Fit und gesund mit dem Fahrrad

Serie Gesunde Bewegung


Jahr um Jahr werden in Deutschland um die drei Millionen Autos zugelassen – im Vergleich dazu sage und schreibe fast vier Millionen Fahrräder gekauft. Bei einem Durchschnittspreis von 520 Euro ergibt das einen Umsatz von über 2 Milliarden Euro. Die Deutschen investieren also in ihre Gesundheit und den Umweltschutz. Ob als Sportgerät, Transportmittel im Alltag oder als Freizeitvergnügen – alle Modelle dienen der Fortbewegung und stärken den Körper.


Bike Fitting hilft

Mit einem Bestand von rund 72 Millionen Fahrrädern, besitzt im Durchschnitt fast jeder Deutsche ein Fahrrad. Ob Klapprad, Rennrad, Mountainbike oder Citybike – ein Fahrrad von der Stange passt zumeist nicht 100%ig zur Physiologie des Fahrers. Dadurch ergeben sich unnatürliche Haltungen des Körpers auf dem Rad, die nicht nur den Gesundheitsaspekt vermindern, sondern zu Verspannungen, Gelenkschmerzen oder ähnlichem führen können.

Dies zu verhindern und jedem das optimale Fahrgefühl zu ermöglichen, hat sich Thomas Pollesche von der Bike Academy Berlin zur Aufgabe gemacht. Herr Pollesche ist begeisterter Radfahrer und Sportler, hat bereits zweimal mit dem Mountainbike die berüchtigte Transalp-Challenge gemeistert, ist als Personal-Trainer heiß begehrt und betreibt seit Jahren die Bike Academy Berlin, in der er sich der perfekten Einstellung von Fahrrädern verschrieben hat. Er nimmt Fahrer und Fahrrad unter die Lupe und passt das Rad auf die Anforderungen an. Wie das funktioniert und warum es so wichtig ist, hat Herr Pollesche AXA im Interview erklärt.

Herr Pollesche, schön, dass Sie uns erklären, was es eigentlich mit Bikefitting auf sich hat. Beim Kauf eines neuen Fahrrads sollte es doch reichen, den Sattel so einzustellen, dass man mit den Zehenspitzen den Boden berührt, oder?

Thomas Pollesche: Das ist leider ein weit verbreiteter Irrtum. Ein Fahrrad ist ein FAHRrad und kein LAUFrad, bei dem das Rad mit den Füßen am Boden in Bewegung gebracht wird. Um mit dem Rad zu fahren und nicht zu laufen, bedarf es einer ausführlicheren Einstellung, als nur die Füße auf den Boden zu bringen. Darüber hinaus ist jeder Mensch anders – bei manchen Radfahrern liegen Beinlängendifferenzen vor, andere plagen sich mit verschiebenden Fuß- oder Rückenproblemen.



All dies sind Gründe, das Fahrrad genau abzustimmen, um bestmögliche Ergebnisse in Bezug auf die Leistung und gesundheitsfördernde Wirkung des Fahrradsports hervorzubringen. Bei der Anpassung kommt die Druckmessung an den Kontaktstellen zum Rad – sowie eine Videoanalyse aus vier Perspektiven ins Spiel.

Verstanden – es steckt also viel mehr dahinter. Wie läuft so ein Fitting genau ab, was beinhaltet es und welche Kosten entstehen dem ambitionierten Radler?

Thomas Pollesche: Kurz gesagt: Es werden dabei alle Kontaktstellen des Fahrers mit dem Bike untersucht und optimiert. Der Prozess beginnt mit einem eingehenden Anamnese-Gespräch, in dem es um die sportliche Vergangenheit und gesundheitliche Probleme des Fahrers geht. Darauf folgen Tests zur Beweglichkeit und Stabilität und das Rad wird genau vermessen. Ein Fußscan zeigt den Aufbau des Fußes und lässt Rückschlüsse auf die Bewegung des Fußes im Schuh zu. Als nächstes folgt eine Videoanalyse der Dynamik des Radfahrens in unterschiedlichen Widerständen.

So erhält der Radler einen visuellen Eindruck seiner Bewegung. Parallel werden Druckmessungen an den Kontaktstellen zum Rad durchgeführt, um Probleme wie zum Beispiel hohen Druck am Sattel sichtbar zu machen.

Danach wird das Rad individuell eingestellt – denn nur ein perfekt angepasstes Rad stellt den richtigen und gesunden Bewegungsablauf sicher. In Messfahrten wird das persönliche Wohlbefinden mit den neuen Einstellungen überprüft. Ein Vorher-Nachher-Vergleich – inklusive Screenshots von den Videos und Vergleiche der Druckmessungen – zeigt dem Kunden, was im Rahmen der Anpassung verbessert wurde. Dieses individuelle Bike Fitting gibt es bei uns schon ab 189 Euro.


Abgesehen von der Einstellung des Fahrrads: Kann eigentlich jeder – unabhängig von der persönlichen Fitness oder körperlichen Einschränkungen – in die Pedale treten?

Thomas Pollesche: Grundsätzlich ist Fahrradfahren eine gesunde und gelenkschonende Bewegung, die von Jung und Alt ausgeübt werden kann. Abzuraten ist nur Personen, die den Straßenverkehr nicht ausreichend überblicken und einschätzen können – zum Beispiel den Kopf nicht nach links und rechts bewegen können. Auch bei Gleichgewichtsproblemen sollte vom Fahren abgeraten werden. Ansonsten kann jeder – im Rahmen seiner Möglichkeiten – nach Lust und Laune in die Pedale treten. Egal, ob kleines Kind oder Rentner – auf den Helm sollte keinesfalls verzichtet werden und reflektierende Kleidung ist auch ein Sicherheitsfaktor.

