Geburt mit einem guten Gefühl

Mit Checkliste für die Wahl der richtigen Entbindungsklinik

Ein gesundes Baby ist das größte Geschenk. Hoffentlich geht alles gut! Beruhigend ist es, wenn man sich schon im Vorfeld gut informiert und sicher aufgehoben fühlt. Die Zuversicht der Mutter trägt neben der medizinischen Fürsorge einen wesentlichen Teil zu einem problemlosen Verlauf bei. Der erfahrene Frauenarzt Prof. Dr. Ludwig Spätling, (außerplanmäßiger Professor für Geburtshilfe und Frauenheilkunde an der Ruhr-Universität Bochum,) ist Direktor der Frauenklinik im Klinikum Fulda gAG a.D. Er sagt uns, was beim wichtigsten Ereignis des Lebens zählt.



Die meisten Kinder, etwa 97-98 Prozent, werden heute in Deutschland in einer Klinik geboren. Die Sicherheit der medizinischen Versorgung in geschützter Atmosphäre gibt Müttern und Paaren ein gutes Gefühl. Die Bedenken gegen eine allzu professionelle Atmosphäre sind überholt: Ein Großteil der Krankenhäuser hat sich in den letzten Jahren den Wünschen an eine persönliche, intime Umgebung angepasst, bei der die medizinische Technik im Hintergrund bleibt. Den Verlauf einer Geburt kann niemand vorhersehen – Frauenärzte wünschen sich für Mütter und Kinder daher die bestmöglichen medizinischen wie menschlichen Rahmenbedingungen.

„Das Wichtigste für die junge Mutter ist die Zuversicht, mit der Unterstützung von Hebammen und Geburtshelfern ein gesundes Kind zur Welt zu bringen.“
Ein außergewöhnlich engagierter Gesprächspartner für werdende Mütter ist Prof. Dr. med. Ludwig Spätling. Er ist Direktor der Frauenklinik am Klinikum Fulda gAG a.D. und überzeugter Förderer des Lebenskonzeptes „glücklicher Eltern und Kinder“. Außerdem Initiator der Deutschen Familienstiftung und der Familienschule Fulda.


Sieben Fragen an Prof. Dr. med. Ludwig Spätling:


1. Wo kommt ein Kind sicher zur Welt?

„In keinem anderen medizinischen Fachgebiet entstehen Notfälle so plötzlich wie in der Geburtshilfe, deshalb ist es wichtig sich ein Krankenhaus auszusuchen, in dem schnell reagiert werden kann. Deshalb darf, und das haben wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt, die Entbindungsklinik auch nicht zu klein sein, denn jeder von uns weiß, dass nur das, was häufig geübt wird – und dazu gehören die Notfälle in der Geburtshilfe – auch gut gemacht werden kann. Die angesprochenen Untersuchungen haben gezeigt, dass bei mehr als 800 Geburten im Jahr ein geringeres Risiko für Mutter und Kind besteht.“


2. Was bedeutet eigentlich eine „sichere Geburt“?

„Neben der eben schon genannten Wahl der Klinik gehören die Planung und ein gut überwachter Geburtsverlauf dazu. Ungefähr in der 35. Schwangerschaftswoche besprechen die werdende Mutter, die Hebamme und der Geburtshelfer gemeinsam die bevorstehende Geburt, prüfen nach der Auswertung der Herztonwehenschreibung (CTG) und der Vermessung des Kindes mittels Ultraschall, ob eine spontane Geburt möglich erscheint, oder ob ein Kaiserschnitt angeraten werden muss. Erst bei diesem gemeinsamen Gespräch sollte der Entschluss zu einem Kaiserschnitt besprochen werden. Zu einer sicheren Geburt gehört die schon erwähnte Möglichkeit, schnell auf Notfälle zu reagieren, aber auch die Verfügbarkeit eines Kinderarztes, am besten einer Kinderklinik. Alle möglichen Risiken der Mutter sollten den Hebammen und den Geburtshelfern bekannt sein. Schließlich ist eine intensive Überwachung von Mutter und Kind während der Geburt eine wesentliche Voraussetzung für einen glücklichen Verlauf“.

„Starke Kinder brauchen glückliche und zufriedene Eltern für ein unbeschwertes Aufwachsen“, dafür steht die Familienschule Fulda eine Einrichtung der Deutschen Familienstiftung

Die Familienschule Fulda ist ein Ort, wo Eltern Antworten auf ihre Fragen bekommen, Kontakte knüpfen und hilfreiche Kurse von Geburtsvorbereitung über Eltern-Kind-Gruppen bis hin zu Selbsthilfe-Gruppen finden können. Neben dem genau auf die Bedürfnisse von werdenden und “jungen” Eltern abgestimmte Kursangebote, können die Eltern Sicherheit und Klarheit im eigenen Vorgehen, sowie Familien- und Partnerschaftsstärkende Anteile wie Alltagsgestaltung, Selbstpflege, Stress- und Zeitmanagement und verlässliche Unterstützung bei Problemen erhalten. Hier geht es direkt zur Familienschule Fulda.


