Für viele unsichtbar – für manche unverzichtbar. Sozialpädagog-/innen und Sozialarbeiter/innen

Sie stehen nicht im Rampenlicht und dennoch sind sie ein wichtiger Teil unserer funktionierenden Gesellschaft. Sozialpädagog-/innen und Sozialarbeiter/innen sind für Menschen, die auf der Schattenseite des Lebens stehen, oft ein wichtiger und helfender Lichtblick. Sie unterstützen Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene, die Probleme mit der Lebensbewältigung haben – damit sie sich in ihrer sozialen Umwelt besser zurechtfinden und eingliedern können.



Die Berufsgruppen der Sozialpädagog-/innen und Sozialarbeiter/innen werden im Allgemeinen unter dem Oberbegriff „ soziale Arbeit“ zusammengefasst. Genaue Zahlen über die Beschäftigten in diesem Bereich liegen aufgrund der großen Bandbreite von Tätigkeiten nicht vor – geschätzt arbeiten in Deutschland insgesamt 2,2 bis 2,5 Millionen Menschen im Sozialbereich. Davon verfügen – laut Mikrozensus 2010 – 249.000 Bedienstete über einen akademischen Abschluss im Bereich soziale Arbeit (Fachhochschul- bzw. Hochschulabschluss). Der Frauenanteil liegt bei über 70%. Aufgrund der verstärkten Zuwanderung von Personen aus dem Ausland – die Unterstützung und Betreuung benötigen – und der immer älter werdenden Gesellschaft, wird die Jobsituation für qualifizierte Fachkräfte im Bereich der  sozialen Arbeit auch in Zukunft voraussichtlich eine sehr gute sein.


Soziale Arbeit, Sozialarbeit und Sozialpädagogik – ist das alles dasselbe?

Die Ernst-Abbe-Fachhochschule Jena definiert soziale Arbeit wie folgt: „Soziale Arbeit ist die Profession, die aus der Verbindung von Sozialarbeit und Sozialpädagogik hervorgegangen ist. Sie verbindet die Prävention und Lösung sozialer Problemlagen mit Bildungs- und Erziehungsprozessen, die Menschen befähigen sollen, diese Problemlagen aktiv und als Subjekte ihres Lebens zu bewältigen.“

Früher wurden Sozialpädagog-/innen in vielen Bundesländern als „Erzieher“ bezeichnet – Sozialarbeiter/innen bis in die 1960er Jahre als „Fürsorger“. Stellt man diese beiden Begriffe gegenüber, wird schon ein großes Unterscheidungsmerkmal deutlich – bei Sozialpädagog-/innen steht die Erziehung und das Vermitteln von gesellschaftlichen Werten im Vordergrund, bei Sozialarbeiter/innen die Betreuung und Begleitung von Personen, die Hilfe benötigen.


Konkret bedeutet dies, dass Sozialpädagog-/innen zum Beispiel in Kindertagesstätten arbeiten und dort Kinder betreuen, die Unterstützung benötigen. Sozialpädagog-/innen können auch Arbeiten als Familienhelfer übernehmen und dadurch Kinder und die Eltern bei Schulproblemen, Verhaltungsauffälligkeiten oder Erziehungsfragen unterstützen. Dabei stehen Sie häufig in Kontakt mit dem Jugendamt, wenn es zum Beispiel um Sorgerechtsfragen geht. Sozialarbeiter/innen arbeiten nicht nur mit Kindern und Jugendlichen, sie betreuen ebenso ältere, pflegebedürftige Mitmenschen oder sind als Streetworker unterwegs. Sie kümmern sich unter anderem zum Beispiel um erwachsene Drogenkonsumenten, mit denen sie Gespräche führen, um von der Sucht loszukommen, und um wieder in die Gesellschaft zurückzufinden. Somit steht bei Sozialarbeiter/innen die Bewältigung des Alltags von sozial  benachteiligten Menschen, die sich in einer schwierigen Lebensphase befinden, im Vordergrund. Sie unterstützen ihre Schützlinge unter anderem bei Behördengängen, stehen ihnen bei Wohnungs- und Arbeitssuche zur Seite und kümmern sich darum, dass sich ihre Lebensumstände verbessern.



Wie wird man Sozialpädagog-/in / Sozialarbeiter/in?

