Plötzlich Nichtraucher. Sie sind stärker als Sie glauben!

Serie Raucherentwöhnung Teil 2 - Ein Erfahrungsbericht


Rund 35 Prozent aller Raucher unternehmen pro Jahr einen Versuch, die Sucht abzulegen; 60 Prozent denken darüber nach, bald mit dem Qualmen Schluss zu machen. Die Mehrzahl scheitert. Experten raten zu einer Kombination aus psychologischer Verhaltenstherapie und medikamentöser Unterstützung. Es geht auch anders, wie ein ganz persönlicher Erfahrungsbericht einer ehemals leidenschaftlichen Raucherin zeigt, die heute begeisterte Nichtraucherin ist.


Kann man ein Leben ändern?

Die Zigarette war für mich nicht wegzudenken, die französische Tabakmarke gehörte zu meinem Lebensgefühl. Von meinen heute 63 Lebensjahren habe ich 45 Jahre geraucht, nicht wenig und mit großem Genuss. Alle gesundheitlich spürbaren Begleiterscheinungen des Nikotins sind mir erspart geblieben und zur Erschwernis waren wir ein glücklich rauchendes Paar. Mit dem Rauchen aufzuhören, war also nie eine Option. Unvorstellbar: Geht das denn überhaupt nach so vielen Jahren?


Ja, wenn es sein muss!

Plötzlich ist es ernst: Ein Herzinfarkt streckt meinen Ehemann nieder, ein „Schuss vor den Bug“ nennt es der Arzt. Die Ansage ist klar: Das Rauchen ist jetzt lebensgefährlich geworden. Da gibt es nichts zu überlegen; wenn ein Partner nicht mehr rauchen darf, muss der andere mitziehen. Das sagen eine aktuelle Studie des University College London und auch der gesunde Menschenverstand. Solidarität ist ein gutes Argument gegen die Zigarette. So ist der Entschluss erst einmal leicht gefasst. Ich gehe es ganz kühn an und bewahre in meiner Handtasche eine angebrochene Schachtel Zigaretten auf – das Risiko gibt einen besonderen Kick.


Auf Wolke sieben durch die ersten Tage

Alles ist leichter als gedacht. Viel leichter, als in den Ratgebern und Blogs berichtet wird. Ich fühle mich großartig, Sieger über mich selbst. Ich lese begierig, wie  schnell sich der Organismus vom Nikotin entwöhnt und glaube jedes Wort. Ich brauche keine Hilfsmittel, ich erinnere mich an frühere Diäten und ans Heilfasten – auch da tauchte eine ähnliche Euphorie auf. Viel Spaß macht es, den befreiten Geruchs- und Geschmackssinn auszuprobieren. Ich koche mit größerer Lust als je zuvor und bilde mir ein, dass alles intensiver schmeckt und duftet. Die ersten 14 Tage meines neuen rauchfreien Lebens vergehen wie im Flug.


Erfolgserlebnisse und Komplimente

„Du hast eine viel schönere Haut.“ Ja, das sehe auch ich im Spiegel, schon nach drei Wochen; ich bin natürlich nicht jünger geworden, aber die Haut sieht frischer und praller aus.  Was ich vor allem genieße, ist die Freiheit! Nicht mehr diese Panik am Abend: Nur noch vier Zigaretten in der Schachtel, schnell zur Tankstelle! Vom Aufwärtstrend der Gesundheit spüre ich dagegen wenig. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich auch zuvor immer recht fit war und Treppensteigen zum Tagesprogramm gehörte. Viel Zuspruch kommt von Freunden und Bekannten. Vorsichtshalber habe ich allen, die es hören und nicht hören wollten, von meinem großen Projekt erzählt – das erhöht den Druck aufs Durchhalten. Wie peinlich wäre das denn, wenn ich mich jetzt als Süchtling outen müsste.




Ich suche mir eine andere Leidenschaft.

Ich habe in den letzten vier Wochen 30 x 5,60 Euro gespart. Dafür leiste ich mir eine neue Beschäftigung und beginne, wirklich erlesene Jazz CDs zu sammeln. Vernünftiger wäre es natürlich, den Betrag in Sport oder ein Fitness-Studio zu investieren. Aber auch mein Training bringt einen wertvollen Erfolg: Ich lerne, einen Abend ohne Zigarette zu genießen!


Nach sechs Wochen kommt die Klippe.

Es trifft mich nicht unvorbereitet. Ich habe gelesen, dass nach etwa sechs Wochen die meisten Ex-Raucher wieder rückfällig werden. Tatsächlich ist es, als ob sich das Nikotin wieder in den Körper geschlichen hätte und mich aus dem Hinterhalt anfällt. Die Vorstellung, eine Zigarette zu rauchen, wird ganz plastisch. Die üblichen Ratschläge helfen mir gar nichts, Spazierengehen, Sport, Kino, Schokolade. Ich entdecke aber, dass ich gut klar komme, wenn ich die Lustanfälle ganz bewusst aushalte, als wären es Schmerzen. Ich lenke mich nicht ab, sondern konzentriere mich im Gegenteil darauf, dass ich jetzt unbedingt eine Zigarette rauchen möchte, es aber nicht tue und ich weiß, dass das in fünf Minuten vorbei geht. Das hilft. Und nach ein paar Tagen ist diese extrem unangenehme Phase wieder vorbei.


