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Paar spricht über individuelle Altersvorsorge

Heute leben oder an Morgen denken

Lohnt sich Altersvorsorge noch?

Einstellungen, Bedürfnisse und Ansprüche verändern sich. Noch vor einigen Jahrzehnten war Sparsamkeit und Vorsorge für das Alter ein angestrebtes Ziel – heute gehen die Gedanken vieler Menschen in andere Richtungen. Immer öfter hört man Schlagworte wie „Freizeitgesellschaft“ oder „Erlebnisgesellschaft“. Hinter diesen Begriffen verbirgt sich unter anderem der Gedanke, weniger zu arbeiten, das Leben im Augenblick zu genießen, sich heute schon vieles zu gönnen – und nicht die Einstellung „Wenn ich mal in Rente bin, dann mache oder gönne ich mir dies oder jenes.“

Ist es mit dieser „Carpe Diem“ oder „you only live once“-Einstellung überhaupt noch sinnvoll, für die Rente vorzusorgen – und lohnt sich das bei der derzeitigen Finanzmarktsituation überhaupt noch? Um es vorweg zu nehmen: Ja, es lohnt sich nach wie vor – und ist wichtig wie noch nie zuvor, mit einer entsprechenden Altersabsicherung für die Zeit nach der Berufstätigkeit vorzusorgen. Warum dies der Fall ist und wie Sie sich am besten finanziell auf Ihren wohlverdienten Ruhestand vorbereiten können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Die Tücken der gesetzlichen Rentenversicherung

Wer seine Altersvorsorge auf die gesetzliche Rentenversicherung stützt, kann sich nur auf eines verlassen: Er bekommt eine Rente. Wie hoch diese jedoch sein wird, steht in den Sternen. Mit Sicherheit klafft eine nicht zu kleine Versorgungslücke zwischen dem letzten Verdienst und der Rente . Aber warum ist die gesetzliche Rente nicht mehr finanzierbar?

Die Rente wird im Wesentlichen durch Beiträge der Versicherten und der Arbeitgeber, durch den Bundeszuschuss und sonstige Einnahmen der Rentenversicherungsträger finanziert. Stehen zu wenig Beitragszahler – aufgrund sinkender Geburtenraten – zu vielen Empfänger gegenüber, kann das auch der Bund nicht mehr ausgleichen und die Rentenzahlungen schrumpfen. Das resultiert auch daraus, dass die Menschen in Deutschland heute viel älter werden, daher um einiges länger ihre Rentenzahlungen erhalten und immer mehr ältere Menschen in unserer Gesellschaft leben.

Private Vorsorge in Zeiten einer schwierigen Finanzmarktsituation

Jeder, der sich in der letzten Zeit für die gängigen Zinssätze für Spareinlagen interessiert hat, ist zum selben Schluss gekommen: Bei annähernd 0% Zinsen lohnt sich das Sparen nicht mehr. Die Sparzinsen sind im Keller – es gilt, sich nach anderen Absicherungsformen umzusehen. Aktien und Fonds versprechen eine höhere Rendite, bergen aber auch hohe Verlustrisiken. Für alle, die sich nicht tagtäglich mit Börsenkursen beschäftigen und ein gewisses Know-How in diesem Bereich mitbringen, ist diese Art der Geldanlage nicht zu empfehlen.

Sicherer und renditestark sind fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen, bei denen das Geld in unterschiedlichste Fonds investiert wird und somit das Risiko besser verteilt ist. Darüber hinaus kümmern sich erfahrene Fondsmanager um die Einlagen. Auch die – von einigen zurzeit verpönten – klassischen Lebens- und Rentenversicherungen, Riester- oder Rürupverträge sind nach wie vor eine gute Wahl, denn deren Rendite ist noch immer gewinnbringend und diese Formen der Absicherung sind nahezu risikolos. Das Thema Immobilienkauf ist in Bezug auf die Altersvorsorge ebenso im Gespräch. Bei ständig steigenden Immobilienpreisen ist das nachvollziehbar – aber wer kann sich heute noch so einfach eine Wohnung in München, Hamburg oder Stuttgart bei steigenden Quadratmeterpreisen als Altersvorsorgung leisten?

