Raus ins Freie! Natur erleben hält Kinder gesund, kreativ und fit

Über die Hälfte aller Menschen weltweit lebt inzwischen in Städten, darunter natürlich auch eine Vielzahl von Kindern. Die Vorteile der Stadt sind unbestritten: kurze Wege, viele Einkaufsmöglichkeiten, gute Bildungsangebote, leichtere Vereinbarung von Beruf und Familie. Doch oft ist man weit entfernt von Wiesen, Bäumen, Bächen und etwas Grün, kurz: der Natur. Dabei ist Naturerleben, wie Hirnforscher wissen, ein grundlegendes Bedürfnis von heranwachsenden Kindern. Genauso wichtig wie für das Wohlbefinden und das Erlangen sozialer Fähigkeiten sind Naturerfahrungen für die Entwicklung von Motorik, Kreativität, Körper, Geist, Gehirn sowie für die gesamte körperliche und seelische Gesundheit.



„Schon ein Spaziergang in der Natur lässt einen durchatmen“, erklärt Julia Spätling, Diplom-Heilpädagogin und Leiterin der Familienschule der Deutschen Familienstiftung in Fulda. „Man spürt Entspannung, Entlastung, kann unangenehme Erlebnisse einfach abstreifen, darf sich frei fühlen und ohne Bestimmung bewegen und denken.“ Für diese Art von Erfahrung braucht es Freiraum. Am besten unter Tieren und Pflanzen. „Das sollten Eltern ihren Kindern unbedingt regelmäßig ermöglichen.“


Wichtig: Jeden Tag mindestens eine Stunde Bewegung!

Doch der Kinderalltag in Deutschland sieht oft anders aus. Von morgens bis mittags sitzen schon die Kleineren zwischen sechs und zehn Jahren rund vier Stunden in der Schule. Dann kommen Hausaufgaben, wieder auf einem Stuhl, danach lockt das technische Spielzeug: Statt wie früher drei bis vier Stunden draußen zu toben, zu rennen und zu klettern, sitzen Kinder zwischen 9 und 13 Jahren heute im Schnitt jeden Tag über eineinhalb Stunden beim Spielen an ihrem Computer. Hinzu kommen noch einmal so viele Stunden vor dem Fernseher. Knapp ein Drittel hat ein eigenes Gerät im Zimmer, die Hälfte von ihnen verfügt über einen Internetzugang. Die Zeit, die zudem am Smartphone verbracht wird, ist da noch gar nicht mitgerechnet.


Damit Kinder gesund heranwachsen können, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jeden Tag mindestens eine Stunde lang körperliche Aktivität. Das heißt, unsere Kleinen sollten sich dabei ruhig etwas anstrengen und auch mal aus der Puste kommen. In Deutschland tun dies nach einer Untersuchung des Robert-Koch-Instituts lediglich rund ein Viertel der Kinder zwischen 3 und 17 Jahren. Und: Je älter die Jugendlichen werden, desto weniger bewegen sie sich. Insgesamt zu wenig Bewegung haben vor allem Kinder aus sozial benachteiligten Familien und Mädchen.

Schon 2009 gewann das renommierte Institut im Auftrag der Bundesregierung alarmierende Erkenntnisse zur Motorik der untersuchten Kinder: 35 Prozent der 4- bis 17-Jährigen konnten keine zwei oder mehr Schritte auf einem drei Zentimeter breiten Balken rückwärts balancieren, 86 Prozent gelang es nicht, eine Minute lang einbeinig zu balancieren und 43 Prozent erreichten bei Rumpfbeugen den Boden nicht. Dabei ist längst bekannt, dass Beweglichkeit und eine gute körperliche Koordination die Konzentration, Sprach- und Lernfähigkeit fördern. Zudem senkt ausreichend Bewegung das Aggressionspotential und die Anfälligkeit für Unfälle.

