Nicht verzweifeln im Pflegefall! Das Heim ist nicht das Ende

So kann es nicht mehr weitergehen! Oft fehlt der Mut, diese Einsicht auszusprechen, denn das Pflegeheim erscheint vielen alten Menschen und ihren Angehörigen immer noch als Angstgespenst. Dabei hat sich viel getan in der Altenpflege und viel kann man selbst tun, damit der letzte Umzug nicht aufs Abstellgleis führt. Die Pflegewelt von AXA hilft bei der positiven Sichtweise im aktuellen Pflegetipp.



70 Prozent der Deutschen haben Angst vor dem Pflegeheim. Ein Umfrage der GfK Marktforschung hat ergeben, dass drei Viertel der Älteren befürchten, schlecht behandelt zu werden. Dramatisch ist die Aussage, dass 13 Prozent der Befragten dem Heim sogar den Tod vorziehen. Die Negativschlagzeilen der Altenheime haben tiefe Spuren hinterlassen.



Etwa 600.000 der insgesamt rund zweieinhalb Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland werden in Heimen betreut, in der Altersstufe ab 85 sind es rund 30 Prozent der Männer und knapp 42 Prozent der Frauen. Die Vorstellung vom Leben im Heim wird bei den meisten Menschen einseitig von der Berichterstattung über skandalöse Zustände in diversen Einrichtungen geformt. Das Deutsche Seniorenportal beobachtet die Pflegedienstleistungen in Deutschland seit 2010 und stellt fest: „Die Versorgung ist meist sehr gut und es wird alles getan, um den Menschen einen möglichst schönen Lebensabend zu gewährleisten.“  Auch der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen kommt in einer aktuellen Studie zu dem Ergebnis, dass sich in vielen Pflegeheimen die Qualität der Pflege in den letzten fünf Jahren deutlich verbessert hat.




Zeitgemäße Angebote: Verständnis und Lebensqualität

Die Geschichte des Alten- und Pflegeheims entwickelte sich von der spartanischen Aufbewahrungsanstalt der Nachkriegszeit und dem medizinisch geprägten Altenkrankenhaus der 60er und 70er Jahre allmählich zu Empathie und Menschenwürde in kleineren Wohnbereichen. Um das Jahr 2000 kam die Idee der Hausgemeinschaft in familienähnlichen Gruppen auf. Heute entwickeln sich immer mehr Projekte, die einen sanften Übergang von der Häuslichkeit zum Heim anstreben und Wohnen mit Pflege auf eine neue respektvolle Weise verbinden. Statt der ausrangierten Devise „satt, sauber, trocken“ werden heute Werte wie Alltagskultur, Privatsphäre und Gemeinschaft immer wichtiger. Die Anregungen dazu kommen auch aus den europäischen Nachbarländern Niederlande, Dänemark, Schweden und Finnland, wo man Alterswohnen mit Lebensqualität schon seit vielen Jahren fördert. Heute lässt sich in ganz Europa über alle kulturellen Unterschiede hinweg ein Trend zu flexiblen Betreuungsmodellen ausmachen. Eine Vielzahl neuer professioneller Pflegeleistungen ersetzt nach und nach die konventionellen Alten- und Pflegeheime. Der Bedarf ist vorhanden. Die Zahl der Pflegebedürftigen, die nicht häuslich versorgt werden, ist seit 1999 um mehr als 30 Prozent gestiegen.

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen gibt zu bedenken, dass der Umzug in eine Alteneinrichtung nicht die schlechtere Alternative sein muss: „Der Einzug in ein Heim kann auch Ausdruck einer selbstbestimmten, geplanten Entscheidung sein; zumal häusliche Pflegesituationen keinesfalls defizitfrei sowie oftmals von gravierenden Überlastungen der Pflegenden und starkem Einsamkeitserleben der Pflegebedürftigen geprägt sind.“


Eine Entscheidung gegen die Einsamkeit

„Das gefährlichste am Altwerden ist das Alleinbleiben, das einsam werden. Das Gefühl, dass sich keiner mehr für einen interessiert. Das ist schrecklich. Und das passiert unendlich oft." Henning Scherf, ehemaliger Bürgermeister von Bremen, ist 77 und macht sich seit Jahren stark für Wohnprojekte gegen die gesellschaftliche Isolation von alten Menschen. Heute ziehen weite Teile der Gesellschaft am gleichen Strang. Immer mehr Projekte machen sich auf den Weg, um die Altenpflege vom Abstellgleis zu holen.