Nach acht Wochen bin ich ein besserer Mensch.

Das ist natürlich nicht ganz ernst gemeint. Aber ich habe entdeckt, wie wirkungsvoll es ist, stolz auf mich zu sein im Vergleich zu meinen ehemaligen Rauchgenossen. Das hilft mir besonders bei Einladungen, wo ich auf all die Erinnerungen treffe. Dann beobachte ich die Raucher heimlich ganz genau: Sieht das nicht unschön aus, wenn Rauch aus Mund und Nase quillt? Wie ungut riecht so eine Aura aus Rauch! Und wie unglücklich sehen die frierenden Raucher da draußen vor der Türe aus! Ja, ich habe mich richtig entschieden!

Vorteil AXA Das PLUS für Kunden von AXA

Leichter geht es mit Unterstützung: Wir helfen mit dem 28-Tage-Raucherentwöhnungsprogramm.
 
Der gesundheitsservice360° ist ein innovatives kostenfreies Gesundheitsprogramm, das die private Krankenversicherung von AXA in allen wichtigen Bereichen ergänzt: Vorsorge, Orientierung, Versorgung und persönliche Betreuung formen eine rundum aktive Unterstützung. Das 28-Tage-Programm Raucherentwöhnung stärkt Ihnen den Rücken in den wichtigsten ersten Wochen und lässt Sie auch danach nicht alleine.


Frust: Ich nehme zu!

Ein halbes Jahr lang ist es gut gegangen. Jetzt scheint es doch so zu sein, dass ich mir unbewusst mehr in den Mund gesteckt habe als früher. Anders ist es nicht zu erklären, dass mein Gewicht explodiert. Nicht nur ein paar Kilo, sondern acht sind es plötzlich mehr auf der Waage. Nichts passt mehr. Ich leide sehr, ein Problem mit meinem Gewicht hatte ich seit 20 Jahren nicht mehr. Ich lese nach: Tatsächlich verändert sich der Stoffwechsel, wenn er nicht mehr mit Nikotin befeuert wird. 200 Kilokalorien weniger werden täglich verbrannt, das summiert sich. Mir wird klar, dass ich etwas ändern muss. Ich stelle mich vor dem Spiegel auf und mache ein Geschäft mit mir: Fünf Kilo sind ok bei einer solchen Lebensveränderung, aber nicht mehr. Kaum habe ich mich derart entspannt, schwindet das Gewicht tatsächlich wieder, langsam aber anhaltend. Zur Unterstützung habe ich mir ein nettes Manöver ausgedacht: Morgens schneide ich Salatgurke, Tomate, Radieschen, Rettich, was die Saison halt hergibt, in Häppchen. Ich drapiere sie in der Küche auf einem Teller und nasche im Vorübergehen.


Nach einem Jahr: in Topform

Nach einem halben Jahr habe ich aufgehört, die Wochen und Monate zu zählen. Und plötzlich ist Jahrestag. Ein ganzes Jahr habe ich durchgehalten! Nur selten noch vermisse ich die Zigarette; es ist eher eine Erinnerung an eine frühere Situation, die dann und wann aufblitzt als ein Begehren. Mittlerweile macht es mir nichts mehr aus, wenn in meiner Gegenwart geraucht wird – ich kann das gut aushalten. Beim Schwimmen in diesem heißen Sommer entdecke ich dann auch endlich einen Fortschritt in meiner Kondition – ohne größere Anstrengung lege ich weit über 1.000 Meter zurück.


Stark genug, um trotz Stress rauchfrei zu bleiben.

Nach eineinhalb Jahren hat mich ein Ereignis getroffen, das dazu geeignet war, mich umzuwerfen. Tatsächlich habe ich mir von einer Freundin eine Zigarette geben lassen – falls.... Nach Wochen liegt sie immer noch an ihrem Platz und bleibt da noch ein bisschen, um mich zu erinnern, dass ich jetzt wirklich stark genug bin.

Fazit: Ich habe nie einen Versuch gemacht, mit dem Rauchen aufzuhören, weil nie gedacht hätte, dass ich es schaffe. Ich habe mich unterschätzt. Ich hätte viel früher aussteigen können, aber besser heute als nie. Mein Arzt sagt: Die Lunge hat sich zum Teil regeneriert, die Infektionsgefahr der Lungen ist erheblich reduziert. Das Risiko für die Herzkranzgefäße durch den Verschluss der Herzkranzgefäße ist bereits auf die Hälfte reduziert. Die Innenwände der Blutgefäße sind stabiler, der Blutdruck ist verbessert und der Cholesterinspiegel hat sich deutlich gesenkt. Das wünsche ich Ihnen auch.



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