Vorteil AXA Das PLUS für Kunden von AXA

„Starke Kinder brauchen glückliche und zufriedene Eltern für ein unbeschwertes Aufwachsen“, dafür steht die Familienschule Fulda eine Einrichtung der Deutschen Familienstiftung. Die Familienschule Fulda ist ein Ort, wo Eltern Antworten auf ihre Fragen bekommen, Kontakte knüpfen und hilfreiche Kurse von Geburtsvorbereitung über Eltern-Kind-Gruppen bis hin zu Selbsthilfe-Gruppen finden können.

Neben dem genau auf die Bedürfnisse von werdenden und “jungen” Eltern abgestimmte Kursangebote, können die Eltern Sicherheit und Klarheit im eigenen Vorgehen, sowie Familien- und Partnerschaftsstärkende Anteile wie Alltagsgestaltung, Selbstpflege, Stress- und Zeitmanagement und verlässliche Unterstützung bei Problemen erhalten. Hier geht es direkt zur Familienschule Fulda.


Natur erleben: Zu viel Kontrolle und Programm engt die Entwicklung ein

„Alles im Leben unserer Kinder ist genau vorstrukturiert: Kindergarten, Schule, Kurse, Sportverein, Kindergeburtstag“, stellt Julia Spätling fest. „Wir leben in viereckigen Kisten, in denen alles gerade und sauber ist. Die Funktionen der Gegenstände in dieser Kiste sind genau festgelegt und können nicht ausgetauscht werden. In diesen viereckigen Kisten stehen wieder viereckige Kisten, die die Kinder meist daran hindern, sich frei zu bewegen.“ Statt Freiraum haben viele junge Menschen einen genau durch getakteten Wochenplan mit diversen Verpflichtungen und Terminen. Was fehlt sind Selbstbestimmung und Selbsterfahrung. Und: Immer mehr Kinder leiden unter anderem an Stress und Depressionen.


Deshalb empfiehlt die Familienexpertin Eltern dringend, regelmäßig mit ihrem Nachwuchs in die Natur zu gehen. Denn Naturerlebnisse von klein auf stärken nicht nur die Persönlichkeit: „Matschen, rennen, klettern, atmen, sehen, fühlen, riechen, die Welt mit allen Sinnen erfahren, das ist für eine gesunde Entwicklung eklatant wichtig. Die Kinder können sich besser frei entfalten, sich selber kennenlernen und sich ausprobieren“, weiß die Heilpädagogin aus Erfahrung. „Weil draußen in der Natur nie alles immer gleich ist, lernen unsere Kinder spielerisch nach neuen Wegen zu suchen, sie haben unvergessliche Momente im Umgang mit Menschen und Tieren, seien es unangenehme und schmerzliche und sehr schöne und bewegende. Das gehört alles mit zum Leben und so geben wir unseren Kindern die Möglichkeit zu reifen, auch innerlich.“

Kinder lernen durch Nachahmung. Daher ist es natürlich am besten, Eltern leben die Liebe zur Natur vor. Unsere Tipps:

  • Gehen Sie zelten und machen Sie gemeinsam ein Lagerfeuer
  • Gehen Sie zum Kanu fahren
  • Organisieren Sie eine Schnitzeljagd über Wiesen, Auen und Felder
  • Bestimmen Sie gemeinsam Vögel
  • Suchen Sie nach Pflanzen, Kräuter, Pilze, Käfern oder verschiedenen Baumarten
  • Unternehmen Sie Fahrradtouren an einem Bach oder einem See entlang
  • Besuchen Sie Walderlebnispfade oder Baumgipfelpfad
  • Spielen Sie „Natur-Detektiv“ und sammeln Sie Gegenstände im Wald (Tannenzapfen, Zweige, Beeren) und ordnen diese zu.
Das fördert nicht nur die Entwicklung und die Gesundheit Ihrer Kinder, sondern auch die Beziehung zwischen Eltern, Geschwistern und der ganzen Familie.

Weitere Tipps:

Lesen Sie auch im PLUS:

Nutzen Sie den Vorteil im PLUS:

Rechtliche Hinweise
Die Artikelinhalte werden Ihnen von AXA als unverbindliche Serviceinformationen zur Verfügung gestellt. Diese Informationen erheben kein Recht auf Vollständigkeit oder Gültigkeit. Bitte beachten Sie dazu unsere Nutzungsbedingungen.