Mit Aufmerksamkeit "Wundliegen" verhindern: Dekubitus-Prophylaxe



Es geschieht im Krankenbett, im Rollstuhl, bei pflegebedürftigen, aber auch bei zuvor gesunden Menschen, die plötzlich überwiegend sitzen oder liegen. Eine folgenschwere Komplikation von eingeschränkter Bewegung und Fehlbelastung ist das Druckgeschwür. Hier erfahren Sie, wie sich diese hochgefährlichen chronischen Wunden verhindern lassen. 

In Krankenhäusern und Pflegeheimen wurde in den letzten Jahren viel Aufklärungsarbeit zum Thema „Wundliegen“ geleistet. Der so genannte Dekubitus bleibt dennoch eine dramatische Komplikation, die viele Menschen betrifft, die unter eingeschränkter Beweglichkeit leiden. Gesicherte Zahlen liegen bis heute nicht vor - vor allem weil das Problem nicht nur Kranke und Pflegebedürftige in professioneller Fürsorge betrifft, sondern auch im häuslichen Bereich vorkommt. Die Gesundheitsberichterstattung des Bundes geht „nach vorsichtigen Schätzungen“ von mehr als 400.000 Menschen aus, die jährlich ein Druckgeschwür erleiden, das Deutsche Ärzteblatt sprach 2012 sogar von rund 1,5 Millionen Fällen von Dekubitus.

Das Leid ist groß. Aus der geröteten Druckstelle entwickelt sich im zweiten Grad ein Defekt der Haut mit Abschürfungen oder Blasen. In der dritten Stufe zeigt sich ein tiefes offenes Geschwür, das bereits alle Hautschichten und das Gewebe beschädigt hat. Im vierten Grad werden Muskeln, Sehnen oder Knochen zerstört. Aus der chronischen Wunde können schwere Komplikationen wie Infektionen oder eine Blutvergiftung entstehen. Bereits in Überlieferungen aus dem alten Ägypten wird die Leidensgeschichte einer jungen Prinzessin beschrieben, die an einem faustgroßen Dekubitus im „Sakralbereich“, also an Kreuzbein bzw. Steißbein, verstarb.


Unterschätztes Risiko

„Darniederliegen“ bedeutet das lateinische Ursprungswort des Begriffs Dekubitus. Häufig wird angenommen, dass nur Menschen gefährdet sind, die über lange Zeit im Krankenbett liegen. Aber das Risiko ist tückisch. Unter ungünstigen Umständen kann schon eine kurze Zeit von weniger als zwei Stunden genügen, um zu Problemen zu führen. Wenn ununterbrochen hoher Druck auf eine Körperstelle ausgeübt wird, ist die Versorgung des Gewebes durch die Blutgefäße unterbunden. Bei Untergewicht fehlt die „Polsterung“ durch Fett und Muskelgewebe, starkes Übergewicht erhöht den Druck, außerdem führt das verstärkte Schwitzen zu feuchten Problemzonen. Ist dazu noch die natürliche Widerstandskraft der Haut eingeschränkt, zum Beispiel in Folge von Mangelernährung, kann es schnell zur ersten Stufe eines Druckgeschwürs kommen. Das muss nicht unbedingt Schmerzen bereiten, zudem ist die Wahrnehmung körperlicher Phänomene häufig herabgesetzt. Das Anfangsstadium des Dekubitus bleibt deshalb häufig unerkannt.

Sinnvoll ist es, mit der Aufmerksamkeit noch früher zu beginnen. Dekubitus-Prophylaxe kann die Risikofaktoren in Grenzen halten.

Vorteil AXA Das PLUS für Kunden von AXA

Wir sind immer für Sie da.

Rund um die Uhr unterstützen wir Sie in unserer Pflegewelt von AXA mit vielen hilfreichen Beiträgen in allen Fragen rund um Pflege, Sorgen im Alter und Prävention.

Besonders hilfreich ist die Rubrik „PflegeTIPP“: Kurze Filme zeigen praxisnah und anschaulich, wie sich die Probleme des Alltags besser bewältigen lassen. Der neue PflegeTIPP zur Dekubitus-Prophylaxe zeigt, wie Sie vorbeugend aktiv werden können, damit es gar nicht erst zum gefürchteten Druckgeschwür kommt. Schalten Sie sich gleich mal zu und drucken Sie sich hier das Infoblatt zur Dekubitus-Prophylaxe aus.

Die Pflegewelt von AXA auf Facebook
Hier können Sie von einem aktiven Austausch mit anderen Interessierten und den „Pflegeweltmachern“ profitieren: Sagen Sie uns, was wir noch besser machen können.

