Vorsorge und Früherkennung - Teil 1: Gesundheitsvorsorge ist eine Aufgabe für alle.

In Umfragen gibt rund die Hälfte der Befragten an, ungefähr einmal im Jahr zu einer Vorsorgeuntersuchung zu gehen. In Wirklichkeit machen nur etwa 30 Prozent der Deutschen regelmäßig von den Angeboten der Vorsorge Gebrauch. Vor allem Männer lehnen die Prävention kategorisch ab: 61 Prozent gehen nach eigener Aussage nur zum Arzt, wenn sie krank sind. Jetzt setzt sich die Bundesregierung mit einem neuen Präventionsgesetz für eine Weiterentwicklung von Vorsorge und Früherkennung ein und macht sich für mehr Motivation zur Gesundheitsförderung stark.




Gesundheitsvorsorge ist keine Erfindung der Moderne.

Schon der antike Arzt Galen im zweiten Jahrhundert gab der Prävention Vorrang vor der Behandlung: „Da zeitlich wie auch der Wertschätzung nach, die Gesundheit vor der Krankheit kommt, müssen wir zunächst darauf achten, wie man sie bewahren kann, und erst in zweiter Linie, wie man (...) Krankheiten heilt“ (nach Bergdolt 1999, 105). Im 18. Jahrhundert, der Epoche der Aufklärung, propagierten die Ärzte, „der Einzelne möge zu seiner Gesundheit Sorge tragen“ und: Eine gute Regierung habe alles dafür zu tun, damit die Bevölkerung möglichst gesund bleibe. Beispielhaft weltweit war es, was Reichskanzler Otto von Bismarck 1881 als Kaiserliche Botschaft zur Einführung der gesetzlichen Krankenversicherung verlesen konnte: „Für diese Fürsorge die rechten Mittel und Wege zu finden, ist eine schwierige, aber auch eine der höchsten Aufgaben jedes Gemeinwesens, welches auf den sittlichen Fundamenten des christlichen Volkslebens steht.“

Heute ist die Lebenserwartung rapide gestiegen, andererseits bedroht der moderne Lebensstil die Gesundheit. Experten kritisieren, dass in allen Wirtschaftsnationen zu wenig für Gesundheitsförderung getan wird: Seit der Finanzkrise sind die Ausgaben für Gesundheitsvorsorge in mehr als drei Viertel der OECD-Staaten deutlich zurückgegangen, in den Ländern der EU fließen durchschnittlich nur drei Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben in die Prävention (Quelle: WHO).


Prävention ist viel wert.

In Deutschland regelt das Fünfte Buch des Sozialgesetzbuchs seit 1989 in Paragraph 25 und 26 die gesetzlichen Leistungen zur Förderung der Gesundheit und zur Früherkennung von Krankheiten. 2013 wurde das Gesetz zur Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung beschlossen. Nach einigen missglückten Anläufen hat jetzt ein neues Präventionsgesetz deutlich höhere Aufwendungen für Gesundheitsvorsorge festgelegt. Das Bundesgesundheitsministerium: „Es muss sich ein neues Bewusstsein und eine Achtsamkeit für Gesundheit herausbilden. Die Gesundheit zu bewahren – lange bevor sich erste Vorboten einer Erkrankung zeigen – ist die Aufgabe jedes Einzelnen, aber auch Aufgabe all derer, die für die Gesundheit anderer mit Verantwortung tragen. Mit dem Präventionsgesetz möchte die Bundesregierung hier ansetzen.“


Verbesserte Chancen für die Gesundheit.

Ab 2016 soll deutlich mehr Geld für die Gesundheitsvorsorge der Versicherten ausgegeben werden. In der sogenannten „Nationalen Präventionskonferenz“ sollen künftig die Sozialversicherungsträger mit Bund, Ländern, Kommunen, der Bundesagentur für Arbeit und den Sozialpartnern gemeinsam die Ziele der Präventionsprogramme festlegen.

Neben umfangreichen gesundheitsfördernden Maßnahmen sieht das neue Gesetz konkret vor, dass die Gesundheits- und Früherkennungsuntersuchungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene weiterentwickelt werden. „Künftig soll ein stärkeres Augenmerk auf individuelle Belastungen und auf Risikofaktoren für das Entstehen von Krankheiten gelegt werden.“ Menschen mit besonderen Risiken sollen gezielt geeignete Präventionsangebote empfohlen werden. Gleichzeitig soll die Motivation zur Eigenverantwortung mit Bonusprogrammen gefördert werden. Wer Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig wahrnimmt oder an Präventionskursen teilnimmt, kann dann direkt profitieren.


