Kreativität bei Kindern fördern

Kreatives Denken wird für das Berufsleben immer wichtiger!

Jeder Mensch ist kreativ. Im Kleinkinderalter sollen wir sogar am kreativsten sein, erklären Experten. Denn Kreativität bedeutet nicht nur Bilder malen oder Musik machen, Kreativität zeigt sich im Denken, Handeln und Planen und ist elementar wichtig für die Entwicklung des Menschen und sogar der gesamten Gesellschaft. Häufig wird diese herausragende Fähigkeit in ihrer Bedeutung unterschätzt und deshalb meist nicht besonders gefördert. Leistung ist das Meistgefragte: in der Schule, an der Uni, selbst im Kindergarten und oft auch schon zuhause bei den Eltern. Doch gibt es eine Menge Gründe, Neugierde, Ideenreichtum, produktives Denken und Fantasie schon früh während der Entwicklung des Kindes und nach Kräften zu unterstützen. Denn: Nicht zuletzt ist Kreativität ein Erfolgsfaktor!




Kreative sind Problemlöser, Erfinder, Neudenker – Kinder auch!

Kreativität ist Gestalten: an eine Sache herangehen, sie ausprobieren, von allen Seiten (neu) betrachten und neu denken. Sie ist die Fähigkeit, auch mal quer zu denken, Grenzen zu überschreiten, Bekanntes umzudeuten, zu verfremden. Kreativ sein bedeutet, Perspektiven zu wechseln oder Um- und damit andere Wege zu gehen. Ohne Kreativität gibt es keine Problemlösung, keine Erfindungen, keine neuen Ideen.


Wenn man Kindern zusieht, merkt man schnell: Sie sind höchst kreativ beim Entdecken ihrer (Um)Welt. „Die Kleinen sind von Natur aus neugierig, sie wollen Neues auskundschaften und tun dies auf unterschiedlichste Weise – jeden Tag“, beobachtet auch Julia Spätling, Diplom-Heilpädagogin und Leiterin der Familienschule der Deutschen Familienstiftung in Fulda. Die Gabel wird zur Schaufel, der Kartoffelbrei auf dem Teller zum Sandkasten, der Besen zum Hockeyschläger, ein Steinchen zum Puck oder ein Stöckchen zur gefährlichen Schlange. „Das Beste ist, sie dabei gewähren zu lassen. Eigene Ideen entwickeln und darin bestärkt werden, macht Freude, fördert die Identität und ist gut für das Selbstwertgefühl. Und: Die Kinder bekommen Lust auf mehr!“



Basteln, malen, musizieren – Die Entwicklung des Kindes richtig fördern

Studien zeigen immer wieder, dass frühes Basteln, Werken, Musizieren und Zeichnen die Entwicklung des sprachlichen und mathematischen Verständnisses stärken kann. Mädchen und Jungen, die möglichst selbstständig diese Bereiche entdecken dürfen, haben häufig ein gutes Raumgefühl, können vernetzt denken und Probleme selbst lösen. Musik machen im Kindesalter fordert zudem alle Sinne und ist außerdem gut für die Motorik, die Sprachentwicklung, das Lernverhalten und für die Gesundheit der Psyche.

„Wichtig bei all dem ist, dass die spielerische Auseinandersetzung, das (Er)Finden und das Ausprobieren im Vordergrund stehen – ohne Vorgaben, ohne Druck, ohne Erwartung“, betont Julia Spätling. So kann Kreativität frei fließen und mit ihr die Emotionen und die eigene Gestaltungskraft. Denn nicht das Ergebnis ist wesentlich, sondern die Vertiefung in das Tun an sich. „Die Herausforderung für uns Erwachsene ist, die Kinder in ihrer Kreativität nicht zu behindern“, weiß die Familienberaterin. „Dadurch, dass wir Großen in festen Strukturen leben, in unserer täglichen Routine und einem festen Rahmen, ist unsere Kreativität zurückgedrängt worden. Wir denken, unsere Kinder bräuchten ebenfalls vor allem eines: Regeln. Dem ist nur bedingt so.“

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„Starke Kinder brauchen glückliche und zufriedene Eltern für ein unbeschwertes Aufwachsen“, dafür steht die Familienschule Fulda eine Einrichtung der Deutschen Familienstiftung.

Die Familienschule Fulda ist ein Ort, wo Eltern Antworten auf ihre Fragen bekommen, Kontakte knüpfen und hilfreiche Kurse von Geburtsvorbereitung über Eltern-Kind-Gruppen bis hin zu Selbsthilfe-Gruppen finden können.

Neben dem genau auf die Bedürfnisse von werdenden und “jungen” Eltern abgestimmte Kursangebote, können die Eltern Sicherheit und Klarheit im eigenen Vorgehen, sowie Familien- und Partnerschaftsstärkende Anteile wie Alltagsgestaltung, Selbstpflege, Stress- und Zeitmanagement und verlässliche Unterstützung bei Problemen erhalten. Hier geht es direkt zur Familienschule Fulda.


