Zeiten ändern sich - so auch die Voraussetzungen beim Hausbau

Ein Haus baut man für die Ewigkeit – heißt es so schön. Doch können Sie sich in Ihrem jetzt geplanten Eigenheim auch in 30 Jahren noch wohl- und sicher fühlen? Entspricht es dann auch noch den aktuellen Ansprüchen und Vorgaben? Haben Sie schon in der Planung darüber nachgedacht, ob Ihr Traumhaus auch ein Wohntraum für Ihren Nachwuchs ist oder ob Sie mit fortschreitendem Alter auch noch den geplanten Komfort entsprechend genießen können?





Wie sieht es mit den äußeren Einflüssen auf das Haus aus? Sollte der – zur Zeit so intensiv diskutierte – Klimawandel Einflüsse auf die Haustechnik und die Bauweise haben? Was gilt es hierbei zu berücksichtigen?
Damit Ihr geplanter Hobbykeller in Zukunft nicht zum ungeplanten Schwimmbad wird und Sie sich lange an Ihrem eigenen Haus erfreuen können, hat AXA in Zusammenarbeit mit dem Münchner Architekten Dipl.-Ing. Felix Reiter Tipps zur Planung für Sie zusammengestellt.


Clever planen – Sicherheit und Komfort in allen Lebensphasen genießen

„Ästhetisch und individuell zu bauen sind neben Energieeffizienz und Kostenbewusstsein heutzutage Hauptansprüche in der Planung. Viele Bauherren sehen nur das Hier und Jetzt und sind sich nicht darüber im Klaren, dass sich die Ansprüche an den Lebensraum im Laufe der Zeit verändern. Schlüsselfertige Lösungen von Bauunternehmen berücksichtigen derartige Überlegungen oft nur unzureichend. Daher sollten die individuellen Planungsziele zunächst deutlich formuliert werden. Der Architekt hilft dabei und ist – entgegen der weitverbreiteten Meinung – nicht teuer. Kostspielig wird es dann, wenn zu einem späteren Zeitpunkt festgestellt wird, dass das Haus den Ansprüchen seiner Bewohner nicht mehr genügt“ so Felix Reiter.

Doch was gilt es zu bedenken? Eventuell die freistehende Treppe aus dunklem Marmor, die sich ohne Geländer und Absturzsicherung formschön an die Wand des Wohnzimmers schmiegt? Die schmalen, in den Wänden verschwindenden Schiebetüren, die fast unsichtbar in der Wand verbaut das dahinter liegende Bad oder WC freigeben?

Dazu meint Architekt Reiter: „Genau an diese Dinge sollte man in der Planung denken – denn die freistehende Treppe wird ganz schnell zum Problem, wenn Kinder den Haushalt bereichern und wenn man sich vorstellt, im Alter mit einem Rollstuhl durch die Designertüre in das Bad gelangen zu wollen, wird klar, dass dies ohne neuerlichen Umbau wohl nicht möglich ist. Und das kann ganz schnell sehr teuer werden.“

Unser Tipp: Planen Sie nicht nur nach Design-Gesichtspunkten, sondern auch vorausschauend. Das spart Zeit und Geld und trägt zur Sicherheit im Haushalt bei.


Die Umwelt nimmt keine Rücksicht

Veränderte Umwelteinflüsse: Starkregen und Überflutungen, die Nachrichten sind voll davon – oder auch die Schäden an Bauwerken durch den Klimawandel nehmen ständig zu. Im Rahmen einer risikominimierenden Gebäudeplanung müssen diese Aspekte im Vorfeld genau beleuchtet werden. Das beginnt bei der Gartengestaltung (hohe Bäume bergen bei Sturm enormes Gefahrenpotential für das Haus), zieht sich über den Keller, der bei Überflutungen volllaufen kann – bis hin zu einem wirksamen UV-Schutz für das Dach.

„Eigentlich sollten die Überlegungen schon viel früher beginnen,“ meint Felix Reiter „denn zuerst muss man sich über die generelle Bauweise Gedanken machen und die traditionellen Bauarten in den entsprechenden Gebieten vor Augen führen. Ein Beispiel: So schön moderne Flachdächer auch sein mögen, in höhergelegenen Regionen, wo in Zukunft mit noch mehr Schneefall zu rechnen ist, sollte man sich auf althergebrachte Dachkonstruktionen besinnen. Über Giebeldächer mit Überhängen kann der Schnee vom Dach abgleiten und somit die Belastung auf das Dach reduzieren. Baut man dort ein Flachdach, kann die Schneelast so groß werden, dass Schäden unvermeidbar sind.“


Das Fundament des Hauses: der Keller

Der Klimawandel führt – regional – nicht nur zu mehr Schneefall oder Niederschlägen, es wird an anderen Stellen auch trockener werden. Aber der Begriff „Trockenheit“ täuscht. Denn bei sehr trockenem Klima kann der Boden kaum Wasser aufnehmen, wenn es doch einmal stark regnen sollte. Das Wasser fließt an der Oberfläche ab und sucht sich seinen Weg zum nächsten Fluß, der die enormen Wassermengen dann vielleicht nicht bewältigen kann und über die Ufer tritt. Der nächste Weg des Wassers kann dann direkt Ihr Keller sein.

