
Der Gender Pension Gap
Warum sind Frauen im Ruhestand oft schlechter gestellt und wie können Sie den Pension Gap gezielt schließen?
Frauen verdienen in Deutschland im Durchschnitt noch immer weniger als Männer. Und das hat langfristige Folgen. Der Unterschied beim Einkommen setzt sich im Alter fort und führt zu deutlich geringeren Rentenansprüchen. Diese Differenz bezeichnet man als Gender Pension Gap. Sie zeigt, wie groß die Ungleichheit bei der Altersvorsorge tatsächlich ist.
Was ist die Definition des Gender Pension Gaps?
Per Definition beschreibt der Gender Pension Gap den prozentualen Unterschied zwischen den durchschnittlichen Alterseinkünften von Frauen und Männern. Er zeigt, wie viel weniger Frauen im Rentenalter im Vergleich zu Männern erhalten.
Im Gegensatz dazu misst der Gender Pay Gap die Einkommensdifferenz während des Erwerbslebens. Der Pension Gap ist somit die langfristige Folge des Pay Gaps.
Was sind die Gründe für den Gender Pension Gap?
Hauptursachen sind Teilzeitbeschäftigungen, unterbrochene Erwerbsbiografien und oftmals niedrigere Löhne sowie die Wahl bestimmter Berufe und Karrierewege, zum Beispiel in sozialen oder pflegerischen Bereichen.
Dazu zählen auch Phasen unbezahlter Care-Arbeit, etwa wenn Frauen die Kinder erziehen oder Angehörige pflegen. Dadurch zahlen sie niedrigere Beiträge in die Rentenversicherung und verringern langfristig die individuellen gesetzlichen Rentenansprüche.
Der Gender Pension Gap zeigt damit nicht nur ein ökonomisches Ungleichgewicht, sondern auch die strukturellen Unterschiede in der Erwerbstätigkeit und Alterssicherung zwischen Frauen und Männern.
Wie steht es um den Gender Pension Gap in Deutschland?
Der Gender Pension Gap in Deutschland ist weiterhin deutlich ausgeprägt. Je nach Umfrage oder Studie zum Gender Pension Gap liegen für das Jahr 2023 bzw. 2024 Zahlen zwischen 37 Prozent (Statistisches Bundesamt, ohne Hinterbliebenenrente) und 43 Prozent (WSI) vor. Das bedeutet: Frauen erhalten im Ruhestand durchschnittlich spürbar weniger Alterseinkünfte als Männer.
Im europäischen Vergleich schneidet Deutschland schlechter ab als viele Nachbarländer (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung). Eine Ungleichheit gibt es auch innerhalb Deutschlands:
- In den alten Bundesländern ist der Gender Pension Gap mit etwa 47 Prozent besonders hoch.
- In den neuen Bundesländern liegt er mit rund 21 Prozent etwas niedriger.
In der ehemaligen DDR war die Erwerbsbeteiligung von Frauen deutlich höher. Berufstätigkeit galt als selbstverständlich und das Netz an staatlichen Kinderbetreuungseinrichtungen ermöglichte es Müttern, frühzeitig wieder in Vollzeit zu arbeiten. Dadurch sammelten Frauen über ihr gesamtes Erwerbsleben hinweg mehr Rentenbeiträge und erreichten höhere Alterseinkünfte.
In Westdeutschland prägte hingegen lange das Modell des Alleinverdieners das gesellschaftliche Bild. Die Erwerbsmuster gleichen sich zwar immer mehr an, doch die Folgen der unterschiedlichen Arbeitsbiografien wirken über Generationen hinweg nach.
Warum ist der Gender Pension Gap höher als der Gender Pay Gap?
Der Gender Pay Gap beschreibt die Einkommensdifferenz zwischen Frauen und Männern während des Erwerbslebens. In Deutschland lag dieser laut Statistischem Bundesamt (2024) zuletzt bei rund 16 Prozent. Der Gender Pension Gap fällt dagegen deutlich höher aus.
Dies liegt an den Einkommensunterschieden, die oben bereits angesprochen wurden. Berufswahl, Teilzeitarbeit , Care-Arbeit oder Unterbrechungen in der Erwerbsbiografie wirken während des Berufslebens langfristig auf die Rentenansprüche und damit auf die finanzielle Situation im Alter.
Auch bei der betrieblichen Altersvorsorge bestehen Unterschiede: Männer nutzen diese Form der Vorsorge deutlich häufiger als Frauen. Die Deutsche Clearing-Stelle hat hier bei einer Analyse 2025 festgestellt, dass die Verteilung der bAV-Verträge ein Verhältnis von 22,6 Prozent Frauen und 77,4 Prozent Männer aufzeigt.
Die Summe dieser Faktoren erklärt, warum die Lücke im Alter größer ist als während des Berufslebens: Der Pay Gap multipliziert sich über die Jahre zu einem spürbaren Pension Gap.
Welche Branchen haben den größten Anteil am Gender Pension Gap?
