Freunde helfen beim Umzug

Ausbau, Umbau, Umzug – auf die Hilfe seiner Freunde zählen

Mit Checkliste

Einen Umzug zu organisieren ist schon stressig genug – Kartons müssen bereit stehen, der Umzugswagen bestellt sein und dann auch noch die Parkgenehmigung besorgt werden, damit auch alles vor der Haustüre eingeladen werden kann. Doch der eigentliche Umzug steht ja in dieser Phase noch bevor – schön, wenn man gute Freunde hat, die sich anbieten, beim Umzug mitzuhelfen, Kisten zu schleppen, Ein- und Auszuladen und die Möbel aufzubauen.

Wenn aber dabei etwas zu Bruch oder kaputt geht, dann könnte nicht nur die Freundschaft darunter leiden, auch die Geldbörse des Verursachers – denn bei sogenannten „Gefälligkeitsschäden“ zahlen die meisten Versicherungen keinen Cent. Wir zeigen Ihnen die Risiken und Absicherungsmöglichkeiten, damit eine Gefälligkeit unter Freunden nicht zum teuren Spaß wird.

Gefälligkeitsschäden – Definition und rechtliche Situation

Eine Gefälligkeit ist definiert als die unentgeltliche Erbringung einer Arbeit oder Dienstleistung, auf die der Leistungsempfänger keinen Anspruch hat. Das bedeutet, wenn es zum Beispiel bei der Beaufsichtigung der Nachbarskinder oder der Hilfe beim Hausbau zu einem durch Sie verursachten Schaden kommt, ist dies ein Gefälligkeitsschaden und Sie haften dafür.

Konkrete Beispiele aus der Praxis: Ein Päckchen wurde von einem Nachbar angenommen, der einen Schlüssel für die Wohnung des Geschädigten hatte. Beim Tragen des Päckchens in die Wohnung stieß er eine teure Porzellan-Vase um, das Wasser lief auf den Teppich. Dabei entstand ein Schaden von ca. 2.000 Euro. Oder: Beim Anbringen eines Wandregals hat der Helfer eine Wasserleitung angebohrt – Schaden über 3.000 Euro.

In der aktuellen Rechtssprechung ist verankert, dass Sie für Schäden, die aus einer Gefälligkeit entstehen (außer bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz) nicht ersatzpflichtig sind. Die Rechtssprechung geht dabei davon aus, dass derjenige, dem bei dieser Gefälligkeit ein Schaden zugefügt wird, auf eventuelle Schadenersatzansprüche stillschweigend verzichtet und den Helfer von der Haftung entbindet.

Tja, das ist ja alles schön und gut, dass kein rechtlicher Anspruch auf Schadenersatz besteht, aber wie das dann mit der weiteren Freundschaft aussieht, steht auf einem anderen Blatt Papier. 

Umzugscheckliste: Wertvolle Tipps

  • So früh wie möglich: Alte Wohnung: 
    Mietvertrag kündigen bzw. Nachmieter organisieren, Kaution regeln, Renovierung prüfen, Strom, Gas etc. kündigen, Handwerker evtl. bestellen, Umzugsfahrzeug beantragen
  • So früh wie möglich: Neue Wohnung:
    Neuen Mietvertrag unterschreiben, Kaution regeln, Übernahme Gegenstände klären, evtl. neue Küche bestellen
  • 3 - 6 Wochen vor dem Umzug:
    Adressänderungen, Nachsendeantrag bei der Post, Umzugskartons organisieren, 
  • 1-2 Wochen vor dem Umzug
    Nachbarn/ Hausmeister über Umzugstermin informieren, Babysitter für Kleinkinder/ Haustiere, Müllsäcke besorgen
  • 2 Tage vor dem Umzug:
    Hausrat verpacken, Pflanzen vorbereiten, persönlichen Koffer packen, Werkzeug richten, Parkplätze reservieren
  • Am Umzugstag alte Wohnung:
    Reinigung der leeren Wohnung, Imbiss für Helfer, Zählerstand ablesen
  • Am Umzugstag neue Wohnung:
    Wohnungsübergabe mit neuem Vermieter, Zählerstand ablesen, Umzugsfahrzeug abgeben
  • Nach dem Umzug:
    Ummeldung, Hausratversicherung überprüfen, Adressänderung, Nachbarn kennen lernen, evtl. Einzugsparty planen


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