Aufs Bauchgefühl achten! Gesundheit geht durch den Darm

Serie - Gesunde Ernährung


Die Wissenschaft gibt dem Volksmund recht: Das Bauchgefühl existiert, das „Darmhirn“  kann Denken und Stimmung beeinflussen. Schon vor 100 Jahren wusste der österreichische Arzt Franz Xaver Mayr: „Der Darm ist die Wurzel des Menschen.“ Dennoch lag unser größtes inneres Organ lange Zeit als unfeiner Verdauungstrakt in der Tabuzone, erst die jüngere Forschung belegt die enorme Bedeutung des Darms für Wohlbefinden und Gesundheit. Viele Darmerkrankungen des modernen Lebensstils wie auch der Reizdarm können vermieden werden. Lesen Sie im PLUS, wie Sie Ihren wichtigsten Beschützer mit guter Ernährung und Pflege bei Laune halten.

Die Forscher an der University of California in Los Angeles staunten nicht schlecht: Weibliche Versuchspersonen hatten vier Wochen lang regelmäßig einen speziellen probiotischen Joghurt gegessen. Nun reagierten bei ihnen bestimmte Hirnregionen weniger stark auf negative Reize als bei Versuchspersonen, die sich wie üblich ernährt hatten. Die Auswirkungen der Ernährung auf die Psyche sind noch nicht ausreichend erforscht, die enge Verbindung zwischen Darm und Gehirn steht aber außer Zweifel. Die Kommunikation funktioniert in beiden Richtungen, doch wesentlich mehr Botschaften kommen von unten nach oben als umgekehrt.

Die modernen Erkenntnisse haben uralte Wurzeln. In der asiatischen Gesundheitslehre gilt der Bauch als Energiezentrum des Körpers, als Ursprung psychischer Stärke. Irgendwann in der Evolution hat sich die Beziehung zwischen Bauch und Gefühlen entwickelt. Forscher diskutieren, ob das limbische System zur Verarbeitung von Gefühlen im Gehirn womöglich sogar aus dem Nervensystem des Darms entstanden ist. Gegenstand der Forschung sind auch Zusammenhänge zwischen der Darmflora und neurologischen Erkrankungen wie der Multiplen Sklerose, Parkinson, Schlaganfall aber auch Demenz.


Schutz für Leib und Seele

Man spricht nur ungern über ihn, doch er leistet die wichtigste Immunabwehr: 70 bis 80 Prozent der Schutzfunktionen unseres Körpers werden im Darm bewältigt. Auf bis zu acht Metern Länge existiert in dem vielfach gewundenen Superorgan ein eigener Kosmos. Die Darmflora, auch Mikrobiom genannt, ist eine Wohngemeinschaft von etwa 100 Billionen nützlichen Bakterien tausend verschiedener Arten.

Pro Mensch sind es 200 bis 500 Bakterienarten in einer absolut individuellen Mischung. Je nach den vorherrschenden Bakterien-Spezies kann die Darmflora ähnlich wie bei Blutgruppen in drei verschiedene Typen eingeteilt werden. Das könnte erklären, warum Menschen Medikamente oder Nährstoffe unterschiedlich gut verwerten. Die Forschung arbeitet noch an Möglichkeiten, Therapien maßgenau für die Darmtypen zuzuschneiden.

Im Laufe eines 75-jährigen Lebens reisen etwa 30 Tonnen Nahrung und 50.000 Liter Flüssigkeit durch den Darm. Die verwertbaren Nahrungsbestandteile werden erkannt, erschlossen und dem Versorgungssystem des Körpers zugeführt; andererseits werden unnütze und schädliche Stoffe aussortiert und unschädlich gemacht. Nebenbei produziert und speichert der Darm übrigens das sogenannte „Glückshormon“ Serotonin. Um den Darm schlingt sich ein Netz von Nerven, die jede Sekunde Bericht erstatten an ihr mehrere hundert Millionen Nervenzellen starkes Zentrum.