Wie sieht die richtige Absicherung aus?

Eine optimale Absicherung sollte aus mehreren Bestandteilen bestehen. Die Grundversorgung durch die gesetzliche Rentenversicherung ist ohnehin selbstverständlich. Die zweite Stufe wären Formen, die vom Gesetzgeber mit Steuervorteilen gefördert werden – wie zum Beispiel Riester- oder Rürupverträge und auch die betriebliche Altersvorsorge, mit denen man steuerlich begünstigt für das Alter vorsorgen kann. Die dritte Säule bilden private Renten- und Kapitallebensversicherung oder Rentenfonds.  

Gerade bei Lebens- und Rentenversicherung lohnt es sich, früh damit zu beginnen – denn je länger die Ansparphase dauert, desto höher ist der Zinseszins und es reichen kleinere Beträge aus, um den Lebensstandard im Alter halten zu können. Wenn zum Beispiel ein 42-jähriger jetzt erst eine entsprechende Absicherung abschließt, muss er – je nach Einkommen zwischen 100 und 680 Euro monatlich zurücklegen, hätte er mit Berufseintritt begonnen, wären es nur 50 bis 460 Euro im Monat. Als Faustregel für die Höhe der Ausgaben für die Altersversorgung gilt: Fängt man in jungen Jahren schon an, reichen in etwa 10% des Gehalts aus – Spätberufene müssen jedoch bis an die 20% rechnen, um im Alter gut über die Runden zu kommen.

Ganz wichtig ist bei einer privaten Rentenversicherung, eine Berufsunfähigkeitsversicherung einzuschließen und eine separate Pflegeversicherung abzuschließen. Die Berufsunfähigkeitsversicherung stellt im Falle der Berufsunfähigkeit die Beitragszahlung zur privaten Rente sicher und kann durch eine spezielle Berufsunfähigkeitsrente erweitert werden. Wird man durch Krankheit oder Unfall zum Pflegefall, kommen enorme Pflegekosten auf einen selbst – oder im schlimmsten Fall, sollte man die Kosten nicht selbst tragen können – sogar auf die Kinder zu. Die Pflegeversicherung deckt Kosten für die Pflege ab, die ansonsten selbst bezahlt werden müssten und bis zu mehreren Tausend Euro im Monat ausmachen können. Erst durch diese Formen der weiteren Absicherung ist die persönliche Vorsorge komplett.

Altbewährt, sicher und immer noch renditestark – die Rentenversicherung

Auch wenn der Garantiezins bei klassischen Lebens- und Rentenversicherungen relativ niedrig ist, ist dieser mit normalen Sparformen kaum erreichbar und wird durch vertraglich vereinbarte, zusätzliche Gewinnbeteiligungen erhöht. Er bildet also nur die Basis und damit die Untergrenze der zu erwartenden Zinsen.

Unser Fazit – Altersvorsorge lohnt sich nach wie vor

Gerade die Rentenversicherung ist eine Überlegung wert, denn diese Form der Altersvorsorge ist die Einzige, die eine lebenslange Rente leistet – wohingegen das Ersparte irgendwann mal aufgebraucht sein kann. Aufgrund der Langlebigkeit unserer heutigen Gesellschaft ist dies ein wichtiger Aspekt. Die Rendite ist nach wie vor gut – denn die Versicherungsnehmer werden in hohem Maße an Überschüssen beteiligt – das ist gesetzliche Pflicht und somit sicher. Darüber hinaus sollte man die von der Regierung steuerbegünstigten Produkte ins Auge fassen, um gezielt vorzusorgen und die Steuervorteile nicht ungenutzt lassen.

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