Internet-Seuche: Cyber-Mobbing steckt auch Erwachsene an

Das Internet ist täglich Tatort. Online wird belästigt, beleidigt und bedroht, weil Mobbing im virtuellen Raum so bequem geworden ist. Nicht nur Jugendliche terrorisieren sich gegenseitig, längst grassiert die Hetze auch unter Erwachsenen. Jeder kann Opfer werden. Gut, wenn man sich zu wehren weiß.



Millionen haben das berührende Video gesehen, mit dem Benjamin Fokken gegen Schikanen im Internet protestierte. Der 20-Jährige hatte den Mut gefunden, als Mobbing-Opfer an die Öffentlichkeit zu gehen, und löste damit eine Welle der Solidarität aus. Viele andere Fälle kamen zu spät ans Licht. Immer wieder haben gemobbte Jugendliche keinen anderen Ausweg gesehen, als sich sogar das Leben zu nehmen. Vor einigen Monaten wurde dann ein 53-Jähriger zum Opfer öffentlicher Verfolgung:  Der Moderator Ben Wettervogel war nach jedem Auftritt von einer Facebook-Hassgruppe an den Pranger gestellt worden.

Im Internet hat Mobbing eine neue dramatische Qualität angenommen: Das Web ist ein bequemer Tatort für boshafte Handlungen, die Hemmschwelle liegt hier deutlich niedriger als bei einer persönlichen Konfrontation. Beschimpfungen und Beleidigungen gefolgt von Gerüchten und Verleumdungen sind die häufigsten Formen von Cybermobbing. In Messenger-Diensten, sozialen Netzwerken oder Videoportalen werden peinliche Fotos oder Filme veröffentlicht, nicht selten formieren sich regelrechte „Hass-Gruppen". Die Auslöser sind meist persönlicher Art; oft handelt es sich auch um Racheaktionen: Viele Täter sind zuvor selbst Opfer von Attacken gewesen.


Immer mehr Erwachsene sind dabei

Das Phänomen Cyber-Mobbing breitet sich rasant aus. Bislang wurde es vor allem als Problem von Jugendlichen wahrgenommen. Doch längst sind auch Erwachsene betroffen und beteiligt. Es ist die Generation, die mit Internet und Smartphone groß wurde und nun ihre Konflikte aus der Realität zunehmend in die digitalen Medien verlegt. Attacken unter Erwachsenen sind keine Seltenheit mehr. „Die Zahl der klassischen Mobbingfälle wird zurückgehen... dafür wird Cybermobbing auch unter Erwachsenen häufiger werden“, prophezeit Uwe Leest vom Bündnis gegen Cybermobbing. Das Netzwerk aus engagierten Eltern, Pädagogen, Juristen, Medizinern und Forschern wollte es genau wissen und erstellte 2014 die erste umfassende Bestandsaufnahme unter Erwachsenen in Deutschland. Die Ergebnisse sind erschreckend: Fast 30 Prozent aller Befragten geben an, schon einmal Ziel von Mobbing oder Cybermobbing geworden zu sein.


Das sind Fakten, die Sorgen machen:

  • Zwölf Prozent der erwachsenen Internet-Nutzer, die in einem sozialen Netzwerk  aktiv sind, waren bereits Opfer von Mobbing und sexueller Belästigung.
  • Frauen zwischen 14 und 39 Jahren sind besonders häufig betroffen.
  • Fast 40 Prozent der Mobbingattacken dauern länger als ein Jahr, zwei Drittel der Cybermobbingangriffe zwischen ein und drei Monaten.
  • Fast die Hälfte der Betroffenen klagt über Persönlichkeitsveränderungen und Depressionen.
  • Etwa jeder Fünfte lässt die Anfeindungen ohne Reaktion über sich ergehen.
  • Mehr als jedes zehnte Opfer stuft sich als suizidgefährdet ein.
  • Fast jeder dritte Cybermobber macht das „nur zum Spaß“ (31 Prozent), „weil es die anderen auch machen“ (27 Prozent) oder aus purer Langeweile (22 Prozent).
  • Betroffene Erwerbstätige weisen jährlich fünf Krankheitstage mehr auf als nicht betroffene.
  • 31 Prozent der Cybermobbingopfer nehmen ärztliche oder therapeutische Hilfe in Anspruch.
  • Mobbing ist nicht nur ein Phänomen der Arbeitswelt: Fast ein Drittel aller Vorfälle geschehen im privaten Bereich.
  • Vorgesetzte sind in über der Hälfte der Fälle als (Mit-)Täter beteiligt.

