Sturzprävention – behalten Sie auch im Alter das Gleichgewicht!

Jeder Dritte über 65 Jahre stürzt mindestens einmal pro Jahr, Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer. Statt mit dem Risiko zu leben, kann man aktiv werden, um sicher auf den Beinen zu bleiben.

Die meisten älteren Menschen, die schon einmal gestürzt sind, entwickeln eine große Angst vor einem erneuten Sturz (Post-Fall-Syndrom genannt) und schränken sich in ihrer Bewegung ein. Ein Teufelskreis entsteht, weil Bewegungseinschränkung und Trainingsmangel das Sturzrisiko wiederum fördern.



Es war Glück im Unglück. Die 72jährige kam mit dem Schrecken und einer zerbrochenen Blumenvase davon, nachdem sie die Teppichkante zu Fall gebracht hatte. Knochenbrüche wie die gefürchtete Oberschenkelhalsfraktur treten in weniger als 10 Prozent auf, Mediziner sorgen sich aber auch um die psychischen Folgen: „Ein Sturz ist für viele alte Menschen das einschneidendste und beängstigendste Erlebnis ihres Lebens im Alter. Sich unvermittelt und oft auch hilflos am Boden liegend vorzufinden, bereitet nicht nur Angst und Schmerz, sondern ein Sturz kann auch ein vormals positives Lebensprogramm komplett durcheinander bringen… „ (Dr. med. Brigitte Metz, Diakonissenkrankenhaus Geriatrisches Zentrum, Karlsruhe).




Bewegung ist die beste Prävention

Bereits einfaches Training kann die Balance und Kraft älterer Menschen deutlich verbessern und Stürzen vorbeugen. Hilfreich sind Sportarten wie Qi Gong und Tai Chi Chuan, aber auch Bewegung zum Vergnügen wie Tanz jeder Art. Dr. Clemens Becker, Chefarzt der Klinik für Geriatrische Rehabilitation am Robert-Bosch-Krankenhaus, Stuttgart: „Mindestens zehn Minuten täglich sollte man sich darin üben. Vor allem für Frauen ab dem 60. Lebensjahr ist die Verbesserung der Kraft von großer Bedeutung.“

Ein kleiner Fitnesstest fürs Stehvermögen:

  • Können Sie ohne Probleme auf einem Bein zehn Sekunden stehen?
  • Können Sie zügig von einem Stuhl aufstehen, ohne mit den Armen nachzuhelfen?
  • Können Sie in zehn Sekunden zehn Meter in normalem Tempo gehen oder benötigen Sie länger für die Strecke?
  • Gehen Sie pro Tag mindestens 120 Minuten, wenn Sie alle Wege zusammenrechnen?

„Wenn Ihnen eine der oben genannten Aktivitäten schwer fällt, sollten Sie unbedingt ein Trainingsprogramm beginnen.“ (Dr. Clemens Becker)


Experten helfen, die Balance zu halten

Zu den Aufgaben von Ergotherapie und Physiotherapie gehört es, Menschen in der Bewältigung des täglichen Lebens zu unterstützen. Hier kann man sich guten Rat zu verbesserten Verhaltensweisen im Alltag holen und Beweglichkeit wie Bewegungsabläufe trainieren. Viele Therapeuten bieten an, die private Wohnumgebung zu inspizieren, um Risikofaktoren aufzuspüren und Problemen ganzheitlich vorzubeugen. Ein gutes Beispiel dafür: Der passende Duschsessel in der Badewanne nützt sehr wenig, wenn die Bewegungsabläufe beim Einstieg in die Wanne selbst ein hohes Maß an Sturzrisiken beinhalten.


Balance von innen. Gute Tipps für den Alltag

  • Nicht alles auf einmal: Mit ein bisschen Selbstdisziplin kann man sich angewöhnen, immer eine Aufgabe nach der anderen zu erledigen. Gleichzeitiges Kochen, Bügeln, Telefonieren usw. mag zwar zeitsparend erscheinen, ist aber höchst gefährlich, da die Aufmerksamkeit von möglichen Gefahren abgelenkt wird.
  • Konzentration in Portionen: Komplizierte Aufgaben lassen sich entschärfen, wenn sie in Phasen gegliedert werden. Zum Beispiel das Überqueren einer Straße am Zebrastreifen ohne Ampel: 1. Blick ob ein Auto kommt, 2. Schritt über den Randstein, 3. Gang bis zur Straßenmitte, 4. Überqueren der zweiten Straßenhälfte, 5. Schritt auf den Randstein. Auch wenn sich die Bewegung nicht verändert, profitiert das Sicherheitsgefühl.
  • Immer mit der Ruhe: Lieber einige Sekunden verlieren als das Gleichgewicht! Die meisten Stürze geschehen in Eile. Aber das Telefon kann ruhig einige Male mehr läuten, der Kuchen im Backofen wird nicht in der Sekunde verbrennen und auch die Haustüre muss nicht im Expresstempo geöffnet werden.
  • Gut für den Körper sorgen: Ausreichend Flüssigkeitszufuhr ist unentbehrlich, um Kreislaufstörungen und Schwindel vorzubeugen. Experten sind sich einig, dass eine ausgeglichene vitaminreiche Ernährung umso wichtiger ist, wenn mit den Jahren das natürliche Hunger- und Durstgefühl abnimmt.
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In der Pflegewelt von AXA warten ständig aktuelle Beiträge auf Sie, die sich mit effektiver Vorsorge beschäftigen. Dabei sind immer wieder nützliche Tipps und Gedankenstützen, die mit geringem Aufwand viel für die Lebensqualität bewirken können.

