Wissen vermitteln und Erziehen – der Beruf des Lehrers

Die Schulzeit – im nach hinein betrachtet – war wohl die schönste und unbeschwerteste Zeit des Lebens für die meisten von uns. Wären da nicht immer die Lehrer und Lehrerinnen gewesen, die Schulaufgaben und Noten verteilt haben. Aber was wäre unsere Gesellschaft ohne Bildung und ohne Lehrer? Das Bildungssystem und die Lehrer in Deutschland sind eine wichtige Stütze der Gesellschaft und leisten einen großen Beitrag zum Wohlstand – denn ohne entsprechende Bildung würde in Wirtschaft und Wissenschaft nicht viel laufen.



Deshalb engagieren sich über 650.000 voll- und teilzeitbeschäftigte Lehrkräfte tagtäglich in Deutschland für das Vermitteln von Wissen und Werten. Mit zusammen fast 370.000 Lehrkräften sind die meisten in Grundschulen und an Gymnasien beschäftigt. Demgegenüber stehen ca. 8,6 Millionen Schülerinnen und Schüler in allgemeinbildenden Schulen – es kommen somit auf jeden Lehrer im Schnitt ca. 13 Kinder oder Jugendliche. Trotz rückläufiger Schülerzahlen ist das eine enorme Leistung der Lehrkräfte, die ohne ein gewisses Maß an Idealismus kaum zu bewältigen wäre.




Lehrer ist nicht gleich Lehrer – die Vielfalt des Lehrerstandes.

Als Lehrer dürfen sich in Deutschland weit mehr als nur die über 650.000 Lehrkräfte in allgemeinbildenden Schulen bezeichnen. Nimmt man die über 120.000 Lehrkräfte an Beruflichen Schulen, die fast 100.000 Hochschullehrer an den Universitäten und die Lehrer, die außerhalb der Schule unterrichten – zum Beispiel Dozenten in der Erwachsenenbildung, Lehrer in Musikschulen, Sportvereinen etc. hinzu, kommt man wahrscheinlich auf fast eine Million Personen mit Lehrtätigkeit in Deutschland.


Anders, als in anderen Beamtenberufen, ist die Lehrtätigkeit eine Frauendomäne – die Frauenquote beträgt fast 70%. Lehrer, die an Grundschulen, Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien unterrichten, kann man unter dem Begriff „Schullehrer“ zusammenfassen, Dozenten an Universitäten und Fachhochschulen nennt man ebenso Lehrer bzw. Hochschullehrer.

Und dann gibt es noch zum Beispiel die Fahrlehrer – die ebenso eine Lehrtätigkeit ausüben, aber ansonsten weder vom Status noch von der Art der Beschäftigung mit den anderen Lehrern Gemeinsamkeiten haben.



Die Aufgaben von Lehrern mit Beamtenstatus in Schulen und Universitäten.

Der deutsche Bildungsrat hat im Jahre 1970 die Berufsaufgaben des Lehrers in fünf Punkten definiert: Lehren und Erziehen, Beurteilen, Beraten, Innovieren. Was in dieser Form ein wenig sperrig klingt, ist leicht zusammenzufassen – Lehrer und Erzieher vermitteln Fachwissen, bringen den Schülern gesellschaftliche Werte bei, unterstützen die persönliche Entwicklung, stehen Ihnen bei Problemen zur Seite und bereiten Sie auf das Erwachsenenleben vor.


Konkret bedeutet dies, Bildungsinhalte vermitteln und den Lehrplan einzuhalten, Erziehungsaufgaben zu übernehmen, pädagogische Hilfestellung bei Problemen zu leisten, Elterngespräche zu führen, an Konferenzen teilzunehmen, Klassenfahrten zu planen und zu betreuen, den Unterricht vorbereiten, Klausuren und Schularbeiten zu kontrollieren und zu bewerten.

Eine weitere Aufgabe, die nicht unmittelbar mit dem Unterrichten an sich verbunden ist, ist die Fortbildung. Lehrer müssen sich ständig auf dem neuesten Stand der Forschung und Wissenschaft halten, um den Schülern aktuelles Wissen vermitteln zu können. Somit bedeutet die Lehrertätigkeit nicht nur Wissen an die Schüler weiterzugeben, sondern auch für den Lehrkörper lebenslanges Lernen.



Voraussetzungen und Einstieg in das Lehreramt.

Wer sich für eine Laufbahn als Lehrer entschließt, sollte sich im Vorfeld darüber im Klaren sein, dass dieser Beruf viel Geduld, Disziplin und Ausdauer erfordert. Weitere Grundvoraussetzungen sind – neben erzieherischen und kommunikativen Kompetenzen – psychische und physische Belastbarkeit, Freude am Umgang mit Kindern und Jungendlichen sowie selbstsicheres Auftreten vor Schülern und Eltern. Eine gewisse Flexibilität sollte auch vorhanden sein – denn der Einsatz ist unter Umständen bundesweit möglich.


