Kleinbetriebe – Triebfeder der Wirtschaft: Delikatessen und Weinhandel


Würziger Käse aus Frankreich, perfekte Pasta aus bella Italia, süße Spezialitäten aus dem Orient – und dazu eine gute Flasche Wein. Da läuft einem schon beim Gedanken daran das Wasser im Mund zusammen. Um all diese Köstlichkeiten in unseren Breitengraden bekanntzumachen und anzubieten bedarf es ganz besonderer Menschen, denen Qualität, Geschmack, Außergewöhnlichkeit und Frische besonders am Herzen liegen. Natürlich bieten immer mehr Supermärkte und auch Discounter „Delikatessen“ und höherwertige Weine an – aber Originalprodukte, Hintergrundinformationen und kompetente Beratung erhält man nur beim Profi: dem Delikatessen- und Weinhändler des Vertrauens.

Als Delikatessen- und Weinhändler lebt man seine Vorlieben auch im Beruf aus. Aber auch in einer Welt, wo kulinarisch Milch und Honig fließen, ist es unerlässlich, über wirtschaftliche Angelegenheiten im Alltag eines Unternehmers Bescheid zu wissen und zu kümmern. Welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, was es bei der Gründung zu beachten gilt und welche Chancen und Risiken dies in sich birgt, erfahren Sie in Ihrem PLUS von AXA.




Der Handel mit außergewöhnlichen Produkten floriert schon seit Jahrtausenden

Handel gibt es, seitdem es Menschen gibt. Von den ersten Tauschhandeln abgesehen, steht schon seit Marco Polos Zeiten Warentransport von A nach B – und damit Geld zu verdienen – im Vordergrund. Heute kann man in Deutschland aufgrund der Transportmöglichkeiten fast das ganze Jahr über frische Produkte aus aller Herren Länder kaufen. Und das lohnt sich – im ersten Halbjahr 2014 wurde mit „Feinkostprodukten“ im Lebensmitteleinzelhandel ein Umsatz von 1,25 Milliarden Euro erzielt. Insgesamt geben die Deutschen rund zwölf Prozent ihres Einkommens für Nahrungsmittel aus – damit sind sie aber noch weit entfernt von den europäischen „Genussnationen“ Italien und Frankreich, die ca. 20 Prozent des Einkommens für Essen ausgeben. Der Anteil von Feinkost jedoch – wie zum Beispiel mediterrane Antipasti, die als besonders gesund gelten und daher beliebt sind – ist im Steigen begriffen, weil immer mehr Personen Wert auf eine gesunde Ernährung legen. Was alles zu „Feinkost“ oder „Delikatessen“ zählt, ist nicht geregelt – nur für „Feinkostsalate“ gibt es im Deutschen Lebensmittelbuch verbindliche Leitsätze. Grundsätzlich sind Delikatessen Lebensmittel, die nicht zum alltäglichen Bedarf gehören – wie zum Beispiel Kaviar, Froschschenkel, Austern, Champagner, exklusive Weine oder exotische Gemüse und Früchte. Heute ziehen sogenannte „Food-Hunter“ in die Welt, um neue, exotische Speisen und Getränke zu entdecken und diese Delikatessenhändlern anzubieten.


Der Weg in die Selbständigkeit

Grundsätzlich benötigt man für den Handel mit Delikatessen oder Wein keine gesonderte Ausbildung. Eine kaufmännische Vorbildung – idealerweise im Lebensmitteleinzelhandel ist aber sehr empfehlenswert. Grundvoraussetzung ist eine Vorliebe für gutes Essen und die Lust, immer wieder Neues auszuprobieren. Zum guten Essen gehört ein gutes Glas Wein – hier wird eine entsprechende Ausbildung vorausgesetzt. Sommelier muss man nicht sein, aber die Ausbildung zum Weinfachberater sollte auf alle Fälle absolviert werden – um über verschiedene Weine, Anbauregionen, Rebsorten und die Harmonie zwischen Wein und Speisen Bescheid zu wissen. Auch die Sortimentszusammenstellung, das Durchführen von Weinproben und die fachgerechte Lagerhaltung der Weine, zählt zu den Aufgaben des Weinfachberaters. Dieser Beruf ist kein Ausbildungsberuf – er kann über Weiterbildungen erreicht werden. Zugangsvoraussetzung ist eine Berufsausbildung in einem kaufmännischen Beruf. Kommunikationsfreudigkeit, betriebswirtschaftliche Kenntnisse und Einsatzfreude sollten vorhanden sein, damit der Weg in die Welt von Delikatessen und Wein Früchte trägt.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, beginnt ein wichtiger Teil auf dem Weg zum eigenen Geschäft – die Suche nach geeigneten Lieferanten. Das kann viel Zeit in Anspruch nehmen, da sichergestellt werden muss, dass die Zulieferer außergewöhnliche Produkte anbieten, verlässlich sind – und vor allem, dass Preis und Qualität stimmen. Auch die Suche nach geeigneten Geschäftsräumen – sieht man vom Online-Handel ab – trägt grundlegend zum Erfolg oder Misserfolg des Unternehmens bei.


