Erfolgsmodell gesundes Unternehmen – Steuervorteile nutzen für Gesundheit Ihrer Mitarbeiter

Der Staat unterstützt die Gesundheit der Beschäftigten mit attraktiven Steuerfreibeträgen. Unternehmer und Mitarbeiter können davon profitieren.





Dipl. Finanzwirt und Steuerberater Dieter Günther: „Gesundheitsförderung im Betrieb ist eine Investition, die sich für alle Beteiligten lohnt. Die Mitarbeiter erhalten einen Mehrwert, bleiben gesünder und damit nicht nur leistungs- sondern auch lebensfähiger, der Arbeitgeber spart Steuern und Sozialabgaben. Eine echte Win-win-Situation. Maßnahmen zur Gesundheitsförderung steigern nicht nur die Leistungsperformance, sondern vor allem auch die Motivation, gesund zu bleiben. Zudem werden sie von Mitarbeitern als Ausdruck besonderer Wertschätzung wahrgenommen.

Sagen wir es so: Die Massage wirkt gleichzeitig als psychologische Streicheleinheit. Wenn der Chef so etwas macht, gibt es weniger Krankheitstage, eine geringere Fluktuation und stetig energievolle Mitarbeiter. In unserem Unternehmen liegt die Zahl der Krankentage weit unter dem Durchschnitt, Fehlzeiten tendieren gegen Null.“ (Die Steuerkanzlei Günther-Yblagger & Gschwendtner in Landshut gehört zu den ersten Steuerberatungsunternehmen in Bayern, die nach dem DStV Qualitätssiegel und nach ISO 9001 zertifiziert sind.)

Zahlen sprechen Bände

  • Anteil der Arbeitnehmer, die schon einmal trotz Krankheit zum Dienst erschienen sind, in Prozent: 71
  • Kosten, die Arbeitgeber deshalb im Schnitt pro Person durch schlechtere Arbeitsqualität, erhöhte Unfallgefahr und chronische Krankheiten entstehen, in Euro: 2.394
  • Kosten, die durch Fehlzeiten im Schnitt pro Arbeitnehmer entstehen, in Euro 1.197
(Quelle: brand eins Wirtschaftsmagazin August 2011)


Die Fakten für Unternehmer mit „gesundem“ Menschenverstand

Die betriebliche Gesundheitsförderung gehört zu den wichtigsten gesundheitspolitischen Zielen der Bundesregierung. Diese Aussage wird erfreulicherweise untermauert durch eine steuerliche Unterstützung von unternehmerischen Leistungen, die der Gesundheit der Beschäftigten dienen. Die wichtigsten Informationen dazu haben wir für Sie zusammengestellt:


Ein gesundes Betriebsklima mit dem Segen des Finanzamts

Die betriebliche Gesundheitsförderung wird bis zu einer Höhe von 500 Euro pro Beschäftigtem und Jahr steuerlich unterstützt. Steuerfrei bleiben nach § 3 Nr. 34 EStG zusätzlich zum Arbeitslohn erbrachte Leistungen des Arbeitgebers, die der Verbesserung „des allgemeinen Gesundheitszustands und der betrieblichen Gesundheitsförderung“ dienen.

Mit dem Jahressteuergesetz (JStG) 2009 hat der Gesetzgeber rückwirkend ab 2008 den neuen Steuerbefreiungstatbestand zur Gesundheitsförderung in § 3 Nr. 34 Einkommensteuergesetz (EStG) aufgenommen. Die Steuerbefreiung honoriert den Einsatz von Arbeitgebern für die betriebliche Gesundheitsförderung. Das umfasst:

  • Leistungen zur Vorbeugung oder Reduzierung arbeitsbedingter körperlicher Belastung,
  • eine gesundheitsgerechte betriebliche Gemeinschaftsverpflegung,
  • Hilfe bei Stressbewältigung und Entspannung,
  • gesundheitsgerechte Mitarbeiterführung, aber z.B. auch Raucherentwöhnungskurse.
Darüber hinaus liegt es dem Gesetzgeber am Herzen, Leistungen zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands zu fördern: wie z.B. Bewegungsprogramme, Ernährungsberatung, weiterführende Angebote zu Stressbewältigung, Entspannung oder Suchtprävention. Einen guten Überblick über passende Maßnahmen finden Sie im Präventionsleitfaden der Spitzenverbände der Krankenkassen. Bei Interesse steht der Download unter www.gkv-spitzenverband.de zur Verfügung.

