Neu im Kindergarten: Was kommt auf mein Kind und mich zu?

Mit Checkliste


Schon ab einem Alter von neun Monaten, teilweise sogar früher, kann der Nachwuchs eine Kindertagesstätte besuchen. Manche Einrichtungen nehmen die Kleinen auch erst ab dem zweiten oder dritten Lebensjahr auf. Mütter und Väter müssen dabei das Gefühl haben, dass ihr Kind gut aufgehoben ist. Ansonsten können sie es nicht beruhigt zurücklassen, geschweige denn entspannt arbeiten. Umgekehrt wird auch das Kind spüren, dass die Eltern nicht ohne Sorge weggehen und dann verunsichert reagieren. Deshalb sollte man die Suche nach einer passenden Institution mit Sorgfalt angehen. Auch eine gute Vorbereitung auf den Kindergartenbesuch – für Eltern und Kind –  ist wichtig. Wir sagen Ihnen, worauf es dabei ankommt und haben Ihnen in Zusammenarbeit mit der Familienschule Fulda eine Checkliste mit wertvollen Tipps angehängt!


Ab wann kann mein Kind in der Kindertagesstätte betreut werden? Was muss mein Kind können?

Der Eintritt in den Kindergarten stellt eine hohe Herausforderung für ein kleines Kind dar – umso mehr, desto jünger es ist. Deshalb empfehlen Experten wie Julia Spätling, Diplom-Heilpädagogin und Leiterin der Familienschule der Deutschen Familienstiftung in Fulda, für die positive Entwicklung des Kindes einen Eintritt in den Kindergarten erst ab einem Jahr. Allgemein geht man davon aus, dass spätestens Dreijährige über die nötige soziale, emotionale und seelische Reife verfügen, um eine gewisse Zeit ohne ihre engsten Bezugspersonen in einer größeren Gruppe zurechtkommen. „Das ist lediglich ein Richtwert“, erklärt Julia Spätling, „denn nicht jedes Kind ist gleich entwickelt.“ Natürlich aber gibt es Gründe, z.B. finanzielle, warum ein Kleinkind oder ein Baby auch schon früher fremdbetreut werden muss. Auch das lässt sich gut und für den Nachwuchs angenehm gestalten.

Doch welche Fähigkeiten und Voraussetzungen muss mein Sohn oder meine Tochter überhaupt für den Besuch im Kindergarten oder der Kindertagesstätte besitzen? „Das einzige, was ein Kind ‚können‘ muss, ist, eine stabile und positive Beziehung zu einer zunächst fremden Person aufzubauen, ohne emotional vollkommen durcheinanderzugeraten“, sagt Julia Spätling.


Woran erkenne ich eine gute Kindertagesstätte? Welche Bedingungen sollten erfüllt werden?

Bisher existieren keine bundesweit geltenden Qualitätsstandards für Kindertagesstätten. Daher sollte man zuerst nach der Konzeption der Einrichtung fragen. Darin sind in der Regel alle wichtigen Informationen zur Einrichtung enthalten: zur Eingewöhnung, zum Tagesablauf und zu den jeweiligen Schwerpunkten der pädagogischen Arbeit. Ein zweiter Gradmesser ist Ihr Gefühl: Sind Ihnen die Räumlichkeiten sympathisch und wirken die betreuenden Personen kompetent? Bedenken Sie bei Ihrer Entscheidung, dass eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Erziehern, Kinderpflegern und Eltern die beste Voraussetzung ist, damit die Eingewöhnung und in der Folge die gemeinsame Erziehung größtenteils reibungslos und gut gelingt.


Grundsätzlich gilt: Kindertagesstätten haben einen eigenständigen Bildungs- und Erziehungsauftrag. Sie sollen die Erziehung des Kindes in der Familie ergänzen und unterstützen und gezielt Bildungs- und Erziehungsangebote zur Verfügung stellen. Wichtigstes Standbein dabei ist eine differenzierte Erziehungsarbeit, die die geistige, seelische und körperliche Entwicklung anregt, die Gemeinschaftsfähigkeit fördert und allen Kindern die gleichen Entwicklungschancen bietet. Und bei Entscheidungen in wesentlichen Angelegenheiten der Bildung, Erziehung und Betreuung sollen die Eltern unterrichtet und angemessen beteiligt werden. Sind diese Punkte bei der Einrichtung Ihrer Wahl erfüllt? Zur Orientierung gibt es das Positionspapier „Gute Qualität in Krippe und Kindertagespflege“, das auch als Druckversion erhältlich ist.


Wie sehen die ersten Wochen der Eingewöhnung in der Praxis aus?

