Tipps: Schützen Sie Ihre Kinder vor Cyber-Mobbing



Bei Cyber-Mobbing handelt es sich um den Einsatz elektronischer Kommunikation wie SMS-Nachrichten, E-Mails, Chat-Nachrichten und soziale Medien, um andere Nutzer zu bedrohen, einzuschüchtern oder zu demütigen. Die emotionalen Folgen können wie körperliche Schikanen schwerwiegend sein.

In dieser Anleitung für Eltern finden Sie Tipps, wie Sie dazu beitragen, dass Ihre Kinder nicht zum Opfer von Cyber-Mobbing werden. Sie zeigt außerdem Strategien auf, wie Sie auf Cyber-Mobbing reagieren können.


Tipp 1 – Darauf sollten Sie achten

Hat sich Ihr Kind in letzter Zeit zurückgezogen oder ungewöhnlich verhalten? Verbringt Ihr Kind übermäßig viel Zeit im Internet? Fällt es ihm sehr schwer, auf das Internet zu verzichten? Dies könnten Hinweise darauf sein, dass Ihr Kind Opfer von Cyber-Mobbing ist.


Tipp 2 – Klären Sie Ihre Kinder über Cyber-Mobbing auf

Sprechen Sie mit Ihren Kindern über das Thema Cyber-Mobbing. Erklären Sie ihnen, wie sie sich im Internet verhalten sollten. Reden Sie mit Ihren Kindern darüber, was „üble Nachrede“ und „Lästern“ für alle Beteiligten bedeutet. Helfen Sie Ihren Kindern zu erkennen, ob sie Opfer von Cyber-Mobbing sind – oder ob sie selbst zu den Mobbern gehören.
Besprechen Sie mit Ihren Kindern Regeln für den Umgang mit dem Internet. Geben Sie eindeutig vor, was Ihr Kind im Internet tun darf und was nicht. Vereinbaren Sie auch feste Zeiten für die Nutzung des Internets. Legen Sie die Regeln entsprechend der Verständnisfähigkeit und des Verantwortungsbewusstseins Ihres Kindes fest. Passen Sie die Vereinbarungen deshalb immer wieder an, aber nicht in zu kurzen Abständen. Halten Sie die Regeln schriftlich fest und bringen Sie sie zur Erinnerung in der Nähe des Geräts an.


Tipp 3 – Seien Sie Ihren Kindern ein Vorbild

Halten Sie sich selbst an die Vereinbarungen, die Sie mit Ihrem Kind getroffen haben.
Achten Sie darauf, mit welchem Beispiel Sie bei der Nutzung des Internets vorangehen. Schikanieren Sie andere nicht, stellen Sie niemand bloß und machen Sie keine unangemessenen Witze.


Tipp 4 – Haben Sie ein Auge auf die Online-Aktivitäten Ihrer Kinder

Behalten Sie das Online-Verhalten Ihrer Kinder im Auge. Sollten Sie in sozialen Medien mit ihnen befreundet sein, sehen Sie sich die Aktivitäten und die Beiträge Ihrer Kinder und deren Kontakte regelmäßig an. 
Seien Sie dabei, wenn Ihre Kinder sich auf Kinder-Chat-Plattformen bewegen. Denn auch Kinder-Chats sind eine beliebte Anlaufstelle für Täter. Da diese Chat-Räume zunehmend moderiert werden, weichen die Täter auf Chats in Spielen aus. Vermeiden Sie deshalb Spiele mit Chatfunktionen oder spielen Sie selbst mit. Die Alterseinstufungen der FSK und der Spieleanbieter berücksichtigen diese Kommunikationsrisiken nicht.


Tipp 5 – Sollten Sie das wirklich mit anderen teilen?

Schauen Sie sich die Bilder an, die Ihre Kinder machen und sprechen Sie mit ihnen im Zweifel darüber, welche Nachrichten und Bilder sie weitergeben dürfen und welche privat bleiben müssen.
Immer häufiger werden auch Kinder und Jugendliche selbst zu Tätern. Sie verschicken Bilder von Freunden ohne deren Zustimmung und versuchen sie so zu mobben oder zu erpressen.
Empfehlen Sie Ihren Kindern mit Nachdruck, dass sie sehr vorsichtig damit sein sollten, Bilder, Dateien, Nachrichten und Anhänge zu verschicken. Achten Sie darauf, ob Ihr Kind die Datenschutzeinstellungen in den Diensten, die es verwendet, optimal eingestellt hat. Oftmals ermöglichen nämlich die nicht veränderten Grundeinstellungen, dass Unbefugte die Inhalte Ihres Kindes einsehen und möglicherweise gegen Ihr Kind verwenden können.


