Nicht auch noch Geldsorgen im Trauerfall

Vorsorge für Hinterbliebene


„Große Witwen- oder Witwerrente“, das hört sich beruhigend an. Doch was tatsächlich auf das Konto kommt, genügt meist nicht, um die Lebensqualität von Hinterbliebenen zu erhalten. Die gesetzliche Hinterbliebenen- und Waisenversorgung bietet nur einen unzureichenden Grundschutz. Wir denken nicht gerne an schwarze Tage, aber die Absicherung für den Todesfall ist genauso wichtig wie die Alterssicherung.

584 Euro beträgt die durchschnittliche Witwenrente aus der staatlichen Fürsorge in Deutschland. Wer das schon für wenig hält, schaut sich an, was hinterbliebene Ehemänner  aus der gesetzlichen Versorgung erhalten: nur durchschnittlich 273 Euro. Für Kinder kommen im Schnitt nicht mehr als 162 Euro Waisenrente aufs Konto. 15 Prozent der Witwen in Deutschland sind mit 200 bis 400 Euro monatlich noch schlechter gestellt, 18 Prozent sind mit bis zu 800 Euro besser versorgt über 800 Euro haben jedoch nur die wenigsten zur Verfügung.

Nach der Statistik der Deutschen Rentenversicherung zum Rentenbestand am 31. Dezember 2013 erhielten knapp 4,8 Millionen Frauen diese besondere Rente, und rund 600.000 Männer.


Schmerzliche Versorgungslücken

Die gesetzliche Rente kann in der Regel höchstens ein Existenzminium sichern.
Ein Beispiel rechnet die schmerzliche Lücke vor, die einer Ehefrau nach dem Tod ihres Mannes entsteht: Bei einem Bruttoeinkommen von 2.800 Euro stand bisher ein Nettoeinkommen von 2.054 Euro zur Verfügung. Die „große Witwenrente“ zahlt 55 Prozent der gezahlten oder berechneten Rente wegen voller Erwerbsminderung des verstorbenen Ehemannes (nach neuem Rentenrecht) aus. Diese steht jedoch nur Hinterbliebenen zu, die älter als 45 Jahre und vier Monate sind oder ein minderjähriges Kind erziehen, das Anspruch auf Waisenrente hat.

Bis zum Jahr 2029 wird die maßgebliche Altersgrenze sogar jährlich noch um jeweils 1 Monat auf das 47. Lebensjahr angehoben. Um an den genannten Beispiel zu bleiben sind das dann 524 Euro an großer Witwenrente. Damit entsteht von einem Tag auf den anderen eine Einbuße von 1.530 Euro.

Für alle anderen zahlt die kleine Witwenrente nur 25 Prozent der Bezüge aus. Diese wird jedoch nur zwei Jahre lang gezahlt wird, die große Witwenrente ist prinzipiell nicht zeitlich begrenzt. Sie kann jedoch durch eine erneute Heirat enden. Allerdings erhält die Witwe bei Wiederheirat eine Abfindung. Bei der kleinen Witwenrente werden die ursprünglichen Beiträge in einer Summe gezahlt, bei der großen Witwenrente wird die 24-fache Monatsrente in einer Summe ausgezahlt.

Ein weiterer Wermutstropfen: Eigene Einkünfte der Witwe bzw. des Witwers werden im Rahmen der Einkommensanrechnung auf die Rente angerechnet. Es bestehen zwar gewisse Freibeträge, unter dem Strich bleibt aber oftmals nicht viel von der Witwenrente über.


Wissen was kommt

Viele Hinterbliebene stehen völlig unvorbereitet vor ihrer finanziellen Situation. Hier eine Übersicht über die wichtigsten Fakten in Kürze:
 
Drei Monate Erleichterung: Während des „Sterbevierteljahrs"  erhalten Witwen und Witwer zunächst eine Rente in voller Höhe des Rentenanspruchs des verstorbenen Partners – ohne Kürzungen.
 
Große oder kleine Witwenrente? 55 oder 25 Prozent der Bezüge des verstorbenen Partners werden je nach Anspruch ausgezahlt. Eigenes Einkommen wird dabei angerechnet, wenn es einen bestimmten Freibetrag übersteigt.

Altes oder neues Recht? Das alte Recht gilt, wenn Ihr Ehepartner nach dem 31. Dezember 2001 gestorben ist, Sie aber vor dem 1. Januar 2002 geheiratet haben und ein Ehepartner vor dem 2. Januar 1962 geboren ist. Wer nach dem 1. Januar 2002 geheiratet hat, erhält eine Witwen- oder Witwerrente nach dem neuen Rentenrecht. Das bedeutet auch:
 
Keine Rente nach kurzer Ehe! Die Ehe oder eingetragene Partnerschaft muss mindestens ein Jahr bestanden haben, eine Ausnahme kann nur  bei einem plötzlichen und unvorhersehbaren Tod gemacht werden.


Die Mütterrente wirkt sich aus und kann unter verschiedenen Bedingungen zu einer Verringerung aber auch zu einer Erhöhung der Witwenrente führen.
 