Nicht nur für Wein und Delikatessen interessant: Positionierung und Käufertypologie

Generell hat ein Anbieter von Waren drei Möglichkeiten, sein Geschäft am Markt zu positionieren. Die erste läuft über den Preis – ist man jedoch der günstigste, funktioniert dieses Konzept nur bei enorm hohen Stückzahlen. Die zweite Option ist, die interessanteste Auswahl zu bieten und bei der dritten Variante definiert man sich über beste Qualität. Im Falle von Wein- und Delikatessenhandel kommt nur die zweite oder dritte Strategie in Frage. Wird über die Schiene der besten Qualität verkauft, sollte das Sortiment ausschließlich aus hochpreisigen Produkten bestehen, die sich aber nur finanzkräftige Käufer leisten können. Erfolgt eine Positionierung über die interessanteste Auswahl, ist der Käuferkreis größer, da auch im günstigen Segment außergewöhnliche Produkte angeboten werden können. Vom Einkaufsverhalten her steht der Wein- und Delikatessenhandel dem „Beziehungs- und Prestigekäufer“ am nächsten, der seinen Einkauf mit der Pflege von sozialen Kontakten verbindet und für den der Einkauf ein Statussymbol darstellt. Auch der „Beratungskäufer“ spielt eine Rolle, denn er will auf der Suche nach besonderen Spezialitäten entsprechend beraten werden. Die persönliche Verkäufer-Käufer-Bindung muss also in beiden Fällen dementsprechend hoch sein.


Rechtliche Voraussetzungen und Gründung

Am einfachsten ist der Weg in die Selbständigkeit durch Gründung eines Kleingewerbes – als Alternative zum Kaufmann. Eingetragene Kaufmänner haben höhere Anforderungen und Verpflichtungen zu erfüllen als Kleingewerbetreibende. Ein Befähigungsnachweis – Meisterbrief oder ähnliches – ist nicht Voraussetzung. Für die Gründung wird kein Mindestkapital vorausgesetzt – Kleingewerbetreibende haften allerdings mit ihrem Privatvermögen. Das Gewerbe ist beim zuständigen Gewerbeamt anzumelden. Mehr über die Anmeldung beim Gewerbeamt erfahren Sie hier.


Gründungsbedarf – was muss angeschafft warden?

Zu allererst gilt es, in die eigene Ausbildung zu investieren – das ist zwar nicht der größte Punkt bei der Finanzierung, sollte aber nicht vergessen werden. Die Weiterbildung zum Weinfachberater verursacht Kosten für Arbeitsmaterialien, Lehrgänge und Prüfungen. Ist der Grundstein mit der Ausbildung gelegt, geht es daran, einen Businessplan zu erstellen. Ist die Finanzierung über Eigen- oder Fremdkapital gesichert, führt der Weg meistens zum Immobilienmakler. Ist das passende Objekt gefunden, will es entsprechend eingerichtet werden – Regale, Tische, Aufsteller etc. sollen ein entspanntes Einkaufs-Ambiente schaffen und die elektrische Infrastruktur mit Beleuchtung, Musik, Klimaanlage, Bildschirmen etc. trägt auch dazu bei. Nicht zu vergessen ist eine ausreichende PC-Ausstattung mit Buchhaltungs-, Kundenverwaltungs- und Warenwirtschaftsprogramm. Nun zum Thema „Waren“ – ohne Inhalt kann man nichts verkaufen. Hier gibt es zwei Möglichkeiten: entweder man verfügt über ausreichende Mittel, um eine Grundausstattung an Delikatessen und Wein einzukaufen oder es werden Produzenten gesucht, die Ihre Waren „auf Kommission“ für einen bestimmten Zeitraum in den Laden stellen und man zahlt nur das tatsächlich Verkaufte. Das Geschäft steht also – aber niemand weiß davon – jetzt kommt Werbung und PR ins Spiel: eine Homepage muss erstellt werden – am besten in einer Art, dass später ohne größeren Aufwand ein Shopsystem für den Online-Handel integriert werden kann – Flyer müssen gedruckt und verteilt werden, Anzeigen gebucht und ein Eröffnungs-Event auf die Beine gestellt werden. All dies kostet Geld und muss bei der Finanzplanung berücksichtigt werden.