Ein Kind, das neu in eine Kindertageseinrichtung kommt, erlebt die erste längere Trennung von seinen Hauptbezugspersonen. Es findet unbekannte Räume mit anderen Kindern und neuen Materialien vor. Es muss eine Beziehung zu einer fremden Bezugsperson aufbauen, den eigenen Rhythmus an den Tagesablauf der Einrichtung anpassen und lernt neue Regeln kennen. Das bedeutet für viele Kinder Unsicherheit, Stress und ein verstärktes Bedürfnis nach Sicherheit und Schutz.
 
Diese Situation können kleine Jungen und Mädchen gut bewältigen, wenn sie von zwei Seiten unterstützt werden: Von den Eltern oder einer ihnen sehr gut vertrauten Person, die ihnen besonders in der Eingewöhnungszeit von etwa ein bis vier Wochen als sichere Basis dienen. Und von den Erziehern und Pflegern der Einrichtung. Wichtig ist hier eine zuverlässige und liebevolle Betreuung durch immer dieselbe Person, die sich dem neuen Kind zuwendet, den Kontakt herstellt und in irritierenden Situationen Schutz, Sicherheit und Trost bietet. Hat Ihr Kind so Vertrauen und eine Beziehung aufgebaut, kann es nun mehrere Stunden am Tag in der Kindertagesstätte bleiben.
 
Ist ein Kind aber über Wochen hinweg überhaupt nicht in der Lage, sich den Betreuern anzuvertrauen und in der neuen Umgebung zurecht zu finden, ist es noch nicht bereit, fremdbetreut zu werden. „Das kann man aber erst in der Praxis feststellen und muss von Fall zu Fall individuell betrachtet werden“, weiß Julia Spätling.


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„Starke Kinder brauchen glückliche und zufriedene Eltern für ein unbeschwertes Aufwachsen“, dafür steht die Familienschule Fulda eine Einrichtung der Deutschen Familienstiftung

Die Familienschule Fulda ist ein Ort, wo Eltern Antworten auf ihre Fragen bekommen, Kontakte knüpfen und hilfreiche Kurse von Geburtsvorbereitung über Eltern-Kind-Gruppen bis hin zu Selbsthilfe-Gruppen finden können.

Neben dem genau auf die Bedürfnisse von werdenden und “jungen” Eltern abgestimmte Kursangebote, können die Eltern Sicherheit und Klarheit im eigenen Vorgehen, sowie Familien- und Partnerschaftsstärkende Anteile wie Alltagsgestaltung, Selbstpflege, Stress- und Zeitmanagement und verlässliche Unterstützung bei Problemen erhalten. Hier geht es direkt zur Familienschule Fulda.


Wie kann ich mich als Elternteil auf die Fremdbetreuung meines Kindes vorbereiten?

Viele Eltern machen sich Sorgen, dass sich der Eintritt in eine Kindertagesstätte wie eine Krippe oder den Kindergarten negativ auf die Beziehung zu ihrem Kind auswirken könnte. „Alle Untersuchungen, die wir kennen, zeigen aber, dass ein von den Eltern vorbereiteter und begleiteter Übergang sowie eine qualitativ gute und verlässliche Betreuung die Eltern-Kind-Bindung nicht beeinträchtigt“, betont Julia Spätling. Ganz im Gegenteil: Die Entwicklung des Kindes werde sogar gefördert. Die Kinder werden nach und nach reifer im Umgang mit anderen Kindern und Erwachsenen, gewöhnen sich immer mehr an neue Situationen und lernen viele Dinge kennen und damit neu umzugehen.

Aber nicht nur die Kinder, auch die Eltern sollten sich auf die neue Zeitrechnung einstellen: „Seien Sie sich bewusst, dass Ihr Kind in den Erzieherinnen nun neue, wichtige Bezugspersonen findet. Und das ist gut so! Versuchen Sie Ihr Kind für diese bestimmte Zeit loszulassen und vertrauen Sie darauf, dass es sich in guten Händen befindet“, rät Julia Spätling. „Glauben Sie nicht, dass Ihr Erziehungsstil nun auf dem Prüfstand steht, nur weil im Kindergarten einige Dinge anders gemacht werden. Das kann Ihr Kind gut akzeptieren. Denken Sie daran: Ihr Kind spürt, wenn Sie es gerne gehen lassen und gerne wieder abholen!“

Unsere Tipps für die Wahl der richtigen Kindertagesstätte und die Phase der Eingewöhnung in einer Checkliste für Sie zusammengestellt:

Checkliste Kindertagesstätte (pdf, 33,6 KB)

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