AXA Konzern forciert Kurs zu mehr Wettbewerbsfähigkeit

Aufsichtsrat stimmt Vorschlag des Vorstandsvorsitzenden der AXA Konzern AG zu / Neue Konzerngovernance beschlossen / Drei Ressorts neu besetzt / Strategische Leitlinien für die kommenden Jahre bekannt gegeben / Ulrich C. Nießen und Dr. Markus Hofmann verlassen den Konzern

Der Aufsichtsrat der AXA Konzern AG hat dem Vorschlag des Vorstandsvorsitzenden Dr. Thomas Buberl zugestimmt, die Organisationsstruktur des Konzerns zu straffen und drei Ressorts neu zu besetzen. Damit ist ein weiterer Schritt erfolgt, den Konzern effizienter zu machen und konsequenter auf seine Stärken im Kerngeschäft als Versicherer auszurichten. Die Bestellung der neuen Mitglieder des Konzernvorstandes steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). 


Strategische Ausrichtung wird geschärft

Seit 2007 verfolgt die AXA Konzern AG - wie auch die AXA Gruppe weltweit - das Ziel, zum "Unternehmen erster Wahl" in ihrer Branche zu werden, indem es Kundenorientierung, Wettbewerbsfähigkeit, Profitabilität sowie seine Attraktivität als Arbeitgeber steigert. Um diese Ziele auch in einem deutlich veränderten Umfeld zu erreichen, hat der Konzern im Jahr 2011 das Programm "focus2perform" (f2p) aufgelegt, mit dem Effizienz und Qualität der Leistungserbringung verbessert und die Kosten bis Ende 2015 um 328 Mio. Euro reduziert werden sollen.
 
"AXA ist erfolgreich, finanziell stabil und beweist im gegenwärtigen Umfeld die hohe Widerstandsfähigkeit in Krisenzeiten. Wir rechnen aber damit, dass die aktuelle wirtschaftliche Phase, die nicht zuletzt durch niedrige Zinsen und hohe Volatilität an den Kapitalmärkten geprägt ist, länger andauert. Mehr denn je ist es unsere Aufgabe eindeutig zu vermitteln, dass wir für Sicherheit, Stabilität und Zuverlässigkeit stehen und das von unseren Kunden in uns gesetzte Vertrauen bestätigen. Wirtschaftliche Solidität ist dazu ebenso wichtig wie eine hohe Qualität in unseren Prozessen%u201C, sagt Dr. Thomas Buberl, Vorstandsvorsitzender der AXA Konzern AG.
 


Stärkere Fokussierung auf das Versicherungsgeschäft

Versicherungsunternehmen haben in den vergangenen Jahren eine große Palette an Produkten und Leistungen entwickelt, die über das Kerngeschäft 'Versicherung' deutlich hinausgehen. Damit haben sie sich nicht nur in einen branchenübergreifenden Wettbewerb begeben, sondern auch von dem entfernt, was die Kunden von einer Versicherung erwarten: Bestmöglichen Schutz vor Risiken und eine solide Gesundheits- und Altersversorgung.
 
"Für Stabilität und langfristigen Erfolg ist es vor allem entscheidend, wie gut wir unser Kerngeschäft betreiben. Dort können wir unseren Kunden eine Leistung von hoher Relevanz anbieten, die nur ein Versicherer herstellen kann", beschreibt Thomas Buberl die Richtung der zukünftigen strategischen Entwicklung. Dabei will das Unternehmen sich bewusst auf die Dinge konzentrieren, die nachhaltig, werthaltig und wirtschaftlich sind.
 
