Organspende kann Leben retten



Über 10.500 Menschen in Deutschland warten derzeit auf ein lebensrettendes Spenderorgan (Stand 1/2015 Eurotransplant). Viele der betroffenen Patienten ringen um ihr Leben, weil sich kein Spender für sie findet. Sie und ihre Angehörigen führen ein Leben zwischen Hoffen und Bangen – jeden Tag. Auf der anderen Seite halten etwa vier von fünf der Deutschen Organspende für wichtig und richtig (Quelle: Bundesregierung). Eigentlich dürfte es an nichts fehlen. Trotzdem kamen 2015 hierzulande lediglich 10,8 Organspender auf eine Millionen Einwohner. Die Summe der in Deutschland gespendeten Organe blieb weitgehend konstant. Insgesamt wurden im Jahr 2015 in Deutschland 2.900 Organe aus dem Eurotransplant-Verbund transplantiert. Woran liegt das? Und was macht einem die Entscheidung, ob spenden oder nicht, vielleicht schwer? Wir geben Ihnen im Vorfeld ein paar Entscheidungshilfen an die Hand.  

Organspende - allein das Nachdenken darüber verursacht manchmal Unwohlsein. Solange man gesund ist und das Thema einen nicht betrifft, will man in den meisten Fällen nicht viel darüber wissen. Und doch ist jedem bewusst, dass jederzeit ein Angehöriger, ein Freund oder man selbst auf ein gesundes Organ oder eine Gewebespende angewiesen sein könnte. Wohl deshalb nennen viele einen Spenderausweis ihr Eigen: Jeder vierte Deutsche trägt einen der Ausweise mit seinen individuellen Angaben bei sich.

Das sind allerdings halb so viele Menschen wie beispielsweise in Spanien, dem europäischen Vorreiter in Sachen Organspende und Transplantationen, und nur ein Bruchteil der Menschen in Deutschland, die sich - wie Untersuchungen zeigen - im Grunde für die Organspende aussprechen. So wandert wohl bei einigen das Ausweisformular unausgefüllt von einer Ecke des Schreibtischs in die andere, immer wieder fällt es einem in die Hände, erinnert einen, immer wieder schiebt man die Entscheidung dafür oder dagegen hin und her. Nur: warum?



Mangel an Organen: Jeden Tag sterben drei Menschen

Gerade bei dieser sensiblen Frage melden sich schnell Bedenken und Ängste. Umso mehr, seitdem die Nachrichten um Ungereimtheiten bei der Organvergabe und Manipulationen von Patientendaten in Transplantationskliniken 2012/2013 die Medien füllten.

Dann wieder kommen andere Gedanken: Was wäre denn, wenn es einem selbst passierte. Wenn das Kind, die Mutter, der Partner auf der Warteliste stehen würde. Und jeder Tag zählt. In unserem technisch wie medizinisch hochentwickelten Land sterben jedes Jahr etwa 1.000 unserer Mitbürger, wegen eines schwachen Herzens, einer kranken Lunge oder nicht mehr funktionierender Nieren - und, weil ein Spender dafür fehlt. Müsste man nicht allein deshalb handeln? 

Für die Patienten auf der Warteliste und ihre Angehörigen ist dies nach wie vor sehr bedrückend. "Denn die Wartezeit wird aufgrund der niedrigen Zahl an Spenderorganen länger und die Chance auf eine Transplantation kann abnehmen,“ erläutert Dr. med. Axel Rahmel, Medizinischer Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO).



In der Bundesrepublik gilt die freiwillige Entscheidungslösung

In Deutschland kann sich jeder freiwillig entscheiden, ob er Organspender sein möchte. Wer einen Spenderausweis mit seinen Papieren bei sich trägt, kann dort individuell festhalten, ob und wie er spenden möchte. Es gibt sogar die Möglichkeit, Einschränkungen vorzunehmen und zum Beispiel nur die Entnahme bestimmter Organe zu gestatten oder sie auch schlicht davon auszunehmen. Es ist also nicht nötig, sich als Spender oder Nicht-Spender irgendwo zu registrieren. Und man kann jederzeit von seinen Festlegungen zurücktreten, den Ausweis vernichten und neu ausfüllen.

