Von Beruf "Stadtplaner"

Spannende Aufgaben für ein gutes Zusammenleben


Stadtplaner und Stadtplanerinnen beschäftigen sich, wie der Name schon sagt, mit der Entwicklung und Planung von Städten. Das ist sehr wichtig, denn der technische Fortschritt verändert auch unsere Städte und die Art, wie wir zusammenleben. Das gilt im globalen Maßstab ebenso wie für Deutschland. Weltweit wachsen die Städte mit rasender Geschwindigkeit: Lebten 1950 noch 70 Prozent der Weltbevölkerung auf dem Land, leben seit dem Jahr 2008 erstmals mehr Menschen in Städten. Bis zum Jahr 2050 werden es über 70 Prozent sein. Im Industrieland Deutschland leben bereits heute rund 74 Prozent der Einwohner in Städten.


Was eine „gute“ Stadt ausmacht

Städte sind sehr dynamisch und spiegeln in ihrem Erscheinungsbild ihre jeweils eigene Baugeschichte wider. Sie unterscheiden sich dabei nicht nur in ihrer Größe, sondern auch in ihrer Offenheit und Dichte, der Organisation der Mobilität und öffentlichen Infrastruktur sowie in der Gestaltung der privaten, öffentlichen und wirtschaftlichen Räume. Voraussetzung für ihre positive Entwicklung ist dabei die konsequente Fortentwicklung der Bau- und Stadtplanungskultur, um die neuen ökologischen, technischen, wirtschaftlichen, sozialen und ästhetischen Herausforderungen für das urbane Miteinander zu meistern.


Wie sehen die Städte der Zukunft aus?

Geht es nach den Stadtplanern werden wir künftig in „intelligenten Städte“ leben, die technisch hoch vernetzt, lebenswerter und in vieler Hinsicht ökologischer und nachhaltiger sein werden. Denn obwohl derzeit nur 50 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben, sind diese der Hauptverursacher von klimaschädlichen Treibhausgasen: Sie verbrauchen 75 Prozent des weltweiten Energiebedarfs und sind für rund 80 Prozent der vom Menschen verursachten CO2-Emissionen verantwortlich.

Dabei macht es einen großen Unterschied, ob eine Stadt neu geplant, oder ob eine über einen langen Zeitraum gewachsene Stadt effizienter, ökologischer und lebenswerter umgestaltet bzw. erweitert werden soll, um mit den technologischen Entwicklungen Schritt zu halten.

Ein gutes Beispiele für eine von Grund auf neu geplante Stadt ist die Ökostadt Masdar City im Emirat Abu Dhabi. Die Stadt ist auf 50.000 Einwohner ausgelegt und soll sich CO2-neutral vollständig mit erneuerbaren Energiequellen versorgen. Mit dem Projekt wurde 2008 begonnen, es soll bis 2025 abgeschlossen sein. Vor ganz anderen Herausforderungen stehen die Stadtplaner und Stadtplanerinnen dagegen, wenn eine über lange Zeit gewachsene Megacity zukunftsfähiger werden soll. Wie das geht hat zum Beispiel die südkoreanische Hauptstadt Seoul eindrucksvoll gezeigt: 1961 war ein durch das Stadtzentrum fließender Fluss zubetoniert und mit einem mehrspurigen Express-Highway auf Stelzen überbaut worden – grau, laut und stinkend. Seit einigen Jahren hat sich das Stadtzentrum wieder komplett gewandelt: Seoul hat die sechs Kilometer lange Stadtautobahn für 300 Millionen Euro unter die Erde verlegt und nun fließt an dieser Stelle wieder der Bach mit einem kleinen Park an seinen Ufern, um den Menschen ein lebenswertes Erholungsumfeld und eine „grüne Lunge“ mitten in der Stadt zu bieten.


Die Stadt von Morgen in Europa

Aus der „Morgenstadt-Initiative“ der Fraunhofer-Gesellschaft, der größten Forschungseinrichtung Europas, ist aktuell das Leitprojekt der EU-Initiative „Smart Cities and Communities“ entstanden. Vor dem Hintergrund des im Februar 2015 gestarteten Wissenschaftsjahrs „Zukunftsstadt“ sollen Lösungen entwickelt werden, um Großstädte smarter und lebenswerter zu machen. Dafür werden zunächst in den drei Modellstädten Manchester, Eindhoven und Stavanger (Norwegen) Konzepte für eine nachhaltige Energieversorgung, elektrischen Mobilität und vernetzten Informationstechnologie umgesetzt, bevor die Erkenntnisse dann auf weitere Städte übertragen werden. So wird beispielsweise in Manchester ein autarkes Energienetz aufgebaut, das ein gesamtes Stadtquartier mit Wärme und Strom versorgt und gleichzeitig überschüssige Energie speichern kann, um E-Autos, E-Lastenfahrräder sowie die E-Tram mit Strom zu versorgen.


Die Aufgaben von Stadtplanern und Stadtplanerinnen

Beim Städtebau geht es um die Planung und die Gestaltung von ganzen Stadtteilen, Siedlungen oder Gebäudekomplexen. Wie ist die Beschaffenheit der Umwelt? Wie sollten Gebäude, Straßen, öffentliche Einrichtungen, Freizeitanlagen und Parks angeordnet und angelegt werden? Dabei müssen auch Aspekte wie die Versorgung mit Wasser und Heizmaterial sowie die Entsorgung von Abfällen mit eingeplant werden. Ebenfalls wichtig ist die Verkehrsplanung sowie der Landschafts- und Naturschutz. Nach der Planung erfolgt dann die konkrete Umsetzung der städtebaulichen Projekte. Dann ist die Aufgabe der Stadtplaner und Stadtplanerinnen, laufende Bauprojekte zu betreuen, mit den beteiligten Architekten und Bauherren zusammenzuarbeiten und die Baukosten zu überwachen.

Vorteil AXA Das PLUS für Kunden der DBV

Als Spezialversicherer für den Öffentlichen Dienst kennen wir den speziellen Versicherungs- und Vorsorgebedarf der jeweiligen Berufsgruppen. Im Vordergrund steht bei der DBV ein genau auf die Bedürfnisse der Zielgruppe abgestimmtes Paket aus Produkten, Services, Beratung und Betreuung.

Die Produktpalette reicht hierbei von der Unfallversicherung, Krankenversicherung, Dienst-/Berufsunfähigkeitsversicherung, Hausrat oder Wohngebäudeversicherung, Haftpflicht, Rechtsschutz, Existenzsicherung oder Rentenvorsorge bis hin zur perfekten Fahrzeugversicherung. Weitere Informationen über die Produkte und Leistungen finden Sie hier.


Ausbildung und Anforderungen des Berufsbildes

Das Berufsbild Stadtplaner und Stadtplanerin hat sich mit der gesellschaftlichen Entwicklung über die Jahrzehnte fortwährend geändert. Das zeigt sich zum Teil auch an den unterschiedlichen Studiengängen und Wegen, die zu diesem Beruf führen:

  • über ein Vollstudium in den eigenständigen Studiengängen Stadtplanung bzw. Stadt- und Regionalplanung
  • über den Studienschwerpunkt „Städtebau“ oder „Stadtplanung“ im Rahmen der Studiengänge Architektur bzw. Raumplanung
  • über ein Aufbaustudium „Stadtplanung“ bzw. „Städtebau“ nach dem Abschluss eines fachverwandten Grundstudiengangs
Die unterschiedlichen Studiengänge haben dabei ein gemeinsames Ziel: Die Studierenden sollen umfassend und praxisnah auf ihre künftige berufliche Aufgabe in der Gesellschaft vorbereitet werden. Das spiegelt sich auch in der Breite des Themenfeldes wider. Denn die Stadtplanung umfasst sowohl kreativ-gestalterische, als auch naturwissenschaftlich-technische, planerische und gesellschaftliche sowie wirtschaftliche und soziale Aspekte. Großer Wert wird auch auf ein hohes Maß an sozialer Kompetenz gelegt, um die koordinierende Lenkung, Beratung und Überwachung der Stadtentwicklungsplanungen sowie deren Ausführung zwischen den verschiedenen Akteuren abstimmen zu können.


Berufsaussichten und Verdienst

Als Stadtplaner und Stadtplanerin ist man besonders stark von den Entscheidungen in der Politik und von den öffentlichen Mitteln abhängig. Wenn sich auf kommunaler, Landes- oder Bundesebene nicht mehr so viele finanzielle Mittel ergeben, weil die Kassen leer sind, dann gibt es auch weniger Aufträge aus der öffentlichen Hand. Der demografische Wandel stellt zwar neue Anforderungen an die Planung der öffentlichen Infrastruktur, er ist aber zugleich auch eine Herausforderung für die öffentlichen Finanzen. Viele sammeln zudem ihre erste Berufserfahrung zunächst als freier Mitarbeiter oder Mitarbeiterin in Planungsbüros oder als Freiberufler bevor sie in ein festes Arbeitsverhältnis gelangen.

Städteplaner und Städteplanerinnen sind sehr gefragt, sowohl im Öffentlichen Dienst, wie etwa bei Bau- oder Planungsämtern, als auch im privaten Bereich, also vor allem in Architektur- oder Landschaftsplanungsbüros. Weitere Beschäftigungsmöglichkeiten ergeben sich in der Forschung oder als Sachverständiger. Die Gehaltsaussichten unterscheiden sich entsprechend und liegen im Schnitt zwischen 2.500 und 3.500 Euro pro Monat. Je nach Berufserfahrung und Arbeitgeber sind aber auch deutlich über 5.000 Euro pro Monat möglich.


Risiken im Beruf

Die Haupttätigkeit von Stadtplanern und Stadtplanerinnen besteht hauptsächlich in der Planung und Konzeption und das geschieht zumeist am Schreibtisch im Büro. Die Unfall- und Verletzungsgefahren sind somit dieselben, wie bei anderen Beamten und Angestellten im Öffentlichen Dienst, die ihre Arbeit im Büro verrichten. Im Außendienst und bei Besichtigungen von Bauvorhaben besteht jedoch ein erhebliches Risiko von Verletzungen – denn da bewegen sich die Stadtplaner und –planerinnen auf Baustellen und sind somit den typischen Baustellengefahren ausgesetzt. Dienstunfähigkeits-, Kranken- und Unfallversicherung sollten daher auch bei Beamten der Bauaufsichtsbehörde nicht fehlen.

Und wer – zumindest zeitweilig – eine Karriere als Städteplaner oder Städteplanerin im Ausland anstrebt, sollte sich besonders genau über seinen Versicherungsschutz informieren. Denn gerade in den boomenden Schwellenländern oder Entwicklungsländern sind die Rahmenbedingungen doch etwas anders und die Risiken aller Art meist etwas höher als in dem vergleichsweise gut organisierten Deutschland.
 

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