Warnwestenpflicht im Straßenverkehr



Warnwesten im Fahrzeug mitzuführen, ist in den meisten europäischen Ländern schon lange Pflicht. Wer sich mit dem Fahrzeug häufig im Ausland aufhält, hat mit Sicherheit bereits entsprechende Warnwesten im Auto – denn bis auf die Niederlande, Dänemark, Polen und die Schweiz herrscht in allen Nachbarländern Deutschlands Warnwestenpflicht. Wer bisher noch keine Westen mitführt, sollte sich dringend welche anschaffen.

Dass diese Pflicht durchaus sinnvoll ist, zeigt das Beispiel unseres südlichen Nachbarlandes. In Österreich wurde die gesetzliche Verpflichtung, mindestens eine Warnweste im Fahrzeug mitzuführen und diese beim Verlassen des Fahrzeugs bei einer Panne auch zu tragen, bereits 2005 eingeführt. Eine Untersuchung der Statistik Austria zeigt im erfassten Zeitraum von 2009 bis 2011 einen Rückgang von 48% im Bereich der Unfälle mit Fußgängern oder haltenden Fahrzeugen auf Autobahnen und Schnellstraßen gegenüber dem Vergleichszeitraum vor Einführung der Warnwestenpflicht (2002 bis 2004).


Gründe für die Einführung der Warnwestenpflicht

Das Tragen von Warnwesten trägt wesentlich dazu bei, bei schlechten Sichtverhältnissen oder Dunkelheit von anderen Verkehrsteilnehmern schneller wahrgenommen zu werden. Gerade bei einer Panne auf der Autobahn oder Schnellstraße rechnen andere Autofahrer nicht damit, dass sich ein Fußgänger dort befindet und sehen diesen ohne Warnweste oft erst in letzter Sekunde. Laut Verkehrssicherheitsexperten sind Fußgänger für Autofahrer bei Dämmerlicht erst in einer Entfernung von maximal 80 Metern wahrzunehmen – durch das Tragen einer Warnweste steigt diese Distanz auf ca. 150 Meter und es bleibt mehr Zeit, als Autofahrer auf den Fußgänger entsprechend zu reagieren.

Nachdem die meisten Autofahrer von sich aus nicht genug an diese Schutzmöglichkeit denken, ist die Einführung der Warnwestenpflicht sicherlich sinnvoll. Das zeigt eine Umfrage der GDV Dienstleistungs-GmbH – dem Betreiber der Notrufzentrale der deutschen Autoversicherer: Von fast 200 befragten Autofahren, die sich an der Notrufsäule an der Autobahn gemeldet haben, trugen nur 39 Prozent eine Warnweste. Gerade in der gefährlichsten Zeit, wo die Sicht ohnehin am schlechtesten ist – zwischen 18:00 Uhr abends und 6:00 Uhr morgens – war die Anzahl der Autofahrer mit Warnweste mit 35,6 Prozent noch niedriger als im Tagesdurchschnitt.


Wer unterliegt dieser Pflicht?

Was viele vielleicht nicht wissen – im Bereich der gewerblich genutzten Fahrzeuge besteht bereits eine Warnwestenpflicht. Da das gewerblich genutzte Kfz ein Arbeitsmittel ist, greift die Unfallverhütungsvorschrift UVV Fahrzeuge BGV – D29 – in der das Mitführen einer Warnweste in allen gewerblich genutzten Fahrzeugen verpflichtend vorgeschrieben ist. Diese Regel gilt auch für PKW die gewerblich genutzt werden.

Seit Juli 2014 muss auch in jedem privat genutzten Fahrzeug – also in allen in Deutschland zugelassenen Pkw, Lkw und Busse (ausgenommen Motorräder und Wohnmobile) – eine Warnweste mitgeführt werden, unabhängig von der Anzahl der mitfahrenden Personen. Bei einer Polizeikontrolle ist der Fahrer verpflichtet, die Weste vorzuzeigen und zur Kontrolle auszuhändigen.

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Einsatz der Warnweste und der richtige Platz im Fahrzeug

Die Warnweste muss dann angelegt werden, wenn Sie als Fahrer – oder eine mitfahrende Person – das Fahrzeug verlässt, um zum Beispiel bei einer Panne auf der Autobahn oder Schnellstraße das Warndreieck aufzustellen. Tipp: Die Warnweste gehört in den Fahrgastraum, am besten in das Ablagefach in der Fahrertür oder ins Handschuhfach – dort ist sie sicher und platzsparend verstaut, bequem und einfach zu erreichen. Der Kofferraum ist kein geeigneter Platz für die Warnweste, denn um diese aus dem Heck des Autos zu holen, müssen Sie ohne Warnweste zum Kofferraum gehen, was insbesondere im Dunkeln eine erhöhte Gefahr für Sie bedeutet.


So sieht die richtige Warnweste aus

Für den Verkehr zugelassene Warnwesten müssen der DIN EN 471 bzw. der EN ISO 20471:2013 Norm entsprechen und sind in rot, gelb oder orange erhältlich. Gerade auf die Erfüllung der Norm sollte man beim Kauf achten, denn zwischen 40 und 50 Prozent der Warnwesten in Deutschland genügen diesen Anforderungen nicht. Das hängt meistens am Fluoreszenzgrad, denn dieser kann durch Kosteinsparungen bei der Herstellung zu niedrig sein, was ein schlechtes Reflektieren im Einsatz bedeutet. Für eine zugelassene Warnweste sind zwei umlaufende, 50 mm breite Reflexstreifen vorgeschrieben. All dies regelt die DIN EN 471 – ob die Weste der geforderten Norm entspricht, erkennt man am Etikett an der Jacke.


Was passiert, wenn Sie keine Warnweste im Auto haben?

Ohne Warnweste unterwegs zu sein, kommt wesentlich teurer als die Anschaffung. Die Höhe des Bußgelds in Deutschland beträgt 15 Euro – in anderen Ländern kann das aber zu einer teuren Angelegenheit werden. Die Strafen bei einem Verstoß gegen die Mitführ- oder Anlegepflicht liegen im Ausland derzeit zwischen mindestens 14 Euro (Österreich) und satten 1.375 Euro (Belgien). Auch empfiehlt es sich, schon im Vorfeld so viele Warnwesten zu besorgen, wie Sitzplätze im Fahrzeug verfügbar sind – denn zum Beispiel in Tschechien oder Italien muss für jeden Insassen eine Weste im Auto vorhanden sein. Eine Übersicht über die Mitführungspflicht von Warnwesten in Europa finden Sie hier.

Tipp: Auch ohne Verpflichtung eine Warnweste für jeden Beifahrer mit an Bord zu haben, empfiehlt sich das Mitführen. Damit ist man auf der sicheren Seite. Denn gesehen werden bei schlechter Witterung oder Dunkelheit kann Leben retten – nicht nur das des Fahrers, auch das der Beifahrer.

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