Home Gesundheit Ursachen Schwindel
Einer Frau ist schwindlig und sie fässt sich an den Kopf

Aus dem Gleichgewicht kommen: Was tun gegen Schwindel?

Mit Checkliste

Schwindel kann sich bei Betroffenen auf sehr unterschiedliche Weise äußern. In der Regel haben Schwindelgefühle harmlose Ursachen. Doch immer wieder können auch ernste Beschwerden dahinterstecken. In unserem Beitrag erfahren Sie alles zu den Ursachen von Schwindel, den Symptomen, den verschiedenen Arten und ab wann Sie eine:n Mediziner:in aufsuchen sollten.

Was sind die Symptome von Schwindel?

Laut Deutscher Hirnstiftung ist das Risiko im Laufe des Lebens einen mittleren bis schweren Schwindel zu erleiden sehr hoch: 30 bis 40 Prozent aller Menschen erkranken einmal daran. Oft ist er nur von kurzer Dauer. Er kann sich aber auch hartnäckig halten und ein echtes Alarmzeichen sein. Jedes Jahr klagen 11 weitere Prozent der Menschen über Schwindelanfälle. Was wiederum dazu führt, dass Schwindel, auch Vertigo genannt, eines der häufigsten Krankheitssymptome ist. Besonders oft leiden ältere Menschen daran.

Je nach Art des Schwindels treten unterschiedliche Symptome in diesem Zusammenhang auf. Nicht selten werden diese Formen begleitet von:

  • Herzrasen
  • Ohrensausen
  • zittrigen Knien
  • Augenflattern
  • Schweißausbrüchen
  • Angstzuständen
  • Übelkeit und Erbrechen 
  • schnellen Augenbewegungen in eine bestimmte Richtung

Symptom-Check „Mediktor“ powered by AXA – Symptome online einschätzen

Sie haben eins oder mehrere der oben genannten Symptome und wollen online schnell herausfinden, was dahinter stecken könnte? Nutzen Sie den medizinischen Online-Assistenten Symptom-Check: Hier erhalten Sie nach wenigen Minuten eine erste Einschätzung zu möglichen Erkrankungen.

Welche Typen von Schwindel gibt es?

Nachfolgend haben wir die häufigsten Arten von Schwindel aufgeführt:
 

  • (Gutartiger) Lagerungsschwindel: Er tritt zumeist kurzzeitig bei einer Lageveränderung des Kopfes auf, etwa, wenn wir uns im Bett drehen oder den Kopf zur Seite neigen.
  • Drehschwindel: Er kann in heftigen Attacken auftreten und sogar mehrere Tage andauern. Betroffene beschreiben diesen Zustand damit, dass sich alles um sie herum wie im Karussell drehe – und zwar so stark, dass ihnen sogar schlecht wird und sie zu fallen drohen. Auch im Liegen ändert sich an diesem Empfinden nichts. Typischerweise tritt Drehschwindel nach übermäßigem Alkoholkonsum auf. Er kann aber auch ganz andere Ursachen haben.
  • Schwankschwindel: Er sorgt – wie der Name vermuten lässt – dafür, dass Betroffene schwankend gehen und das Gefühl haben, auf einem stark schaukelnden Boot zu laufen.
  • Liftschwindel: Wer daran leidet, glaubt, Achterbahn zu fahren oder in einem nach oben oder unten schnell anfahrenden Aufzug zu stehen.
  • Phobischer Schwindel: Er entsteht durch psychische Ursachen wie Ängste und zählt zu den häufigsten psychogenen Schwindelformen.

Die Ursachen von Schwindel: Wie entsteht das Gefühl?

Dreh- und Angelpunkt bei Schwindelgefühlen ist zumeist das Gleichgewichtsorgan im Innenohr. Außerdem können Augen, Ohren, das Herz-Kreislaufsystem und seelische Empfindungen eine Rolle spielen, wenn wir unter Schwindel leiden.
 
In aller Regel sind neurologische Störungen der Grund für plötzlichen Schwindel. Dies bedeutet, dass sie auf eine Fehlermeldung im Gehirn oder den Nervenbahnen zurückzuführen sind. Beim gutartigem Lagerungsschwindel etwa können Ohrsteinchen der Grund für Irritationen des Gleichgewichts sein. Diese kleinen Kristalle lösen sich beim Bücken oder wenn der Kopf z.B. beim Gurgeln nach hinten gebeugt wird. Durch spezielle Übungen löst sich der Schwindel.
 