Erkundigen Sie sich über mögliche Förderungen – Informationen hierzu finden Sie unter www.foerderdatenbank.de – oder bei Ihrer Bundesagentur für Arbeit.

Vorteil AXA Das PLUS für Kunden von AXA


Profi-Smart – unser individuelles Absicherungskonzept für Firmenkunden


Eine gute Absicherung ist für Handwerk und Kleingewerbe ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. Schließlich können schon vermeintlich kleine Schäden große wirtschaftliche Folgen haben.

Da jede Branche ihre ganz speziellen Risiken hat, bietet AXA mit Profi-Smart Unternehmen die Möglichkeit, das eigene Versicherungspaket aus verschiedenen Produkten zusammenzustellen und zum Beispiel folgende Bereiche bedarfsgerecht abzusichern: Betriebshaftpflicht, Inhaltsversicherung (Feuer-, Sturm-, Leitungswasser-, Einbruch- und Glasversicherung), Betriebsunterbrechung.

Besondere Absicherungsmöglichkeiten für den Bereich Delikatessen und Weinhandel runden das Paket ab – unter anderem die Mitversicherung von Schäden durch importierte Lebensmittel, die an Verbraucher verkauft wurden, Versicherungsschutz für durch Stromausfall oder Sachschaden entstandenen Verderb von Lebens- und Genussmitteln in Kühlgeräten und Kühlräumen oder eine spezielle Transportversicherung.

Informieren Sie sich über Profi-Smart und die individuellen Versicherungsmöglichkeiten für den Bereich Delikatessen und Weinhandel.


Risiken im Beruf

Gesundheitliche Risiken: Im Geschäft halten sich die gesundheitlichen Risiken in Grenzen – aber selbst an einer zerbrochenen Weinfasche kann man sich verletzen oder beim Nachräumen der Waren von der Leiter stürzen. Nicht außer Acht zu lassen ist das Risiko bei Lieferfahrten im Straßenverkehr – Zeitdruck und event. verderbliche Waren können zum Stressfaktor werden und zu Unfällen führen. Deshalb sollte eine Absicherung mit Kranken-, Unfall,- und Berufsunfähigkeitsversicherung nicht fehlen.

Betriebsbedingte Risiken: Saisonale Schwankungen, erntebedingte Ausfälle, Insolvenzen von Zulieferern etc. können ein Problem darstellen – ist keine Ware im Geschäft, kann nichts verkauft werden und die Kunden könnten zu Mitbewerbern abwandern. Unterschiedliche Lagerbestände stellen bei einem Versicherungsfall ein Risiko dar – Unterversicherung kann eintreten und der Schaden wird nicht zur Gänze ersetzt. Wichtig ist bei verderblichen Lebensmitteln die Absicherung gegen Transportschäden und Stromausfall in Kühlanlagen.


Ganz wichtig für den geschäftlichen Erfolg – immer am Puls der Zeit bleiben

Immer beliebter werden Koch-Events in den verschiedensten Locations – was wäre hier passender, als ein Delikatessen-Geschäft? Bieten Sie Kochkurse oder einen Abend mit einem bekannten Koch an und lassen Sie die Gäste mit Ihren Produkten kochen – die Teilnehmer könnten zu zufriedenen Stammkunden werden. Online-Handel wird im Food-Bereich auch immer beliebter – nutzen Sie die Chance und bieten Sie Ihre Spezialitäten im Internet mit sicherem und schnellem Versand an. Gehen Sie mit offenen Augen und Ohren durch den Alltag und erkennen Sie neue Trends – früher waren zum Beispiel Hering-Gerichte, Steinpilze oder Pfifferlinge ein Arme-Leute-Essen, heute sind es Spezialitäten...

Und wenn Sie der abenteuerliche Typ sind, dann nehmen Sie sich jedes Jahr ein Monat Auszeit, reisen in ein anderes Land und werden selbst zum „Food-Hunter“. Importieren Sie die von Ihnen entdeckten Lebensmittel selbst und sichern Sie sich dadurch ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber Ihren Mitbewerbern…


Hilfreiche Links:

Lesen Sie auch im PLUS:

Nutzen Sie als Geschäftskunden die Vorteile im PLUS:

Rechtliche Hinweise
Die Artikelinhalte werden Ihnen von AXA als unverbindliche Serviceinformationen zur Verfügung gestellt. Diese Informationen erheben kein Recht auf Vollständigkeit oder Gültigkeit. Bitte beachten Sie dazu unsere Nutzungsbedingungen.