3. Wann ist ein Kaiserschnitt wirklich nötig?

„Man unterscheidet zwischen Kaiserschnitten während der Geburt und geplanten Kaiserschnitten. Während der Geburt ist ein Kaiserschnitt notwendig, wenn man anhand des CTG oder der Mikroblutuntersuchung erkennt, dass es dem Kind nicht gut geht. Manchmal kommt es auch zu einem Geburtsstillstand, der dann einen Kaiserschnitt notwendig macht, wenn eine Saugglocke noch nicht möglich ist. Für einen geplanten Kaiserschnitt gibt es wenige zwingende Gründe, wie zum Beispiel einen Mutterkuchen, der vor dem Geburtskanal liegt, zwei vorausgegangene Kaiserschnitte oder eine Drillingsgeburt. Mit einer intensiven Betreuung vor und während der Geburt durch die Hebammen und Ärzte lassen sich viele Kaiserschnitte vermeiden. Wir alle sollten daran denken, dass die normale Geburt von der Natur vorgesehen ist und dass sie das geringste Gesundheitsrisiko für Mutter und Kind bedeutet. Dies ist ein deutliches Votum gegen den sogenannten „Wunschkaiserschnitt“.“


4. Wie kann sich die werdende Mutter emotional vorbereiten?

„Das Wichtigste für die junge Mutter ist die Zuversicht, mit der Unterstützung von Hebammen und Geburtshelfern ein gesundes Kind auf die Welt zu bringen. Sie sollte sich nicht verunsichern lassen von Berichten in den Medien, von Verwandten und Freunden – diese Verunsicherung ist die häufigste Ursache für einen ungünstigen Geburtsverlauf und für einen sogenannte Wunschkaiserschnitt.“


5. Welche Voraussetzungen sollte die Klinik besitzen?

„Eine Geburtsklinik sollte die nötige Erfahrung haben, die meistens dann vorliegt, wenn die Klinik nicht zu klein ist. Sie sollte auch die Voraussetzungen haben, in kürzester Zeit einen Kaiserschnitt durchzuführen: Hier ist die Obergrenze für die Entscheidung zum Kaiserschnitt bis zu dem Zeitpunkt, an dem das Kind auf der Welt ist, auf 20 Minuten festgelegt. Eine Klinik, die diese Zeit nicht einhalten kann, sollte keine Geburtshilfe mehr betreiben. Es sollten permanent Hebammen und Ärzte zur Verfügung stehen, die über die notwendigen Qualifikationen verfügen. Schön ist es, wenn auch eine Kinderklinik mit einer Neugeborenen-Intensivstation vorhanden ist.“


6. Was können die Eltern im Vorfeld tun?

„Wichtig ist es, eine regelmäßige Schwangerenvorsorge bei einem niedergelassenen Gynäkologen in den vorgeschriebenen Abständen zu nutzen. Wir empfehlen eine gute Geburtsvorbereitung, die am besten auch mit einer Familienvorbereitung in einem Kurs verbunden ist. Denn es ist nicht nur wichtig, ein gesundes Kind auf die Welt zu bringen, sondern auch als Paar/als Eltern so zusammenzuwachsen und zu harmonieren, dass die Kinder dann die beste Voraussetzung für eine gute Bindung haben – die ist der wesentliche Faktor für die gute Entwicklung zu einem gesunden, und auch geistig und seelisch „starken“ Kind.“


7. Herr Prof. Dr. med. Spätling, wir wissen, dass Sie zeitlich sehr engagiert in Ihre Arbeit eingebunden sind, wie schaffen Sie es dennoch aufmerksam und freundlich mit Ihren Patienten umzugehen und die jeweiligen Bedürfnisse zu erkennen?

„Wenn man so viele Jahre Frauenarzt ist wie ich und zudem in der eigenen Familie nicht nur als Vater, sondern auch als Arzt gefordert war, entwickelt man eine Sensibilität für die Bedürfnisse, die Frauen in der Sorge um Ihre Kinder haben. Ich konzentriere mich bei Gesprächen und Untersuchungen ganz auf die werdende Mutter, denn nur sie und Ihr Anliegen stehen in dieser Zeitspanne im Mittelpunkt meiner Aufmerksamkeit. Das merken die Mütter und ihr positives Feedback motiviert mich.“

Wir danken Prof. Dr. med. Spätling herzlich für die hilfreichen Informationen. Einen Einblick in die zertifizierte Frauenklinik am Klinikum Fulda bekommen Sie online unter www.klinikum-fulda.de


Gute Tipps für Mutter & Kind: Entscheidungshilfen bei der Wahl der Geburtsklinik

Es ist gar nicht so einfach, die richtige Entbindungsklinik zu finden. Wir haben für Sie eine Checkliste zusammengestellt. Überlegen Sie selbst, was für Sie besonders wichtig ist. Tipp: Nehmen Sie die Liste mit in das Vorgespräch bzw. den Infoabende der Klinik, damit Sie Fragen stellen können.

Hier können Sie die Klinik-Checkliste herunterladen:

Klinik-Checkliste (PDF, 64 KB)
Weitere nützliche Informationen gibt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

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