Vielen kennen das: Fahren wir im Auto (vornehmlich hinten) oder mit dem Schiff auf unruhiger See, kann es zu Reiseübelkeit kommen, die oft mit Schwindel einhergeht. In diesen Situationen werden widersprüchliche Informationen an unser Gleichgewichtssystem gesendet. Der Gleichgewichtssinn nimmt dann eine andere Bewegung wahr als das Auge.
 
Zudem können körperliche Fehlfunktionen und Krankheiten zu Schwindelanfällen führen: Bei der Menière-Krankheit ist das Gleichgewichtsorgans im Innenohr geschädigt, bei der Neuritis vestibularis der Gleichgewichtsnerv entzündet. Heftige Drehschwindelanfälle und Gleichgewichtsprobleme können auch bei einer Innenohrentzündung diagnostiziert werden.
 
Auch nicht-organische Ursachen kann Schwindel haben. So kann der so genannte psychogene Schwindel als Folge unterschiedlicher Ängste oder Depressionen entstehen. Übermäßiger Stress kann Schwindel auslösen oder ihn verstärken.
 
Des Weiteren können übermäßiger Alkoholgenuss, Drogenkonsum und Medikamente wie zum Beispiel blutdrucksenkende Mittel Ursache für Schwindelgefühle sein.
 
Auch eine Funktionsstörung im Bereich der Halswirbelsäule und starke Nackenverspannungen können ursächlich für Schwindelempfinden sein. So entsteht Schwindel beispielsweise dann, wenn Muskelpartien derart verspannen, dass sie auf die aus der Wirbelsäule austretenden Nerven drücken.
 
Weitere Ursachen für Schwindel sind Schädel-Hirn-Traumata, Blutdruckprobleme, vestibuläre Migräne, Schlaganfälle oder Gehirnerkrankungen wie Parkinson.

Aufpassen bei starken Schwindelattacken

Achtung: Unerklärliche, plötzliche und heftige Schwindelattacken, die länger anhalten und zu Übelkeit und Erbrechen führen, sollten unbedingt von Mediziner:innen untersucht werden.

Was tun gegen Schwindelgefühl – Therapien

Schwindelattacken können Betroffene stark beeinträchtigen – sowohl in ihrer beruflichen Aktivität als auch in ihrer Lebensqualität. Insofern ist es wichtig, Vertigo-Patient:innen angemessen zu versorgen. Doch was hilft gegen Schwindelgefühl?
 
Wenn Sie einen Arzt oder eine Ärztin konsultiert haben, wird er / sie Ihnen je nach Ursache medikamentöse oder physio- und psychotherapeutische Maßnahmen vorschlagen.
 
Auf dem Markt gibt es zahlreiche nicht rezeptpflichtige Medikamente gegen Schwindel. Sie nennen sich Antivertiginosa.
 
Leiden Sie unter anhaltendem Drehschwindel, so kann Krankengymnastik mit passenden Übungen eine geeignete Therapieform sein, um das Gleichgewicht wieder herzustellen. Gleichgewichts- oder Schwindeltraining können Sie selbst umsetzen. So genannte Befreiungsmanöver wiederum können bei Lagerungsschwindel die verrutschten Steinchen im Innenohr wieder in schwindelfreie Regionen transportieren.
 
Ist die Ursache phobischer Natur – entsteht er also aus Angst – gibt es gute Therapiemöglichkeiten durch Aufklärung und Psychotherapie.

Tipps: So lassen sich Ursachen von Schwindel abmildern

Schwindelattacken können Betroffene stark beeinträchtigen – sowohl in ihrer beruflichen Aktivität als auch in ihrer Lebensqualität. Insofern ist es wichtig, Vertigo-Patient:innen angemessen zu versorgen. Doch was hilft gegen Schwindelgefühl?
 
Wenn Sie einen Arzt oder eine Ärztin konsultiert haben, wird er / sie Ihnen je nach Ursache medikamentöse oder physio- und psychotherapeutische Maßnahmen vorschlagen.
 
Auf dem Markt gibt es zahlreiche nicht rezeptpflichtige Medikamente gegen Schwindel. Sie nennen sich Antivertiginosa.
 
Leiden Sie unter anhaltendem Drehschwindel, so kann Krankengymnastik mit passenden Übungen eine geeignete Therapieform sein, um das Gleichgewicht wieder herzustellen. Gleichgewichts- oder Schwindeltraining können Sie selbst umsetzen. So genannte Befreiungsmanöver wiederum können bei Lagerungsschwindel die verrutschten Steinchen im Innenohr wieder in schwindelfreie Regionen transportieren.
 
Ist die Ursache phobischer Natur – entsteht er also aus Angst – gibt es gute Therapiemöglichkeiten durch Aufklärung und Psychotherapie.