Als strategische Leitlinien für die Weiterentwicklung der Konzernausrichtung hat der Vorstand unter anderem folgende Punkte definiert:
 
1. Ausbau des profitablen Wachstums im Schaden- und Unfallgeschäft und Wiederherstellung der Ertragskraft von defizitären Teilsegmenten.
2. Im Vorsorgegeschäft besondere Fokussierung auf Risikoabsicherung und Al-tersvorsorge durch ein integriertes Angebot von Leben- und Bankprodukten.
3. In der Krankenversicherung weiterer Ausbau des Angebotes im Bereich der Zusatz- und Pflege- und Pflegeergänzungsversicherung sowie der Service- bzw. Leistungsbereiche (z.B. gesundheitsservice360°). Ebenso Beibehaltung der hervorragenden Marktpositionierung in der Privaten Krankenvoll- und der Beihilfeversicherung.
4. Weitere Verschlankung und Effizienzsteigerungen in den Betriebsabläufen sowie Fortsetzung der Modernisierung der IT-Infrastruktur.
5. Ausbau des 360°-Beratungsansatzes mit der eigenen Exklusivorganisation und Weiterentwicklung der spezifischen Kundenansprache in Segmenten und Zielgruppen.
6. Aktive Beteiligung der Mitarbeiter am Strategie- und Transformationsprozess der AXA Deutschland.
 
In einem bereits gestarteten Prozess befassen sich Vorstand und Führungskräfte mit der Konkretisierung und Operationalisierung der strategischen Leitlinien. "Wir werden das Unternehmen konsequent weiterentwickeln und verändern. Dies tun wir aus einer Position der Stärke heraus und gehen den Prozess daher gründlich, gemeinschaftlich und ohne Zeitnot an", so Dr. Buberl.
 


Neue Governance und konsequente Ressortstruktur im Vorstand

Im Zusammenhang mit der Schärfung des strategischen Profils und der Optimierung der Organisationsstruktur hat der Aufsichtsrat der AXA Konzern AG auch eine neue Konzerngovernance verabschiedet:

  • Das als Gruppenvorstand bezeichnete Gremium, in dem bisher alle den Konzern und seine Rechtsträger betreffenden Entscheidungen gemeinsam getroffen wurden, wird aufgelöst.
  • Strategische und übergreifende Themen des Konzerns werden zukünftig im acht Mitglieder umfassenden Konzernvorstand der AXA Konzern AG behandelt.
  • Entscheidungen, die einzelne Rechtsträger und die von ihnen bedienten Geschäftsfelder (Schaden- und Unfallversicherungen, Vorsorge, Krankenversicherung) betreffen, werden zukünftig in separaten Sitzungen der Vorstände der jeweiligen Rechtsträger getroffen.

"Voraussetzung für ein effizientes Unternehmen ist ein kompetentes Team und eine Führungsstruktur, die Verantwortung und Entscheidungskompetenz dort ansiedelt, wo sie für das Geschäft am effektivsten ist. Wer kurze Entscheidungswege und klare Verantwortlichkeiten im gesamten Unternehmen will, muss dieses konsequent von oben vorleben", bestätigt der Vorsitzende des Aufsichtsrates der AXA Konzern AG Jacques de Vaucleroy das Einverständnis des Kontrollgremiums mit den vorgeschlagenen Veränderungen im Konzernvorstand.
 
Mit der Verabschiedung der neuen Gremienstruktur ist der Aufsichtsrat auch dem Vorschlag des Vorstandsvorsitzenden Thomas Buberl gefolgt, eine Neuordnung der Ressortzuschnitte und der Verantwortlichkeiten im Konzernvorstand vorzunehmen:

  • Thomas Michels, bisher Vorstand der AXA Krankenversicherung, rückt in den Konzernvorstand auf und übernimmt übergreifend die Zuständigkeit für das Ressort Schaden- und Unfallversicherung, Retail (Privatkunden), Firmen- und Industriekunden sowie die Schadenabwicklung.
  • Dr. Heinz-Jürgen Schwering übernimmt zusätzlich zu seiner Funktion als Kapitalanlagevorstand die Verantwortung für die Krankenversicherung, die damit wieder direkt im Konzernvorstand vertreten ist.
  • Das bisherige Ressort Personal, Recht & Compliance und zentrale Dienste wird neu zugeschnitten. Der Bereich Recht & Compliance wird - der zunehmenden Bedeutung insbesondere der Compliance-Funktion Rechnung tragend - direkt dem Vorstandsvorsitzenden unterstellt. Die Verantwortung für das fokussierte Personalressort übernimmt Manfred Engelking, bisher im Konzern verantwortlich für den Bereich Personalmanagement.