Dass Bewegung gesund ist, wird heutzutage niemand mehr bestreiten – worin liegen aber die gesundheitsfördernden Besonderheiten des Fahrradfahrens?

Thomas Pollesche: Wie schon gesagt, ist Fahrradfahren – zum Beispiel gegenüber Joggen – gelenkschonend. Das ist besonders für übergewichtige Personen wichtig, denn die Bewegung mit dem Fahrrad ist ein Training ohne die Belastung des eigenen Körpergewichts. Radfahren wirkt sich positiv auf das Herz- / Kreislaufsystem aus und kann die Blutwerte verbessern. Wer sich jedoch mit einer Erkältung oder Fieber aufs Rad setzt, riskiert Herzprobleme – also nicht übertreiben, wenn man mal gesundheitlich nicht ganz fit ist.

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Und abseits von den Auswirkungen auf Organe und den Bewegungsapparat?

Thomas Pollesche: Die Kondition steigert sich, Abnehmen ist durch die Bewegung möglich und die Koordination wird verbessert. Nicht außer Acht zu lassen ist beim Fahrradfahren der Entspannungsfaktor, denn man kann das Rad auch einfach mal nur laufen lassen, sich dabei regenerieren und die Natur genießen – alleine oder in Gesellschaft. Daher ist Radfahren auch vom psychologischen Standpunkt der ideale Sport, bei dem man richtig gut abschalten kann.

Der Trend geht hin zum Zweit- oder sogar Drittrad – warum ist das so? Ist ein Fahrrad für eine Person nicht ausreichend?

Thomas Pollesche: Das resultiert daraus, dass Menschen ihre Räder unterschiedlich nutzen – das Fahrrad muss  zum Einsatzgebiet passen. Wer sich sowohl sportlich auf der Straße bewegt aber auch die Freiheit abseits des Asphalts auf Waldwegen genießen möchte, braucht alleine deshalb schon zwei Fahrräder – ein Rennrad und ein Trekking- oder Mountainbike. Es gibt für jede Anforderung das passende Rad. Weitere Punkte sind die rasante Entwicklung im Fahrradsektor und das große Angebot. Viele Radler kaufen sich das neueste Modell, können sich aber vom alten Rad nicht trennen, da es auch Vorzüge hat. Das alles führt dazu, dass in einem Haushalt schon mal drei oder mehr Räder in der Garage stehen können.

Welche Radsportart würden Sie einem Anfänger empfehlen, der einfach nur seine Fitness auf Vordermann bringen möchte?

Thomas Pollesche: Prinzipiell ist jede Art von Radsport für Anfänger geeignet – abgesehen von Extremformen wie Mountainbike-Downhill oder ähnlichem. Ein paar Punkte sollten jedoch beachtet warden:

  • Personen über 35 Jahre – oder übergewichtige Personen – sollten unbedingt einen Arzt-Check mit Fokus auf Herz / Kreislauf durchführen lassen, bevor sie beginnen.
  • Eine Leistungsdiagnostik vor Trainingsbeginn zeigt die Leistungsfähigkeit, dadurch kann die Intensität festgelegt werden, um Unter- bzw. Überforderung zu verhindern.
  • Kraft- und Koordinationstraining sind im Vorfeld eine gute Sache, um sicher mit dem Fahrrad unterwegs zu sein.
  • Atmungsaktive Kleidung ist wichtig, um Erkältungen durch Schwitzen und darauf folgendes Auskühlen vorzubeugen. Auch den Helm als Sicherheitsfaktor nicht unberücksichtig lassen.
  • Und natürlich sollte nur auf einem, der gewählten Radsportart entsprechenden und individuell eingestellten Fahrrad gefahren werden.
Haben Sie Tipps zum Erlernen des Fahrradfahrens – vielleicht auch für Erwachsene, die es bislang versäumt haben?

Thomas Pollesche: Fahrradfahren kann in jedem Alter erlernt werden – nicht nur in jungen Jahren. Wer noch nicht so sicher mit dem Fahrrad unterwegs ist, sollte auf freien Plätzen – zum Beispiel am Sonntag auf einem Supermarktparkplatz üben, bevor er sich in den Straßenverkehr begibt. Es gilt, in den Bewegungsablauf reinzukommen und Sicherheit zu gewinnen. Wichtig ist nicht nur das sichere Fahren – auch das sichere Bremsen sollte beherrscht werden.

Noch ein Tipp für Eltern: Radfahren beginnt lange vor dem ersten Kinderrad. Eltern sollen ihre Kinder frühzeitig an Mobilität gewöhnen. Ein Laufrad ist ein ideales Startfahrzeug, so lernt das Kind das Gleichgewicht zu halten und dann ist der Übergang zum Fahrrad fahren sehr viel einfacher.

Vielen Dank für das sehr interessante Gespräch, Herr Pollesche! Es hat uns wieder einmal gezeigt, dass es wichtig ist, immer in Bewegung zu bleiben. Was möchten Sie unseren fahrradinteressierten Lesern noch mit auf den Weg geben?

Thomas Pollesche: Ja, das stimmt – Bewegung ist das A und O um gesund zu bleiben. Nachdem jeder Mensch seine eigene gesundheitliche Geschichte hat, ist die Individualität in Bezug auf das Training, die Intensität und natürlich die richtige Einstellung des Fahrrads unerlässlich. Wer Geld für ein neues Fahrrad hat, sollte auch den kleinen Betrag für das Fitting aufbringen. Ein perfekt eingestelltes Fahrrad macht einfach mehr Spaß und schützt vor Gesundheitsschäden. Verlassen Sie sich bei der Einstellung Ihres Rads nur auf den Profi – Sie erkennen ihn an der ISCO-Zertifizierung.

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