Dieses „Darm-Hirn“ entscheidet, was zu tun ist, passt den Blutfluss an, hält Nachbarorgane auf dem Laufenden, stellt klar, welche Stoffe in den Körper dürfen und welche abtransportiert werden. Im Team mit dem „Kopf-Hirn“ wird der Energiehaushalt des Körpers gesteuert – wenn Giftstoffe in den Darm gelangen löst das Gehirn beispielsweise sofort Erbrechen oder Durchfall aus.
 
Nebeneffekt der hochsensiblen Systematik: Kein anderes Organ reagiert so schnell auf psychische Belastungen wie der Darm und kein anderes Organ lässt sich so schnell aus dem Gleichgewicht bringen wie der Magen-Darm-Trakt.


Der Darm schlägt Alarm

Der moderne Lebensstil lässt grüßen: Sitzende Tätigkeiten, hektische Mahlzeiten, unausgewogene Ernährung mit zu viel Zucker, Stress und zu wenig sportlicher Ausgleich sind für Verdauungsstörungen mitverantwortlich. Schätzungsweise mehr als 30 Prozent der Deutschen leiden unter Dysharmonien der Darmflora - wesentlich mehr Frauen als Männer. Dabei nimmt die Häufigkeit der Beschwerden mit dem Alter zu. Besonders unangenehm mischt sich der sogenannte „Reizdarm“ in die Lebensqualität ein. Durchfall, Krämpfe, Blähungen, Verstopfung bestimmen den Tagesablauf, psychische Belastungen verschlimmern die Symptome noch. Zehn bis 15 Prozent aller Menschen in der westlichen Welt sind davon betroffen, schätzen Experten.

Ein ernstes Problem der Moderne stellen die Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) dar: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa werden erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts beobachtet, vor allem in Nordeuropa kontinuierlich zunehmend. In Deutschland sind derzeit ungefähr 400.000 Menschen betroffen, meist im Alter von 15 bis 35 Jahren.


Darmcheck: Woran kann es liegen?

Beschwerden können verschiedene Ursachen haben, die zumeist im persönlichen Lebensstil zu finden sind:

  • Falsche und einseitige Ernährung mit zu viel Fett, Zucker, Eiweiß und zu wenig Ballaststoffe ist einer der häufigsten Gründe für Darmprobleme
  • Zu wenig Flüssigkeit in der alltäglichen Ernährung ist eine weitere Ursache
  • Zu wenig Verdauungssäfte durch Enzymmangel
  • Mangelnde Bewegung macht den Darm träge
  • Antibiotika und andere Medikamente beeinflussen die Darmtätigkeit, eisenhaltige Präparate, Psychopharmaka, Bluthochdruck-, Schmerz-, Schlaf- und Entwässerungsmittel können bei längerer Einnahme zu Verdauungsstörungen führen
  • Übermäßiger Gebrauch von Basenpulvern und Säureblockern
  • Magen-Darm-Infekte und Schleimhautentzündungen
  • Chlor, Blei , Quecksilber u.a. sind weitere Faktoren
  • Einige Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Schilddrüsenunterfunktion, manche
    Krebserkrankungen, Depressionen, Morbus Parkinson oder niedriger Blutdruck kommen
    als Ursache in Frage
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Der Darm wünscht sich ein gutes Leben

Abwechslungsreiche Ernährung mit guten frischen Lebensmitteln, Entspannung und Bewegung gehören zu den Lebensbestandteilen, die im Darm für Wohlbefinden und Gesundheit sorgen. Hier die wichtigsten Stichworte:  