Der Weg zum/zur Sozialpädagog-/in oder Sozialarbeiter/in führt über ein Hochschul-, Fachhochschul- oder Fernstudium. Die Regelstudienzeit im Studium „Soziale Arbeit“ beträgt sechs bis acht Semester und nach Abschluss wird der Bachelor-Titel Sozialarbeiter/-pädagoge B.A. verliehen – setzt man noch einen Masterstudiengang drauf, darf man sich Sozialarbeiter/-pädagoge M.A. nennen. Nach Absolvierung des Masterstudiums ist natürlich auch eine Promotion möglich. Voraussetzung für das Studium ist die allgemeine Hochschul- oder Fachhochschulreife. Weitere Voraussetzungen sind von Hochschule zu Hochschule verschieden und können zum Beispiel der Notendurchschnitt, geleistete Wartezeit oder sogar eine Eignungsprüfung sein. Eine einheitliche Regelung über die Studieninhalte gibt es nicht, jedoch bestehen diese in allen Hochschulen oder Fachhochschulen aus Modulen mit Pflicht- und Wahlfächern sowie Praktika. Die Hauptinhalte des Studiums sind: Sozialwissenschaft, Erziehungswissenschaft, Humanwissenschaft, Methodisches Arbeiten, Anwendungsbezogenes Handeln, Psychologie und Recht. Nachdem sich gesellschaftliche Probleme von Zeit zu Zeit verlagern, ist die Weiterbildung in diesem Bereich ein wichtiger Punkt. Diese erfolgt in Form von Seminaren und kann in weiterer Folge auch zu einer Spezialisierung auf einen bestimmten Bereich der Sozialpädagogik oder Sozialarbeit führen.


Doch nicht nur die Ausbildung zählt – auch die innere Einstellung und Fähigkeiten, die man mitbringen sollte, um diesen Job ausüben zu können. Geduld und Ausdauer, Sensibilität und Feingefühl, psychische und physische Belastbarkeit, erzieherische und kommunikative Kompetenzen und auch Teamfähigkeit sollten vorhanden sein.


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Einsatzgebiete und Aufgabenfelder der Absolventen

Der größte Teil der Absolventen eines Studiums zum/zur Sozialpädagog-/in arbeitet in der Jugendhilfe, im Kinderschutz, der Erziehungs- und Familienberatung, in der Heimerziehung, in Einrichtungen für betreutes Wohnen etc. ­– Sozialarbeiter/innen sind unter anderem in der Sozialarbeit mit Ausländern, Flüchtigen, Drogensüchtigen, Arbeitslosen, in Einrichtungen für Behinderte oder der Altenhilfe anzutreffen. Mit einem Hochschulabschluss in Sozialpädagogik ist man nach einiger Berufspraxis auch berechtigt, eine Ausbildung als Kinder- und Jugendpsychotherapeut/in zu absolvieren.



Die Vergütung für diesen wichtigen Dienst an der Gemeinschaft

Der schönste Lohn für Sozialarbeiter/innen oder Sozialpädagog-/innen ist zu sehen, dass die Personen, mit denen man gearbeitet hat, besser mit ihrem Leben zurechtkommen – aber von Idealismus alleine kann leider niemand leben. Die Verdienstsituation – neben allen Privilegien einer Anstellung im Öffentlichen Dienst – sieht wie folgt aus: Der Dienst in der Öffentlichen Verwaltung oder im Sozialversicherungsbereich ist am besten bezahlt. Dort liegt die Entlohnung bei durchschnittlich 3.242 Euro – und damit ein gutes Stück über dem Gesamtdurchschnitt aller Sozialpädagog-/innen von 2.827 Euro im Monat. Am geringsten ist der Verdienst in weiterführenden Schulen und der Erwachsenenbildung mit durchschnittlich 2.438 Euro. Im Öffentlichen Dienst wird nach Gruppe S11 (Einstieg mit knapp 2.600 Euro) bis S18 (in leitender Funktion mit langjähriger Berufserfahrung mit Höchstbetrag über 5.000 Euro) besoldet. Abhängig ist das Einkommen auch von der Berufserfahrung und den Besoldungsvorgaben des jeweiligen Bundeslandes. Während des Studiums erhält man natürlich kein Gehalt – Praktika hingegen können sehr wohl vergütet werden.



Risiken im Beruf

Nachdem die Arbeitsfelder von Sozialpädagog-/innen und Sozialarbeiter/innen sehr breit gefächert sind, sind auch die Risiken unterschiedlich. Bei allen Aufgaben ist jedoch die psychische Belastung enorm hoch, denn das Umgehen mit Problemen und Schicksalen geht auch an den erfahrensten Profis in diesem Job nicht immer spurlos vorbei. Verbunden damit kann es zu psychischen Problemen kommen, die bis zur Dienstunfähigkeit führen können. Im Umgang mit psychisch labilen Personen, Straftätern oder Drogenabhängigen trägt der Sozialarbeiter ein erhöhtes Risiko, von diesen Personen oder im Umgang mit ihnen, körperlich verletzt zu werden. Auch der Job in Einrichtungen für alte Menschen birgt Risiken – denn das Heben und Unterstützen pflegebedürftiger Personen kann auf Dauer zu Rückenbeschwerden oder zur Schädigung der Wirbelsäule führen. Dienstunfähigkeits-/Berufsunfähigkeit, Kranken- und Unfallversicherung gehören also auch zur Basisabsicherung von Sozialarbeiter/innen und Sozialpädagog-/innen.

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