Gesundheit im Büro - Kennen Sie die kleinen Krankmacher im Arbeitsalltag?

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Büroangestellte verrichten den Großteil der Tätigkeit im Sitzen. Und genau dieser Körperhaltung entspringen die meisten gesundheitlichen Probleme. Wir Menschen sind evolutionsbedingt nicht für das Sitzen gemacht. Mangelnde Bewegung ist neben Fehlhaltung die Hauptursache für Beschwerden.

Erkrankungen oder Beschwerden des Muskel-Skelett-Systems sind mit Abstand der häufigste Krankheitsgrund. Zweithäufigste Krankheitsart sind Erkrankungen des Atmungssystems, danach folgen Verletzungen und psychische Erkrankungen.

Die Auslöser für die meisten Beschwerden sind schnell gefunden: der Arbeitsplatz an sich (Schreibtisch, Stuhl, Tastatur, Bildschirm etc.), die Büroumgebung (Raumluft), Essensgewohnheiten und der Umgang mit Stress.

Was können Sie also im Detail tun, um die Mitarbeitergesundheit zu fördern? Nehmen Sie sich ein wenig Zeit und erklären Sie Ihren Mitarbeitern die wichtigsten Voraussetzungen für einen beschwerdefreien und ergonomisch richtigen Bildschirmarbeitsplatz:


Schreibtisch, Bürostuhl

Wenn der Tisch und der Stuhl falsch eingestellt sind, können Fehlhaltungen die Folge sein. Der Tisch sollte in der Höhe verstellbar und auf Ihre Größe einstellbar sein. Eine große Bedeutung hat der richtige Bürostuhl und das Sitzverhalten. Richtiges Sitzen entlastet die Wirbelsäule und vermeidet Durchblutungsstörungen. Um "richtig sitzen" zu können, ist zunächst die korrekte Justierung des Bürostuhls erforderlich:

Die Sitzhöhe sollte so eingestellt sein, dass die Unterarme bei hängendem Oberarm etwa waagerecht zum Schreibtisch bzw. zur Tastatur liegen. Wenn die Hände flach auf der Arbeitsfläche aufliegen, sollten die Schultern nicht angehoben sein. Die Ellenbogen dürfen sich nicht unterhalb der Handgelenke befinden. Die Ober- und Unterschenkel sollten möglichst einen rechten Winkel bilden und die Füße festen Kontakt mit dem Boden oder einer Fußstütze haben.

Schieben Sie die Rückenlehne so hoch, dass die Oberkante bis zu den Schulterblättern reicht. Die Wölbung der Rückenlehne soll die Lendenwirbelsäule unterstützen, also etwa in Gürtelhöhe eingestellt sein. Achten Sie auf ausreichende Bewegungsfreiheit der Beine und dass keine überflüssigen Gegenstände unter dem Tisch stehen.

Richtiges Sitzen: So weit wie möglich hinten sitzen und die gesamte Sitzfläche nutzen. Dadurch wird der Rücken besser entlastet. Aufrechtes Sitzen ist wichtig  – die Beine etwa hüftbreit aufstellen, die Knie und Fußspitzen zeigen leicht nach außen. Ober- und Unterschenkel bilden einen rechten Winkel zueinander. Beim Anspannen der Po-Muskeln drückt sich das Becken leicht nach vorn und der Oberkörper hebt sich etwas. Bei aufrechtem Sitzen, spürt man die Sitzbeinknochen auf der Sitzunterlage.

Die Sitzhaltung sollte öfters verändert werden, um eine einseitige Belastung der Bandscheiben zu vermeiden. Von Zeit zu Zeit aufzustehen, oder abwechselnd vorgeneigt, aufrecht oder zurückgelehnt zu sitzen sorgt für Abwechslung.  




Tastatur, Maus

Achten Sie darauf, dass die Tastatur an einer Position auf dem Schreibtisch liegt, die es dem Mitarbeiter erlaubt, beim Tippen die Handballen auf dem Tisch aufzulegen. Um infolge häufiger Eingaben oder Zwangshaltungen Beschwerden zu vermeiden (z.B. Carpaltunnelsyndrom, RSI, Sehnenscheidenentzündung), wird empfohlen, die Tastaturfüße nicht auszuklappen. Die Position der Maus neben der Tastatur sollte möglichst körpernah sein, um angespannte Haltungen und Belastungen im Arm- und Schulterbereich zu vermeiden. Senkrechte, ergonomisch geformte Mäuse sorgen für einen natürlichere Arm- und Handhaltung.


Bildschirm

Der Bildschirm sollte frei drehbar und der Blick dabei ca. 35° aus der Waagerechten leicht abgesenkt sein. Der Mindestabstand zwischen Bildschirm und Augen sollte mindestens 50 Zentimeter betragen. Wichtig ist außerdem, dass der Bildschirm sowohl drehbar, als auch in der Neigung verstellbar ist und so aufgestellt ist, dass möglichst keine Reflexionen von Fenstern etc. auftreten. Ein flimmernder Bildschirm kann Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten und Augenbeschwerden hervorrufen.


