Eine Frau informiert sich über die Pflegereform 2021

Pflegereform 2021 Das ändert sich. Das leistet sie.

  • Pflege zu Hause
  • Versorgung im Pflegeheim
  • Übergangspflege im Krankenhaus
  • Fakten zur Pflegereform

Die Pflegereform und was Sie dazu wissen sollten

Im Juni 2021 hat der Bundestag eine Pflegereform beschlossen. Sie soll Pflegebedürftige und ihre Angehörigen entlasten und mehr leisten. Pflegekräfte werden besser bezahlt. Die Umsetzung der neuen Regelungen erfolgt schrittweise.

Pflege zu Hause – bei der Pflege zu Hause wird ab dem 1. Januar 2022 eine finanzielle Entlastung spürbar sein

Die Pflegesachleistungen werden um 5 % erhöht. Unter Pflegesachleistungen werden Dienstleistungen verstanden, die von Mitarbeitern eines ambulanten Pflegedienstes erbracht werden. Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2 erhalten eine Erhöhung:

  • Pflegegrad 2: monatlich 724 Euro statt bisher 689 Euro
  • Pflegegrad 3: monatlich 1.363 Euro statt bisher 1.298 Euro
  • Pflegegrad 4: monatlich 1.693 Euro statt bisher 1.612 Euro
  • Pflegegrad 5: monatlich 2.095 Euro statt bisher 1.995 Euro

In der Kurzzeitpflege steigen die Leistungen um 10 % von 1.612 Euro auf 1.774 Euro pro Kalenderjahr.
 
Die Anhebung erfolgt automatisch. Es müssen keine neuen Anträge gestellt werden.

Versorgung im Pflegeheim – Pflegebedürftige, die in Pflegeheimen versorgt werden, erhalten ab dem 1. Januar 2022 einen Zuschuss

Den Zuschuss zu den Pflegekosten bekommen Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2. Er richtet sich nach den Kosten, die Sie selbst aufbringen müssen und staffelt sich nach Dauer des Heimaufenthalts:

  • Bis 12 Monate: 5% des Eigenanteils an den Pflegekosten
  • Ab 12 Monate: 25% des Eigenanteils an den Pflegekosten
  • Ab 24 Monate: 45% des Eigenanteils an den Pflegekosten
  • Ab 36 Monate: 70% des Eigenanteils an den Pflegekosten

Der Eigenanteil variiert je nach Bundesland und liegt bundesdurchschnittlich bei 911 Euro. Der Zuschuss bezieht sich nicht auf Unterkunft und Verpflegung, die Kosten sind weiterhin selbst zu tragen.
 
Die Anhebung erfolgt automatisch. Es müssen keine neuen Anträge gestellt werden.

Übergangspflege im Krankenhaus – seit Juli 2021 besteht ein Anspruch auf Übergangspflege im Krankenhaus

Neu: Kann die Versorgung einer pflegebedürftigen Person nicht anders sichergestellt werden, besteht ein Anspruch auf Übergangspflege im Krankenhaus. Die Übergangspflege kann für längstens 10 Tage nach dem Krankenhausaufenthalt in Anspruch genommen werden.
 
Das kann zum Beispiel sein, wenn

  • häusliche Krankenpflege,
  • eine Reha-Behandlung,
  • Kurzzeitpflege
  • oder weitere Leistungen nach dem Pflegeversicherungsgesetz (Verhinderungspflege, Tagespflege oder andere) nicht verfügbar sind.

Leistungen über den Tod hinaus – Ansprüche auf vorfinanzierte Leistungen können ab dem 1. Januar 2022 auch nach dem Tod geltend gemacht werden

Bisher galt: Erstattungsansprüche gegenüber der Pflegeversicherung erlöschen mit dem Tod des versicherten Pflegebedürftigen.
 
Das betraf beispielsweise Kosten für

  • eine Verhinderungspflege durch einen Pflegedienst oder ein Pflegeheim,
  • Entlastungsleistungen,
  • Maßnahmen, die das Wohnumfeld verbessern.

Erstattungsansprüche können nun auch nach dem Tod einer pflegebedürftigen Person geltend gemacht werden. Angehörige können die Erstattungen innerhalb von zwölf Monaten bei der Pflegekasse/Pflegeversicherung einfordern.

Weitere Fakten zur Pflegereform

  • Die Beträge für das Pflegegeld, bei häuslicher Pflege durch Angehörige, werden nicht angehoben.
  • Bezuschusst werden in Pflegeheimen nur pflegebedingte Aufwendungen. Kosten, wie Unterkunfts- und Verpflegungskosten müssen weiterhin vom Pflegebedürftigen selbst getragen werden.
  • Ab dem 1. September 2022 werden von den Kostenträgern nur noch Pflegeeinrichtungen anerkannt, die ihre Pflege- und Betreuungskräfte nach Tarif bezahlen.
  • Ab dem 1. Juli 2023 sieht der Bund einen einheitlichen Personalschlüssel für Pflegeeinrichtungen vor. Das fördert und ermöglicht die Einstellungen zusätzlicher Pflegekräfte.
  • Pflegekräfte erhalten zukünftig mehr Verantwortung, sie sollen Hilfsmittel verordnen und eigenständige Entscheidungen in der häuslichen Pflege treffen dürfen.
  • Zur Finanzierung der Pflegeversicherung wird ab dem Jahr 2022 ein Bundeszuschuss in Höhe von einer Milliarde Euro pro Jahr eingeführt. Zudem steigt der Beitragszuschlag für Kinderlose ab dem 23. Lebensjahr um 0,1 Prozentpunkte auf 0,35 % des Bruttoeinkommens.
Pflegereform 2021 - Informationen

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