Schweigen macht krank

Schätzungsweise eine Million Jugendliche und fast ebenso viele Erwachsene sind in Deutschland Zielscheiben von Cyber-Mobbing. Die Dunkelziffer ist hoch. Meist suchen sich die Betroffenen zu spät Hilfe. Schwere psychische Probleme – Panikattacken, Angstzustände, Depressionen - und psychosomatische Erscheinungen wie Schlafstörungen, erhöhter Blutdruck, Durchfall und Magenbeschwerden, Brust- und Kopfschmerzen können die Folge sein.
Scham lässt die Opfer schweigen, man will sich nicht als Versager, Schwächling, Außenseiter outen. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung kann aber jeder Opfer von Mobbing werden. Psychologen wissen: Nicht Außenseiter werden gemobbt, sondern Gemobbte werden Außenseiter.



Handeln hilft

  • Ruhig bleiben. Auch wenn es noch so schwer fällt, ist es wichtig, nicht auf Beleidigungen zu antworten.
  • Verbündete suchen: Am wichtigsten ist es, das Schweigen zu brechen und Unterstützung bei Vertrauenspersonen zu suchen.
  • Beweise sichern: Screenshots von beleidigenden Bildern, E-Mails, Posts, SMS und Online-Gesprächen können helfen, die Angreifer zu ermitteln. 
  • Die Angreifer aussperren. Die meisten seriösen Anbieter geben die Möglichkeit, beleidigende Inhalte zu melden und lassen Teilnehmer bei unangemessenem Verhalten sperren.
  • Im Internet unsichtbar werden: Problematische Bilder, Videos oder Fake-Profile sollten immer wieder gelöscht werden. Es kann helfen, aus sozialen Netzwerken zumindest vorübergehend zu verschwinden und womöglich auch E-Mail-Adresse und Handy-Nummer zu ändern.
  • Recht und Gesetz nutzen: Cyber-Mobbing selbst ist zwar kein Straftatbestand, kann aber einzelne Straftaten wie üble Nachrede oder Verleumdung enthalten, die mit Geldstrafen oder sogar mit Gefängnis geahndet werden können. Ein Urteil am Amtsgericht München hat bereits auch ein Internet-Nutzungsverbot für einen Mobber enthalten. In schweren Fällen ist die Anzeige bei der Polizei also eine zielführende Lösung.

Mehr Schutz für Kinder

Laut pädagogischen Empfehlungen sollen Kinder ab einem Alter von 11-12 Jahren
reif genug für ein Smartphone sein. Damit geraten sie aber auch in die Schusslinie:
Nach einer Umfrage des Branchenverbands BITKOM werden bereits neun Prozent der 10- bis 12-Jährigen Opfer von Gehässigkeiten und Beleidigungen, unter den 13- bis 15-Jährigen sind es 16 Prozent. Hingegen scheinen nur etwa sieben Prozent der
befragten Eltern Bescheid zu wissen über die Nachstellungen, denen ihre Kinder
ausgesetzt sind. Cyber-Mobbing kann traumatische Auswirkungen haben, die über
Jahre anhalten. Betroffene Kinder brauchen dringend Wachsamkeit und
Unterstützung.

Einen ausführlichen Artikel über das Mobbing bei Kindern mit einer hilfreichen Checkliste zum Download finden Sie auch im PLUS von AXA.

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Darüber hinaus umfasst der Internetschutz auch weitere Risiken im Web:
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Informieren Sie sich über Ihren persönlichen Schutz im Internet.


Wissen macht Mut.

www.polizei-beratung.de berät als offizielle Seite der Länder und des Bundes unter „Themen und Tipps“  auch zu „Gefahren im Internet“ und gibt Auskunft über Straftatbestände.

www.bündnis-gegen-cybermobbing.de ist die sehr engagierte Internetseite des Netzwerks zur Bekämpfung der Ursachen und Auswirkungen von Mobbing, Gewalt und Aggression im Internet.

www.klicksafe.de ist eine EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz und gibt umfangreiche und verständliche Informationen und Hilfestellungen zum Thema Cybermobbing. Im öffentlichen Kommentarbereich kann man Fragen stellen und sich austauschen.

www.webhelm.de ist eine Werkstatt-Community für einen verantwortlichen Umgang mit dem Web und informiert über Konflikte, Urheberrechte, Datenschutz und Persönlichkeitsrechte.

Lesetipp: „Ich bin ich – und wir sind viele! Wie Benjamin Fokken Mobbing besiegte“ ist eine authentische Lektüre für alle, die mit Mobbing direkt oder indirekt zu tun haben.

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  • Was tun als Mobbing-Opfer?
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