Grundsätzlich sollten ohnehin nicht der Beitrag das Argument für oder gegen die private Krankenversicherung sein, sondern die umfangreichen medizinischen Leistungen für Ihre Gesundheit.
Sollte Ihnen der Beitrag im Alter jedoch zu hoch sein – weil z.B. Ihre Einnahmen deutlich zurückgegangen sind – haben Sie einige Möglichkeiten, darauf zu reagieren. Diese sind aber in der Regel mit einer Leistungsreduzierung verbunden.Tarifwechsel: Höhere Selbstbeteiligung
Sie zahlen jedes Jahr einen höheren Anteil der Kosten selbst. Dafür sinkt in der Regel Ihr monatlicher Beitrag.
Nicht immer ist eine Erhöhung der Selbstbeteiligung möglich. Wenn Sie aktuell schon eine hohe Selbstbeteiligung vereinbart haben, ist eine Erhöhung häufig nicht mehr möglich und auch nicht sinnvoll. Melden Sie sich gerne bei uns. Wir prüfen dann gemeinsam mit Ihnen eine mögliche Erhöhung Ihrer Selbstbeteiligung.
Möchten Sie Ihre Selbstbeteiligung zu einem späteren Zeitpunkt wieder verringern, ist dies nur mit einer Gesundheitsprüfung möglich. Versuchen Sie deshalb für sich abzuschätzen, ob Sie den Eigenanteil auch langfristig selbst tragen wollen.
Gerade in jungen Jahren wirkt eine Selbstbeteiligung zur Verringerung des monatlichen Beitrags sehr attraktiv. Im höheren Alter, in dem in der Regel auch die Inanspruchnahme der Leistungen zunimmt, kann eine hohe Selbstbeteiligung auch zu einer Belastung werden.
Tarifwechsel: Verzicht auf Leistungen
Können Sie mit Einschränkungen leben? Dann können Sie in einen Tarif mit geringeren Leistungen wechseln. Ein geringerer Versicherungsumfang könnten für Sie höhere Eigenanteile für bestimmte Leistungsbereiche bedeuten. Überlegen Sie gut, ob Sie bereit sind, diese Mehrkosten in Kauf zu nehmen.
Verzichten Sie zugunsten eines niedrigen Beitrags keinesfalls auf Leistungen, die Ihnen wichtig sind!
Lesen Sie sich die neuen Tarifinhalte genau durch und wägen Sie für sich ab, ob auch die neuen Tarifinhalte passend sind. Hier ein paar Beispiele:
- Möchten Sie im Krankenhaus lieber im Ein- oder Zweibettzimmer liegen? Oder wäre auch ein Mehrbettzimmer für Sie in Ordnung? Ist Ihnen die privatärztliche Behandlung durch den Chefarzt wichtig? Oder können Sie darauf verzichten?
- Sind Sie bereit, eine hohe Eigenbeteiligung für Zahnersatzmaßnahmen (zum Beispiel für eine Krone oder ein Implantat) zu zahlen?
Ein Leistungsverzicht ist nicht immer möglich. Insbesondere dann nicht, wenn Sie schon in einem Tarif mit Grundleistungen versichert sind. Das hängt mit der individuellen Ausgangssituation zusammen. Melden Sie sich gerne bei Ihrem persönlichen Betreuer. Wir werden mit Ihnen Ihre Wünsche besprechen und gemeinsam ermitteln, welche Optionen wir Ihnen anbieten können.
Bitte bedenken Sie: Abgewählte Leistungen können später nicht mehr ohne weiteres erneut versichert werden. Bei einer späteren Erhöhung des Versicherungsschutzes ist eine neue Gesundheitsprüfung erforderlich. Der Weg zurück in den leistungsstärkeren Tarif ist dann gegebenenfalls nur mit Einschränkungen verbunden oder sogar ausgeschlossen.
Wechsel in einen Sozialtarif
Das System der privaten Krankenversicherung (PKV) sieht mit dem Standardtarif und dem Basistarif zwei so genannte Sozialtarife vor, die im Alter in Anspruch genommen werden können. Diese Tarife richten sich insbesondere an Versicherte, die aus finanziellen Gründen einen besonders preiswerten Tarif benötigen.
Die versicherten Leistungen befinden sich dann auf dem Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung. Die genauen Voraussetzungen und Hintergrundinformationen zu diesen Tarifen finden Sie auf der Internetseite des PKV-Verbandes.
Internetseite des PKV-VerbandesWechsel zu einer anderen privaten Krankenversicherung
Wenn Sie aufgrund des hohen Beitrags darüber nachdenken, zu einer anderen privaten Krankenversicherung zu wechseln, dann beachten Sie bitte Folgendes:
Bei einem Wechsel
- gehen die bereits angesparten Alterungsrückstellungen zum größten Teil oder sogar komplett verloren (wenn der Vertrag vor 2009 abgeschlossen wurde),
- ist eine erneute Gesundheitsprüfung erforderlich, die zu Erschwerungen führen kann,
- führt das aktuelle (neue) Eintrittsalter beim neuen Versicherer zu schlechteren Konditionen in der Beitragsentwicklung.
Die kalkulatorischen Kosten für einen Eintritt im „fortgeschrittenen Alter“ müssen höher sein, weil die Zeit bis zum Vertragsende kürzer ist und die Alterungsrückstellungen über einen kürzeren Zeitraum neu angespart werden müssen.
Wechsel zur gesetzlichen Krankenversicherung
Vielleicht fragen Sie sich, ob ein Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) sinnvoll und möglich ist? Ab 55 Jahren hat der Gesetzgeber einen Wechsel nahezu ausgeschlossen.
Eine späte Rückkehr von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung ist allerdings auch mit Nachteilen verbunden:
Für Privatversicherte, die in der zweiten Hälfte ihres Erwerbslebens weniger als 90 Prozent gesetzlich versichert waren, besteht nämlich kein Recht auf die Krankenversicherung der Rentner (KVdR). Das bedeutet, dass der freiwillig Versicherte Rentner auch Beiträge auf private Einkünfte wie z.B. Miet- oder Kapitaleinnahmen zahlen muss.
Zur Vereinfachung haben wir diese Regelung mit einem Schaubild dargestellt: