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Gute Siegel, schlechte Siegel

Unser Guide durch den Dschungel der Nachhaltigkeitssiegel

Wir alle kennen sie aus dem Supermarkt und es werden immer mehr: Nachhaltigkeitssiegel. Wer soll da noch durchblicken? Welchen Siegeln kann ich trauen und wer garantiert mir, dass wirklich alles mit rechten Dingen abläuft? Wir versuchen ein wenig Licht in den dichten Dschungel des Siegelwahns zu bringen.

Warum überhaupt Siegel?

Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema, doch die Vielzahl an verschiedenen Siegeln droht, die Verbraucher eher zu verwirren, statt zu informieren. Grundsätzlich kann man sagen, dass es um Fairness geht. Die Kaffee- oder Teebauern sollen zum Beispiel eine faire Bezahlung für ihre Produkte bekommen. Oder es geht um die Art des Anbaus – gibt es Schäden für die Umwelt? Wie sieht es mit artgerechter Tierhaltung aus?

All solche Aspekte werden vielen Verbrauchern beim täglichen Einkauf immer wichtiger und beeinflussen sie im Supermarkt. Das ist gut so, doch woher weiß ich, welches Siegel hält, was es verspricht? Was bedeutet eigentlich Bio, Öko oder Fairtrade? Wie behalte ich den Überblick, wenn es scheinbar täglich neue Labels gibt?

Tops und Flops – wem kann ich trauen?

Wie so ziemlich jedes Produkt, werden auch Nachhaltigkeitssiegel regelmäßig getestet und eingeordnet. Wir haben uns einmal für euch die Tops und Flops herausgesucht und stellen sie euch kurz vor.

Hand in Hand

Hinter "Hand in Hand" steckt die Naturkost-Firma Rapunzel. Obwohl das Siegel mit rund 100 Produkten eher klein ist, bescheinigte Stiftung Warentest auch hier eine hohe Aussagekraft, da bio und fair perfekt vereint werden. Unter den Produkten findet ihr zum Beispiel Backzutaten, Brotaufstriche, Getreide, Kaffee oder Nüsse.

Fairtrade

“Fairtrade” kennt ihr bestimmt alle. Rund 3000 Produkte – meist Lebensmittel wie Bananen, Honig, Kaffee, Kakao oder Zucker – tragen das Label, das Mindestpreise für Rohwaren und Prämien garantiert. Stiftung Warentest bescheinigte “Fairtrade” eine hohe Aussagekraft. Auch hier konnten die Produkte sehr gut zurückverfolgt werden.

UTZ Certified und Rainforest Alliance

“UTZ Certified” aus den Niederlanden mit rund 20.000 und die “Rainforest Alliance” aus den USA mit rund 15.600 Produkten sind zwar riesig im Markt vertreten, bekamen jedoch beide von Stiftung Warentest nur eine mittlere Aussagekraft bestätigt. Obwohl beide Organisationen soziale Kriterien erfüllen, werden keine Mindestpreise für die Bauern garantiert. “UTZ” weist darüber hinaus Lücken bei der Nachverfolgung der Produkte auf während der Fokus von “Rainforest Alliance” eher auf nachhaltigem Anbau für den Massenmarkt liegt.

GEPA fair+

Ein Sonderfall ist hingegen das Label “GEPA fair+”, das den Eindruck erweckt, einen eigenen, besonders hohen Standard zu verfolgen. Tatsächlich basiert das Siegel auf Standards anderer Label. GEPA setzt jedoch auf eine direkte und langfristige Zusammenarbeit mit Produzenten. Die meisten Produkte sind zudem Fairtrade-zertifiziert, während die restlichen Produkte die Kriterien von “Naturland Fair” oder “Fair for Life” erfüllen. Das klingt alles verwirrend, dennoch schätzte Stiftung Warentest GEPA als glaubwürdig ein.

Naturland Fair

“Naturland Fair” ist das Siegel eines deutschen Biobauernverbandes und schneidet in den meisten Tests am besten ab, da es das das einzige Siegel mit sehr hoher Aussagekraft ist. Rund 600 Produkte tragen das Siegel. Darunter heimische Produkte wie Milch, Gemüse, Getreide oder Wein, aber auch Produkte aus der Ferne wie Kaffee, Tee, Bananen oder Gewürze. Naturland konnte im Test alle Produkte problemlos zurückverfolgen und überzeugte durch seine starke ökologische und soziale Ausrichtung.

Und was ist mit Kleidung?

Wer darüber hinaus sicher gehen will, dass auch seine Kleidung nachhaltig produziert und fair gehandelt wird, der sollte auf das GOTS-Label achten. GOTS steht für “Global Organic Textile Standard” und garantiert nicht nur, dass bei der Produktion Biobaumwolle oder Biowolle verwendet wird und die Produzenten fair bezahlt werden.

Das Label stellt auch sicher, dass keinerlei gefährliche Chemikalien verwendet werden, die zu Krankheiten führen können. Nur geprüfte Chemikalien, die keinen Schaden für Produzenten, Verbraucher und die Umwelt darstellen, sind erlaubt. GOTS überwacht die Abwasserklärung sehr streng und sorgt dafür, dass die gesetzten Kriterien für Wasser- und Energieverbrauch eingehalten werden. Soziale Aspekte wie sichere Arbeitsplätze, Anti-Diskriminierung und das Verbot von Kinderarbeit sind große Themen, die das GOTS Label absichert.

Der schmale Grat zum “Greenwashing”

Ein Nachhaltigkeitssiegel ist also eine Art Garantie, dass das Produkt, das ich kaufe, fair gehandelt, nachhaltig produziert und mitunter frei von Schadstoffen ist. Aber selbst ein Inhaltsstoff wie Palmöl, das im Hinblick auf die Zerstörung des Regenwaldes äußerst kritisch gesehen wird, bekommt nun ein Label, das Nachhaltigkeit garantieren soll – das RSPO Label (“Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl”).

Doch kann dieses Siegel tatsächlich Raubbau verhindern? Während Umweltorganisationen wie der “World Wildlife Fund” oder “Nature” das RSPO-Label unterstützen, bleibt “Greenpeace” beispielsweise kritisch und vermutet eine Greenwashing-Methode hinter dem Label. Also eine Möglichkeit für Unternehmen, sich unverdienterweise von einem schlechten Image reinzuwaschen. Die UN-Umweltorganisation Unep will das Siegel daher genauer untersuchen. "Ich kann noch nicht so weit gehen, zu behaupten, dass RSPO Regenwald schützt", sagt Unep-Experte Douglas Cress. "Aber die Siegel sind eine Chance.”

Der Ball liegt beim Konsumenten

Eine Chance sind die Nachhaltigkeitssiegel tatsächlich. Auch wenn die Gefahr besteht, dass manche Firmen ihr Gewissen reinwaschen wollen, liegt der Ball im Endeffekt beim Konsumenten, also bei uns allen. Denn wir sind es, die die Produkte kaufen oder eben nicht. Verlassen wir uns also auf die wirklich sicheren Label (wie oben aufgeführt) und achten im Alltag ein wenig mehr auf Nachhaltigkeit, faire Bezahlung und umweltschonenden Anbau, haben wir die Chance, die Welt ein großes Stück besser zu machen. Um es mit den Worten von Wir sind Helden-Sängerin Judith Holofernes zu sagen: “Wir müssen nur wollen.”

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