Das Kuratorium Deutsche Altershilfe KDA hat mit dem Konzept der sogenannten Quartiershäuser die Alten- und Pflegeheime für die Zukunft weiterentwickelt: Vereinfacht erklärt sollen Wohnangebote mit intensiver pflegerischer Unterstützung ganz normaler Bestandteil im Leben eines Stadtviertels werden. Das Quartiershaus respektiert einerseits den Wunsch nach Privatsphäre und ist gleichzeitig offen für das Leben in Gemeinschaft. Unter dem Stichwort „Wohnen im Viertel“ kann man Quartiersprojekte vor allem in Städten finden.

Daneben verändern zahlreiche Konzepte in ganz Deutschland das klassische Alten- und Pflegeheim hin zu Individualität und Lebensqualität:

Stationäre Wohngruppen haben sich aus konventionellen Pflegeheimen entwickelt. Es gibt sie innerhalb von Pflegeeinrichtungen, aber auch als unabhängige Betreuungsgemeinschaften. Acht bis zwölf Personen mit ähnlichen Bedürfnissen leben hier zusammen und verfügen neben ihren privaten Rückzugsräumen über ausreichend Platz für eine gemeinsame Wohnküche und regelmäßige Gruppenaktivitäten.

Vielfältige Gemeinschaftsprojekte in Pflegeheimen werden mit Erfolg verwirklicht: Von Kooperationen zwischen Kita und Altenheim profitieren beide Seiten, Pflegeheime arbeiten mit Vereinen und Kirchengemeinden zusammen, sie betreiben soziale und kulturelle Begegnungsstätten oder auch einfach nur eine Cafeteria, die der Nachbarschaft offensteht und Leben ins Haus bringt.

Pflege-Wohnen hat sich als Oberbegriff für verschiedene Alternativen zum herkömmlichen Pflegeheim etabliert. Vor allem im ländlichen Raum findet sich immer häufiger der Typ „Wohnpflegehaus“ mit oftmals sehr individueller Betreuung und familiären Lebensbedingungen.

Betreute Wohngemeinschaften können besonders Demenzkranken einen geeigneten vertrauten und überschaubaren Lebensraum geben. In einem weitestgehend normalen privaten Umfeld leben vier bis zehn Pflegebedürftige mit professioneller Unterstützung zusammen.

Vorteil AXA Das PLUS für Kunden von AXA

Wir zeigen Ihnen, wie es weitergeht.
Die Pflegewelt von AXA gibt Informationen und Anregungen zu allen Themen rund um Alter und Pflege. Wichtig ist uns, Ihnen Wege aufzuzeigen und praktische Begleitung in schwierigen Situationen zu leisten. Die beliebte Rubrik „Pflegewelt bewegt“ bringt immer wieder neue kurze Filme, die bei aktuellen Problemen anschaulich unterstützen. Ausführlich können Sie sich jetzt informieren und Mut fassen, wenn Sie der Wechsel ins Pflegeheim bedrückt. Hier geht es zum aktuellen Pflegetipp

Weil die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherungen in der Regel nicht ausreichen, ist es wichtig, sich rechtzeitig über eine sinnvolle Absicherung zu informieren. Wir erklären Ihnen hier die besonderen Vorteile der Pflegevorsorge VARIO von AXA.

Pflegewelt von AXA auf Facebook
Profitieren Sie von einem aktiven Austausch mit anderen Interessierten und den „Pflegeweltmacher“ und sagen Sie uns, was wir noch besser machen können.