Der Konzernvorstand setzt sich ab 1. Oktober 2012 wie folgt zusammen:
 
Dr. Thomas Buberl (Vorsitzender): Strategie & Konzernorganisation, Konzernrevision, Recht & Compliance, Konzernkommunikation
 
Dr. Andrea van Aubel: IT, Prozessmanagement, Operations
 
Etienne Bouas-Laurent: Planung/Bilanzierung/Reporting, Controlling, Corporate Finance, Risikomanagement, Cash-Transaktionen, Procurement, Steuern
 
Dr. Patrick Dahmen: Vorsorge, AXA Bank
 
Manfred Engelking: Personal, Zentrale Dienste, Betriebsärztlicher Dienst
 
Wolfgang Hanssmann: Vertrieb, Marketing
 
Thomas Michels: Sach, Unfall, Haftpflicht, Kraftfahrt Privatkundengeschäft, Firmen- und Industriekunden, Schaden
 
Dr. Heinz-Jürgen Schwering: Krankenversicherung, Kapitalanlage, Asset-Liability-Management

Im Zuge der Einführung der neuen Governance haben sich Dr. Markus Hofmann und Ulrich C. Nießen dazu entschieden, den Konzern im besten gegenseitigen Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat zum 30.9. zu verlassen und aus dem Vorstand der AXA Konzern AG auszuscheiden.
 
Ulrich C. Nießen trat im Jahr 1999 in den AXA Konzern ein und übernahm die Funktion des Chefsyndikus des Konzerns. Im September 2006 wurde er in den Vorstand der AXA Konzern AG berufen und verantwortete seitdem die Funktion Personal, Recht & Compliance und Zentrale Dienste.
 
Der Aufsichtsrat bedankt sich bei Ulrich C. Nießen für seinen sehr erfolgreichen Einsatz und die gute Zusammenarbeit und wünscht ihm für die Zukunft alles Gute.
 
Dr. Thomas Buberl: "Ich schließe mich dem Dank des Aufsichtsrates an. Ulrich C. Nießen hat u.a. die überaus erfolgreiche Integration der DBV-Winterthur maßgeblich mitgeprägt. Dies gilt auch für die von ihm geführten laufenden Verhandlungen mit den Betriebsräten zum Effizienzsteigerungsprogramm f2p, die kurz vor dem erfolgreichen Abschluss stehen. Ich bedauere seinen Weggang sehr, respektiere aber seine Entscheidung."
 
Dr. Markus Hofmann trat im Mai 2001 in den AXA Konzern ein und war seit Juni 2002 Mitglied des Vorstandes der AXA Konzern AG und hat seither das Ressort Schaden- und Unfallversicherung, Rückversicherung und Schaden verantwortet.
 
Der Aufsichtsrat bedankt sich auch bei Dr. Markus Hofmann für seinen sehr erfolgreichen Einsatz, die gute Zusammenarbeit und wünscht ihm für die Zukunft alles Gute.
 
Dr. Thomas Buberl: "Ich bedanke mich bei Markus Hofmann und respektiere seine Entscheidung, sich neuen Herausforderungen außerhalb der AXA zu stellen. Er hat die Entwicklung der AXA in Deutschland und von AXA Global P&C weltweit spürbar mitgeprägt und das Unternehmen insbesondere im Bereich Firmen- und Industriekunden erfolgreich entwickelt." AXA zählt heute in diesem Marktsegment zu den führenden Versicherern in Deutschland.