welche Eisflächen ohne Bedenken betreten werden können.


Welche Pisten eignen sich zum Rodeln?

Rasant mit einem frisch gewachsten Schlitten den Berg hinunter – für viele ein Wintervergnügen, das nicht fehlen darf. „Prinzipiell darf man auf öffentlichen Grundstücken, wie zum Beispiel in Parks oder Wäldern, Schlitten fahren – vorausgesetzt, die potenzielle Piste darf nach Gesetz oder Gemeindesatzung zum Rodeln genutzt werden und der Schlittenfahrer zieht dabei weder andere Personen noch die Bepflanzung in Mitleidenschaft“, erklärt der ROLAND-Partneranwalt. Kommt auf der Rennstrecke dennoch zu einem Unfall zwischen zwei Rodlern, ist der Spaß schnell vorbei. Dabei haftet derjenige, der den Zusammenprall verursacht hat.

„Der Unfallgegner kann dann Schadenersatz oder auch Schmerzensgeld verlangen – allerdings nur, wenn er nachweisen kann, dass der andere Rodler den Unfall verschuldet hat“, so Rechtsexperte Andreas Politycki. Lässt sich nicht klären, wer für den Zusammenprall verantwortlich ist, muss jeder seinen eigenen Schaden selbst tragen. „Handelt es sich um eine ausgewiesene Rodelbahn, muss unter Umständen auch der Bahnbetreiber haften – beispielsweise wenn Unebenheiten auf der Piste die Schlittenfahrer gefährden.“


Wer muss Wege und Gehsteige räumen?

Ein Schneespaziergang in weißer Winterlandschaft ist schön, kann aber auch schnell zu einer rutschigen Angelegenheit werden. Die Zuständigkeit dafür, dass Bürgersteige begehbar bleiben, ist von Ort zu Ort anders geregelt. „Auf öffentlichen Wegen ist in der Regel die Gemeinde für das Räumen und Streuen verantwortlich. Soweit möglich, überträgt sie jedoch häufig die Zuständigkeit auf die Anwohner“, so Rechtsanwalt Andreas Politycki. In der Gemeindesatzung kann man nachlesen, ob der Eigentümer zum Winterdienst verpflichtet ist, oder die Räum- und Streupflicht vor dem eigenen Haus auf den Mieter übertragen kann.

„Stürzt ein Passant auf einem Gehweg, müssen also mitunter die Anlieger für den Schaden geradestehen und gegebenenfalls sogar Schmerzensgeld zahlen.“ Aber auch die Fußgänger selbst müssen darauf achten, sich auf Eis und Schnee vorsichtig zu bewegen. Sie bekommen deshalb oft eine Mitschuld.

Diese Rechtstipps für ein ungetrübtes Schneevergnügen wurden Ihnen von der ROLAND-Rechtsschutzversicherung präsentiert.

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