Dem Notfall zuvorkommen

Der Mut zum richtigen Augenblick ist ein Segen für Betroffene und Angehörige. Ein gut geplanter Umzug ohne den Druck eines Notfalls erspart allen Beteiligten Stress und Belastungen. Aber wann ist es soweit? Welche Zeichen deuten darauf hin, dass es Zeit ist, in ein Heim oder eine ähnlich intensive Betreuungsform zu wechseln?

Hier eine kleine Checkliste der wichtigsten Anhaltspunkte:

  • Besteht die Gefahr von Vereinsamung und Isolation?
  • Ist die Sicherheit im gewohnten Lebensumfeld noch gewährleistet?
  • Übersteigt die Pflege die Leistungsfähigkeit der Angehörigen?
  • Belastet die Pflege die familiären Verhältnisse?
  • Hat sich der Gesundheitszustand des Pflegebedürftigen verschlechtert?
  • Ist die Pflege so aufwendig geworden, dass sie ein ambulanter Pflegedienst nicht leisten kann?
Wenn auch nur in einem einzigen Punkt Zweifel bestehen, ist es Zeit zu handeln. Im Idealfall hat man sich menschlich und rechtlich bereits vorbereitet. Umfassende Auskünfte über die nötigen Vollmachten und Verfügungen finden Sie in der Pflegwelt von AXA hier.


Die beste Lösung finden

Lage und Erreichbarkeit, Wohnen und Ausstattung, Verpflegung und Tagesgestaltung, Pflege und Betreuung, ärztliche und therapeutische Versorgung, Leistung und Kosten sind die großen Themenbereiche der Checklisten bei der Auswahl der geeigneten Betreuung. Persönliche Besichtigungen sind unentbehrlich. Claus Fussek, Mitbegründer des ambulanten Beratungs- und Pflegedienstes „Vereinigung Integrationsförderung e.V." und engagierter Kritiker der Altenpflege in Deutschland, gibt aus langjähriger Erfahrung zusätzliche Tipps, was bei einem Ortstermin wertvolle Hinweise auf die Qualität der Einrichtung geben kann.


Checkliste der Kleinigkeiten:

  • Sitzen die Bewohner bei schönem Wetter im Garten?
  • Wie riecht es?
  • Wie wird das Essen angerichtet?
  • Liegen Tischdecken auf den Tischen?
  • Gibt es verschiedene Trinkgefäße, z.B. Lieblingstassen?
  • Stehen frische Blumen auf dem Tisch?
  • Welche Musik läuft? Ist es die Lieblingsmusik der Pfleger oder eher die passende Musik für die Bewohner?
  • Wie ist der Umgangston der Pfleger untereinander?
  • Sind viele Angehörige zu Besuch?

Wegweiser im Internet

Zahlreiche Internet-Angebote helfen deutschlandweit bei der Suche nach Pflegeeinrichtungen aller Art:

Ein gemeinsames Projekt der Bertelsmann Stiftung und der Dachverbände der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen unterstützt bei der Pflegeheimsuche unter www.weisse-liste.de.

Informationen über Pflegeeinrichtungen in ganz Deutschland vermittelt das Privatinstitut für Transparenz im Gesundheitswesen unter www.deutsches-seniorenportal.de.

Ein großes Online-Portal für altersgerechte Wohnformen und Pflegeeinrichtungen bietet www.wohnen-im-alter.de.

www.heimverzeichnis.de ist ein gemeinnütziges Projekt mit dem Ziel, die Lebensqualität für Menschen in Einrichtungen der stationären Langzeitpflege nachhaltig zu fördern und zu verbessern.

www.pflegehilfe.org: Als bundesweiter Pflegestützpunkt steht die Pflegehilfe Senioren und ihren Angehörigen bei der Suche nach passenden Pflegeanbietern und Unterstützungsangeboten kostenlos zur Seite.


Lesen Sie auch im PLUS die folgenden Artikel:

Nutzen Sie unser Vorteilsangebot:

Rechtliche Hinweise
Die Artikelinhalte werden Ihnen von AXA als unverbindliche Serviceinformationen zur Verfügung gestellt. Diese Informationen erheben kein Recht auf Vollständigkeit oder Gültigkeit. Bitte beachten Sie dazu unsere Nutzungsbedingungen.