Serie - Wege zum Wunschkind - Teil 2

Die Möglichkeiten der modernen Medizin - mit Checkliste zum Download!


Die moderne Fortpflanzungs-Medizin hat große Fortschritte in der Behandlung gemacht. Seriösen Methoden sind dennoch Grenzen gesetzt. Die Chancen auf ein Wunschkind sinken mit den Jahren. Professor Dr. Thomas Steck vom Kinderwunsch Zentrum Mainz rät, nicht zu lange mit der Kinderwunsch-Therapie zu warten.

Frauen mit Vierzig fühlen sich heute zu Recht jung. Für den Kinderwunsch ist das Lebensgefühl allerdings trügerisch: Die Chance, schwanger zu werden, liegt mit 40 Jahren nur noch bei 10 Prozent. Die modernen Behandlungs-Methoden können vielen Paaren helfen, wenn sie sich frühzeitig zur Beratung entschließen. „Prinzipiell sollten jüngere Paare (bis maximal 35 Jahre) höchstens zwei Jahre, ältere Paare (ab 35 Jahren) nur ein Jahr versuchen, auf normalem Wege schwanger zu werden. Spätestens dann sollte eine Abklärung beider Partner erfolgen, damit keine kostbare Zeit vergeudet wird.“ (Kinderwunsch Zentrum Mainz)


Bei aller Sehnsucht nach einem Kind: „Bleiben Sie kritisch!“

Eine Reihe von Behandlungen stehen kinderlosen Paaren heute zur Verfügung. Welche die individuell richtige für ein Paar ist, entscheidet einerseits die medizinische Diagnose nach gründlichen Voruntersuchungen, andererseits das persönliche Beratungsgespräch mit einem verantwortungsbewussten Mediziner.

Professor Dr. Thomas Steck gibt uns einen Überblick über Kinderwunsch-Therapien, die einer wissenschaftlichen Überprüfung – auch unter dem Aspekt der psychischen Belastung – standhalten.


Welche konservativen medizinischen Möglichkeiten gibt es in der Kinderwunsch-Therapie?

„Wir setzen Medikamente nur ein, wenn klar zu erkennen ist, dass eine behandelbare Hormonstörung oder eine Entzündung vorliegt. Eine Hormonbehandlung hat lediglich die Aufgabe, der Frau einen Eisprung zu verschaffen. Bei Männern haben wir in eingeschränktem Maß die Möglichkeit, hormonell die Spermienqualität zu verbessern – in 90 Prozent der Fälle ist das aber nicht angezeigt.“


Herr Professor Steck, welche Therapien der künstlichen Befruchtung gibt es, mit welcher Aussicht auf Erfolg?

„Bei leichter Einschränkung der männlichen Zeugungsfähigkeit, Problemen beim Verkehr aber auch bei anatomischen Hindernissen kann man die Insemination einsetzen. Zum Zeitpunkt des Eisprungs wird ein „Spermienpaket“ mit einer leistungsfähigen Auslese von Samen gepackt und direkt an den Ort der Befruchtung gebracht. Eine solche Insemination kann man drei- bis viermal mit vergleichsweise geringer Belastung versuchen.

Sehr viel aussichtsreicher ist es, Eizellen außerhalb des Körpers unter Aufsicht mit Spermien zusammen zu bringen. Die Intrazytoplasmatische Spermieninjektion, kurz ICSI, ist eine Weiterentwicklung der in-vitro-Fertilisation. Dabei wird die Samenzelle direkt in die Eizelle eingebracht, auch bei extrem schlechter Spermienqualität kann man die Befruchtung damit sozusagen erzwingen.“


Das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft ist doch sicher eine bedeutende Belastung bei der Behandlung?

„Bei einer konservativen Behandlung mit Hormonen, ja. Hier haben wir ein sehr viel höheres Risiko als bei einer künstlichen Befruchtung. Bei in-vitro-Fertilisation und ICSI ist es möglich, das Mehrlingsrisiko nach oben zu begrenzen durch den Transfer von zwei oder sogar nur einem Embryo – der natürlichen Zeugung steht hier nur noch eine Häufigkeit von 1,2 % Zwillingen und 0,013 % Drillingen gegenüber.“


Kann Adoption eine Alternative sein?

„In der Theorie hört sich der Ausweg der Adoption toll an. In der Praxis gibt es allerdings nur wenige Neugeborene, die zur Adoption stehen. Auf ungefähr 15 Paare kommt ein neugeborenes Kind in Deutschland, das zur Adoption freigegeben wurde, und dabei werden sehr strenge Auswahl-Kriterien angelegt.


Wie leben Paare mit der definitiven Diagnose „kinderlos“?

Es gibt Paare, denen wir leider nicht helfen können, sehr häufig aus Gründen ihres Alters. Dann ist es wichtig, die Kinderlosigkeit anzuerkennen und zu akzeptieren. Wir sagen schon frühzeitig, dass der Wunsch nach einem eigenen Kind auch bei einer Kinderwunschbehandlung nicht der wichtigste Lebensinhalt sein darf. Es darf nicht ein Kind um jeden Preis sein. Andererseits können wir vielen Paaren helfen, wenn sie früh genug zu uns kommen. “

Herr Professor Steck, wir danken Ihnen sehr für die ermutigenden und offenen Auskünfte.

Download: Das PLUS von AXA hat eine nützliche Checkliste (PDF, 70,8 KB) für Paare zusammengestellt, die Eltern werden wollen.

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Lesen Sie auch die beiden weiteren Artikel im PLUS unserer Serie "Wege zum Wunschkind":

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