Nicht die Besten sind die Erfolgreichsten, sondern die Kreativsten

Kinder sprühen meist vor Ideen und originellen Einfällen. Je mehr man sie gewähren lässt, umso mehr. Ein eigener Kopf, Imaginationsgabe und Originalität sind wichtige Eigenschaften, um sich in einer sich immer rasanter verändernden Welt zu behaupten und Mut zu Neuem und zu Veränderung mitzubringen. Mit dem Schuleintritt und wachsendem Alter lässt der Einfallsreichtum allerdings häufig nach. Später dann versuchen erwachsen gewordene Kinder als Selbstständige oder Arbeitnehmer in Konferenzen, Meetings und Firmengesprächen ihr brachliegendes Potential mit speziellen Kreativitätstechniken wieder zu erwecken: um mit experimentellem Denken und einem Abweichen von der Norm assoziativ und fantasievoll an Probleme und Entwicklungen heranzugehen und Altes neu zu denken.


Untersuchungen haben gezeigt, dass die Erfolgreichen häufig nicht nur die mit guten Noten und hohem Intelligenzquotienten sind. Attraktiv sind die Teamarbeiter mit kreativen, praktischen und sozialen Fähigkeiten und die Querdenker mit Visionen. Genau solche Leute werden auch in der Wirtschaft gesucht. Grund genug, den Fokus neben reiner Wissensvermittlung auf die Kreativität zu legen!



Unsere Tipps – So fördern Sie die Entwicklung und die Kreativität ihres Kindes:

  • Freiraum! Geben Sie ihrem Kind keine Spiele vor, sondern stellen Sie ihm unterschiedliche Materialien zur Verfügung, die nicht vorgegeben sind in Form oder Funktion. Mischen Sie sich möglichst wenig ins Spiel Ihres Kindes ein, werten Sie nicht und packen Sie die Tage nicht zu voll mit Terminen. Kreativität braucht Raum und Zeit. Und neben Ungestörtheit manchmal sogar auch Langeweile. Aus ihr entsteht oft viel Neues!
  • Die ideale Umgebung! Dazu gehören ein Maltisch und eine Malkiste mit Kittel, wasserfester Unterlage (Wachstischdecke), Farbstiften, Papierbögen, Pinseln, Glitzer, Schwämmchen, Farben und Schere. Der Maltisch verwandelt sich mit einer Bastelkiste schnell in einen Basteltisch: gefüllt mit unterschiedlichen, wandelbaren Materialien wie Stoffen, Papier- und Tapetenresten, Wollfäden, Pappe, Hölzchen, Kartons, Knöpfen, Silber- und Goldfolie, Klopapier- oder Küchentuchrollen, Korken, Dosen, Eierschachteln, Federn, Zeitschriften, Aufklebern, Knete, Salzteig, Schablonen, Lineal, Schere und Kleber.
  • Eine Verkleidungskiste mit Tüchern, Hüten, alten Kleidern, Röcken, Schuhen, Faschingskostümen, Stoffen und Perücken laden zum Fantasieren, In-andere-Rollen-schlüpfen und freien Spielen ein – oft sogar zu einer verrückten Zauber-Vorstellung oder einem Improvisationstheaterstück.
  • Begleiten Sie ihr Kind, indem sie es ermutigen, Dinge auszuprobieren. Halten Sie sich zurück mit Verbesserungsvorschlägen oder „Das macht man aber so...“-Tipps. Sie sollten ihr Kind so weit wie möglich nicht einschränken.
  • Raus aus der Gewohnheit! Gehen Sie mit gutem Beispiel voran: Erfinden Sie Geschichten, laufen Sie einfach einmal einen anderen Weg nach Hause, machen Sie Blödsinn mit Ihren Kind, gehen Sie zusammen in die Natur, schauen Sie, was man aus Steinchen, Tannenzapfen, Blättern, Moos, Früchten, Gräsern, Baumrinde, Hölzern etc. alles machen kann. Legen Sie Muster auf den Boden, schmücken Sie Bäume und Sträucher, nehmen Sie die Gaben der Natur als Bastelmaterial mit nach Hause.
  • Mobiles Kinderzimmer! Mit Rollschränken und -möbeln, Tüchern, Kissen, Polstern und Decken kann Ihr Kind sein Zimmer immer wieder neu gestalten. Lassen Sie es immer wieder frei werkeln und (um)bauen – heraus kommen die verrücktesten Weltraumschiffe, Burgen, Hüpfparadiese, Höhlen und Fantasiewelten. Sie werden staunen!
  • Staunen und freuen Sie sich! Hängen Sie die Kunstwerke Ihres Kindes auf, vielleicht gibt es eine Wand im Kinder- oder Wohnzimmer, die extra dafür gedacht ist, und loben Sie es für seine Ideen.
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