Ich kann das schon alleine! – Ein Satz, der Eltern herausfordert

Treppen steigen, auf Stühle klettern, Schuhe anziehen, Messer und Schere benutzen, alleine zur Schule gehen, einen Kuchen backen, mit dem Bus zur Oma fahren… Es gibt unzählige große und kleine #ichkanndasschonalleine Momente im Leben mit Kindern. Sie zeugen von Selbstbewusstsein und Entdeckergeist, Mut und manchmal auch Übermut. Hundertfach hören Mütter und Väter #ichkanndasschonalleine, stolz und überzeugend oder trotzig bis wütend. Ein Satz, der Eltern herausfordert.

Denn er bedeutet, entscheiden zu müssen zwischen Loslassen oder Beschützen, zwischen Machen lassen oder Eingreifen. Dieser Zwiespalt gehört zum Elternsein wie Windeln wechseln, Türmchen bauen und Krümel im Auto. Das richtige Maß zu finden ist die Aufgabe, vor der alle Eltern stehen. Ratschläge gibt es zwar meist viele, aber die Entscheidung, was man zulässt und wann man die Bremse zieht, kann einem niemand abnehmen. Jedes Kind entwickelt sich individuell, jedes Kind tickt anders, hat eigene Talente. Wer kennt es besser als die eigenen Eltern? Wer sieht, dass sein Kind auf dem Spielplatz sicher und konzentriert klettert, wird leichter entscheiden, ob es als nächstes den Baum erobern darf. Wer einen Draufgänger zuhause hat, wird sich dreimal überlegen, ob seine Hände schon für Messer und Schere bereit sind. 

Aber selbst wenn die Entscheidung einmal gefallen ist, ist die Herausforderung noch nicht vorbei. Dann heißt es die Situation auszuhalten. Aushalten, dass die #ichkanndasschonalleine Momente Zeit brauchen, auch wenn man sie eigentlich nicht hat. Aushalten, dass das Kopfkino alle erdenklichen Negativszenarien durchspielt. Aushalten, dass eigene Ängste nicht die Ängste des Kindes sind. Aushalten, Kontrolle abzugeben. Aushalten, dass Kinder sich mit jedem Entwicklungsschritt auch ein Stückchen mehr von den Eltern und ihrem schützenden Sicherheitsnetz entfernen.

Denn natürlich gehört der Beschützerinstinkt zur elterlichen DNA. Aber letztlich geht es darum, einen sicheren Rahmen zu schaffen, in dem Kinder sich frei bewegen, entwickeln und Erfahrungen sammeln können. Kinder wollen die Welt für sich erobern. Werden sie darin unterstützt, gewinnen sie an Sicherheit. Erfolge machen selbstbewusst. Aus Mißerfolgen lernen sie. Die gesunde Mischung aus beidem macht stark für die Herausforderungen des Lebens. Und das ist doch letztlich im Sinn aller Eltern: starke Kinder, die neue Situationen sicher und selbstbewusst meistern.

#ichkanndassschonalleine – die Kampagne der AXA Kindersicherheitsinitiative

Es ist toll, wenn Kinder ihre Eigenständigkeit entdecken. Aber im Alltag kann das einen auch ganz schön fordern, weil man entscheiden muss: Traue ich das meinem Kind zu? Was kann passieren? Ist das Risiko vertretbar?

Die meisten Eltern sind sich einig, dass es weder gut ist, sein Kind in Watte zu packen, noch das Gegenteil. Aber wie findet man das richtige Maß? In unseren Interviews für den AXA Kindersicherheitsreport hat sich gezeigt, dass das ein großes Thema für Eltern ist. Mit unserer Kampagne wollen wir Eltern unterstützen, bewusst und selbstbewusst zu entscheiden. Wer kennt ein Kind schon besser als Mutter oder Vater? Wer seinen Nachwuchs im Alltag beobachtet, kann in der Regel gut einschätzen, was man ihm zutrauen kann ‒ mit gesundem Elternverstand sozusagen.

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