Der Gender Pension Gap entsteht nicht nur durch individuelle Erwerbsbiografien, sondern auch durch strukturelle Unterschiede auf dem Arbeitsmarkt. Besonders betroffen sind Branchen mit hohem Frauenanteil, in denen die Einkommen im Durchschnitt niedriger ausfallen
Dazu zählen vor allem:
- Pflege und Gesundheitswesen
- Erziehung und soziale Arbeit
- Einzelhandel
- Gastgewerbe und Tourismus
Auch im öffentlichen und sozialen Sektor wirkt sich dieses grundsätzliche Muster aus: Trotz tariflicher Regelungen führen lange Teilzeitphasen, Elternzeiten und berufliche Unterbrechungen zu geringeren Rentenansprüchen.
Wie können Sie die Rentenlücke schließen?
Der Gender Pension Gap ist kein unveränderliches Schicksal. Mit einer gezielten Strategie zur Altersvorsorge für Frauen verringern Sie die Rentenlücke deutlich. Entscheidend ist, dass Sie die eigene Altersvorsorge bewusst und aktiv gestalten.
- Rentenansprüche prüfen: Die Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung zeigt, welche Ansprüche Sie bereits haben und wo Versorgungslücken liegen. Auf dieser Grundlage planen Sie, wie Sie gesetzliche, betriebliche und private Vorsorge im 3-Schichten-Modell optimal kombinieren.
- Private Altersvorsorge aufbauen: Eine private Rentenversicherung hilft Ihnen, Einkommenslücken im Alter zu schließen. Die Altersvorsorge von AXA bietet Ihnen hierbei genau die Möglichkeiten, die zu Ihnen passen.
- Betriebliche Altersvorsorge nutzen: Arbeitgeber müssen eine Entgeltumwandlung anbieten, bei der Teile des Bruttogehalts steuer- und sozialabgabenfrei in eine Rentenversicherung fließen. Nutzen Sie diese Möglichkeit, um Ihre Altersvorsorge zusätzlich zu stärken.
- Staatliche Förderung nutzen: Riester- und Rürup-Renten gewähren Ihnen steuerliche Vorteile und Zuschüsse – ideal für Familien und Selbstständige.
Der Gender Pension Gap zeigt, dass Frauen im Alter noch immer deutlich geringere Renten erhalten als Männer. Handeln Sie daher frühzeitig, um die Lücke bestmöglich zu schließen. Jede Frau sollte ihre Rentenansprüche regelmäßig prüfen, staatliche Förderungen nutzen und ergänzend privat vorsorgen. Die Versicherungen von AXA unterstützen Sie, damit Sie Ihre finanzielle Zukunft selbst in die Hand nehmen können.
Welche staatlichen Unterstützungen gibt es für Frauen, um den Gender Pension Gap zu vermeiden?
Es gibt verschiedene staatliche Hebel und Angebote, um die Rentenlücke zwischen Frauen und Männern zu verringern. Sie gleichen Auszeiten in der Erwerbstätigkeit aus und fördern die private Vorsorge.
- Kindererziehungszeiten: Bis zu drei Jahre pro Kind werden Ihnen in der gesetzlichen Rentenversicherung angerechnet.
- Pflegezeiten: Wenn Sie Angehörige des Pflegegrades 2 oder höher mindestens zehn Stunden pro Woche pflegen, verbessern Sie damit Ihren Rentenanspruch.
- Riester-Rente: Wenn Sie sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, profitieren Sie mit der Riester-Rente von staatlichen Zulagen und Steuervergünstigungen. Sie erhalten eine Grundzulage von bis zu 175 Euro pro Jahr und – falls Sie Kinder haben – Kinderzulagen von bis zu 300 Euro jährlich.
Unsere Empfehlung: Besonders für Familien und Teilzeitbeschäftigte lohnt sich die Riester-Rente, da bereits geringe Eigenbeiträge ausreichen, um die volle Förderung zu erhalten.
- Basisrente (Rürup-Rente): Wenn Sie selbstständig oder freiberuflich tätig sind, optimieren Sie mit der Basisrente (Rürup-Rente) Ihre Altersvorsorge steuerlich. Sie dürfen Ihre Einzahlungen bis zu einem Betrag von rund 826 Euro pro Jahr (bzw. 61.652 Euro für Verheiratete) absetzen (diese Höchstbeträge gelten für das Jahr 2026) .
Welche Folgen hat der Gender Pension Gap für den Lebensstandard im Alter?
Der Gender Pension Gap hat direkte und spürbare Folgen, vor allem in Form von steigender Altersarmut unter Frauen. Laut Statistischem Bundesamt (2023) liegt die Armutsgefährdungsquote für Frauen ab 65 Jahren bei 20,8 Prozent, während sie bei gleichaltrigen Männern 15,9 Prozent beträgt.
Diese Zahlen zeigen: Frauen sind im Ruhestand deutlich häufiger von Altersarmut betroffen. Besonders gefährdet sind alleinlebende Frauen, ehemalige Teilzeitbeschäftigte und Alleinerziehende.