Wie viel Vorsorge ist gut?

Viel hilft nicht viel? Oder schadet sogar? Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen werden immer wieder diskutiert. Umstritten ist beispielsweise der Nutzen der Tastuntersuchung auf Prostatakrebs, auch Hautkrebs-Screenings und Mammographie-Screening werden hinterfragt und selbst der regelmäßige allgemeine Check-up stand schon auf dem Prüfstand.

Noch halten sich Pro und Contra die Waage: Durch Früherkennungsuntersuchungen können Krankheiten oder ihre Vorstufen in einem Stadium entdeckt werden, das noch gute Heilungschancen zulässt. Aber jeder muss sich bewusst machen, dass keine Untersuchung zu 100 Prozent treffsicher ist; kein Verfahren kann alle Erkrankten sicher als krank und alle Gesunden sicher als gesund identifizieren.

Außer Zweifel stehen die gesetzlichen Früherkennungsuntersuchungen für Schwangere, Neugeborene und Kinder. Ab 35 steht gesetzlich Versicherten der sogenannte Check-up zu, die Gesundheitsuntersuchung zur Früherkennung von Herz-Kreislauf-, Nierenerkrankungen und Diabetes mellitus. Nach Alter gestaffelt sind dann die Ansprüche auf Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung bei Frauen und Männern. Die Altersgrenzen gelten vor allem in der gesetzlichen Krankenversicherung. Einen Überblick über alle gesetzlich festgelegten und ergänzenden Leistungen finden Sie in Teil 2 unserer Serie Vorsorge und Früherkennung.

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Gesetz und Extras

Private Krankenversicherungen zahlen die Untersuchungen nach den gesetzlich eingeführten Programmen und bieten dabei häufig mehr Freiheit an. Großzügiger als die gesetzliche Krankenversicherung gewähren Tarife Früherkennungsuntersuchungen ohne Altersbeschränkung. Im Angebot sind auch Vorsorgeleistungen, die über den gesetzlichen Rahmen hinausgehen, sich aber als sinnvoll erwiesen haben. Tarife übernehmen Vorsorgeuntersuchungen ohne Anrechnung der Kosten auf Selbstbehalt oder Beitragsrückerstattung. In der Praxis kann es allerdings schwierig werden, Vorsorge und Behandlung zu trennen – wenn beispielsweise im Rahmen eines Hautkrebsscreenings ein verdächtiges Muttermal entfernt wird. Dann würde die Versicherung die Kosten für das Screening ohne Anrechnung auf den Selbstbehalt oder die Beitragsrückerstattung erstatten. Die Kosten für die Entfernung der Muttermale würden jedoch nicht mehr als Vorsorgeuntersuchung gelten, sondern als Therapie. Sie würden gemäß des Versicherungsschutzes erstattet und auf den Selbstbehalt oder die Beitragsrückerstattung angerechnet werden.

Die sogenannten individuellen Gesundheitsleistungen, kurz IGel, wie etwa der PSA-Test zur Erkennung von Prostatakrebs oder die Augenspiegelung zur Glaukom-Früherkennung werden von privaten Krankenversicherungen teilweise übernommen, dann aber auf Selbstbehalt und Beitragsrückerstattung angerechnet. Fragen Sie im Zweifelsfall nochmals bei Ihrer Versicherung nach, was genau erstattet wird.


Gute Aussichten fürs Gesundheitsbewusstsein

Trotz aller Schelte aus den eigenen Reihen gilt Deutschlands Umgang mit der Gesundheit im internationalen Vergleich als vorbildlich. In der EU  schneiden nur die Niederlande,  Dänemark, Norwegen und Belgien besser ab. „Deutschland hat traditionell das europäische Gesundheitssystem, das  sich am stärksten am Verbraucher orientiert.“, schreiben die Autoren der Studie Euro Health Consumer Index.

Es macht Sinn, die Vorteile zu nutzen, die hierzulande zur Verfügung stehen. Die finanziellen Anreize zur Vorsorge werden künftig noch attraktiver. Vor allem aber profitiert die eigene Lebensqualität. Die Gesundheitsuntersuchung kann beispielsweise frühzeitig Probleme erkennen, obwohl sie noch keine Beschwerden verursachen: Bestes Beispiel ist der gefährliche Bluthochdruck, der meist zufällig entdeckt wird. Wer aktiv auf Arzt und Versicherung zugeht und Rechte in Anspruch nimmt, ist einen Schritt voraus.

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