Von der Ausbildungsseite her, sieht es wie folgt aus: Voraussetzung, um Lehrer zu werden, ist ein Abitur und in der Regel ein Lehramtsstudium an einer Universität. Der Studierende muss sich für zwei Fächer entscheiden, kann aber auch im Laufe des Studiums ein Ergänzungsfach hinzuzunehmen, welches im gleichen Umfang studiert werden muss und das Studium somit verlängert. Zusätzlich muss das Fach „Bildungswissenschaft“ als 3. Pflichtfach belegt werden. Je nach Art des Abschlusses (Staatsexamen, Bachelor- oder Masterstudium), ist die Dauer des Studiums unterschiedlich. Am längsten dauern das Gymnasial- und das Sonderschullehramt, das Grundschullehramt ist das kürzeste. Begleitet wird das Studium durch unterschiedliche Praktika, um das theoretische Wissen auch schon im Rahmen des Studiums praktisch an einer Schule anwenden zu können.


Nach dem ersten Staatsexamen oder der Masterthesis folgt ein zweijähriges Referendariat, in denen die angehenden Lehrer bereits an Schulen arbeiten, jedoch regelmäßig von einer Kommission auf ihre Kompetenzen geprüft werden.

Danach folgt das zweite Staatsexamen. Eine Stelle als Lehrer wird über die Ministerien der Länder vergeben. Im Bereich der Berufsschullehrer können auch Quereinsteiger, die in einem Lehrberuf tätig waren und ein erziehungswissenschaftliches Ergänzungs- oder Aufbaustudium absolviert haben, eine Lehrtätigkeit aufnehmen.



Aufstieg in der Hierarchie und Besoldung.


Ist das Studium und das Referendariat erfolgreich absolviert, ist der frischgebackene Lehrer Studienassessor, nach einer gewissen Dienstzeit kann er zum Studienrat befördert werden (nur Gymnasial-, Realschul- und Berufsschullehrer). Die weiteren Dienstgrade in der Lehrerlaufbahn an staatlichen Schulen sind Oberstudienrat, Studiendirektor und Oberstudiendirektor. Lehrer werden in staatlichen Schulen als Angestellte im Öffentlichen Dienst oder als Beamte im gehobenen Dienst eingestuft – als Grundschullehrer startet man in Besoldungsgruppe A12, mit ca. 2.900 Euro im Monat, Hauptschul-, Förderschul-, Realschul- und Gymnasiallehrer, die nur in der Sekundarstufe I unterrichten, können laut Besoldungsgruppe A13 mit ca. 3.200 Euro monatlich rechnen, Gymnasiallehrer, Berufsschullehrer und andere Lehrer, die in der Sekundarstufe II unterrichten, werden zunächst in die Gruppe A13Z mit ca. 3.300 Euro eingestuft. Von dort können sie in die Gruppen A14 (Oberstudienrat), A15 (Studiendirektor) und A16 (Oberstudiendirektor) aufsteigen – mit Besoldung von ca. 3.400 bis ca. 4.800 Euro. Nach langer Diensterfahrung und nach einigen Dienstjahren kann die Besoldung bis auf über 6.000 Euro steigen. Fachlehrer an Berufsschulen beginnen in den Besoldungsgruppen A9 (ca. 2.200 Euro im Monat) oder A10 (ca. 2.400 Euro im Monat). Familien- und weitere Zuschläge werten das Grundgehalt zusätzlich auf. 


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Als Spezialversicherer für den Öffentlichen Dienst kennen wir den speziellen Versicherungs- und Vorsorgebedarf der jeweiligen Berufsgruppen. Im Vordergrund steht bei der DBV ein genau auf die Bedürfnisse der Zielgruppe abgestimmtes Paket aus Produkten, Services, Beratung und Betreuung.
Die Produktpalette reicht hierbei von der Krankenversicherung, Dienst-/Berufsunfähigkeitsversicherung, Haftpflicht, Rechtsschutz, Existenzsicherung oder Rentenvorsorge bis hin zur perfekten Fahrzeugversicherung, Hausrat oder Wohngebäudeversicherung und Unfallversicherung.

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Risiken im Beruf.

Anders, als zum Beispiel bei Polizisten oder Soldaten – bei denen beruflich ein hohes Verletzungsrisiko zum Tragen kommt – bestehen die gesundheitlichen Risiken im Lehrerberuf eher im psychischen Bereich. Durch die umfangreiche Arbeit außerhalb des Schulgebäudes – die auf den ersten Blick beim Lehrer nicht offensichtlich ist – ist der Stressfaktor und die Arbeitsbelastung sehr hoch. Der Unterricht muss vorbereitet werden, vieles muss organisiert werden und die Bearbeitung von Schulaufgaben, das Korrigieren der Arbeiten sowie das Benoten der Schüler nimmt viel Zeit in Anspruch. Diese geistige und zeitliche Belastung kann zu psychischen Beschwerden führen – bis hin zu Burn-Out oder Depressionen. Sportlehrer sind zudem auch einem körperlichen Risiko ausgesetzt. Berufsschullehrer in Berufen, in denen mit Maschinen gearbeitet wird, tragen ebenso ein Verletzungsrisiko. Deshalb gilt auch bei den Lehrern: ohne entsprechende private Absicherung durch eine Dienst-/Berufsunfähigkeitsversicherung, Kranken- und Unfallversicherung sollte man diesen Beruf nicht ausüben.


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