Zudem steht es einem frei, dort einen Vertrauten, einen Angehörigen oder Freund einzutragen, der im Todesfall entscheiden darf. Allein deshalb ist es für viele wichtig, sich zu der Thematik mit ihren Nächsten und besonders innerhalb der Familie auszutauschen. Denn wissen die anderen, was man wirklich darüber denkt? Wenn sie das nicht tun und kein Spenderausweis existiert, ist es bei Feststellung des Hirntods an ihnen, nach besten Wissen und Gewissen über die sterblichen Reste eines geliebten oder nahen Menschen zu verfügen. Eine Aufgabe, die – ohne zu ahnen, wie der Verstorbene darüber gedacht haben mag – sehr schwer sein kann.

In vielen Ländern Europas wie in Österreich, Belgien oder Frankreich gilt dagegen die Widerspruchslösung. Das bedeutet, dass im Todesfall über Organe und Gewebe eines jeden verfügt werden kann – außer er spricht sich zu Lebzeiten ausdrücklich dagegen aus. Das gilt im Übrigen auch für Ausländer, sollten sie dort tödlich verunglücken und keinen Spenderausweis bei sich haben.



Aufklärung über die Organspende soll helfen

„Mit der Entscheidungslösung wollen wir eine bessere Information über die Organspende erreichen und die Menschen motivieren, sich mit dem Thema zu befassen“, erklärte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr im Mai 2012, als es darum ging, die Entscheidungslösung zu etablieren. Zum Konzept gehört eine möglichst breite Aufklärung der Bevölkerung. Studien der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) haben ergeben, je besser Einzelne über die Organspende aufgeklärt waren, desto eher haben sie sich dafür entschieden, selbst Spender zu werden.

So hat es sich u.a. die BZgA zur Aufgabe gemacht, umfassend zu dem Thema zu informieren und damit auch zu sensibilisieren, und beantwortet mögliche Fragen neutral und umfangreich. Zudem arbeitet die BZgA eng mit den Versicherungen zusammen: Im Turnus von 24 Monaten versenden die Versicherungen nun an ihre Kunden Informationsmaterial zum Thema Organspende.

Vorteil AXA Das PLUS für Kunden von AXA

AXA und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) haben sich – im Zuge der Kooperationsvereinbarung zwischen dem Verband der Privaten Krankenversicherung e.V., der BZgA sowie der Deutschen Stiftung Organtransplantation – für die gemeinsamen Aufklärungsarbeit zum Thema Organspende und Transplantation zusammengetan. Sie bieten Ihnen hier Informationen, die Ihnen einen besseren Überblick und eine fundierte Entscheidungsgrundlage ermöglichen.

Weitere Informationen zur Organspende finden Sie unter: www.organspende-info.de
oder www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/organspende.html

Ihren Organspendeausweis können Sie direkt bestellen unter: www.organspende-info.de/aktivitaeten/ausweis/bestellen


Sich klar für oder gegen die Organ- und Gewebespende auszusprechen und in dieser Sache eine Entscheidung für sich und seinen Körper zu treffen, das ist für manchen nicht leicht. Solche Fragen brauchen ihre Zeit. Der eine oder die andere haben sich bisher vielleicht noch gar keine Gedanken dazu gemacht. Doch regen gerade die Bemühungen der Gesetzgeber und die Diskussionen zur Organtransplatation an, sich umfassender damit auseinanderzusetzen. Denn unbestritten ist: Eine Organspende kann Leben retten!

Haben Sie sich für die Organspende entschieden? Werden Sie OrganpateViele sind es schon: Wie die Schauspieler Klaus J. Behrendt, Eva Habermann, Elisabeth Lanz und Roy Peter Link, die Moderatoren Sonya Kraus, Markus Lanz und Kamilla Senjo, der Komiker und Schauspieler Ralf Schmitz oder der Olympiasieger im Gewichtheben Matthias Steiner und der Buchautor und Gewinner des diesjährigen Organpatenpreises David Wagner.

Lesen Sie Reportagen, Kolumnen und Interviews im Online-Magazin „Organspende-Geschichten“

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