Für viele bedeutet das, dass sie im Alter auf staatliche Grundsicherung angewiesen sind oder durch Angehörige unterstützt werden müssen. Der Gender Pension Gap ist damit nicht nur eine statistische Größe, sondern ein zentrales soziales Risiko.
Die Entwicklung des Gender Pension Gap – Schrumpft die Rentenlücke?
Die Entwicklung des Gender Pension Gap zeigt tatsächlich, dass sich der Unterschied zwischen Männern und Frauen stetig verringert. Die grundsätzlich positive Tendenz hat verschiedene Gründe.
- Steigende Erwerbsbeteiligung: Immer mehr Frauen arbeiten in Vollzeit oder kehren früher aus der Elternzeit zurück.
- Gesellschaftliche Veränderung: Die höhere Erwerbstätigkeit von Frauen hängt auch mit höheren Bildungsabschlüssen zusammen. Parallel fokussieren sich mehr Frauen auf eine eigene Karriere mit höheren Gehältern.
- Flexiblere Arbeitsmodelle: Die fortschreitende Digitalisierung und Homeoffice-Konzepte erleichtern es, Familie und Beruf zu vereinbaren.
- Staatliche Einflüsse: Anpassungen wie der Mindestlohn oder die Anrechenbarkeit der Kinderzeiten tragen zu höheren Rentenansprüchen bei.
Früh vorsorgen lohnt sich
Der Gender Pension Gap zeigt, dass Frauen im Alter noch immer deutlich geringere Renten erhalten als Männer. Handeln Sie daher frühzeitig, um die Lücke bestmöglich zu schließen. Jede Frau sollte ihre Rentenansprüche regelmäßig prüfen, staatliche Förderungen nutzen und ergänzend privat vorsorgen.
Die Versicherungen von AXA unterstützen Sie als Versicherungsnehmerin, versicherte Person und/oder Beitragszahler in dabei mit individuellen Lösungen und flexiblen Altersvorsorgeprodukten. Damit können Sie Ihre finanzielle Zukunft selbst in die Hand nehmen .
Häufige gestellte Fragen zum Gender Pension Gap
Was ist der Unterschied zwischen Gender Pay Gap und Gender Pension Gap?
Der Gender Pay Gap beschreibt den Unterschied im Einkommen zwischen Männern und Frauen während des Berufslebens. Der Gender Pension Gap zeigt dagegen die Unterschiede bei den Alterseinkünften.
Weil niedrigere Gehälter, Teilzeit und Erwerbsunterbrechungen langfristig weniger Rentenpunkte bedeuten, ist die Rentenlücke meist deutlich größer als der Pay Gap. Einen Misch-Begriff wie Gender Pension Pay Gap gibt es offiziell nicht.
Wie können Sie Ihre persönliche Rentenlücke berechnen?
Ihre aktuelle Rentenprognose finden Sie in der Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung. Sie zeigt, wie viele Rentenpunkte Sie gesammelt haben und mit welcher monatlichen Rente Sie unter bestimmten Voraussetzungen rechnen können.
Was sind die Gründe für den Gender Pension Gap?
Die wichtigsten Ursachen sind:
- Berufswahl und Karriereentwicklung
- Geringere Einkommen und kürzere Erwerbszeiten
- Häufige Teilzeit- und Minijobs
- Unterbrechungen durch Kindererziehung oder Pflege
Lohnt sich eine private Altersvorsorge auch, wenn Sie in Teilzeit arbeiten?
Ja, gerade dann. Wenn Sie Teilzeit arbeiten, führt das zu niedrigeren gesetzlichen Rentenansprüchen. Eine private Rentenversicherung oder Riester-Rente verringert diese Lücke und sorgt dafür, dass Sie trotz geringerer Arbeitszeit eine stabile Altersabsicherung aufbauen können.
Ab welchem Alter sollten Sie mit der Altersvorsorge beginnen?
Je früher Sie beginnen, desto stärker profitieren Sie vom Zinseszinseffekt. Schon kleine monatliche Beiträge können über die Jahre sehr stark wirken. Idealerweise starten Sie mit der privaten Vorsorge gleich zu Beginn Ihres Berufslebens. Wer später einsteigt, kann durch höhere oder flexible Beiträge noch aufholen. Gemeinsam mit uns finden Sie die, für Sie beste Altersvorsorge.
Welche Möglichkeiten haben Selbstständige, um Altersarmut zu vermeiden?
Selbstständige sind häufig nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Sie können über die Basisrente (Rürup-Rente) steuerlich gefördert vorsorgen oder zusätzliche private Rentenversicherungen abschließen.
Was passiert mit der Altersvorsorge, wenn Sie in Elternzeit gehen?
Während der Elternzeit ruhen in der Regel Ihre Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung, doch Kindererziehungszeiten werden angerechnet. Die Beiträge für private und betriebliche Vorsorgeverträge können, bei Bedarf, individuell angepasst oder auch ausgesetzt werden.
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