Doch wie sieht es mit der Notwendigkeit eines Kellers – abgesehen von zusätzlichem Wohn- oder Stauraum – eigentlich wirklich aus? Fachmann Reiter meint dazu: „Der Keller wird weithin als notwendiger Raum eines Hauses betrachtet. Doch ist er überhaupt notwendig? Es ist in jedem Fall ein Raum, dessen Erstellung mit großem Aufwand verbunden ist: Aushub der Baugrube, aufwändige Wandabdichtung, hohes Schadenpotenzial.

Unser Tipp: Durch den Wegfall des Kellers und Gründung des Hauses auf einer einfachen Bodenplatte lässt sich sehr viel Geld einsparen. Prüfen Sie die örtlichen Gegebenheit genau und überlegen Sie, ob ein Hausbau ohne Keller nicht Vorteile bieten kann.

Jedem Bauvorhaben sollte darüber hinaus eine Baugrunduntersuchung vorausgehen, um die Zusammensetzung des Erdreichs zu erkunden und das Haus auf ein solides Fundament zu stellen.“


Sonnenschutz für das Heim

Durch die immer stärker werdende UV-Belastung ist auch Ihr Dach einer höheren Belastung ausgesetzt. Dachziegel oder Dachabdichtungen können mit der Zeit porös werden, Feuchtigkeit durchlassen oder gänzlich unbrauchbar werden. Architekt Reiter: „Auch in diesem Bereich hat sich in den letzten Jahren einiges an Entwicklung und neuen Produkten getan.“

Unser Tipp: Informieren Sie sich (oder Ihr Architekt) über entsprechende Dacheindeckungen. Aber auch die Nutzung von Solarenergie ist hier ein Thema.

Und damit schließt sich der Kreis auch wieder mit dem Klimawandel – denn vermehrte Stürme mit hohen Geschwindigkeiten haben bei einem Dach in schlechtem Zustand auch mehr Angriffsfläche und können einen höheren Schaden anrichten.

Also: Zuerst planen, dann bauen!

Natürlich können Sie sich gegen diese Elementarrisiken mit einer Versicherung absichern, aber die Unannehmlichkeiten eines derartigen Schadensfalles kann keine Versicherung ersetzen. Deshalb: Schon in der Planung auf Sicherheitsaspekte achten und risikobewusst planen!

Vorteil AXA Das PLUS für Kunden von AXA

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Potentielle Risiken und Gefahrenquellen zeigt Ihnen das virtuelle Haus von AXA. Entdecken Sie die Gefahren im eigenen Haus und beugen Sie vor. Denn das ist besser, als Schäden zu beheben!


Passiert doch etwas - gute Handwerker kriegen es wieder hin

Zu wissen, an wen man sich im Ernstfall wendet, erspart oft Zeit und lästiges Suchen.

  • Der Bauhandwerker ist für Entwässerung, Gebäudeabdichtung / Wannen, Versiegelungen, Grundwasserschutz der richtige Ansprechpartner.
  • Für Temperatur- / Windsensoren, Blitz- / Überspannungsschutz, Solarkollektoren oder Verteilerkästen ist der Elektrohandwerker zuständig.
  • Der richtige Mann für die Dämmung, Sonnenschutz, Vorbeugung gegen Schimmel oder Wasserschäden ist der Maler und Raumausstatter.
  • Kompetente Hilfe bei Sonnenschutz und sturmsicheren Rolladen bietet der Rolladen- und Sonnenschutzhandwerker.
  • Der Profi für Sanitär, Heizung und Klima bringt Rückschlagventile, Rohrdurchmesser, Solarthermie, Heizung, Brauchwassersysteme oder Pumpen wieder auf Vordermann.
  • Wichtige Partner für Dämmung, Entwässerung, Dachbegrünung und Statik sind Dachdecker, Spengler und Zimmerer.
  • Der Schornsteinfeger kann bei defekten Heizanlagen helfen und nicht zuletzt stehen Ihnen Tischler oder Glaser bei Isolierfenstern zur Seite.
Wir bedanken uns bei Dipl. Ing. Felix Reiter, Architekt und Geschäftsführer von Reiter.Architects und Gesellschafter von ringreiter Architekten GbR in München für dieses Gespräch.

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