Sturzgefahren erkennen und beseitigen.
Vier von fünf Sturz-Unfällen ereignen sich im häuslichen Umfeld, mehr als vier Millionen ältere Menschen stürzen jedes Jahr über die Tücken ihrer nächsten Umgebung. Mit vielen Gefahrenquellen hat man lange unbesorgt zusammen gelebt. Im Zuge des Älterwerdens macht es aber Sinn, die gewohnte Umgebung einem kritischen Blick zu unterziehen.

Anschaulich finden Sie die wichtigsten Sicherheitstipps für zu Hause als kurzen Filmbeitrag in der Pflegewelt von AXA vorgestellt, hier mit einem Klick zu sehen.

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Einige nützliche Tipps aus dem Videofilm haben wir hier schon einmal für Sie – in einer kurzen Checkliste – zusammen gestellt.

  • Vorsicht Fußangeln: Elektrische Kabel und Verlängerungsschnüre sollten nur an der Wand entlang liegen, oder besser noch sind sie mit Kabelschellen oder Kabelschächten gesichert. In diesem Zusammenhang trägt auch ein schnurloses Telefon zur Sicherheit bei.
  • Achtung Schwelle: Türschwellen sind eine Gefährdung, vor allem, wenn sie nicht gut sichtbar sind. Falls es nicht möglich ist, die Schwellen zu entfernen, helfen kontrastierende Markierungen mit Klebeband.
  • Sicherheit an der Hand: Geländer und Handläufe sind bei allen Treppen wichtig, auch wenn sie nur wenige Stufen zählen. Die Stufen sollten deutlich zu erkennen sein, hier hilft beispielsweise eine leicht zu installierende LED-Treppenbeleuchtung.
  • Stolperstein & Rutschgefahr: Kanten dicker Teppiche mit doppelseitigem Klebeband fixieren, Anti-Rutsch-Matten sorgen bei kleinen Teppichen für sicheren Halt.
  • Freie Bahn: Die wichtigsten Wege in der Wohnung sollten auf ca. 1,20 Meter Breite unverstellt von Hindernissen sein.
  • Gute Sicht: Ein Nachtlicht im Schlafzimmer (spezielles Kaltlicht aus dem Fachhandel) sichert das nächtliche Aufstehen. Ideal für den problemlosen Weg ins Badezimmer ist ein Bewegungsmelder.
  • Sicherheit im Bad: Badematten mit gummierter Rückseite und Anti-Rutsch-Matten für Dusche und Badewanne unterstützen sicheren Stand. Ein Duschhocker mit rutschfesten Füßen kann das Sicherheitsgefühl zusätzlich verbessern- Empfehlenswert ist es, sich im Fachhandel beraten zu lassen – viele Hilfsmittel sind problemlos einzubauen.
  • Entschärfte Küche: Hängeschränke sollten in Sicht- und Griffhöhe angebracht sein. Am Arbeitsplatz ist Bewegungsfreiheit wichtig, im Idealfall Raum für einen höhenverstellbaren Arbeitsstuhl auf fünf Rollen.
  • Gut zu Fuß: Wichtig sind auch zu Hause gut sitzende Schuhe, vor allem die Ferse braucht festen Halt. Für den nächtlichen Gang ins Badezimmer sind Anti-Rutsch-Socken empfehlenswert, die man bereits im Bett tragen kann.
Haben Sie einige Stolperfallen erkannt? Überprüfen Sie mit unserer kurzen Checkliste und dem Videofilm zur Sturzprävention wo Stolperfallen lauern und wie Sie diese schon mit ein paar leichten Handgriffen und einfachen Mitteln wirkungsvoll beseitigen können. Präventiv und vorausschauend Handeln ist die Devise.

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