Die Steuerbefreiung gilt auch für Zuschüsse, die Arbeitnehmer für gesundheitsfördernde Maßnahmen außerhalb des Unternehmens erhalten. Damit haben Arbeitgeber in kleineren oder mittleren Unternehmen die Chance, ihren Beschäftigten über externe Präventionsangebote eine ebenso umfassende Gesundheitsförderung wie Großunternehmen zu bieten. Die Übernahme von Mitgliedsbeiträgen an Sportvereine und Fitnessstudios ist jedoch generell nicht begünstigt.

Und wichtig für das richtige Betriebsklima: Unter die neue Steuerfreiheit fallen sämtliche Arbeitnehmer, von den Vergünstigungen können also sowohl Mini-Jobber also auch Gesellschafter oder Geschäftsführer profitieren.


Was sagt der Fachmann in der Praxis?

Einige Praxisbeispiele zur Umsetzung der neuen Steuerfreiheit von der Handelskammer Hamburg, Stand Januar 2011

Beispiel 1

  • Ein Arbeitgeber bietet seinen Mitarbeitern an Bildschirmarbeitsplätzen Massagen auf seine Kosten an, die Beschäftigten erhalten jeweils monatlich eine halbstündige Massage zum Preis von 30 Euro.
  • Bewertung: Es liegt eine Sachzuwendung vom Arbeitgeber an den Arbeitnehmer vor, der Freibetrag von 500 Euro wird nicht überschritten. Auf die sogenannte 44 Euro-Freigrenze nach § 8 Abs. 2 Einkommensteuergesetz (EStG) werden nur lohnsteuerpflichtige, individuell zu erfassende Sachbezüge angerechnet, die lohnsteuerlich mit dem Marktpreis bewertet werden. Da diese Sachleistung lohnsteuerfrei ist, steht die 44 Euro-Freigrenze ungekürzt anderweitig zur Verfügung.
Beispiel 2

  • Der Arbeitgeber zahlt allen Arbeitnehmern, die ihm die Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio nachweisen, einen monatlichen Barzuschuss von 30 Euro.
  • Bewertung: Der Barzuschuss von monatlich 30 Euro für den allgemeinen Besuch des Fitnesscenters ist nach § 8 Abs. 1 EStG steuerpflichtig. Die Anwendung der neuen Befreiungsvorschrift scheidet aus.
Beispiel 3

  • Der Arbeitgeber schließt mit einem Fitnesscenter einen Vertrag, nach dem die Arbeitnehmer nur an Maßnahmen teilnehmen können, die den fachlichen Anforderungen des Leitfadens Prävention der Krankenkassen gerecht werden.
  • Bewertung: Die Sachzuwendung fällt unter die Steuerfreiheit nach§ 3 Nr. 34 EStG, so dass die 44 Euro-Freigrenze anderweitig ausgeschöpft werden kann. Zum Nachweis für den Arbeitgeber für die Inanspruchnahme der Steuerfreiheit sollte sich aus dem Vertrag zwischen dem Arbeitgeber und dem Fitnesscenter eindeutig ergeben, dass der Mitarbeiter nur begünstigte Leistungen beziehen darf.

Die Gelegenheit ist günstig. Es hilft nicht nur der Staat.

Ein interessantes Kooperationsprojekt haben der Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheitsanlagen und die Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement auf den Weg gebracht: Die Initiative „Gesundheit im Betrieb selbst gestalten“ hat eine bundesweit flächendeckende Netzwerkstruktur von Gesundheitszentren geschaffen. Dort finden Betriebe Ansprechpartner vor Ort, die bei Konzepten und Umsetzung eines betrieblichen Gesundheitsmanagement Hilfestellung leisten. Detaillierte Informationen finden Sie unter www.gesundheitimbetrieb.de

Der Steuerfachmann rät allerdings, sich in jedem Fall vorab zu vergewissern, ob Maßnahmen unter den Befreiungstatbestand fallen. Dies ist selbstverständlich beim Steuerberater möglich, aber auch über eine gebührenfreie Anrufungsauskunft nach Richtlinie 42e Abs. 1 Lohnsteuerrichtlinien (LStR).

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