  • Achten Sie auf ausreichend Schlaf und gesunde Ernährung.
  • Verzichten Sie auf Alkohol, Drogen und Tabak.
  • Versuchen Sie, Stress dauerhaft zu reduzieren.Nehmen Sie viel Flüssigkeit zu sich.
  • Kontrollieren Sie Ihren Blutdruck regelmäßig.
  • Legen Sie sich bei akutem Schwindel hin und sorgen Sie für frische Luft.
  • Essen Sie gegen niedrigen Blutzuckerspiegel Traubenzucker.
  • Kommt der Schwindel durch Reisekrankheit, können rezeptfreie Medikamente, ein Positionswechsel und Ablenkung helfen. Auch das Fixieren des Horizontes ist empfehlenswert – oder Schlaf: Im Schlaf ist das Gleichgewichtssystem gedämpft.
  • Ein Hausmittel bei Schwindel kann Ingwer sein: Er lindert die oft einhergehende Übelkeit.
  • Auch ätherische Öle wie Pfefferminze, Zitrone oder Lavendel können beruhigend wirken und Schwindelgefühle reduzieren.
  • Durch regelmäßige Wechselduschen kann der Kreislauf in Schwung gebracht werden.

Sonstige Tipps

  • Tritt der Schwindel häufiger auf, ist es ratsam, ein Schwindeltagebuch zu führen. Notieren Sie dort, wann, wie lange und wie häufig welche Art von Schwindel aufkommt. Haben Sie Begleiterscheinungen? Gibt es Veränderungen in Ihrem Leben?
  • Ist Ihnen schwarz vor Augen und Sie erleiden eine plötzlichen Schwindelanfall? Dann können zu schnelles Aufstehen aus dem Liegen oder ein niedriger Blutdruck Schuld sein. Das Gehirn bekommt in diesen Momenten kurzzeitig zu wenig Blut und damit Sauerstoff. Auch ein niedriger Blutzuckerspiegel (Unterzucker) kann zu Schwarzwerden und Schwindel führen.
  • Harmlos ist zudem der Benigne paroxysmale Lagerungsschwindel (BPLS): Er tritt auf, wenn sich kleine Kristalle im Innenohr lösen und die Gleichgewichtsorgane irritieren. Leiden Sie häufiger unter diesen kurzfristigen Anfällen, können spezielle Lagerungsübungen helfen.
  • Haben Sie erst kürzlich eine neue Sehhilfe bekommen? Vielleicht ist die Brille noch ungewohnt oder schlecht eingestellt.

Checkliste – Wann muss ich mit Schwindelanfällen zum Arzt?

Anhand der folgenden Checkliste können Sie ebenfalls besser einschätzen, ab wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten:

  • Können Sie sich nicht erklären, warum Sie wiederkehrend und heftig von Schwindel heimgesucht werden, so ist ein Gang zu Mediziner:innen stets empfehlenswert. Denn an wiederholten Schwindelanfällen können schwere Erkrankungen Schuld sein.
  • Leiden Sie bei immer gleichen Kopfbewegungen unter Schwindelgefühlen? Auch hier lohnt ein Rat von Expert:innen.
  • Achtung: Schwindelbeschwerden bei einer Mittelohrentzündung sind stets ein Warnzeichen. Gehen Sie auch zum HNO-Arzt oder Ärztin, wenn Schwindel in Kombination mit einer Infektion, mit Fieber, Tinnitus oder Benommenheit auftritt.
  • Grund zur Besorgnis geben zudem Schwindel in Zusammenhang mit Kopfschmerzen, Sehstörungen, Lähmungserscheinungen, plötzlicher Schwerhörigkeit und Atemnot. Es könnte sich um zum Beispiel um einen Schlaganfall handeln!
  • Gehören Sie zu einer Risikogruppe, die verstärkt unter Schwindelgefühlen leidet, so lassen Sie dies den Arzt oder die Ärztin wissen. Verstärkt tritt Vertigo unter anderem bei älteren Menschen, Schwangeren, Frauen in der Menopause, Diabetikern und Menschen auf, die unter Bluthochdruck, niedrigem Blutdruck und Adipositas leiden.
  • Führen bestimmte Situationen wie Menschenmengen für Sie zu Schwindelattacken? Auch somatoforme Ursachen sollte Sie von Mediziner:innen abklären lassen.

Rechtliche Hinweise

Die Artikelinhalte werden Ihnen von AXA als unverbindliche Serviceinformationen zur Verfügung gestellt. Diese Informationen erheben kein Recht auf Vollständigkeit oder Gültigkeit. Bitte beachten Sie dazu unsere Nutzungsbedingungen.