Und wenn Sie sich über eine sinnvolle Absicherung informieren möchten, erklären wir Ihnen die besonderen Vorteile der Pflegevorsorge Flex von AXA.


Bewegung ist das Leben

Die meisten Menschen scheinen das Leben heute vorwiegend in bewegungsloser Haltung zu verbringen, wie sitzen tagsüber und liegen nachts. Aber dieser Eindruck täuscht. In einem natürlichen Reflex bewegen wir uns fast ständig. Wir drehen uns im Schlaf und rutschen auf dem Stuhl. Diese kleinsten, automatischen Mikrobewegungen – acht bis 40 in einer einzigen Stunde - schützen uns wirksam. Bei dauerhaftem Druck sammeln sich durch die mangelnde Durchblutung giftige Stoffwechselprodukte an der betroffenen Stelle, die auf Dauer zum Absterben des Gewebes und der Nervenzellen führen. Bei gesunden Menschen löst der Anstieg der Schadstoffe einen Bewegungsreflex aus: Wir lagern uns um und entlasten dadurch die gefährdeten Stellen, bevor es zu Schädigungen kommt. Ein interessanter Selbstversuch ist es, zehn Minuten zu sitzen und sich bewusst absolut nicht zu bewegen - dann spürt man am eigenen Körper, wie wichtig die regelmäßige Körperverlagerung ist.


Widerstandskraft durch Ernährung

Haut und Gewebe besitzen normalerweise eine hohe natürliche Widerstandskraft auch gegen Druck von außen. Voraussetzung ist eine ausreichende Versorgung des Körpers mit Nährstoffen. Mit den Jahren nimmt der Kalorienverbrauch zwar ab, aber der Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und vor allem Eiweiß steigt. Zum Beispiel benötigen Frauen ab 65 Jahren ca. 1700 kcal pro Tag, Männer etwa 1900 kcal und 0,8 g Eiweiß pro Kilo Körpergewicht. Bei 60 Kilo bedeutet das 48 Gramm Eiweiß pro Tag, das entspricht beispielsweise einem kleinen Becher Joghurt (5 g Eiweiß), einem Viertelliter Milch (9 g Eiweiß) oder 150 g Kabeljau (31 g Eiweiß). Nur bei ausreichender Versorgung mit Eiweiß sind Haut und Gewebe gegen Durchblutungsstörungen geschützt. Wichtig ist außerdem eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, um die Durchblutung zu sichern. Im Durchschnitt sind das 1,3 l pro Tag, Medikamente, die dem Körper Wasser entziehen, können den Bedarf noch steigern.


Gefahr durch Hausmittelchen

Die meisten Fehler in der Vorbeugung und Behandlung des Dekubitus entstehen durch das Anwenden von falschen Therapien. Die häufigsten Beispiele dafür sind:

  • Der gute alte Franzbranntwein enthält große Mengen von Alkohol, der die Haut austrocknet, und ist entgegen aller Ratschläge absolut ungeeignet zum belebenden Einreiben der Haut.
  • Feuchtigkeitsemulsionen, bei denen der Wasseranteil überwiegt, lassen die oberste Hautschicht aufquellen und fördern ebenfalls die Austrocknung der Haut. Eine fachkundige Beratung bei der Auswahl der Pflegeprodukte ist unentbehrlich.
  • Der Geheimtipp „Melkfett“ ist ebenfalls schädlich. Das Produkt besteht in der Regal aus Vaseline, das hautverschließend wirkt und den natürlichen Wärmeaustausch verringert.
  • Zinkpaste oder entsprechende Produkte aus der Babypflege sind nicht geeignet, weil sie die betroffenen Hautstellen abdecken, eine genaue Beobachtung verhindern und zusätzlich die Haut austrocknen.

Was tun? Rechtzeitig Bescheid wissen!

Mit sinnvoller Hautpflege und gesunder Ernährung kann man frühzeitig einen Gesundheitsstatus fördern, der im Krankheits- oder Pflegefall Schlimmeres verhindert.

Info-Tipps: Unter www.deutsche-dekubitusliga.de gibt es Tipps zur Vorbeugung, konkrete Fragen können Sie bei der Initiative Chronische Wunden unter www.icwunden.de stellen.

Lesen Sie auch im PLUS die folgenden Artikel:

Unsere Vorteile für Sie:

Rechtliche Hinweise
Die Artikelinhalte werden Ihnen von AXA als unverbindliche Serviceinformationen zur Verfügung gestellt. Diese Informationen erheben kein Recht auf Vollständigkeit oder Gültigkeit. Bitte beachten Sie dazu unsere Nutzungsbedingungen.