Geschenktes Geld vom Chef

Wer hat schon Geld zu verschenken? Dennoch machen viele Angestellte genau das - weil sie nicht wissen, dass ihnen sogenannte vermögenswirksame Leistungen (VL) zustehen. Ob man einen Anspruch hat oder nicht, geht aus dem für die jeweilige Branche gültigen Tarifvertrag oder der Betriebsvereinbarung des Arbeitgebers hervor. Wer unsicher ist, fragt einfach in der Personalabteilung nach.




Kleine  Schritte führen auch vorwärts

Vermögenswirksame Leistungen sind ein guter Weg, über monatliche Sparraten das erste kleine Kapital im Leben anzusammeln. Den in drei Varianten möglichen Vertrag schließt man bei einer Bank oder einer Versicherung ab und legt seinem Chef eine Bestätigung vor. In der Regel beträgt die Einzahlungsphase sechs Jahre, ein weiteres Jahr ruht das Kapital, kann also nicht abgehoben werden. Anschließend steht es zur freien Verfügung. Besonders lohnenswert sind VL-Verträge, weil sich der Arbeitgeber daran beteiligt: Je nachdem, was im Tarifvertrag oder in der Betriebsvereinbarung festgeschrieben ist, zahlt die Firma monatlich zwischen 6,65 Euro und 40,- Euro dazu. Die Belastung für den Arbeitnehmer verringert sich entsprechend. 


Für Häuslebauer

Auch wenn der Traum vom eigenen Heim bei Berufsanfängern noch nicht im Vordergrund steht – irgendwann gründen die meisten eine Familie, lassen sich fest an einem Ort nieder und wünschen sich ihre eigenen vier Wände. Wer seine vermögenswirksamen Leistungen in einen Bausparvertrag einzahlt, kann später, wenn er einen Kredit braucht, von niedrigen Zinsen profitieren. Denn der Zinssatz wird zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses definiert und lässt etwaige Zinssteigerungen in der Zukunft unberücksichtigt. Wer nach Ablauf von sieben Jahren keinen Immobilienkredit benötigt, kann die angesparte Summe auch einfach abheben.


Für Sicherheitsbewusste

Wer jetzt schon weiß, dass er keinen Kredit für den Kauf, Bau oder die Renovierung einer eigenen Immobilie braucht und das Risiko scheut, kann seine monatliche Sparrate plus die Zugabe vom Chef auch in einen Banksparplan einzahlen. Im Mittelpunkt steht hier: größtmögliche Sicherheit. Das eingezahlte Kapital wird jährlich fest verzinst, nach Ablauf der Ruhephase gibt es oft einen Bonuszins obendrauf. Die Zinsen sind derzeit zwar sehr niedrig, dafür geht man keinerlei Risiko ein. Man kann sich ab  Vertragsabschluss felsenfest darauf verlassen, dass die Auszahlungssumme nicht schwankt. Damit lässt sich der Betrag nicht nur verbindlich kalkulieren sondern auch für besondere Anschaffungen, etwa einen Gebrauchtwagen oder ein neues Designersofa, einplanen.
 
Ein weiterer Weg für Sicherheitsbewusste ist das Geld in eine betriebliche Altersversorgung (bAV) anzulegen. Weitere Informationen zur bAV findest du hier.


Für Risikofreudige

Wer mit Gewissheit sagen kann, dass er nach Ablauf des VL-Vertrages nicht auf das Geld angewiesen ist, etwa weil er zusätzliche Ersparnisse auf einem Tagesgeldkonto besitzt oder einfach genug verdient, kann auch in einen Aktienfondsplan einzahlen. Wie beim Banksparplan und beim Bausparvertrag fließt eine feste monatliche Summe auf das VL-Konto. Mit etwas Glück lassen sich mit einem Aktienfondsplan deutlich höhere Renditen erzielen als mit festen Zinsen. Experten sprechen von fünf bis zehn Prozent jährlich. Gleichzeitig besteht aber auch das Risiko eines Wertverfalls, wenn die wirtschaftliche Lage einmal schlecht ist. Es kann also passieren, dass man nach sieben Jahren nicht mehr Geld auf dem VL-Konto hat als man eingezahlt hat, sondern gleich viel oder sogar weniger. In diesem Fall sollte man die Summe dann so lange ruhen lassen, bis das Depot im Wert wieder gestiegen ist und man über eine Auszahlung nachdenken kann.

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