Erziehungsrente für Geschiedene und Getrennte, die minderjährige Kinder erziehen.
 
Waisen erhalten Rente bis zum 18. Lebensjahr, in Schul- oder Berufsausbildung, im Bundesfreiwilligendienst, im freiwilligen sozialen Jahr befinden oder mit einem Handicap auch bis zum vollendeten 27. Lebensjahr. Seit 2015 dürfen Waisen unbegrenzt dazu verdienen.


Eine Aufgabe für die betriebliche Altersversorgung

Ohne privaten Hinterbliebenenschutz droht oft Armut, da es meist ein beträchtliche Kluft zwischen den niedrigen gesetzlichen Leistungen und dem wirklichen Bedarf gibt: Die oft zitierte Versorgungslücke.
 
In der betrieblichen Altersversorgung (bAV) setzt sich zunehmend der Trend zu einer Rundum-Absicherung der Mitarbeiter (Altersvorsorge – Berufsunfähigkeitsschutz – Hinterbliebenenabsicherung) durch. Die Versorgung der Hinterbliebenen gehört heute unbedingt zu einer attraktiven Gesamtversorgung, die bei Arbeitnehmern Punkte macht. Ein ergänzender Todesfallschutz für Mitarbeiter und Angehörige trifft den Versorgungsbedarf.

Durch die staatliche Förderung der bAV ergeben sich äußerst vorteilhafte Umstände. Werden z.B. die Beiträge durch den Arbeitnehmer per Entgeltumwandlung vom Bruttogehalt finanziert, spart er Steuern und Sozialabgaben. Auch der Arbeitgeber profitiert von Einsparungen bei den Sozialabgaben (i.d.R. ca. 20% Ersparnis bezogen auf den Beitrag). Und wenn der Arbeitgeber clever ist gibt er seine Ersparnis als Zuschuss an den Mitarbeiter und für ihn unter dem Strich aufwandsneutral weiter. Das ist dann quasi „Mitarbeiterbindung zum Nulltarif“.

Wenn wir uns zum Beispiel einen 30-jährigen verheirateten Arbeitnehmer mit einem Kind vorstellen, kann dieser bei einer Finanzierung über Entgeltumwandlung mit einem eigenen Aufwand von nur 85 Euro im Monat die Lebensumstände seiner Hinterbliebenen um 343 Euro verbessern, weil ein versichertes Todesfallkapital von 150.000 Euro verrentet werden kann (Berechnung nach AXA-Tarif*).

Die bAV bietet zahlreiche Möglichkeiten, eine Hinterbliebenenversorgung zu integrieren und von staatlicher Unterstützung zu profitieren.

*Tarif ALVI1 Relax Rente Classic, Endalter 67, Wert unterstellt eine Indexentwicklung von 6 % p. a.; inkl. Todesfallkapital von 150.000 Euro (inkl. Bonus) und BU-Beitragsbefreiung BG 1#. Die Kapitalleistung im Todesfall wird als lebenslange Rente erbracht. Maßgeblich sind die Rechnungsgrundlagen zum Zeitpunkt der Leistungserbringung. Die angegebene Rentenleistung ist daher nur beispielhaft und dient der Veranschaulichung. Steuern und gesetzliche Kranken- / Pflegeversicherung sind nicht berücksichtigt. Die Leistung im Todesfall erhöht sich zusätzlich um die Leistung aus Beitragsrückgewähr. Für die Waisenrente wurde eine abgekürzte Leibrente von 20 Jahren angenommen.

Vorteil AXA Das PLUS für Kunden von AXA


Als Spezialist im Bereich der betrieblichen Altersversorgung hilft AXA Arbeitnehmern und Arbeitgebern bei dem Aufbau der passenden Betriebsrente.
 
AXA bietet Versorgungslösungen für jeden Bedarf, so z. B. auch zur Absicherung der Hinterbliebenen als Zusatzschutz zur Altersversorgung. Ein Beispiel wie es bei einer Entgeltumwandlung aussehen kann, finden Sie hier   

Für mittelständische Arbeitgeber ab 100 Mitarbeitern bietet AXA sogar einen besonders kostengünstigen Todesfallschutz, den Arbeitgeber Ihren Mitarbeitern On-Top zum Gehalt anbieten können. Mit diesem rein arbeitgeberfinanzierten Todesfallschutz trifft der Arbeitgeber den Versorgungsbedarf seiner Mitarbeiter und stärkt somit die für ihn wichtige Mitarbeiterbindung. Lesen Sie dazu mehr  


Infotipp

Wie sieht es mit Ihrer Witwenrente aus? Wie hoch ist die Versorgungslücke? Ein Online-Rechner hilft, die Höhe der Bezüge zu ermitteln unter www.smart-rechner.de oder unter www.n-heydorn.de
 
„Hilfe in schweren Zeiten“ heißt die ausführliche Broschüre der Deutschen Rentenversicherung mit klaren Informationen zum kostenlosen Download (PDF, 524,33 KB)

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