  • Ballaststoffe sind die Darmpfleger Nr.1, etwa 30 Gramm davon sollten jeden Tag in der Ernährung enthalten sein; das wären beispielsweise drei Scheiben Vollkornbrot, eine Portion Früchtemüsli, 2-3 mittelgroße Kartoffeln, zwei mittelgroßen Karotten, zwei Kohlrabi, ein Apfel (Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung). Wichtig ist es, ausreichend dazu zu trinken.
  • Probiotika, positive Milchsäurebakterien wie zum Beispiel Bifidus- und Lactobakterien in Naturjoghurt, Kefir, saurer Molke oder Sauerkraut wirken sich günstig auf die Darmgesundheit aus.
  • Basische Ernährung ist ein Ansatz, um den Säure-Basen-Haushalt zu harmonisieren, der durch die aktuellen Ernährungsgewohnheiten häufig aus dem Gleichgewicht gerät. Durch ein Übermaß an Säure aus dem Konsum von zu viel Fleisch- und Wurstwaren, Weißmehlprodukten, Süßwaren, Softdrinks und Alkohol gerät diese Balance ins Wanken. Um den Organismus wieder ins Gleichgewicht zu bringen, sollte die Ernährung zu 80% basenbildend und neutral, also Schwerpunkt aus Gemüsen, Salaten, Kräuter, Sprossen, glutenfreien Pflanzen, natürlichen Ölen und Fetten und nur zu 20% aus säurebildenden Lebensmitteln bestehen. (Eine Übersicht gibt www.zentrum-der-gesundheit.de/saure-und-basische-lebensmittel.html).
  • Bewegung hält den Darm auf natürliche Art in Schwung, bereits ein halbstündiger Spaziergang in flottem Tempo wirkt, gut tun auch Rad fahren, Schwimmen oder Walking.
  • Entspanntes Speisen im Sitzen, mit Zeit und Genuss ist ein wesentlicher Faktor für das Wohlbefinden. 
  • Nützliche Rituale sind ein Glas Wasser sofort nach dem Aufstehen und gleichbleibende Frühstückszeiten mit möglichst wenig Hektik.

Helfer auf dem Prüfstand

Was ist von den Maßnahmen zu halten, die bei Darmbeschwerden helfen sollen?

 
 
chemische Abführmittel        
können auf Dauer schwere Nebenwirkungen haben.
Hausmittel wie
Milchzucker und Trockenobst          
bringen die Verdauung sanft in Schwung.
Flohsamen
sind pflanzliche Abführmittel, nicht wasserlöslich, quellen erst im Darm auf. Wichtig: viel trinken.
Leinsamen
sind ähnlich wie Flohsamen – sie quellen im Darm auf und fördern so die Verdauung.
Tonminerale, z.B. Bentonit
können zur inneren Reinigung beitragen.
Mayr-Fasten
ist eine anerkannte Kur zur Darmsanierung.
Darmreinigung durch Entleerung
ist nicht nachweislich gesundheitsfördernd.
Schüßler Salze
sind für eine Darm-Kur geeignet.
Probiotische Arzneimittel
sollen mit Bakterienstämmen Beschwerden lindern, nicht alle Wirkungen sind bewiesen.
Darmkur
ist jede Maßnahme, die der Darmpflege dient, auch als gebrauchsfertige Produkte im Reformhaus oder der Apotheke.
Darmsanierung
führt dem Körper gezielt Stoffe zu, die eine Besiedlung der Darmschleimhaut mit nützlichen Organismen fördern sollen.

Lesetipp
:

Darm mit Charme – Alles über ein unterschätztes Organ, Giulia Enders
Die junge Wissenschaftlerin Giulia Enders erklärt spannend und unterhaltsam, was wir mit dem Darm für ein hochkomplexes und wunderbares, nur leider extrem vernachlässigtes Organ haben. Der Darm ist der Schlüssel zu Körper und Geist. Er ist ein fabelhaftes Wesen voller Sensibilität, Verantwortung und Leistungsbereitschaft – und er ist der wichtigste Berater unseres Gehirns!

Lesen Sie mehr in der Pflegewelt von AXA zum Reizdarmsydrom.

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