Raumluft / Klimaanlage

Nachdem das zweithäufigste Krankheitsbild im Büro die Atemwegserkrankung ist, sollten Sie auf die Rumluft besonders achten. Wenn Ihr Büro mit einer Klimaanlage ausgestattet ist, können durch diese Bakterien und Viren eindringen – deshalb müssen Klimaanlagen regelmäßig gewartet werden. Darüber hinaus ist Luft aus Klimaanlagen trockener als normale Raumluft, somit können die Schleimhäute austrocknen und Erkältungsviren nicht mehr so gut abwehren. Kleiner Tipp: Ein Spaziergang an der frischen Luft wirkt Wunder für in Mitleidenschaft genommene Schleimhäute an Auge und Nase.

Wichtig ist in Büros auch regelmäßiges Lüften – denn der Staub aus Druckern, Ausdünstungen aus Teppichen oder Möbeln sowie Reinigungsmittel sind nicht gesund für die Atemwege. Die richtige Raumtemperatur ist ebenso wichtig – sie sollte bei ca. 20° C liegen.


Unfallrisiken

Natürlich sind die Unfallgefahren im Büro gegenüber Bauarbeitern oder Handwerkern viel geringer. Kleinere Fallen lauern aber auch hier. Vor allem Stolperfallen, wie zum Beispiel Teppichkanten und lose Stromkabel oder spitze Ecken.


Büropflanzen

Grünpflanzen verbessern das Raumklima und steigern die Stimmung. Sie sollten sich aber mit den Mitarbeitern im Büro absprechen, welche Pflanzen Sie aufstellen lassen, denn es könnte sein, dass jemand gegen gewisse Pflanzen allergisch ist. Darüber hinaus eignen sich Hydrokultur-Pflanzen besser, denn in Blumenerde können sich einfacher gesundheitsschädliche Schimmelpilze bilden.


Beleuchtung

Ein ganz wichtiger Punkt für die Augengesundheit und Leistungsfähigkeit ist das richtige und ausreichende Licht. Zu einer guten Bürobeleuchtung gehören deshalb neben Deckenleuchten je nach Räumlichkeit und Bedarf auch Tischleuchten und Stehleuchten / Deckenfluter und vor allem eine gute Ausleuchtung des Arbeitsplatzes.

Die Beleuchtungsstärke wird in Lux (lx) gemessen. Die Beleuchtungsstärke für Bildschirmarbeitsplätze liegt bei mindestens 500lx. So bringt es z.B. ein trüber Wintertag auf nur 3.000lx, hingegen ein sonniger Sommertag auf 10.000lx – 60.000lx.


Ernährung

Ob Ihre Mitarbeiter die klassische Einteilung "Frühstück – Mittagessen – Abendessen" oder eher mehrere kleine Mahlzeiten am Tag bevorzugen, liegt bei Ihnen. Auf alle Fälle kommt es immer darauf an, dass die Bilanz an Nährstoffen und Energie stimmt.

Somit gilt: Bei der Einnahme von Zwischenmahlzeiten sollte die Portionsgröße der Hauptmahlzeiten reduziert werden. Ideal sind Obst und Gemüse, Milchprodukte oder Vollkornsnacks. Sie sind voller wichtiger Inhaltsstoffe und liefern schnell verfügbare Energie.

Wichtig ist auch, genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen – mindestens 1,5 Liter. Kaffee gehört einfach zum Büroalltag dazu, jedoch sollte der  Kaffeekonsum auf bis zu 4 Tassen am Tag beschränkt sein.


Stress / Leistungsdruck

Jeder Mensch geht mit Stress anders um. Ein Übermaß an Stress macht aber krank. Die Folge sind psychische Probleme  – bis hin zum Burn-out. Atem- und Entspannungsübungen zwischendurch richten in stressigen Situationen wieder auf. Wichtige Hinweise, Tipps & Tricks um Stress entgegen zu wirken, finden Sie in unserer Serie zur Work-Life Balance.

Überprüfen Sie mit dieser Checkliste einfach die Arbeitsplatz- und Arbeitssituation und Sie werden wahrscheinlich Verbesserungspotenzial finden. Besprechen Sie die Möglichkeiten und daraus resultierenden Verbesserungen gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern. und schaffen so ein besseres Arbeitsklima. Im Folgenden können Sie die Checkliste "Gesundheitsgefahren im Büro" herunterladen:

Checkliste Gesundheitsgefahren im Büro (PDF, 702 KB)
Weiterführende Informationen finden Sie auch unter www.vbg.de/bueroarbeit.de.

Wir von AXA wünschen Ihnen und Ihren Angestellten auf alle Fälle weiterhin ein gesundes Arbeitsleben in Ihrem Büro.

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