Tipp 6 – Sichern Sie Beweise

Sollten Ihre Kinder E-Mails, Sofortnachrichten oder Chat-Beiträge von einem Mobber erhalten, machen Sie einen Screenshot, speichern Sie diese ab und drucken sie aus. Zeigen Sie Ihren Kindern, wie sie auf Smartphones einen Screenshot machen können.
Hilfreich für die Polizei sind neben den Inhalten der Kommunikation auch der Name des Dienstes, die verwendeten Nutzernamen und die Zeitstempel, die zeigen, wann der Kontakt erfolgt ist.


Tipp 7 – Es ist okay, nicht zu antworten

Erklären Sie Ihren Kindern, dass sie nicht auf alle E-Mails, Nachrichten oder Chat-Beiträge reagieren müssen. Hat der Mobber noch nichts gegen Ihre Kinder in der Hand, wird er sehr wahrscheinlich seine Kontaktversuche abbrechen.


Tipp 8 – Brechen Sie den Kontakt ab

Wenn sich Ihr Kind über längere Zeit belästigt oder gemobbt fühlt, zeigen Sie ihm einfache Lösungen: Sagen Sie ihm, dass es keine Schande ist, die entsprechende Seite oder den Chat zu verlassen oder das eigene Konto auf der betroffenen Plattform zu löschen.
Informieren Sie auch die Freunde Ihres Kindes sowie deren Eltern über die Belästigungen, wenn diese dieselbe Plattform besuchen.


Tipp 9 – Ermutigen Sie Ihr Kind, sich mit einer Vertrauensperson auszutauschen

Cyber-Mobbing kann sehr heftig sein und über einen relativ langen Zeitraum anhalten. Für das Opfer ist es daher sehr wichtig, emotionale Unterstützung und praktische Ratschläge von anderen zu bekommen.
Ehrliche, offene Kommunikation zwischen Ihnen und Ihren Kindern wird es leichter machen, über das Thema Cyber-Mobbing zu reden, falls es denn zum Thema wird.
Falls Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind nicht über seine Probleme sprechen will, weisen Sie es diskret auf Hilfeseiten wie Juuuport hin.
Handelt es sich bei den Mobbern um Schulkameraden, sollten Sie ihr Kind ermutigen mit seinem Vertrauenslehrer zu sprechen. Im Zweifel setzen Sie sich selbst mit dem Klassenlehrer in Verbindung. Setzen Sie sich für klare Umgangsregeln mit Smartphones an den Schulen ein.
Handelt es sich um unbekannte Täter, können Sie mit Hilfe der von Ihnen erstellten Beweise eine Anzeige bei der Polizei erstatten.


Tipp 10 – Mit dem Betreiber Kontakt aufnehmen

Helfen Sie Ihren Kindern sich bei dem Betreiber der Plattform zu beschweren. Bitten Sie diesen, öffentlich zugängliche Beiträge, in denen Ihre Kinder belästigt werden, zu löschen.
Bei Cyber-Mobbing handelt es sich um eine Straftat. Die meisten Unternehmen werden deshalb bereitwillig auf Ihre Wünsche reagieren und deutlich schneller handeln, als Sie erwarten.


Tipp 11 – Denken Sie daran, dass Sie das Recht auf Ihrer Seite haben

Sie können jederzeit Anzeige bei der Internetwache der Polizei erstatten.
Alternativ können Sie zunächst selbst oder mit Hilfe eines Rechtsanwalts erste rechtliche Schritte einleiten. Falls eine einfache Bitte erfolglos war, können Sie selbst über ein Unterlassungsschreiben den Mobber oder den Betreiber der Plattform auffordern, Bilder zu löschen und die Belästigungen abzustellen.
Ist dieses Schreiben wirkungslos, können Sie mit Unterstützung eines Anwalts vor Gericht eine Unterlassungsklage einreichen. Das Gericht kann eine einstweilige Verfügung erlassen.
Zusätzliche Informationen erhalten Sie bei AXA und über das Projekt Juuuport der Niedersächsischen Landesmedienanstalt. Dort finden Betroffene, die sich nicht an Eltern oder Lehrer wenden wollen, anonym Rat und Hilfe von geschulten Gleichaltrigen. Vorbeugend können sich Eltern über das Projekt Schau hin über Risiken und Gefahren auf dem Laufenden halten.

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